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In der Bundesliga dominiert nur noch das Geld. Deshalb kann und will kein Club mehr Meister werden – außer den Bayern. Eine Kolumne

Nun muss ich die Messe für den neuen Deutschen Fußballmeister also noch nicht singen, Gott sei Dank. Dabei steht die erste Litanei seit Wochen fest, und der Text ist ganz einfach, er lautet: Geld schießt doch Tore.

Das 4:1 der Bayern gegen den amtierenden Meister, den VfB Stuttgart, hat nicht nur die letzten Zweifel an ihrem Durchmarsch zum 21. Titel zerstreut, sondern spiegelt in etwa auch das ökonomische Größenverhältnis der beiden Klubs zueinander wider. Wer den Kader derart aufrüsten kann wie die Bayern, hat am Ende zumindest in Deutschland keine Konkurrenz mehr (international reicht es allerdings nicht mal, um Getafe oder Petersburg richtig abzufideln). Die Zeiten, als ein listiger Trainer namens Otto Rehagel mit dem Aufsteiger Kaiserslautern gleich Meister werden konnte, sind lange passé.

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Natürlich, werden die letzten Romantiker des Fußballs jetzt sagen, gibt es keine Garantie. Luca Toni, dieser Trekker mit Ferrari-Motor, hätte sich als genauso eine Flasche entpuppen können wie weiland Adolfo „el tren“ Valencia, der Kolumbianer, der als ICE verpflichtet wurde, dann aber doch nur eine Bimmelbahn war. Und Ribery hätte vielleicht eine Lederhosenallergie entwickeln können. Aber dann wären immer noch Klose und Podolski und Schlaudraff und Kroos und wasweißichwernoch gewesen - genug Spieler jedenfalls, um der Konkurrenz die Knie weich zu machen.

Denn das ist ja neben den teuren Stars der zweite Grund für die Überlegenheit der Bayern: die Hasenherzigkeit der anderen, von Nord nach Süd, von Hamburg und Bremen bis zu Schalke, Leverkusen und Stuttgart, von einstigen Platzhirschen wie Dortmund ganz zu schweigen. Aber wahrscheinlich ist es nicht mal Hasenherzigkeit, die all diese Vereine früh aus dem Titelrennen katapultiert hat. Es ist - auch hier - die Ökonomie.

Die Champions League ist das Gift, das die nationale Meisterschaft verdirbt. Denn es reicht ja Platz 2 und mit etwas Glück sogar Platz 3, um an die fette Kohle aus der europäischen Topliga heranzukommen. Heute sagt kaum jemand offensiv: Wir wollen Meister werden. Wer den modernen Fußball verstanden hat, kennt nur ein Ziel: Wir wollen international spielen. Lass die Bayern in ihrem unersättlichen Titelwahn das Festgeldkonto plündern, wir werden Zweiter mit der Hälfte der Kohle und können danach genauso absahnen. Spätestens im Viertelfinale ist dann eh für alle Schluss. Und seit der Uefa-Cup vom vermeintlichen Verlierer-Pokal zur Endlosveranstaltung zum Geldverdienen reformiert wurde, muss man eigentlich nur Fünfter werden, um die nächste Saison finanziell im Sack zu haben.

Längst sind Fußballkubs Wirtschaftsunternehmen, da ist Bilanzsicherheit für die folgende Saison das oberste Ziel. Wenn es dafür auch noch einen Pott oder eine Schale gibt - die nehmen wir mit, aber gehen tut’s auch ohne.

Dieser Gedanke nistete in den Köpfen, seit die Münchener früh das Zaubern anfingen und ihre routinemäßige Krise diesmal eher gemäßigt ausfiel. Und weil Fußball wie aller Sport auf diesem Niveau zum großen Teil Kopfsache ist, war die Meisterschaft schon bei der Veröffentlichung der Einkaufslisten so gut wie gelaufen. Der jüngste Spieltag war da nur ein weiterer Beleg: Bayern marschiert, der Rest begnügt sich mit Unentschieden.

Leser-Kommentare
    • Skusa
    • 28.04.2008 um 10:39 Uhr
    1. hmmmm

    Sollte dieser Beitrag Zynismus sein ? Sollte er irgendwie ironisch wirken ? Hm - das hat wohl nicht geklappt. Ernstzunehmend ist dieser Beitrag keinesfalls. Ist eigentlich bekannt, das ein Verein wie Werder Bremen besser in den schwarzen Zahlen steht ( und das seit Jahren ) als ein FC Bayern München? Einfach mal googlen, wenn man keine Fachzeitschriften liest ;-) Und das internationale Geschäft macht es doch auch anderen Vereinen möglich in der Bundesliga hoch zukommen. Aufgrund der doppelt und dreifach Belastung. Ich finde die Bundesliga nach wie vor interessant, wo auch Cottbus einen amtierenden deutschen Meister verdient hoch schlagen kann. BuLi is interessanter als Formel Eins - wo wirklich das Geld regiert.   Letztens noch sprach ich mit einem Freund darüber ( wir beide spielen selbst aktiv Fußball ) wie entscheidend es sein kann, wenn ein einziger Mann auf dem Platz seiner Leistung hinterherläuft und wie es sich auf das gesamte Spiel auswirkt. Es lebe die Bundesliga !

  1. Schade. Schade, dass die Einstellung "Bundesliga ist schon nett, aber europaweit sind wir keine Gegner" sich nach wie vor in den Köpfen hält. Und offensichtlich von eben genau denen mit noch weniger Ahnung kommentiert wird. Bayern gegen Getaffe. Ein Jahrhundertspiel. Und beschreibend für den FCBayern. Es war eine Ausnahmeleistung. Der Gegner hatte ein komplettes Stadion, wenn nicht ein ganzes Land (selbst der Prinz hat vorbeigeschaut) an seiner Seite. Und dann sind die Münchner einfach rotzfrech, gehen in die Verlängerung, haben einmal Glück und tragen schließlich den Sieg heim. Beeindruckend. So soll Fussball sein.Beim Artikel fehlt der Bezug zur Wirklichkeit. Kritsche Blicke sind gut, aber nicht immer nur in eine Richtung. Sagte einst schon Mathäus.

  2. Natürlich ist der Artikel nicht ganz ernst gemeint!Aber liebe Kommentatoren und Leser: Fussball ist auch nur ein Spiel, das optimalerweise nach strengen Regeln wettkampfartig verläuft.Wobei das mit den Regeln nochmal geprüft werden sollte, sieht man sich die teils massiven und haarsträubenden Fehlentscheidungen von Schieds- und Linienrichtern an, die - nicht genug deren stattfinden - auch noch von den Beteiligten goutiert, in extenso sogar "zum Sport hinzugehörig" definiert werden.Dies ist eine der größten Grotesken überhaupt. Fehlentscheidungen haben nichts mit Sport und nichts mit Fussball zu tun.Und der DFB-Pokal bspw. hat auch keine "eigenen Gesetze", sonst müsste man ihn abschaffen.Das sind - wie die unseeligen Spieler- und Trainerinterviews zu mindestens 80% - nur leere und vernachlässigbare Phrasen.Geld schießt Tore. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. Wenn sich Bayern fast eine neue Mannschaft zusammenkauft, dann muss am Ende entwas drauas werden, sonst rollen Köpfe und es entstehen größer Probleme.Und es gibt doch Expertise in diesem Verein. Ob man sie leiden kann oder nicht: Manager und Trainer der Mannschaft verstehen ihr Geschäft. Der Präsident ist masslos überschätzt und lebt hauptsächlich von seinen historisch unbezweifelbar großen Erfolgen.Das Grundproblem der langweiligen Bundesliga ist doch, dass Bayerns Gegner die Schwäche der ersten nicht auszunutzen im Stande sind. Das kann man doch seit Jahren beobachten. Bayern lieferte ein paar maßlose Gurkenspiele in dieser Saison ab, aber bei Bremen oder Schalke lief es noch schlimmer.Nicht zu reden davon, dass in Schalke Menschen Präsident werden können, die nur wenig vom Geschäft zu verstehen scheinen. Was dort seit geraumer Zeit bzgl. Trainer und Arbeitsklima abläuft ist unwürdig.Und was sollen diese Phrasen, "ein Spieler" könne durch Formschwäche ein Spiel entscheiden. Ja und? Was unterscheidet das davon, wenn ich in einem Team hobbymäßig auf dem Fussballplatz kicke? Und was schließen wir für die Bundesliga daraus?Was soll der Vergleich mit der F1? Die BuLi ist also klasse, weil die F1 weniger klasse oder gar schlecht ist?Und "europaweit" sieht es nun einmal bitter aus. Bremen scheitert regelmäßig im Achtel- oder Viertelfinale. Schalke verkauft sich ordentlich, spielt gegen Barcelona aber viel zu defensiv obwohl sie mindestens ein Tor schießen MÜSSEN und gewinnen eben nicht.Wenn Bayern im Uefa-Pokal spielt ist es ein willkommener Wettbewerb, sonst kostet es sie nur Trainings- und Regenerationszeit.@tonal2002:"Der Gegner hatte [...] auf seiner Seite."Ja und?Hat nicht jede Mannschaft einen strukturell und im Übrigen auch wissenschaftlich bewiesenen Heimvorteil?Das sind doch nur Euphemismen. Bayern war schlussendlich das bessere, weil auch glücklichere Team. Und damit ist es auch gut.nebenbei spielen sie hauptsächlich einen erfolgsorientierten Fussball und genau das zählt schlussendlich. Die Tore und Punkte. Nichts anderes.Die Fans rennen anscheinend immer ins Stadion und geben zuweilen ihr letztes Hemd für Menschen und einen Sport von dem sie nichts haben außer irgendwie wahrgenommene oder ausgelöste Emotionen.Wohl dem, dem das schon genug ist.Die TRansfersummen die für Spieler gezahlt werden, sind nicht erst seit gestern vollkommen überzogen.Mit freundlichen Grüßen

    Diemo Schaller

    • Skusa
    • 29.04.2008 um 9:18 Uhr
    4. @ 3

    Da sie sich selbst diskreditieren, werd ich mal nicht auf alles eingehen... "Geld schießt Tore. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. Wenn sich Bayern fast eine neue Mannschaft zusammenkauft, dann muss am Ende entwas drauas werden, sonst rollen Köpfe und es entstehen größer Probleme." <br>Heisst ja, das trotz "zusammengekaufter Mannschaft es doch zu  Spielen wie München gegen Cottbus kommen kann? <br>"Bayern lieferte ein paar maßlose Gurkenspiele in dieser Saison ab, aber bei Bremen oder Schalke lief es noch schlimmer.<br>" Heisst doch, das es nicht am Geld der Bayern liegt, sondern am Versagen der Verfolger ? Lesen Sie mal Ihren eigenen Text ! Der Vergleich F1 mit BuLi meinerseits sollte nur aufzeigen, das es so schlimm wie in der Formel Eins noch lange nicht ist. Es sollte die UNTERSCHIEDE aufzeigen wie Geld einen Sport deformieren kann.

  3. 5. re #4

    Da sie sich selbst diskreditieren, werd ich mal nicht auf alles
    eingehen...
    Sehr freundlich..."Geld schießt Tore. [...] Heisst ja, das trotz
    "zusammengekaufter Mannschaft es doch zu  Spielen wie München gegen
    Cottbus kommen kann?
    Das Wort der "zusammengekauften Mannschaft" sollten Sie nicht zu ernst nehmen, schließlich kaufen sich alle Vereine "ihre Mannschaften zusammen". Natürlich kann es zu den von Ihnen genannten Spielen kommen und dies geschieht auch ab und an. Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte allerdings sinken.Aber gegen die "Geld schießt Tore"-These spricht ihrige Antwort auch nicht unbedingt.<br>"Bayern lieferte ein paar maßlose
    Gurkenspiele in dieser Saison ab, aber bei Bremen oder Schalke lief es
    noch schlimmer.<br>" Heisst doch, das es nicht am Geld der Bayern
    liegt, sondern am Versagen der Verfolger ? Lesen Sie mal Ihren eigenen
    Text !
    Natürlich schrieb ich auch, dass das gerade beschriebene Verfolgerunfähigkeitsphänomen konstitutiv ist. Zusammen mit dem oben genanntem teilweise dramatischen Etat- und Finanzmittelüberhang kommt es dann zur im Artikel kritisierten "Langweiligkeit".Im Kern heisst es doch, dass die BuLi langweiliger wird. Jetzt könnte man entgegen halten, dies sei schon seit 16 Jahren oder mehr so, da Bayern nicht zu Unrecht "Rekordmeister" tituliert wird. Aber diese Häufigkeit ist doch Wasser auf die Mühlen. Der Vergleich F1 mit BuLi meinerseits sollte nur aufzeigen, das
    es so schlimm wie in der Formel Eins noch lange nicht ist. Es sollte
    die UNTERSCHIEDE aufzeigen wie Geld einen Sport deformieren kann.
    Beim ersten wird mit Autos im Kreis gefahren, im zweiten treten Menschen an einen Fussball. Enorme Unterschiede bestehen da nicht, in beiden Fällen geht es hauptsächlich und vorranig um ein Geschäft. Was die Kernthese des Artikels war und ist.Außerdem schreiben Sie nicht, was genau ihrer Ansicht nach vergleichbar oder unvergleichbar kritikwürdig sei; dass das Werbe- und Fernsehgeldervolumen der oberen 3-4 Vereine zusammen so groß ist wie das der gesamten restlichen Liga ist sicherlich keine Deformation, sondern eine gauß'sche Allgemeinverteilung. Was das für die Spieler-Etats, die Möglichkeit an international etablierte Spieler zu kommen, damit wiederum obere Plätze und internationale Titel und Gelder zu erreichen bedeutet, sollte klar sein.Mit freundlichen Grüßen

    Diemo Schaller

  4. Fußball ist Diskriminierung
    Wenn man sich "FC Bayern" nennt,aber viele Spieler schlicht schnöde eingekauft hat,
    dann ist man zwar profesionelles Management,aber man diskriminiert seine eigene Jugend
    und setzt sich ein sportliches Siegel auf,das man sich selbst nicht heran gezogen hat.
    Namen wie "FC Ankauf und Verscherbeln"wäre wohl ein ehrlicherer Begriff.
    :-DD

  5. F1 ist fairer als Fussball.
    Da wird wenigstens noch die Technik begrenzt,damit auch die Fähigkeit des Einzelnen noch zu sehen ist.
    Im Fussball könnte man sich doch mal vorstellen,DAS ZUMINDEST im wechselnden Rythmus,entweder Gelder fair gemischt werden, oder Spieler auf Trainervorstellungen getauscht werden.
    Wenn Bayern dann immer noch die Pokale heim bringt,könnte ich es als sportliche und menschliche Leistung anerkennen.
     

    • Skusa
    • 30.04.2008 um 12:42 Uhr

    Ich denke nun habe ich verstanden, warum hier so wenige Kommentare geschrieben werden. Zunächst einmal, bitte ich um Verzeihung, das ich mich in meiner Mittagspause nicht der gesamten Komplexibilität der einzelnen Vereinspolitik und Mannschaftszusammensetzungen widmen kann. Ich hatte da eine gewisse ( auch fachliche ) Grundkenntnis vorrausgesetzt, wenn man diesen Artikel mit Interesse liest - hatte ich fälschlicherweise wohl mindestens Fußballinteresse vorausgesetzt. Wenn ich dann diese Aussagen lese :"Beim ersten wird mit Autos im Kreis gefahren, im zweiten treten Menschen an einen Fussball. Enorme Unterschiede bestehen da nicht..." oder "dann ist man zwar profesionelles Management,aber man diskriminiert seine eigene Jugend" kann ich nur noch den Kopf schütteln. Wenn der FC Bayern alle die der Verein fördert aufnehmen wollte, dann müsste der Verein jährlich 1.250 Spieler verpflichten. Wissen Sie überhaupt wer aus der Jugend oder von den Amateuren beim 1.Ligisten spielt ? Ich denke nicht. Lahm, Lell, Saba, Ottl, Schweinsteiger, Fürstner, Kroos, Wagner um nur einige zu nennen ... alles ehemalige Bayern Amateure. Hervorzuheben ist da auch Fürstner, der sämtliche Jugendmannschaften des FC Bayern durchlief, nachdem er als 10 jähriger (!!!!) zum FCB kam. Solche Aussagen bringen mich immer in Rage - da es nur eine einzige Stimmungmache, Mitläufertum und Nachgeplappere ist. Bayern ist der Verein, der pro Jahr die meisten Benefiz-Spiele macht. Ohne einen Cent dafür in die eigene Tasche zu wirtschaften. Spieler die heute in der Bundesliga erfolgreich sind ( auch Ausländer ) entstammen der Jugend des FC Bayern. Vereine wie Werder Bremen wirtschaften erfolgreicher und stehen stärker in den schwarzen Zahlen als ein FC Bayern. Ich denke ich werde mir in dieser Runde lieber jeglichen weiteren Kommentar ersparen.

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