Inzest-Fall Ganz weit untenSeite 5/5

Wer mit Rosemarie F. Kontakt hatte, beschreibt sie als liebevolle, um die Kinder bemühte Großmutter. Erst vergangene Woche, so eine ältere Nachbarin, habe sie sie beim Einkaufen getroffen und sich nett mit ihr unterhalten. Die Großmutter und ihre drei Enkel wurden noch Samstagnacht zur psychischen Betreuung an einen geheimen Ort gebracht. Dort trafen sie auf Elisabeth F. und ihre drei Kinder.

Der fünfjährige Felix, der noch nie die Sonne sah, strahlte, weil er mit einem Auto mitfahren durfte. Ein Polizist schilderte die Fahrt der Kinder. Wenn Autos mit Licht entgegengekommen sind, dann hätten die Kinder gejuchzt und seien in Deckung gegangen. Sie dachten jedes Mal, es kommt zum frontalen Zusammenstoß. Die Welt außerhalb ihres Verlieses, so der Polizist, sei für sie ein Irrgarten: „Sie haben sich mit gar nichts ausgekannt. Auf dem Rückweg vom Spital, da haben die Kinder staunend den Mond bewundert, sich gegenseitig angestoßen und ganz aufgeregt miteinander getuschelt.“

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Der Kinderpsychiater Max Friedrich sagt, man müsse sich die „Überwältigung“ der Kinder vorstellen. Sie spürten zum ersten Mal den Wind, blinzelten im Tageslicht, hörten Vögel zwitschern. „Am gefährlichsten ist es für ihre Augen“, sagt Friedrich. Sie seien nur Kunstlicht gewohnt. Auch die Haut sei gefährdet, da sie kein Pigment bilden konnte.

Der Fall Kampusch, sagt Friedrich, sei mit der Familie F. nicht vergleichbar. Denn die Kinder hatten keine Kindheit in Freiheit – und sie lebten nicht alleine, sondern bei ihrer Mutter. Es werde vier, fünf Jahre dauern, ehe die Kinder so etwas wie Normalität erfahren könnten.

Die Ärzte wollen die Familie nicht wieder „zersplitten“, wie der behandelnde Primarius Berthold Kepplinger es nennt. Er spricht von der Familie „untertag“ und jener „übertag“. Kepplinger sagt, die Kinder hätten sich sofort verstanden.

(Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Stadtzeitung Falter)



 
Leser-Kommentare
  1. "Derzeit lauten die ihm angelasteten Delikte: Blutschande,
    Freiheitsentzug, schwere Nötigung, Körperverletzung und Vergewaltigung
    mit Schwangerschaft. Höchststrafe: 15 Jahre."15 Jahre Höchststrafe? Ich hoffe, dass das ein Scherz sein soll!

  2. Es gehört zu den Erfahrungen des Lebens in offenen demokratischen Gesellschaften, dass es erstens meistens viel schlimmer kommt, als man es sich vorzustellen vermag und dass zweitens alles letztlich ans Tageslicht kommt. Spätestens seit dem Holocaust ist das Unvorstellbare Realität geworden.ohauaha

  3. ich denke 15 jahre reichen um einen 73 jährigen einzubuddeln.
    15+73=88

  4. Sie schreiben:
     
    "Spätestens seit dem Holocaust ist das Unvorstellbare Realität geworden."
     
    Mein Kommentar:
     
    Wieso spätestens seit dem Holocaust? Die Christianisierung Südamerikas soll in einem Jahrhunder einige Millionen Opfer unter den Indios gebracht haben, bei den kommunistischen Regimen sieht es nicht besser aus, um nur zwei Beispiele zu nennen. Und wieviele sog. integere Persönlichkeiten haben sich schon in sexuelle Verirrungen verstrickt. Lesen Sie mal den göttlichen Marquis!
     
    Ich erweitere Einsteins Aussage über den Menschen Er soll sinngemäß gesagt haben:  Ich weiss nicht, ob das Universum unendlich ist, aber ich bin sicher, die menschliche Dummheit ist es. Ich füge hinzu: AUCH DIE MENSCHLICHE AUS GIER UND HASS ENTSTHENHENDE BOSHEIT IST UNENDLICH. UND KEINER SOLLTE SICH SEINER SICHER SEIN. SELBSTGERECHTIGKEIT FÜHRT IN DEN ABGRUND, WIE DIE GESCHICHTE ZEIGT
     

    • halka
    • 30.04.2008 um 9:30 Uhr

    Ich glaube Sie meinen die Kolonisierung Südamerikas und nicht die Christianierung.

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    gehört doch zusammen oder nicht?

    gehört doch zusammen oder nicht?

  5. 6. ...

    gehört doch zusammen oder nicht?

    Antwort auf "@Flieger51"

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