Piraterie Widerstand ist nur gefährlich
Seeräuberei und Erpressung werden zum ernsten Problem für die Handelsschifffahrt. Die wehrt sich - passiv. Und zahlt im Notfall Lösegeld.
Man muss schon sehr naiv sein, will man Miguel Angel Moratinos Glauben schenken. Der spanische Außenminister hat einen Diplomaten in die somalische Hauptstadt Mogadischu entsandt. Er soll mit somalischen Piraten verhandeln, die 26 spanische Fischer samt ihres Trawlers Playa de Bakio vor dem Horn von Afrika gekapert und verschleppt haben. Doch angeblich ist noch nicht klar, worüber nun gesprochen werden soll. "Wir wissen nicht, was sie wollen", sagt der Minister.
Die Antwort jedoch liegt auf der Hand: Geld. Um nichts anderes geht es den meisten jener Seeräuber, die vor der Küste Somalias Jagd auf Handelsschiffe, Hochseejachten und eben auch Fischtrawler machen. Gerade erst kaperten Piraten im Golf von Aden ein Schiff aus Dubai. Ein japanischer Tanker entging anderen Banditen, weil die deutsche Fregatte Emden ihm zur Hilfe eilte.
Seegebiete, in denen es häufig zu Piratenüberfallen kommt
Was hierzulande leicht romantische Träume von wild-charmanten Freibeutern weckt, ist ein knallhartes Geschäft. Aus der Piraterie, bis vor Kurzem noch als pure Hochsee-Räuberei betrachtet, die zwar beträchtlichen Sachschaden anrichtete, aber für die Schiffsbesatzungen meist glimpflich ausging, ist eine florierende Erpressungsindustrie geworden.
Das kriminelle Geschäftsmodell funktioniert nicht nur vor Ostafrika. Auch im Golf von Guinea im Atlantik, besonders vor der Küste Nigerias, werden zunehmend Seeleute von Piraten entführt. Im vergangenen Jahr erst kidnappten sie im Delta des Nigers die Mannschaft eines Schiffs der Duisburger Seereederei Baco-Liner. Auch bei der Kaperung der französischen Luxusjacht Le Ponant vor der somalischen quasi-autonomen Region Puntland ging es um Lösegeld.
Das International Maritime Bureau registriert laufend neue Piratenüberfälle (abzurufen auf dieser
Weltkarte
).
Im vergangenen Jahr zählte das Büro 263 Fälle. Doch diese Zahl sagt
wenig aus, urteilt Tillmann Kratz, der bei der Münchener Rück für die
Versicherung von Transportrisiken zuständig ist: "Es könnten genauso
gut fünf Mal mehr Überfälle gewesen sein." Letztlich könne man darüber
nur spekulieren. Auch über den wirtschaftlichen Schaden, der durch
Piraterie entsteht, lässt sich wenig sagen. "Da wird teilweise wild
spekuliert und gelegentlich von bis zu zweistelligen Milliardenbeträgen
gesprochen", sagt Kratz. "Aber sichere Daten hat niemand."
Ungeachtet dieser Unklarheiten ist das Seeräuberunwesen vor allem in afrikanischen Gewässern zu einem ernsthaften Problem der Handelschifffahrt geworden. Nicht umsonst verfolgen Spanien, Frankreich und die USA den Plan, eine gemeinsame Flotte zur Sicherung von Seegebieten des Indischen Ozeans aufzustellen. Auch die Bundesmarine, die Einheiten der Operation Enduring Freedom in Dschibuti stationiert hat (darunter die Emden ), begleitet deutsche Handelsschiffe durch gefährliche Zonen, wenn Reeder darum bitten.
- Datum 19.11.2008 - 14:09 Uhr
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Echte Piraten! Tzz... Wie romantisch das es das noch gibt! Warscheinlich schon fast ausgestorben. Das wäre doch etwas für die Tourismuss Industrie! Neckermann-Erlebnistour oder so. Am besten dann die Piraten am Gewinn beteiligen und dafür tun diese nur noch Platzpatronen verwenden, dann wärs für alle Beteiligten ein prima Geschäft.
Das man sich mit den "Sparrows" einigt und sie bezahlt gabs es früher schon mal. Vor 400 Jahren wurden sogenannte "Seemann Unterstützungskassen" gegründet die dann die Witwenrenten für die Gemahlinen der Offiziere und des Kapitäns bezahlten falls die Sache in die Hose ging. Die Mannschaft wurde natürlich nicht versichert dafür war das Leben eines einfachen Matrosen effektiv zu wertlos. Einige dieser Kassen verhandelten auch mit den Piraten und zahlten "Schutzgelder" um das Risiko zu mindern. Leider wurden viele dieser Kassen mit dem Aussterben der Piraterie geschlossen, manche wurden umgewandelt und für die Finanzierung der Altersversorgung von Seeleuten verwendet.
Die spektakuläre Kaperung der Luxus-Yacht "Le Ponant" ist nur einer von mehr als 260 Fällen von Piraterie auf der Welt. Moderne Seeräuber sind keine edlen Freibeuter, sondern brutale Kriminelle.Nach dem Seerechtsübereinkommen von 1982 gelten als Piraterie räuberische oder erpresserische Überfälle auf Schiffe auf hoher See. Angriffe innerhalb nationaler Hoheitsgewässer werden als Strandpiraterie bezeichnet.
Insbesonere in Somalia herrscht Gesetzlosigkeit. Seit 1991 hat das Land keine Regierung, gibt es sogar den Staat Somalia nicht mehr. Stammes- und Sippenhäuptlinge haben das Land in Herrschaftsgebiete aufgeteilt. Die meisten begnügen sich damit, die Weidegebiete ihrer Kamele und die Wasserstellen des öden Landes gegen andere Nomaden zu verteidigen. Einige sind vor allem Räuberhauptmänner. Soldaten der Vereinten Nationen, darunter auch ein Kontingent der Bundeswehr, konnten die Banden bis 1994 in Schach halten. Doch seit die Blauhelme auf Betreiben der Vereinigten Staaten abgezogen sind, betrachten die Banditen offenbar mehr und mehr auch die Küstengewässer als ihre Domäne
Schwere Vorwürfe wurden auch gegen die Behörden der Volksrepublik China erhoben. In den südchinesischen Häfen arbeiteten viele lokale Funktionäre mit Seeräubern zusammen.
Internationales Handeln ist also unabdingbar. Vielleicht gilt dann bald wieder:
Fuffzehn Mann auf des toten Manns Kiste,Ho ho ho und 'ne Buddel mit Rum!Fuffzehn Mann schrieb der Teufel auf die Liste,Schnaps und Teufel brachten alle um! Ja!
Fuffzehn Mann auf des toten Manns Kiste,Ho ho ho und 'ne Buddel mit Rum!Fuffzehn Mann schrieb der Teufel auf die Liste,Schnaps und Teufel brachten alle um! Ja!
Schnaps und Teufel brachten alle um!
Siehe auch folgenden Link:
http://www.youtube.com/watch?v=8Twak42LTdk
Hi @ll
Widerstand ist nur gefährlich....
Was für ein dummes Geschwätz.
Als die russische Handelsflotte in den 80ern wiederholt Angriffen von Piraten ausgesetzt war, handelten die Russen auf ihre Weise.
-Konvois
-Begleitschutz durch Hubschrauber (flog über internationalen Gewässern)
-wenn Fracht sehr wertvoll ein paar Mann Marineinfanterie auf See *übergeben* so das vom Hafen aus nicht gewart werden konnte
Ein paar Piraten machten dann Bekanntschaft mit der russischen Marineinfanterie und der Käse war für die Russen gegessen.
Manchmal habe ich den Eindruck das die Deppen der UN und sonstiges Geprassel die Beute der Piraten als "Entwicklungshilfe" betrachten und mit solch dämlichen "Richtlinien" (bloß nicht wehren) auch noch dafür sorgen das sie Risikofrei in Empfang genommen werden kann.
Gegen Verbrecher (Piraten sind welche) hilft nur entschlossenes Vorgehen und keine Beschwichtigung.
Gruss
Rene
Natürlich sollte ein Verband der Handelsschifffahrt Richtlinien an seine Mitglieder ausgeben, die den maximalen wirtschaftlichen Nutzen bei minimalem Risiko versprechen. Und da die deutschen Reedereien keine VEBs sind, kommt für einen privaten Verband die Entsendung von Marinetruppen nunmal nicht in Frage. Und über den Einsatz von Söldnertruppen (Blackwater macht Ihnen sicher gerne ein Angebot) redet man besser nicht in offiziellen Richtlinien - das macht man unter der Hand aus. Zumindest wäre ich als Reeder mir wohl nicht zu schade nach der Zahlung von ein paar Millionen Lösegeld nochmal die gleiche Summe für einen Stoßtrupp anzulegen, der dieses wieder zurückholt, unter Vernichtung der Piratenbande, wenn möglich. Aber wie gesagt sind das außergesetzliche Maßnahmen, die mich auch Daheim in arge Probleme bringen können.Stattdessen ist die Idee der USA / Spanien / Frankreichs richtig: staatlichen Schutz für die heimische Handelsmarine auf allen internationalen Gewässern. Da sollte Deutschland mitmachen, wofür haben wir eine Marine und KSK? Klar, dazu müsste deren Material ein wenig aufgerüstet werden - aber lieber zahle ich als Steuerzahler ein paar Millionen mehr und bekomme eine Gegenleistung (sicherer Warentransport, Sicherheit bei Reisen unter deutscher Flagge), als dass ich ein paar Millionen spare und die restlichen Milliarden des Militärhaushaltes verpuffen ohne Wirkung.Es ist schon vor hunderten von Jahren üblich gewesen, dass Staaten ihre Handelsmarine entsprechend geschützt haben und dass die Schiffe gewisser Länder lieber ziehen durften, als dass sich die Piraten der Vergeltung durch deren Kriegsmarine aussetzten. Genau der Effekt muss doch auch heute noch erreichbar sein? Z. B. könnte sich der betreffende Reeder eines unter deutscher Flagge fahrenden Schiffes nach Kaperung vertrauensvoll an die Marinebehörde wenden, brav die Lösegelder zahlen und Schiff und Mannschaft befreien, bevor dann KSK & Co. in einer "Übernachtaktion" die Schuldigen versenken. Das geschieht dreimal, und dann ist die deutsche Flagge an Bord sowas wie eine Versicherung gegen Piraten!Bei Übergriffen innerhalb nationaler Gewässer könnte die Bundesregierung und ihre Vertretung den entsprechenden Staat sicher wirksam zu einer Wiedergutmachung des Schadens "überreden" - denn die meisten der betroffenen Staaten brauchen uns mehr als wir sie...
Bitte lesen sie doch mal den Artikel in der New York Times vom 30. September der die Hintergruende wirklich ausfuehrlich beschreibt. "[...]" http://www.nytimes.com/20...
[Gekürzt, bitte beachten Sie, dass das Kopieren fremder Texte hier nicht zulässig ist. Danke. /Die Redaktion pt.]
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