Schwarz-Grün Grün ist die Hoffnung – der CDUSeite 2/2

Aber die wirkliche Ergänzungskoalition, das ist auf Bundesebene die Große Koalition. Der große Kompromiss, den sie darstellt, gegenwärtig noch konjunkturell gestützt, ein solcher wäre mit den Grünen nicht zu machen. In dem Augenblick, in dem die SPD nicht mehr regiert, wird es rundgehen in Deutschland, dann steht die Lager- und Machtfrage wieder dauernd auf der Tagesordnung.

Denn die Grünen repräsentieren nicht das soziale Gegenanliegen zur CDU, sie sind machtpolitisch und von ihrer Klientel her überhaupt nicht in der Lage, mitzuhelfen, soziale Konflikte stillzulegen. Die Union wildert noch so lange im linken Lager, dem gegenwärtig ein gemeinsames Projekt fehlt, bis sie modern und attraktiv genug wirkt, um neu legitimiert, machtpolitisch endlich durchsetzungsfähig und dann selbstverständlich gemeinsam mit der FDP den globalen Raubtierkapitalismus endgültig auf die Bundesrepublik loszulassen.      

Und die Grünen selbst? Für sie ist, wie der überzeugte rot-grüne Joschka Fischer vergangene Woche in seine Kolumne auf ZEIT online warnte , die Fallhöhe enorm hoch. Es könnte eine brutale Landung werden – ohne Helm, ohne Gurt und ohne Fallschirm.

Robert Zion ist Grünen-Politiker in NRW

 
Leser-Kommentare
  1. Ein kluger Kommentar, insbesondere wegen des Perspektivwechsels, der Schwarz-Grün aus CDU-Sicht versucht zu beurteilen. Grün übernimmt sich mit der Hamburger Entscheidung erheblich, weil nämlich die fehlende Motivation der Basis missachtet wurde. Die findet vielleicht den Koalitionsvertrag akzeptabel, ob sie sich dafür aber ein Bein ausreißen wird, ist zu bezweifeln. Und so wird aus dem CDU-Wolf der Förster vom Sachsenwald. Mit grünem Mäntelchen.
    ohauaha

  2. Daraus kann nur politisches Chaos resultieren. Aber vielleicht brauchen wir ein solches! Wie sagte Duerrenmatt so treffend wie wahr: Eine Geschichte ist erst dann richtig zu Ende gedacht, wenn sie ihren schlimmst moeglichen Ausgang genommen hat. Gewitter - insbesondere politische - reinigen die Luft, auch die Berliner Luft...
    Die Naivitaet der Gruenen in Hamburg ist wirklich so bewunderns- wie verachtenswert. Der ausgehandelte Koalitionsvertrag ist ein trauriger Witz. Was sollte dem Waehler da eigentlich verkauft werden?
    Petra Kelly mag sich im Grabe herumgedreht haben. Nichtsdestotrotz gibt es wohl noch ein paar Gruene, die wie Robert Zion die Realitaet nicht ganz aus den Augen verlieren. Wer gruen waehlt und sich am Ende schwarz aergern muss, wird ansonsten eben in Zukunft gleich die ehrliche Alternative waehlen. Da mach ich mir keine Sorgen... 
       

    • Anonym
    • 28.04.2008 um 18:33 Uhr

    aber es ist nun mal so: Grün war die hoffnung. und jetzt setzt die CDU, mal wieder hellwach, auf  verwelktes. diese hoffnung wird zur enttäuschung werden, weil Grün sich mindestens halbieren wird, und dann bleibt den Schwarzen doch wieder nur der Gelbe anstecker. schade um die Grüne hoffnung.

    • GEBE
    • 29.04.2008 um 12:46 Uhr

    ... so kommt stets ein ins Braune changierendes (Nato)-Oliv heraus!

  3. Globaler Raubtierkapitalismus, schon klar. Vielleicht sollte Herr Zion mit solchen polemischen Kampfbegriffen lieber einen Beitritt zur Linkspartei erwägen, denn bei den Grünen ist nach meiner Erfahrung eher konstruktives Denken gefragt. Wer glaubt, dass man gesellschaftliche ohne wirtschaftliche Freiheit haben kann, der hat ganz wesentliche Dinge nicht verstanden und sollte sich lieber Lafontaines Simplizistenpartei zuwenden, die sich die Welt so denkt, wie sie sie gerne hätte. Die braunen Töne, die dort gelegentlich anklingen, sind jedoch alles andere als Zufall, was jedem aufmerksamen Grünen eigentlich zur Warnung gereichen sollte. Aber, hey, sind nicht auch die NPDler gegen das böse (jüdische) Kapital und die (zionistische) Hochfinanz mit ihrer Raubtiermentalität? Das wär doch auch eine interessante Option, besonders für jemanden mit dem Nachnahmen Zion.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service