Auslandseinsätze Awacs-Einsatz war verfassungswidrig

Das Bundesverfassungsgericht hat in einem Grundsatzurteil entschieden, dass die Bundesregierung die Bundeswehr im Ausland auch im Rahmen der Nato nur mit Zustimmung des Bundestags einsetzen darf

Das Verfassungsgericht wertete den Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Awacs-Flugzeugen über der Türkei zu Beginn des Irakkriegs 2003 als verfassungswidrig, weil damals der Bundestag nicht um Zustimmung gebeten worden war. "Das Grundgesetz hat die Entscheidung über Krieg und Frieden dem Deutschen Bundestag als Repräsentationsorgan des Deutschen Volkes anvertraut", heißt es in dem Urteil. Damit gaben die Karlsruher Richter einer Organklage der FDP-Bundestagsfraktion statt.

Der Bundestag muss laut Verfassungsgericht schon dann angerufen werden, wenn «greifbare tatsächliche Anhaltspunkte» dafür bestehen, dass deutsche Soldaten in eine bewaffnete Auseinandersetzung hineingezogen werden können. Bereits dann liege die Beteiligung an einem "bewaffneten Einsatz" vor, die nach einem Grundsatzurteil von 1994 und einem entsprechenden Gesetz von 2005 nur mit Zustimmung der Volksvertreter zulässig ist. In Zweifelsfällen müsse der Parlamentsvorbehalt zugunsten des Bundestags ausgelegt werden, entschieden die Richter.

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Weil die Aufklärungsflüge seinerzeit dem Schutz vor einem befürchteten Angriff aus dem Irak auf das Nato-Gebiet dienten, bestand aus Sicht des Gerichts eine konkret Gefahr für eine Verwicklung der Bundeswehrsoldaten in den Konflikt. Zwar waren die vier Maschinen unbewaffnet, allerdings sollten sie im Ernstfall Aufklärungsdaten für die Raketenabwehr liefern.

Die rot-grüne Regierung - die seinerzeit eine Beteiligung am US-geführten Irakeinsatz strikt ablehnte - hatte die Flüge der unbewaffneten Maschinen damals als «Routineeinsatz» bezeichnet. Deshalb hatte sie keine Zustimmung des Parlaments eingeholt.

Die FDP begrüßte das Urteil. Mit der Klage habe die Fraktion durchgesetzt, "dass das Parlament im Zweifelsfall gefragt werden muss", sagte Fraktionsgeschäftsführer Jörg van Essen. Die Bundesregierung wertete die Entscheidung in einer ersten Reaktion als einen Beitrag zu mehr Rechtssicherheit für die Soldaten. Auswirkungen auf die Rolle innerhalb der Nato seien nicht zu befürchten, weil das Parlament schon jetzt frühzeitig konsultiert werde.

Leser-Kommentare
  1. ... Verfassungsgericht in Schach gehalten werden, sei es der Abschuss von Verkehrsmaschinen (CDU Jung), oder die Freimachung des Zugangs zu den Daten deutscher Mitbürger an die Amerikaner (CDU Schäuble, SPD Zypries), oder die Bespitzelung unserer Kommunikation und der Rechner-Inhalte (CDU Schäuble).Mir scheint ohnehin, dass BMI Schäuble alles tut,  um von den Bilderberger-Verschwörern eingeladen zu werden, wie Otto Schily die letzten drei Jahre.http://www.bilderberg.org...Wir brauchen z.B. einen nationalen Sicherheitsrat (auch so ein Schäuble- Dauerbrenner) so dringend wie einen Buckel.  Die Versuche der Verunsicherung der Bevölkerung durch Schäuble/Zypries et al. dienen nur dem Zweck, hier einen Polizeistaat vorzubereiten, wie er sich bereits in den USA abzeichnet und um sich dann Dinge herausnehmen zu können, die früher als undenkbar, geschweige denn durchführbar, galten.Um uns als Deutsche sicher fühlen zu können, müssen wir nur darauf achten, die nötige Distanz zum amerikanischen Hegemon zu halten.  Man tut genau das Gegenteil, wenn man dem Imperium Zugang zu den privatesten Daten der deutschen Mitbürger gewährt, eine klassische Verletzung des Grundgesetzes.Ich sehe Schäuble/Zypries inzwischen als Verfassungsfeinde, denn sie haben einen Eid darauf geleistet, diese Verfassung zu schützen, tun aber das Gegenteil.  Es bedarf leider immer wieder unseres obersten Gerichts, BMI Schäuble, BMJ Zypries (auch das BKA) und BMVg Jung in Schach zu halten.  Dies ist ein Zustand des Wahnsinns, toleriert von der früheren FDJ-Sekretärin, die dieser Koalition der Beliebigkeit vorsteht.- - -"Unternehmenskultur heutzutage bedeutet, die Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, das diese die dabei entstehende Reibungshitze als Nestwärme empfinden".

  2. Damit hat es nun jeder schriftlich, wir werden, zumindest zum Teil, von Verfassungsfeinden regiert. Wo bleibt der Aufschrei, wo die Betroffenheit, wo der Staatsschutz und nicht zuletzt, wo die Handschellen? Wie kann es sein, dass es Politikern offenbar erlaubt ist, gegen das Grundgesetz zu verstoßen? (Wenn dem so ist, verstehe ich natürlich, dass es irgendwie unmöglich zu sein scheint, die NPD zu verbieten.) Peter Scholl Latour hat vor 5 Jahren lang und breit erklärt, dass auch wenn die Flieger über der Türkei kreisen, der Norden Iraks zwangsläufig mitüberwacht wird, eine Radaranlage kennt nunmal keine politischen Grenzen. Schröder, Fischer und Struck hätte das wissen können bzw. müssen. In diesem Zusammenhang fällt mir der Fall des Majors Pfaff ein. Dieser verweigerte zu Beginn des Irakkriegs seinen Dienst, wenn ich mich recht erinnere, in einem Logistikzentrum der Bundeswehr, mit der Begründung, dass es eine indirekte (und damit verbotene) Kriegsteilnahme darstellt, die Socken für die Bundeswehrsoldaten, welche US-amerikanische Kasernen bewachen, von A nach B zu schicken. Major Pfaff wurde vor  3 Jahren durch das Bundesverwaltungsgericht vom Vorwurf der rechtswiedrigen Befehlsverweigerung freigesprochen. Nun, diese indirekt (und damit verfassungswidrige) Kriegsteilnahme geht natürlich ungehindert weiter, 80% der US-amerikanischen Lufttransporte nach bzw. aus Irak werden immer noch in Deutschland abgewickelt. Bleibt die Frage, ob sich nun in Zukunft etwas an diesem Zustand ändern wird. Ich persönlich glaube nicht daran. 

    • Rellem
    • 07.05.2008 um 18:04 Uhr

    Hi @ll
    Ich hoffe innig das die NATO/USA nicht auch so einen schwachsinnigen Firlefanz veranstalten wenn es einmal darum geht D-Land, in welcher Form auch immer, zu unterstützen.
    Es wäre konsequent nach diesem Urteil aus der NATO auszutreten denn unzuverlässige Verbündete wie D-Land zu haben, ist schlimmer als alleine dazustehen.
    Wenn es irgendwo auf dieser Welt brennt und Verbündete in Gefahr sind dann muß gehandelt werden und zwar schnell und konsquent, ein *ausdiskutieren in der Gruppe* ist da nicht drin.
    Die Witzfiguren im Berliner "Parlament" die uns erst vor kurzem an Brüssel (EU-"Grundlagenvertrag") verkauft haben, überschätzen ihre Bedeutung und pochen deshalb so darauf weil sie sonst gar nichts mehr zu melden hätten.
    Gruss
    Rene

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    Zitat: "Wenn es irgendwo auf dieser Welt brennt und Verbündete in Gefahr sind
    dann muß gehandelt werden und zwar schnell und konsquent, ein *ausdiskutieren in der Gruppe* ist da nicht drin.
    "- - -Seien Sie versichert, wenn es heutzutage irgendwo auf der Welt brennt hat der Hegemon bereits gezündelt und Verbündete (sie meinen doch wohl: Vasallen, oder?) sind nur in (gewollter) Gefahr, wenn es den Zielen des US-Imperiums dient -- Operation Gladio und der Bologna Anschlag auf den Bahnhof am 2.8. 1980 mit 85 Toten  ...http://www.globalresearch...... hat den richtigen Handschuh für diese Faust.  Der CIA über Gladio wollte es den italienischen roten Brigaden in die Schuhe schieben, wie auch den Meuchelmord an Aldo Moro, denn die Kommunistische Partei wurde immer populärer.  Auch Silvio Berlusconi steht der Gruppe nahe.In einem bin ich versucht, trotz ihrer simplistischen Weltanschauung, einen gemeinsamen Nenner zu erkennen: der Ausverkauf Deutschlands an den EU-Vertrag von Lissabon lässt tatsächlich diese Witzfiguren im Bundestag dingbar machen -- offenbar hat kein Abgeordneter ausser denen bei der Linken und  Peter Gauweiler (CSU) den Vertrag studiert.  Auch ich schüttle nur noch den Kopf über Merkel und Konsorten und die Koalition der Beliebigkeit, es ist fürchterlich -- unser weiterer Einsatz in Afghanistan ist ebenfalls ein alarmierendes Beispiel für den um sich greifenden Wahnsinn.Ich kann Sie aber beruhigen: das Urteil von Karlsruhe lässt sofortiges Handeln o.w. zu, solange "unverzüglich" das Parlament von der Exekutive eingebunden wird.  Aber der Vorschlag, aus der NATO auszutreten (Rumsfeld in 2002: "NATO has become irrelevant.") hat was ... da gerät man ins Träumen.  Zumindest würde dann in unserem Namen und mit unserer Beteiligung nicht mehr gemordet werden.Das Verhalten einer Angela Merkel, eines Schäuble, einer Zypries, eines Jung kann nur mit der Frage auf Klärung hoffen: "cui bono"?

    Zitat: "Wenn es irgendwo auf dieser Welt brennt und Verbündete in Gefahr sind
    dann muß gehandelt werden und zwar schnell und konsquent, ein *ausdiskutieren in der Gruppe* ist da nicht drin.
    "- - -Seien Sie versichert, wenn es heutzutage irgendwo auf der Welt brennt hat der Hegemon bereits gezündelt und Verbündete (sie meinen doch wohl: Vasallen, oder?) sind nur in (gewollter) Gefahr, wenn es den Zielen des US-Imperiums dient -- Operation Gladio und der Bologna Anschlag auf den Bahnhof am 2.8. 1980 mit 85 Toten  ...http://www.globalresearch...... hat den richtigen Handschuh für diese Faust.  Der CIA über Gladio wollte es den italienischen roten Brigaden in die Schuhe schieben, wie auch den Meuchelmord an Aldo Moro, denn die Kommunistische Partei wurde immer populärer.  Auch Silvio Berlusconi steht der Gruppe nahe.In einem bin ich versucht, trotz ihrer simplistischen Weltanschauung, einen gemeinsamen Nenner zu erkennen: der Ausverkauf Deutschlands an den EU-Vertrag von Lissabon lässt tatsächlich diese Witzfiguren im Bundestag dingbar machen -- offenbar hat kein Abgeordneter ausser denen bei der Linken und  Peter Gauweiler (CSU) den Vertrag studiert.  Auch ich schüttle nur noch den Kopf über Merkel und Konsorten und die Koalition der Beliebigkeit, es ist fürchterlich -- unser weiterer Einsatz in Afghanistan ist ebenfalls ein alarmierendes Beispiel für den um sich greifenden Wahnsinn.Ich kann Sie aber beruhigen: das Urteil von Karlsruhe lässt sofortiges Handeln o.w. zu, solange "unverzüglich" das Parlament von der Exekutive eingebunden wird.  Aber der Vorschlag, aus der NATO auszutreten (Rumsfeld in 2002: "NATO has become irrelevant.") hat was ... da gerät man ins Träumen.  Zumindest würde dann in unserem Namen und mit unserer Beteiligung nicht mehr gemordet werden.Das Verhalten einer Angela Merkel, eines Schäuble, einer Zypries, eines Jung kann nur mit der Frage auf Klärung hoffen: "cui bono"?

  3. Zitat: "Wenn es irgendwo auf dieser Welt brennt und Verbündete in Gefahr sind
    dann muß gehandelt werden und zwar schnell und konsquent, ein *ausdiskutieren in der Gruppe* ist da nicht drin.
    "- - -Seien Sie versichert, wenn es heutzutage irgendwo auf der Welt brennt hat der Hegemon bereits gezündelt und Verbündete (sie meinen doch wohl: Vasallen, oder?) sind nur in (gewollter) Gefahr, wenn es den Zielen des US-Imperiums dient -- Operation Gladio und der Bologna Anschlag auf den Bahnhof am 2.8. 1980 mit 85 Toten  ...http://www.globalresearch...... hat den richtigen Handschuh für diese Faust.  Der CIA über Gladio wollte es den italienischen roten Brigaden in die Schuhe schieben, wie auch den Meuchelmord an Aldo Moro, denn die Kommunistische Partei wurde immer populärer.  Auch Silvio Berlusconi steht der Gruppe nahe.In einem bin ich versucht, trotz ihrer simplistischen Weltanschauung, einen gemeinsamen Nenner zu erkennen: der Ausverkauf Deutschlands an den EU-Vertrag von Lissabon lässt tatsächlich diese Witzfiguren im Bundestag dingbar machen -- offenbar hat kein Abgeordneter ausser denen bei der Linken und  Peter Gauweiler (CSU) den Vertrag studiert.  Auch ich schüttle nur noch den Kopf über Merkel und Konsorten und die Koalition der Beliebigkeit, es ist fürchterlich -- unser weiterer Einsatz in Afghanistan ist ebenfalls ein alarmierendes Beispiel für den um sich greifenden Wahnsinn.Ich kann Sie aber beruhigen: das Urteil von Karlsruhe lässt sofortiges Handeln o.w. zu, solange "unverzüglich" das Parlament von der Exekutive eingebunden wird.  Aber der Vorschlag, aus der NATO auszutreten (Rumsfeld in 2002: "NATO has become irrelevant.") hat was ... da gerät man ins Träumen.  Zumindest würde dann in unserem Namen und mit unserer Beteiligung nicht mehr gemordet werden.Das Verhalten einer Angela Merkel, eines Schäuble, einer Zypries, eines Jung kann nur mit der Frage auf Klärung hoffen: "cui bono"?

    Antwort auf "Bundeswehr/NATO"
  4. und was der Ex-Kanzler von Demokratie haelt wissen wir mindestens seit er Putin das Guetesiegel des lupenreinen Demokraten verpasste.

  5. Wer? Warum?
     
    Nur wenn man verbuendet sein will, sollte man zur NATO gehoeren.
    Hier bei der ZEIT liest man kaum einen Kommentar oder Beitraeg, auch nicht von Sommer und Naumann, dass man das will.
     
    Wenn man sich anderswo anschliessen will, warum nicht?
     
    Aber das wird dem Bundestag nur einfallen, wenn man den Bundestagabgeordneten es klar macht, dass man nichts mit Amerika, mit der NATO zu tun haben will.
    Und warum sollen die ZEIT Redakteure nicht solchen Wunsch auch oeffentlich unterstuetzen?
     
    Warum die ewige Heuchlerei?

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