MBA Business und Bier

Alumni-Clubs deutscher MBA-Schulen stehen unter hohem Erwartungsdruck. Sie sollen Keimzelle für zukünftige Karrierechancen sein. Doch was bringen diese Netzwerke den Absolventen wirklich?

Die Karriere voranbringen, Kontakte knüpfen, Leute kennen lernen, vielleicht sogar einen richtigen Job finden - von den Alumnivereinen, in denen sich viele Absolventen einer Hochschule zusammenschließen, erhoffen sich Ehemalige wahre Wundertaten. In Deutschland, wo die Alumni-Tradition anders als in den USA, Frankreich oder Großbritannien erst seit den achtziger Jahren begründet wurde, blickt man immer noch etwas neidisch auf die Power der dortigen Ehemaligenvereine. Viele deutsche Hochschulen haben ihre Anstrengungen für die Clubs der Ex-Studenten verstärkt, auch weil sie über Fundraisingprojekte spendable Geldgeber für die Hochschule finden wollen .

Doch was bringt eine Alumni-Mitgliedschaft den Absolventen von MBA-Programmen? Geht es in den Clubs nicht eher darum, sich nett zum Abendessen zu treffen oder ein Bier miteinander zu trinken? Sind Alumni-Organisationen wirklich Businessplattformen?

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An den meist noch jungen deutschen Business-Schulen sind die Alumni-Vereine häufig noch klein, weil noch nicht viele Jahrgänge ihr Studium beendet haben. Auch prominente Mitglieder, die beim Netzwerken helfen könnten, gibt es nur selten. Für die MBA-Absolventen kann eine Mitgliedschaft trotzdem sinnvoll sein. Denn viele Alumnivereine von MBA-Schulen gehören zu einer größeren Einheit, entweder der Ehemaligenorganisation der Universität oder Fachhochschule, und können deshalb auf ein breiteres Netzwerk zurückgreifen.

Jens Berger, der im Vorstand des MBA-Alumni-Clubs der FH Gießen sitzt, sieht auch für kleinere Vereine Chancen zur Karriereberatung. Rund 170 Absolventen aus sieben Jahrgängen sind in dem hessischen Club organisiert, natürlich steht auch bei ihnen zwanglose Treffen, etwa unter dem Motto "Business & Bier" im Vordergrund. "Wir sind alle noch auf gleicher Stufe im mittleren Management tätig und können so meist keine Jobs vermitteln", sagt Berger. "Doch das regionale Netzwerk hat trotzdem den Vorteil, dass wir uns den einen oder anderen Auftrag weitergeben konnten", sagt der selbständige IT-Berater.

Interessant sind die Alumnivereine auch für MBA-Interessenten. Viele Business-Schools bieten ihnen Kontakt zu Ehemaligen an, die dann von ihren Erfahrungen mit der MBA-Schule berichten. Das kann die Entscheidung für ein MBA-Programm erleichtern.

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