Die gewalttägigen Demonstrationen am 1. Mai haben wieder bewusst gemacht, was Interessierte ohnehin schon wissen: Der organisierte Rechtsextremismus ist in Deutschland immer noch sehr präsent. Doch braucht es nicht medienwirksame Auftritte oder die oft auch politisch inszenierte Debatte über das Verbot der NPD, um darauf aufmerksam zu machen, dass Rechtsextreme sich in Deutschland immer stärker den Weg in unseren Alltag bahnen - in Vereinen, in Schulen, in Organisationen aller Art und nicht zuletzt im Internet.

Um auf diesen Umstand nicht nur aufmerksam zu machen, sondern Möglichkeiten zu schaffen, sich zu informieren und dieser Entwicklung zu begegnen, hat die ZEIT gemeinsam mit Partnern ein umfangreiches Ratgeber- und Wissensportal gegen Rechtsextremismus ins Leben gerufen: "Netz gegen Nazis", zu finden unter www.netz-gegen-nazis.de .

Mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Deutschen Feuerwehrverband, dem Deutschen Fußball-Bund, der DFL Deutschen Fußball Liga, dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) als Fernsehpartner und der VZ-Gruppe (schülerVZ, studiVZ und meinVZ) als Online-Partner hat die ZEIT, auf Initiative ihres Verlegers Stefan von Holtzbrinck und nach einer Idee von Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, dieses Portal heute an den Start gebracht.

"In Deutschland gibt es zum Glück schon viele gute Initiativen gegen Rechtsextremismus", sagt di Lorenzo: "Unsere Idee geht ein übergreifendes Projekt an: Wir wollen ein bundesweites Forum schaffen, auf dem Betroffene einander Rat geben können, was zu tun ist, wenn rechtsextremistisches Gedankengut in ihren Alltag eindringt". So bietet das Portal in seinem WISSEN-Bereich einen lexikalischen Teil an, in dem die wichtigsten Begriffe, Symbole, Personen, Organisationen und viele andere Dinge erläutert werden, die der rechtsextremistischen Szene und ihrem Umfeld zugerechnet werden können. Daneben werden im HANDELN-Bereich der Website die wichtigsten Fragen rund um den Rechtsextremismus im Alltag gestellt und von Fachleuten und den Usern diskutiert: Was mache ich, wenn in meinem Fußball-Verein, in meiner Schule oder auch in meiner Familie plötzlich rechtsextremistisches Gedankengut auftaucht? Wie verhalte ich mich, wenn ich oder andere Personen bedroht sind, oder sich bedroht fühlen?

Dies sind nur einige der Themen, zu denen wir die Nutzer der Site aufrufen, mit uns und miteinander ihre Erfahrungen auszutauschen. Prominente Persönlichkeiten rufen darüber hinaus in Video-Clips zum Engagement gegen Neonazis auf. Mehrmals täglich wechselnde Berichte, Reportagen und ein tagesaktueller Pressespiegel, sowie eine umfangreiche Bibliographie relevanter Publikationen zum Thema kommen hinzu. Begleitet wird das Portal außerdem von Aktionen der Partner und einem Gewinnspiel.

"Netz gegen Nazis" will also nicht agitieren, sondern informieren. Das Projekt "Netz gegen Nazis" soll Demokratie, Toleranz und Pluralismus in der gesamten Gesellschaft fördern, Diskurse über Ursachen und Auswirkungen des Rechtsextremismus fördern und möglichst viele Menschen zu Aktivitäten gegen den Rechtsextremismus ermutigen.

Wir wollen, ganz im Sinne des Auftrages, dem wir uns als liberale Wochenzeitung verpflichtet fühlen, gemeinsam mit allen demokratischen Kräften aufklären: Uns mit nüchternem Blick abgrenzen gegen alle Formen der Gewalt, aus welcher Richtung sie auch immer kommen mag - und gegen alle Personen und Organisationen, die Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung befürworten.

Hier geht es zum Portal www.netz-gegen-nazis.de