Seit Montag 0 Uhr ist Netz-gegen-Nazis.de online. Das Web-Portal ist das Herzstück eines Projekts, das sich gegen den Rechtsextremismus in Deutschland wendet und Opfer rechter Gewalt und Bedrohung mit Rat und Tat zu Seite stehen will.

Aber nicht nur im Internet soll dieses Portal für Furore sorgen. Mit zahlreichen Aktionen wollen die ZEIT als Initiator und ihre sechs Partner für das Projekt werben und über die Gefahren von Rassismus und Rechtsextremismus aufklären, sagten ihre Vertreter am Montag während der Auftaktpressekonferenz in Berlin.

Nur auf den ersten Blick erscheint das Zusammenwirken von so unterschiedlichen Institutionen wie der ZEIT und dem Deutschen Fußballbund (DFB), dem Deutschen Feuerwehrverband und den drei Internet-Portalen, SchülerVZ, StudiVZ und meinVZ, dem ZDF und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig.

Für ZEIT -Chefredakteur Giovanni di Lorenzo braucht es jedoch ein "Aufbegehren gegen das Eindringen von rechtsextremem Gedankengut in unseren Alltag". Dieser Appell soll sich deshalb nicht an diejenigen richten, die schon Bescheid wissen, sondern mit Netz-gegen-Nazis.de "dahin gehen, wo es wehtut". Die Partner wollen deshalb gewährleisten, dass dieses breit angelegte Projekt in den kommenden drei Monaten möglichst "viele Menschen erreicht" und "zu Aktionen ermutigt".

Deshalb stellt beispielsweise die Deutsche Fußball Liga den kommenden 32. Bundesliga-Spieltag der Ersten und Zweiten Bundesliga ganz in den Dienst von Netz-gegen-Nazis.de. In allen Bundesligastadien werden Transparente entrollt und ein Video-Clip gezeigt, in dem der Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft, Michael Ballack, persönlich zu diesem Thema Stellung nimmt.

Der DFB zieht mit seinen 26.000 Vereinen und dem Amateurfußball am Pfingstwochenende nach. In vielen Stadien wird es Aktionen und Durchsagen geben, die besten Ideen werden vom DFB ausgezeichnet, die Gewinner erhalten Trikots der Nationalmannschaft oder Originalautogramme der Nationalspieler.

Nach Ansicht des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger zeigen nicht nur die Vorfälle während eines Amateurspiels in Halle, bei dem die Fans auf den Rängen "Juden raus" skandierten, dass der Kampf gegen das Wegschauen im Alltag wichtig ist. Der Fußball sei im Höchstmaß gefährdet, er sei basisbezogen und ehrenamtlich, sagte Zwanziger und fügte hinzu: "Wenn ich Nazi wäre, würde ich dort ansetzen."