Russland Mit dem Eispickel

Von Stalin und Trotzkij zu Putin und Medwedjew: Wie in Russland die Doppelherrschaft funktioniert

Hurra, es lebe das Kollektiv? Nun wollen sie also als Team das große Russland regieren, Wladimir Putin und sein langjähriger politischer Gefährte aus Petersburg, Dimitrij Medwedjew. Auf den Bildern aus Moskau sieht das alles sehr harmonisch aus. So wird die Staatsführung kollektiviert: Putin zieht aus dem Präsidialamt um auf den Sessel des Ministerpräsidenten und übernimmt gleichzeitig die Führung der Einheitspartei Jedinaja Rossija. Medwedjew verlässt die Regierung und wird Präsident. Zwei herrschen über ein Land. Kann das funktionieren?

In der russischen Geschichte hat die "dwojewlastije", die Doppelherrschaft, Tradition. Allein im 20. Jahrhundert fallen zumindest vier Perioden auf, in denen Russland von mehr als einem Herrscher regiert wurde, in der blutige Rivalität oder pragmatische Kooperation die Staatsgeschäfte beherrschten. Interessant für den Fall Putin-Medwedjew und die künftige Macht in Russland ist vor allem, wie die Sache in der Vergangenheit ausging.

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Der Begriff Doppelherrschaft liefert eine wunderbare Folie, um das chaotische Jahr 1917 in Russland zu verstehen. In den Wirren nach dem Sturz des Zaren im Februar 1917 kämpfte sich Aleksandr Kerenskij beharrlich an die Spitze der Provisorischen Regierung. Doch als er endlich Ministerpräsident wurde, im Juli 1917, da hatte diese bürgerliche Regierung die Macht im Land eigentlich schon wieder eingebüßt. Ihr Gegenspieler war der Sowjet, der Arbeiter- und Soldatenrat, der in dem kriegszerrütteten Land immer mehr an Einfluss gewann. Krieg gegen das deutsche Kaiserreich, das wollte die Regierung, Frieden um jeden Preis, das forderten vor allem die Bolschewiki um Wladimir Lenin in den Räten. Der Kampf um Russlands Zukunft wurde am Ende durch die Oktoberrevolution entschieden, die Lenin und Genossen erst als Putsch organisierten, um dann - von einer Massenbewegung getragen - die Macht zu befestigen.

Die Doppelherrschaft endete damit, dass beide Rivalen von 1917 am Ende die Herrschaft verloren. Kerenskij floh in den Westen und gab dort eine Emigrantenzeitung heraus. Die meisten Mitglieder der Sowjets wurden von Lenins Leuten entmachtet und verfolgt, wenn sie sich nicht den Bolschewiki anschlossen. Ein Modell für heute? Die Revolution ist nicht in Sicht, Medwedjew ist nicht gerade der Typ, der einen Arbeiterrat säubert, und Putin hat wenig Sinn für Zeitungen und unkontrollierte Meinungsäußerung. Vielleicht passt ein anderes Modell besser?

Als Lenin starb, rangen seine beiden engen Mitstreiter Jossif Stalin und Lew Trotzkij um die oberste Befehlsgewalt in der gerade gegründeten Sowjetunion. Der eine war ein skrupelloser Machttechniker, der seine Autorität gern über die bürokratische Intrige ausspielte, der andere war ein glänzender Militärtaktiker und idealistischer Dauerrevolutionär, dessen Stärken in einem sich verfestigenden Staat nicht mehr zur Geltung kamen. Es siegte der Dirigent der Apparate. Stalin nutzte die Fehler seines impulsiven Rivalen gnadenlos und vertrieb ihn Stück um Stück aus allen Regierungs- und Parteiämtern. Trotzkij musste fliehen und wurde zum Asylanten. Die Türkei nahm ihn auf, danach ging er nach Frankreich, schließlich floh er vor Stalins Häschern nach Mexiko. Doch auch dort war er vor der Rache seines Rivalen nicht sicher. Nach mehreren Anschlägen erschlug ein Attentäter Trotzkij 1940 mit einem Eispickel.

Auch wenn Eispickel in Russland für vielerlei Zwecke noch heute in Mode sind, scheint das Muster Stalins und Trotzkijs nicht recht auf die langjährigen Weggefährten Putin und Medwedjew zu passen. Die beiden Revolutionäre Stalin und Trotzkij mochten sich von Anfang an nicht, und wenn sie auch die Liebe zum politischen Mord teilten, waren ihre politischen Konzeptionen doch zu gegensätzlich. Ein Tod durch Eispickel lässt sich heute weder für Putin noch für Medwedjew seriös vorhersagen.

Als Stalin 1953 starb, erlebte die Sowjetunion eine neue Form der Doppelherrschaft, an der sogar mehr als zwei ambitionierte Führer teilnahmen. Man nannte das damals "kollektive Führung", ein Begriff, den Lenin schon gebrauchte, der aber erst jetzt zur vollen politischen Blüte reifte. Der Generalissimus Stalins war zweifellos zu monströs, als dass ein Nachfolger seine Gewaltherrschaft allein hätte fortsetzen können. So gelobten fünf Ober-Apparatschiki der KPdSU, das unter Stalin gewaltig und gewaltsam gewachsene Territorium der Sowjetunion in schönster Harmonie zusammenzuhalten. Zwei von ihnen sind besonders wichtig, einer, der die Harmonie nicht überlebte, Lawrentij Berija, und einer, der sie in seinen persönlichen Sieg umwandelte, Nikita Chrustschow.

Lawrentij Berija, ein Georgier wie Stalin, führte unter dem Generalissimus lange Zeit das "Ministerium für innere Angelegenheiten", was ein sowjetischer Euphemismus für das Amt für Ausrottung politischer Gegner war. Berija hatte den Tod von Zehn-, wenn nicht Hunderttausenden zu verantworten, bevor ihn selbst die Kugel ereilte. Er zerstritt sich mit den Kollegen im Kollektiv über Fragen der Staatssicherheit und Außenpolitik. Am Ende stand ein Prozess gegen ihn und der Abschied von allen Ämtern, umgesetzt von einem Erschießungskommando. Das war sauberer als der Eispickel. Nikita Chrustschow indes machte sich einen Ruf als weichlippiger Enthüller von Staatsverbrechen und stieg allmählich zum Alleinherrscher auf, bevor auch er gestürzt wurde.

Zwischen Berija und Putin besteht die Parallele, dass beide Geheimdienstchefs waren, bevor sie an die Staatsspitze rückten. Medwedjew seinerseits wirkt wie ein Weichspüler nach den Jahren der Moskauer Muskelanspannung, um die "staatliche Vertikale" (Putin) wieder aufzurichten. Gegen den Tod Putins durch ein Erschießungskommando spricht jedoch erstens seine Popularität im russischen Volk, die der gefürchtete Berija nicht hatte. Zweitens wendet der russische Staat heute subtilere Methoden der vorzeitigen Verabschiedung von unliebsamen Persönlichkeiten an. Und drittens hat Medwedjew zumindest bisher die Mischung aus Chuzpe und Robustheit vermissen lassen, mit der Chrustschow seine politischen Gegner ausbootete.

Das letzte historische Beispiel liefert die interessantesten Parallelen für die Doppelherrschaft der Spitze des heutigen russischen Staates. Beim Sturz Chrustschows 1964 stand sogleich eine neue kollektive Führung bereit, dieses Mal aus drei hohen KP-Leuten, von denen zwei für die Frage, ob Doppelherrschaft funktionieren kann, besonders wichtig sind: Leonid Breshnjew und Alexej Kossygin. Wie schon beim Tod Stalins heuchelten die Neuen an der Spitze Gleichberechtigung und Gleichschritt, doch schon bald begann das Treten in alle Richtungen.

Leonid Breshnjew schritt unaufhaltsam voran, er machte sich 1966 zum Generalsekretär der KPdSU, was zuvor nur Stalin gewesen war und was Putin heute in einer entfernten historischen Variation an der Spitze der Einheitspartei fortsetzt. Breshnjew konzentrierte immer mehr Macht auf seinem Schreibtisch, saß in der Partei und drängte in die Regierung zugleich, lenkte die Innenpolitik und die auswärtigen Angelegenheiten parallel. Am Ende war er unbestrittener Alleinherrscher.

Das konnte nur gelingen, weil ihm sein Führungskollege im Kollektiv die Position nicht streitig machte. Alexej Kossygin war zwar Vorsitzender des Ministerrats, somit Regierungschef, aber ertrug es mit griesgrämiger Miene, dass Breshnjew sowohl die Show wie die Politik dominierte. Kossygins Karrierekunst bestand darin, die potenzielle Rivalität mit Breshnjew nie auszuleben, zielstrebig den zweiten Platz einzunehmen und nur die Lücken zu füllen, die Breshnjew ließ. Zu Kossygins Lebenslauf passt, dass er 1980 - schwer erkrankt - darauf verzichtete, als künstlich beatmeter Apparatschik im Politbüro zu sitzen, und als erster sowjetischer Regierungschef aus freien Stücken aus dem Amt schied.

Breshnjew und Kossygin liefern ein Beispiel für friedliche Koexistenz an der Spitze des russischen Staates und vielleicht auch das Muster für die Doppelherrschaft von Putin und Medwedjew. Wenn letzterer die Machtkonzentration von Putin als Führer und Vorbild von Partei, Regierung und Geheimdiensten akzeptiert, könnte ihm eine ungestörte Präsidentschaft beschieden sein. Dies bedeutet freilich auch, dass Medwedjew das System Putin nicht antastet: die "Diktatur des Rechts", die unbeschränkte Macht der Dienste, der Vorrang staatlicher Interessen vor dem Individuum, die "gelenkte und souveräne Demokratie", die ambitiöse Außenpolitik.

Medwedjew macht nicht den Eindruck, als wolle er daran etwas ändern. Kontinuität ist das Bindemittel des Kollektivs. So kann Putin beruhigt das Präsidialamt übergeben. Wenn Medwedjew überraschend doch mehr will als nur das schiere Amt, dann bietet die reiche russische Geschichte viele Gegenmittel an. Es muss nicht zwangsläufig der Eispickel sein.

 
Leser-Kommentare
    • colca
    • 08.05.2008 um 12:02 Uhr

    Es ist nicht überraschend, dass es am Ende doch nur wieder ein tendenziöser Propagandaartikel wird, wenn sich ausgerechnet ein Herr Thurmann mit russischer Politik auseinandersetzt.Dabei geht es diesmal gar nicht so ungeschickt wie sonst vor (z.B. hier - http://www.zeit.de/online... ). Er liefert eine flockig geschriebene Kurzabfolge der Machtwechsel in (Sowjet)Russland im 20.Jahrhundert, schön zusammengefasst und sachlich nicht falsch.En passant bekommt der Leser aber eine Kontinuität untergeschoben - von der Freakshow sowjetischer Apparatschikzeiten zum Machtwechsel im insgesamt demokratischsten Russland, dass es je gab. Frei nach dem Motto UdSSR = Russland, kann somit der Herr Thurmann seine tief verinnerlichten Beißreflexe aus den Zeiten des Kalten Krieges richtig ausleben. Warum vergleicht er die Amtseinführung von Medwedjew mit den totalitären Diadochenkämpfen aus SU-Zeiten, nicht aber mit dem Amtswechsel von Jelzin zu Putin? Hier wäre doch die logische Parallele zu ziehen, wäre die Prognose über die nächsten vier Jahre zu wagen. Immerhin war Putin vor 8 Jahren auch weitgehend unbekannt und konturlos - was sich freilich ganz erheblich geändert hat. Warum sollte Medwedjew nicht eine ähnliche Entwicklung nehmen?Aber solche Gedanken kommen dem Herrn Thurmann natürlich nicht. Lieber stellt er eine besonders perfide Gedankenverbindung vom pathologischen Schlächter Berija zu Putin her, nur weil beide aus dem Geheimdienst kamen/kommen. Aber was sagt das schon? Ein Präsident Bush senior war auch CIA-Chef, also Vorsitzender der Organisation, die gern mal im Ausland Regierungen stürzt, Bürgerkriege befeuert, Attentate ausführt, Menschen entführt und foltert usw. Wo ist hier der Vergleich?Apropos Vergleich mit den USA. Ich bin ja gespannt, ob Herr Thurmann mal auf die Idee kommt, den Amtswechsel in den USA bzw. das Ausscheiden aus dem Amt im historischen Kontext zu beleuchten.Immerhin mehren sich ja die Stimmen die befürchten, dass ein Präsident Obama ein ähnliches Ende finden könnte wie sein Vorgänger Kennedy...

  1. "Mit dem Eispickel" ist ein weiteres Beispiel dafür, dass auch eine angesehene Zeitung wie die "Zeit" auch wirklich alles zu schreiben bereit ist, um ihren Gewinn zu maximieren.Russland wird immer negativ dargestellt, [...] "Mit dem Eispickel" entlarvt nicht Russland, sondern Deutschland.[Gekürzt. Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen./ Die Redaktion; ew]  

  2. hackt der Author auf den Russkys herum... Wie meine Vorschreiber schon korrekt vermerkt haben, Russland ist immer negativ... Die Demokratie ist keine, die Presse ist nicht frei, die Politik ist korrupt, die....Wie aber auch schon von einigen festgestellt wurde, trifft das ebenfalls auf die EU zu, auch auf die USA, auch auf andere Demokratien... Der Klüngel oder Filz wie die südlichen Nachbarn sagen würden ist überall... Vetternwirtschaft halt. Aber wirklich alles Negative haben immer die anderen. Kommt mir so vor das der zeigende Finger u.a. auch von den Hausgemachten Problemen und Fehlern ablenken soll...Schade das wir es uns entgehen lassen die Russen und deren Kultur und Sprache kennen zu lernen... Neuer und andersartiger Reichtum liegt direkt vor uns... aber Hamburger und Disneyland sind uns halt lieber und viel einfacher zu konsumieren...-------

    "sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
    Kreation...?"

    • Manu84
    • 08.05.2008 um 14:30 Uhr

    Entschuldigen sie, aber von welcher Demokratie sprechen sie in Russland? Russland ist maximal eine defekte Demokratie, mit einem in den letzten Jahren immer stärker werdenden Hang zur Autokratie. De fakto haben wir es mit einer illiberalen sowie einer delegativen Demokratie zu tun; und Wahlbetrug gibt es vor allem deshalb nicht, weil die Einheitspartei Putins derzeit noch zu stark ist (woran sich bei den herrschenden Verhältnissen wohl auch nix ändern wird).Und wenn sie sich die russische Aussenpolitik der vergangenen Jahre ansehen, dann istdie Gleichung Russland =Udssr in dem SInne nicht falsch, dass auch Russland derzeit alle Optionen nutzt, den eigenen Einflußbereich zu vergrößern (siehe Gasboykott in der Ukraine).

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    Die Russen haben doch vor einiger Zeit gewählt oder nicht? Die Demokratie deswegen nur negativ zu bewerten sollten wir eigentlich den dort wohnhaften Russen überlassen und nicht irgendwelchen OSCE Beobachtern...Nur so als Beispiel... warum lässt man die Europäer nicht über die neue EU Verfassung abstimmen bzw. unternimmt alles damit das nicht notwendig ist? Das sind immerhin ca. 500 Mio Menschen ohne Stimme... alles so schön Demokratisch hier, oder nicht? Der von allen möglichen Leuten so schwarz gemalte Gasboykott von Russland vs. Ukraine hat sich ergeben weil die Ukrainer das für Sie bestimmte Gas andersweitig weiterverkauft haben. Das waren immerhin einige Mio. m3 die da aufeinmal inden Lagern fehlten. Die Ukrainer mussten also nicht wegen den "bösen" Russen, die für Ihr Gas deswegen Marktübliche Preise verlangten, frieren sondern wegen gewissen Rafgierigen eigenen Landsleuten.Warum sind die Marktpreise der Russen per Definition schlechter als unsere Marktüblichen Preise? -------

    "sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
    Kreation...?"

    • colca
    • 08.05.2008 um 15:56 Uhr

    Ich schrieb "das demokratischste Russland, das es je gab" - und damit dürfte ich Recht haben. Natürlich ist Russland noch kein Musterstaat in Sachen bürgerlicher Freiheiten, Meinungs- und Parteienvielfalt, Rechtssicherheit u.a.Aber es ist in jedem Fall viel besser als je zuvor - dieses Land tastet sich mühsam durch unbekanntes Terrein nach vorn. Wir sollten Russland auf diesem Weg unterstützen und ermutigen, stattdessen hagelt es völlig überzogene Kritik, Containment und Einkreisung.Wir sollten nicht vergessen, dass Deutschland auf gute und stabile Beziehungen zu Russland angewiesen ist, weit mehr als umgedreht. Als diese simple Einsicht noch deutsche Staatsdoktrin war - zwischen 1815 und 1914 - herrschte 1 Jahrhundert lang Frieden und Prosperität zwischen Elbe und Moskwa. Ein guter Zustand für beide Seiten.Wo sind die deutschen Politiker, die auch nur annähernd an die Weitsicht eines Bismarck heranreichen? Die kann man natürlich nicht bekommen, wenn der Lieblingsplatz der Schoß (oder andere Körpereile) der Amerikaner ist.

    Die Russen haben doch vor einiger Zeit gewählt oder nicht? Die Demokratie deswegen nur negativ zu bewerten sollten wir eigentlich den dort wohnhaften Russen überlassen und nicht irgendwelchen OSCE Beobachtern...Nur so als Beispiel... warum lässt man die Europäer nicht über die neue EU Verfassung abstimmen bzw. unternimmt alles damit das nicht notwendig ist? Das sind immerhin ca. 500 Mio Menschen ohne Stimme... alles so schön Demokratisch hier, oder nicht? Der von allen möglichen Leuten so schwarz gemalte Gasboykott von Russland vs. Ukraine hat sich ergeben weil die Ukrainer das für Sie bestimmte Gas andersweitig weiterverkauft haben. Das waren immerhin einige Mio. m3 die da aufeinmal inden Lagern fehlten. Die Ukrainer mussten also nicht wegen den "bösen" Russen, die für Ihr Gas deswegen Marktübliche Preise verlangten, frieren sondern wegen gewissen Rafgierigen eigenen Landsleuten.Warum sind die Marktpreise der Russen per Definition schlechter als unsere Marktüblichen Preise? -------

    "sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
    Kreation...?"

    • colca
    • 08.05.2008 um 15:56 Uhr

    Ich schrieb "das demokratischste Russland, das es je gab" - und damit dürfte ich Recht haben. Natürlich ist Russland noch kein Musterstaat in Sachen bürgerlicher Freiheiten, Meinungs- und Parteienvielfalt, Rechtssicherheit u.a.Aber es ist in jedem Fall viel besser als je zuvor - dieses Land tastet sich mühsam durch unbekanntes Terrein nach vorn. Wir sollten Russland auf diesem Weg unterstützen und ermutigen, stattdessen hagelt es völlig überzogene Kritik, Containment und Einkreisung.Wir sollten nicht vergessen, dass Deutschland auf gute und stabile Beziehungen zu Russland angewiesen ist, weit mehr als umgedreht. Als diese simple Einsicht noch deutsche Staatsdoktrin war - zwischen 1815 und 1914 - herrschte 1 Jahrhundert lang Frieden und Prosperität zwischen Elbe und Moskwa. Ein guter Zustand für beide Seiten.Wo sind die deutschen Politiker, die auch nur annähernd an die Weitsicht eines Bismarck heranreichen? Die kann man natürlich nicht bekommen, wenn der Lieblingsplatz der Schoß (oder andere Körpereile) der Amerikaner ist.

  3. ... wie sich die Situation in acht Jahren darstellen wird. Gesetzesänderung? Troika?...

  4. "Gasboykott der Ukraine." Zum Gruseln!Das ist jene bezeichnende intellektuelle Redlichkeit, die die kulturelle Agonie des Usa-Staates seit wenigstens 8 Jahren kennzeichnet und die inzwischen tief in die aufbereiteten Hirne der Leser von ZEIT, WELT und BILD gesickert ist. Denn:Die Ukraine wurde mittels "importierter" Vermögen durch Wühlarbeit der "NGO's" in eine politische Opposition zu Russland lanziert. Aus der Perspektive Russlands verlor sie damit die Voraussetzung für eine Vorzugsbehandlung innerhalb der GUS. Sprich: Weltmarktpreise für Gas waren fällig. Zahlten die Revolutionäre aber nicht.Als am Ende von den orangenen Revoluzzern noch die Transitleitungen kriminell abgezapft worden waren, drehte Russland verständlicherweise vorübergehend den Hahn zu. Die dadurch sich aufdrängende Umgehungsleitung durch die Ostsee ist bemerkenswerterweise laut freier Presse der freien Welt auch nicht koscher, weil sie einen strategischen Vorsprung in dem grassierenden innerasiatischen Pipeline-Poker verspricht. Die Russen können es solange nicht recht machen, wie sie sich nicht wieder selber erschießen. Das alles wohlgemerkt vor dem epochalen Szenario: Spielten Russland, Venezuela, Iran, Irak et al. zusammen, gibt's für Dollar nix mehr und es gingen bei McDonalds von New York bis San Francisco die Lamperl aus. Und zwar heftig. Das kardinale Motto deshalb für alle, die noch schreibend prosperieren wollen,  heißt somit, den eigentlich mausetoten Dollar wieder und wieder zu reanimieren. Dazu sind mehr oder weniger bewusst auch die Pressefritzen des "freien" Erdballs angetreten. Machen gehörig Stimmung:Russland bäh! Putin böse! Chavez verrückt. Ahmadinedschad Antisemit .... etc etc.. Putins Erzsünde war ja seine aufreizende Immunität gegen dieses kollektive Gekreische der Usa-hörigen Organe der "freien Welt".In dem recht ausgewogenen druckfrischen Büchlein "Russland gibt Gas" im Detail nachzulesen. 

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    und mein Kommentar zu Ihrem Kommentar gilt zudem auch noch Ihrer Schreibweise... locker, salopp und trotzdem treffend... fast mit einem schmunzeln zu lesen :-) -------

    "sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
    Kreation...?"

    und mein Kommentar zu Ihrem Kommentar gilt zudem auch noch Ihrer Schreibweise... locker, salopp und trotzdem treffend... fast mit einem schmunzeln zu lesen :-) -------

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    Kreation...?"

  5. Die Russen haben doch vor einiger Zeit gewählt oder nicht? Die Demokratie deswegen nur negativ zu bewerten sollten wir eigentlich den dort wohnhaften Russen überlassen und nicht irgendwelchen OSCE Beobachtern...Nur so als Beispiel... warum lässt man die Europäer nicht über die neue EU Verfassung abstimmen bzw. unternimmt alles damit das nicht notwendig ist? Das sind immerhin ca. 500 Mio Menschen ohne Stimme... alles so schön Demokratisch hier, oder nicht? Der von allen möglichen Leuten so schwarz gemalte Gasboykott von Russland vs. Ukraine hat sich ergeben weil die Ukrainer das für Sie bestimmte Gas andersweitig weiterverkauft haben. Das waren immerhin einige Mio. m3 die da aufeinmal inden Lagern fehlten. Die Ukrainer mussten also nicht wegen den "bösen" Russen, die für Ihr Gas deswegen Marktübliche Preise verlangten, frieren sondern wegen gewissen Rafgierigen eigenen Landsleuten.Warum sind die Marktpreise der Russen per Definition schlechter als unsere Marktüblichen Preise? -------

    "sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
    Kreation...?"

    Antwort auf "Demokratie?"
  6. und mein Kommentar zu Ihrem Kommentar gilt zudem auch noch Ihrer Schreibweise... locker, salopp und trotzdem treffend... fast mit einem schmunzeln zu lesen :-) -------

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    Kreation...?"

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