60 Jahre Israel Facetten der UnabhängigkeitSeite 2/2

Zu den großen Veranstaltungen gehören neben der offiziellen Eröffnungszeremonie am Vorabend, die von den Israelis in der Regel vor dem Fernsehapparat verfolgt wird, ein grandioses Feuerwerk mit anschließenden Popkonzerten und Strandpartys. Die Kosten sind bewusst ein wenig bescheidener ausgefallen als ursprünglich geplant.

Zu den Mahnern zählte Ron Avni, von Beruf Erdbebenexperte, der schon im Januar eine Online-Petition gestartet hatte, um vor „exzessiven Ausgaben“ zu warnen. Außerdem sollten die Unabhängigkeitsfeierlichen nicht dazu da sein, kritisierte er, um den in Verruf geratenen Politikern eine Bühne zu verschaffen. Er hatte auf 10.000 Namen gehofft, Anfang April zählte er bereits 90.000 Unterschriften. Auch das gehört zum Zeitgeist.

Dazu eine Umfrage: Ende März wollte die Tageszeitung Maariv wissen, welcher von fünf führenden Politikern – darunter auch die jeweiligen Chefs von Regierung und Opposition – wohl am besten für das Ministerpräsidentenamt geeignet wäre. Die größte Gruppe, 31 Prozent der Befragten, antwortete mit „keinem der oben genannten“.

Im Zentrum der Kritik steht Ehud Olmert, der sich schon auf die vielen prominenten Gäste aus aller Welt zum sechzigjährigen Staatsjubiläum gefreut hat. Jetzt berichten die Schlagzeilen über einen erhärteten Ermittlungsverdacht gegen ihn. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten und Olmert wegen einer Korruptionsaffäre tatsächlich angeklagt werden, muss ein Nachfolger gefunden werden. Doch dies wird sich erst nach den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag herausstellen.

Die meisten Israelis wird das allerdings nicht davon abhalten, diesen Tag, jeder auf seine ganz eigene Weise, zu feiern.

 
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