Der Inzest-Täter von Amstetten war sich nach eigenen Worten seiner Verbrechen während der 24-jährigen Gefangenschaft seiner Tochter durchaus bewusst. Der 73-Jährige sagte seinem Verteidiger Rudolf Mayer, er habe in all den Jahren genau gewusst, "dass das, was ich tat, nicht richtig war, dass ich verrückt sein musste, weil ich so etwas machte". Gleichzeitig sei es für ihn aber "auch immer mehr zur Selbstverständlichkeit (geworden), im Keller meines Hauses ein zweites Leben zu führen".

Er habe bereits "zwei oder drei Jahre" bevor er seine Tochter in seinem Keller einsperrte, mit dem Ausbau seines Verlieses begonnen, gestand er dem Anwalt. Die Wiener Illustrierte News , die von Fritzls Strafverteidiger Einblick in die Protokolle erhielt, berichtete am Donnerstag in Auszügen über die Aussagen des Beschuldigten.

Bereits am Vortag hatte die Bild -Zeitung gemeldet, Fritzl habe seinem Anwalt gesagt: "Ich bin kein Monster." Er habe sich ja immerhin um die Eingesperrten gekümmert, verteidigte er seine Verbrechen. Ein Untersuchungsrichter in St. Pölten entscheidet an diesem Freitag, ob der 73-Jährige weiter in Haft bleibt.

Das Haus und Grundstück des Beschuldigten im Amstetten sollen in den nächsten Tagen jetzt auch mit einem speziellen Bodenradar untersucht werden. Dies geschehe allerdings "ohne Verdachtslage", sagte Niederösterreichs Kripo-Chef Franz Polzer am Donnerstag: "Es wird einfach alles ratzeputz untersucht."

Nach den von News zitierten Gesprächsprotokollen bestreitet Fritzl, seine Tochter bereits im Alter von elf Jahren vergewaltigt zu haben. Dies hatte die heute 42-jährige Elisabeth bei ihrer ersten Vernehmung durch die Polizei ausgesagt. "Das stimmt nicht", beteuerte jetzt der Vater, der seine Tochter im Laufe der Jahrzehnte sechsmal schwängerte, "ich bin kein Mann, der sich an kleinen Kindern vergeht". Allerdings gab er zu, seine Tochter immer wieder vergewaltigt zu haben: "Aber erst später, viel später." Er habe Kinder von seiner Tochter gewünscht und sich später "über den Nachwuchs gefreut".