Berti Vogts „Bei Jürgen zum Barbecue eingeladen“
Berti Vogts über Bayerns Chancen in der Champions League, Stefan Raab als „niveauloses Musiktalent“ und darüber, wie er Jürgen Klinsmann zum DFB vermittelte. Ein Interview
Herr Vogts, leben Sie gerne aus dem Koffer?
Berti Vogts: Wieso Koffer?
ZEIT ONLINE: Wer viel reist, braucht oft einen Koffer. Sie haben in den vergangenen Jahren in Kuwait, Schottland und Nigeria gearbeitet, jetzt in Aserbaidschan.
Vogts: Ach was, ich war doch längstens zehn Tage unterwegs. Als ich für Nigeria arbeitete, war ich mal für einen, vielleicht zwei Tage in Europa auf Reisen. Es gibt schließlich keinen Nationalspieler Nigerias, der älter als 18 Jahre ist und in seinem Heimatland spielt.
ZEIT ONLINE: Während des Afrika-Cups wurden Sie aber länger als zehn Tage in Afrika gesehen.
Vogts: Ja gut, aber da hatten wir die meiste Zeit nur Sportsachen an.
ZEIT ONLINE: Seit vier Wochen sind sie als Nationaltrainer am Kaspischen Meer tätig. Ist Baku, die Hauptstadt der Republik Aserbaidschan, eigentlich schön?
Vogts: Baku pulsiert und bietet wunderschöne alte Gebäude. Und natürlich das Meer. In einigen Jahren könnte die Gegend sehr beliebt für deutsche Urlaubsgäste sein. Schon jetzt kann man es hier gut aushalten. Nur der Verkehr ist noch problematisch. Man steht ständig im Stau.
ZEIT ONLINE: Seit wann sind Sie wieder zurück in Deutschland?
Vogts: Seit einigen Tagen. Ich hatte im April noch einige Termine in Deutschland.
ZEIT ONLINE: Was für Termine?
Vogts: Wollen Sie jetzt wissen, was ich die vergangenen 14 Tage gemacht habe? Was wollen Sie hier für ein Interview führen? Ich hatte Charity-Termine.
ZEIT ONLINE: Nein. Es wäre aber interessant, welche Termine Berti Vogts für einen guten Zweck wahrnimmt.
Vogts: Wenn ich etwas für Charity mache, muss ich darüber nicht reden.
ZEIT ONLINE: Viele Personen reden über gute Dinge gerne.
- Datum 10.12.2008 - 14:32 Uhr
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Wenn man das Interview so liest kann man sich doch nicht des Eindrucks erwaehren, dass Herr Vogts extrem angefressen ist und sich voellig falsch behandelt fuehlt.
Scheint so als erweise man ihm nicht die notwendige Ehrerbietung, die er glaubt verdient zu haben. Wenn er das Interview liest (was er ja wahrscheinlich getan hat - denn so was wird meines Wissens nach ja vom Befragten freigegeben), wird ihm vielleicht klar, warum einige Leute Medienberater haben ... und mein Gott: Herr Vogts braucht ganz dringend einen!
Wenn ich mir die Interview-Situaton vorstelle und mir seinen Spitznamen "Terrier" dabei in Erinnerung rufe, dann passt das irgendwie... ich verstehe auch nicht, warum er sogar mit der ZEIT so redet, als müsse er sich wehren und dauernd nach links und rechts schnappen - eben wie ein Terrier... vielleicht ist das seine Erfolglosigkeit, die ihn so schafft? Das Raab eine Dreckschleuder ist, weiß man doch, oder?
Man könnte ja meinen, die titanic hätte das Interview mit Hans-Hubert Vogts geführt.Dieser Weltenbummler in Sachen Fußball: Kuwait, Schottland, Nigeria und nun Aserbaidschan - wir er der legitime Rudi Gutendorf-Nachfolger? Frage: "Während des Afrika-Cups wurden Sie länger als zehn Tage in Afrika (!) gesehen". Antwort: "Ja, gut; aber wir hatten die meiste Zeit nur Sportsachen an".Na, dann...
offenbart doch ein Aufsitzen auf den plumpen Umgang der Journaille mit Berti Vogts eigentlich während seiner gesamten Trainerlaufbahn. Er nennt die Dinge beim Namen (unseriöse Presse, Hetzkampagnen, nichtrecherchierte sog. Pressemeldungen) und biedert sich nicht an. Das hat er auch nicht nötig, denn er ist im Unterschied zu anderen in seinem Leben fest verwurzelt - hat eine Basis für privates und soziales Engagement. Welcher luftige, höchst mittelmäßige Journalist, der sich davon ernährt, Menschen wie Vogts das Leben schwer zu machen, kann das schon von sich sagen?
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