Die letzten beiden Lieferungen im Umfang von 38 Tonnen seien am Freitag auf dem Flughafen in Rangun konfisziert worden und könnten nicht verteilt werden, sagte Brenda Barton, Sprecherin des UN-Welternährungsprogramms. "Aber wir sind in Gesprächen mit der birmanischen Regierung und hoffen, dass dieser Dialog zu einer positiven Lösung führt." Eventuell hätten lediglich zolltechnische Fragen zu der Beschlagnahmung geführt.

Am Samstag sollen die Hilfsflüge ins Katastrophengebiet dennoch wieder aufgenommen werden, teilte ein Sprecher des UN-Welternährungsprogramms mit. Bei Gesprächen mit der birmanischen Militärjunta will die Organisation nach Lösungen suchen.

Birmas Außenministerium teilte unterdessen mit, dass es die Hilfen mit eigenen Mitteln verteilen wolle. Hilfslieferungen könnten am Flughafen in der Millionenstadt Rangun abgeliefert werden. Bei der Vergabe von Einreise-Visa will die Junta offenbar ihre strikte Linie beibehalten: Ausländer als Helfer seien unerwünscht, beschied das Außenministerium. Zwar haben bisher knapp 150 Helfer, die teilweise schon seit Jahren in Birma tätig sind, sofort Katastrophenhilfe geleistet und Hilfsgüter verteilen können. Weitere Helfer, die bereit stehen, dürfen aber nicht einreisen.

Darauf wollen sich viele Organisationen aber nicht einlassen. "Wir bestehen darauf, dass wir unser Material immer nur in Hände von Rote-Kreuz-Helfern geben", sagte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes. Nur so könne man garantieren, dass die Medikamente und Nahrungsmittel tatsächlich an die Bedürftigen verteilt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, den Druck auf Birmas Machthaber zur Öffnung des Landes zu erhöhen. Sie sagte: "In dieser Situation ist es mir vollkommen unverständlich, dass die Armeeregierung in Birma die angebotene, dringend benötigte Hilfe nicht ins Land lässt." Sie appellierte "nachdrücklich an die Regierung, ihrer Verantwortung gegenüber ihrer Bevölkerung gerecht zu werden und die internationale Hilfe schnell in das gesamte Katastrophengebiet zu lassen".