Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke werde den 51-Jährigen nicht zum Präsidenten ernennen, teilte der für die Hochschule zuständige Bischofsvikar Bernd Dennemarck am Donnerstag in Eichstätt mit. Hemel war Ende Januar vom Hochschulrat der KU ins Amt gewählt worden.

Bereits im Frühjahr wurde bekannt, dass der Vatikan seine Zustimmung zu der Personalie verweigert. Die Gründe dafür waren unklar. Es hieß, Hemels Privatleben sei ein Problem.

Hemel ist zum dritten Mal verheiratet. Kirchenrechtlich jedoch lebt er in der ersten Ehe, da er die erste annullieren ließ und seine zweite Frau nur standesamtlich heiratete. Zudem hatte sich Hemel nach der Papstwahl in einem Zeitungsinterview kritisch über Joseph Ratzinger geäußert.

Die Ablehnung hängt nach den Worten Dennemarcks "weder mit einem nicht erteilten 'nihil obstat' (es steht nichts entgegen) aus Rom zusammen, noch hat sie mit der Lebensführung von Professor Hemel zu tun". Es habe sich vielmehr nicht das notwendige und für die Stiftungsuniversität erforderliche wechselseitige Vertrauen entwickeln können.

Gleichzeitig warf der Bischof Hemel einen "Vertrauensverstoß" vor, da dieser mit Informationen aus einem vertraulichen Gespräch an die Öffentlichkeit gegangen sei.