DIW-Studie Kindergarten gleicht soziale Unterschiede aus

Wer drei Jahre in den Kindergarten geht, wird von der Einschulung seltener zurückgestellt. Von einer frühen Förderung profitieren besonders sozial benachteiligte Kinder.

Eine längere Zeit im Kindergarten kann Bildungslücken und Defizite des Elternhauses ausgleichen – das hat eine bundesweite Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergeben. Dies trifft allerdings nur zu, wenn die Kinder den Kindergarten ab dem dritten Lebensjahr besucht haben. Ein einziges Kindergartenjahr hatte kaum positive Effekte für die Schulreife, ergab die Studie „Soziale Ungleichheiten beim Schulstart“. Die Bildungsforscher Jens Kratzmann und Thorsten Schneider hatten erstmals untersucht, welche Kinder bei der obligatorischen Schuleingangsuntersuchung, bei der sprachliche und motorische Fähigkeiten getestet werden, Entwicklungsdefizite aufweisen und von der Einschulung zurückgestellt werden.

Demnach zeigen vor allem Kinder aus bildungsfernen sowie ausländischen Familien überproportional häufig Entwicklungsdefizite. So werde jedes zweite Kind vom Schulbeginn zurückgestellt, wenn die Eltern keinen formalen Bildungsabschluss haben. Bei einem mittleren Bildungsabschluss der Eltern liege die Wahrscheinlichkeit für eine Rückstellung noch bei 30 Prozent. In Akademikerhaushalten sind es laut Studie nur acht Prozent. Ein Vergleich der Extreme zeigt einen Unterschied von 42 Prozentpunkten.

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Anders, wenn Kinder aus bildungsfernen Haushalten und Migrantenfamilien bereits mit drei Jahren den Kindergarten besucht haben: Sie holen nahezu alles auf. Die Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung vom Schulbesuch sinke dann von 50 Prozent auf 13 Prozent. Die Differenz der Rückstellungswahrscheinlichkeiten zwischen höchstem und niedrigstem Bildungsabschluss der Eltern betrage dann nur noch 5 Prozentpunkte.

Leser-Kommentare
  1. Es ist journalistisch so kümmerlich einfach solche Pressemitteilungen unkommentiert und ohne herausgegriffene Zitate durch die Redaktion ins Volk zu streuen, deren Wahrheits- und Inhaltsgehalt mehr als nur fragwürdig ist - dafür aber immer zielgerichtet in der Aussage ist. Was anderes ist man von diesen Arbeitgebervereinen auch nicht gewohnt.Was will uns das DIW eigentlich sagen? Schon die INSM-Kindergartenstudie hatte ja schon ihren ganz speziellen Hintergrund.Akademikerkinder brauchen keine Kindergärten, die doofen Kinder von "bildungsfernen" und migrierten Menschen aber mindestens 3 Jahre - und das natürlich am Besten in privaten Kindergärten, die trotzdem staatlich subventioniert werden trotz zu erwartender frühkindlicher Gehirnwäsche im Sinne von INSM & Co. für die Einordnung in die richtigen Plätze der Gesellschaft.Schliesslich braucht die EU bald Kanonenfutter für die Kriege um Ressourcen gemäß "Reform"-Vertrag. Akademikerkinder werden ja nur als Offiziere benötigt zum kommandieren des Fußvolkes ...Oder habe ich da was ganz falsch verstanden?

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    Betroffener schrieb: Oder habe ich da was ganz falsch verstanden?Ja, alles.

    Betroffener schrieb: Oder habe ich da was ganz falsch verstanden?Ja, alles.

    • ribera
    • 14.05.2008 um 22:41 Uhr

    Für dieses Ergebnis benötigt man keine Studie sondern höchstens gesunden Menschenverstand. Besonders dumm und aus bildungspolitischen sowie integrationstechnischen Gründen falsch sind deshalb alle Modelle, die den Eltern eine Wahlmöglichkeit zwischen Geld (siehe Herdprämie, etc.) oder Besuch einer Betreuungseinrichtung durch die Kinder ermöglichen.

  2. 3. ...

    Betroffener schrieb: Oder habe ich da was ganz falsch verstanden?Ja, alles.

  3. Zitat: "Besonders dumm und aus bildungspolitischen sowie
    integrationstechnischen Gründen falsch sind deshalb alle Modelle, die
    den Eltern eine Wahlmöglichkeit zwischen Geld (siehe Herdprämie, etc.)
    oder Besuch einer Betreuungseinrichtung durch die Kinder ermöglichen."  Nein, nicht ALLE Modelle. Nur alle derzeit favorisierten und praktizierten, nämlich jene, die alle Eltern über einen Kamm scheren.  Die Studie unterschlägt, daß unter Eltern schon mit mittlerem Bildungsabschluß die Zahl der "Kindergartenverweigerer" extrem gering ist.  Kostenlos oder nicht, sie schicken ihre Kinder sowieso hin. Bei ihnen bleibt es ziemlich gleich, ob man das Geld den Eltern gibt oder direkt dem Kindergarten. Wobei ersteres den Vorteil hat, daß sie selbst den Kindergarten selbst aussuchen können und ein gewisses Mitspracherecht erhalten. Aber es ist durchaus vertretbar, im Ergebnis die Schulpflicht auf die Kindergartenzeit auszudehnen.  Anders sieht es mit Ganztagesbetreuung für Kleinstkinder aus (vulgo Krippen). Dort wiederum zeigen Studien: Kindern aus gebildeten Elternhäusern schadet eine schlechte Krippe, eine gute ändert nichts. Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern nützt eine gute Krippe, eine schlechte ändert nichts.  Gerade bildungsferne Elternhäuser neigen aber dazu, das Geld lieber selbst zu verwenden als in eine Fremdbetreuung zu investieren - weil sie knapp bei Kassen sind und den Wert für ihre Kinder nicht zu erkennen vermögen. Ihnen Geld zu geben, ist daher falsch.   Mein Vorschlag: wir anerkennen endlich die Erziehungsleistung von Müttern. Aber wir anerkennen auch, daß nicht jede Eriehungsleistung den gleichen Wert besitzt.  Wir geben Eltern  Betreuungsgutscheine, die eine qualifizierte Person beim Staat einlösen kann: ein Kindergarten, eine Tagesmutter - oder die Mutter selbst, soweit sie qualifiziert ist. Der Wert der Gutscheine ist dabei nach der Qualifikation der einlösenden Person gestaffelt! Sie muß grundsätzlich eine Aus-oder Fortbildung haben, die vom Staat angeboten wird und die ihrerseits, wie jede andere Ausbildung auch, einen bestimmten Schulabschluß voraussetzt. Dabei gibt es verschiedene Qualitätsstufen (Abiturientinnen haben einen anderen, anspruchsvolleren Abschluß als Hauptschülerinnen). Eltern mit Kindern ab drei Jahren können die Gutscheine für ihre Kinder selbst einlösen, wenn sie diese Fortbildung (ggf. im Fernlehrgang) absolvieren. Sie erhalten dafür bei zwei Kindern im Ergebnis ungefähr so viel Geld, wie sie mit einer Halbtagestätigkeit bei ihrem Qualifikationsniveau auch in einem anderen Beruf verdienen würden. Völlig ungebildete Eltern können die Gutscheine nur von Dritten einlösen lassen! Eltern mit Kindern bis drei Jahren können ausnahmsweise die Gutscheine einlösen, auch ohne die Zusatzausbildung absolviert zu haben. Der Wert der Gutscheine richtet sich dabei aber ersatzweise nach der Eingangsqualifikation, also dem Schulabschluß, der für die Aufnahme der jeweiligen Ausbildung notwendig wäre. Möglich wäre auch: die Gutscheine können in diesen drei Jahren nur eingelöst werden, wenn und soweit die betreffende Person eine Fortbildung zumindest aufgenommen hat - und das Geld ist zurückzuzahlen, wenn diese nicht erfolgreich absolviert wird, ohne daß besondere Umstände (z.B. Krankheit) dies rechtfertigen. Wiederum bekäme die türkische Mami ohne Schulausbildung im Ergebnis kein Geld - ihr Gutschein wäre nur etwas wert, wenn sie ihn bei eine Betreuungseinrichtung einlöst. Oder auch bei ihrer Nachbarin, die im Unterschied zu ihr die notwendige Qualifikation mitbringt.

  4. Die Studie fragt nur danach, ob Kinder zurückgestellt werden mußten, sprich: die "Mindestqualifikation" für den Schulbesuch erfüllen. Hätte man statt dessen das tatsächliche Reife- oder intellektuelle Vermögen der Kinder untersucht, dann wäre auch mit Kindergarten der Unterschied zwischen den Kindern aus den verschiedenen Elternhäusern weit deutlicher zutage getreten. Es hätte sich dann gezeigt: Kinder aus dezidiert schlechten Elternhäusern haben (im Mittel) ohne Kindergartenbesuch extreme Rückstände. Mit Kindergartenbesuch reduzieren sich diese deutlich, aber das Niveau von Kindern aus engagierten Eltern derselben sozialen Schicht wird nicht ganz erreicht.   Anders gesagt: wie jede Bildungseinrichtung, vor allem im frühkindlichen Bereich, kann ein Kindergarten vor allem schwere Defizite des Elternhauses ausgleichen. An den graduellen statistischen Unterschieden zwischen Elternhäusern, die als mehr oder minder "normal" eingeschätzt werden können, vermag er wenig zu ändern.

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    • zorc
    • 15.05.2008 um 18:24 Uhr

    Bizarr: Die im Artikel zitierte Studie stellt fest, dass nach dreijährigem Kindergartenbesuch die "Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung vom Schulbesuch [...] von 50 Prozent auf 13 Prozent" sinkt und dass die "Differenz der
    Rückstellungswahrscheinlichkeiten zwischen höchstem und niedrigstem
    Bildungsabschluss der Eltern [...] dann nur noch 5 Prozentpunkte" beträgt. Daraufhin warnt rijukan vor einer "Überinterpretation" der Studie, denn die frage schließlich "nur danach, ob Kinder zurückgestellt werden mußten, sprich: die 'Mindestqualifikation' für den Schulbesuch erfüllen" - mit anderen Worten: Genau das, was die Studie zu tun behauptet.Was will er uns damit sagen? Dass die Forscher des DIW nicht das untersucht haben, was rijukan untersucht hätte? Wen interessiert das? Was soll dieser Kommentar?

    • zorc
    • 15.05.2008 um 18:24 Uhr

    Bizarr: Die im Artikel zitierte Studie stellt fest, dass nach dreijährigem Kindergartenbesuch die "Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung vom Schulbesuch [...] von 50 Prozent auf 13 Prozent" sinkt und dass die "Differenz der
    Rückstellungswahrscheinlichkeiten zwischen höchstem und niedrigstem
    Bildungsabschluss der Eltern [...] dann nur noch 5 Prozentpunkte" beträgt. Daraufhin warnt rijukan vor einer "Überinterpretation" der Studie, denn die frage schließlich "nur danach, ob Kinder zurückgestellt werden mußten, sprich: die 'Mindestqualifikation' für den Schulbesuch erfüllen" - mit anderen Worten: Genau das, was die Studie zu tun behauptet.Was will er uns damit sagen? Dass die Forscher des DIW nicht das untersucht haben, was rijukan untersucht hätte? Wen interessiert das? Was soll dieser Kommentar?

    • zorc
    • 15.05.2008 um 18:24 Uhr

    Bizarr: Die im Artikel zitierte Studie stellt fest, dass nach dreijährigem Kindergartenbesuch die "Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung vom Schulbesuch [...] von 50 Prozent auf 13 Prozent" sinkt und dass die "Differenz der
    Rückstellungswahrscheinlichkeiten zwischen höchstem und niedrigstem
    Bildungsabschluss der Eltern [...] dann nur noch 5 Prozentpunkte" beträgt. Daraufhin warnt rijukan vor einer "Überinterpretation" der Studie, denn die frage schließlich "nur danach, ob Kinder zurückgestellt werden mußten, sprich: die 'Mindestqualifikation' für den Schulbesuch erfüllen" - mit anderen Worten: Genau das, was die Studie zu tun behauptet.Was will er uns damit sagen? Dass die Forscher des DIW nicht das untersucht haben, was rijukan untersucht hätte? Wen interessiert das? Was soll dieser Kommentar?

  5. Es gibt leider Leute genug, die nach meiner Erfahrung aus einer solchen Studie sofort ihr Vorurteil bestätigt sehen werden, daß man mit der "richtigen" Bildung alle sozialen Unterschiede beseitigen könne. Diese Illusion halte ich für gefährlich, und ich baue ihr daher vor. Die Überschrift des Artikels - "Kindergarten gleicht soziale Unterschiede aus" - legt diese Fehlinterpretation für Unbedarfte durchaus nahe - ebenso die Formulierung: "Sie <die Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern> holen nahezu alles auf <bei drei Jahren Kindergartenbesuch>".  Diese Aussage ist im Kontext nicht falsch, aber halt nur im Kontext, und den vergessen mache sehr leicht.  Wie leicht eine solche Studie mißverstanden werden kann, zeigt auch folgender wichtige Aspekt, den entweder die Studie übersehen oder - wahrscheinlicher - der Autor nicht erwähnt hat. Das ist die Selbstselektivität. Die Kinder, die den Kindergarten besuchen, schneiden nämlich höchstwahrscheinlich nicht nur wegen des Kindergartens besser ab.  Jede Einteilung der  Elternhäuser in sozioökonomische Gruppen bedingt notwendigerweise Pauschalierungen. Daß ein Elternhaus "bildungsfern" ist, wird dann z.B. daran gemessen, daß die Eltern keinen Schulabschluß haben. Nun gibt es aber, gerade unter Migranten, auch unter diesen Eltern relativ bildungsaffine. Das sind im Zweifel die, die ihrem Kind öfter vorlesen, mehr Deutsch mit im sprechen, mehr Wert auf Eingliederung in die Mehrheitsgesellschaft legen etc. Und zugleich sind sie es, die ihre Kinder am ehesten  in den Kindergarten schicken.Die Studie erlaubt somit keine belastbare Aussage darüber, inwieweit der Kindergartenbesuch wirklich die Einschulungsfähigkeiten verbessert hat.  Den er ist seinerseits Indiz für die bei weitem wichtigste Ursache der Leisungsunterschiede von Kindern, nämlich die Qualität des Elternhauses. Für diese Interpretation spricht, daß laut Artikel noch bei mittleren Bildungsabschlüssen der Eltern (dh. wohl: Realschule) 30% (!!) der Kinder, die keinen Kindergarten besucht haben, beim Schulbesuch zurückgestellt werden müssen. Diese hohe Zahl in einer bereits tief kleinbürgerlichen Klientel widerspricht jeder Erwartung und ist nur dadurch erklärbar, daß die Eltern dieser Kinder bereits eine negative Auslese darstellen.

  6.  der Zugang zum Kindergarten versperrt?Allein in NRW mussten 4000 Migrantenkinder vor dem alltäglichen Faschismus in deutschen Kindergärten fliehen (www.berlinerumschau.com/i...).Der Nazi-Terror in den Kindergärten ist dort so schlimm, dass die Eltern ihre Kinder lieber noch ein paar Jahre in der Heimat lassen, eine andere Möglichkeit sie zu beschützen haben die nicht. Denn der Staat sieht dem Vormarsch der Nazis leider tatenlos zu.

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    ... um sich harte Fakten so umzulügen? Der Artikel, den Sie als Quelle nennen, enthält keinerlei Hinweise darauf, daß die ausländischen Kinder vor "alltäglichem Faschismus" fliehen. Der vermeintliche "Nazi-Terror" ist allein Ihr persönliches Hirngespinst, werte Dame. Fakt  ist vielmer, daß diese Eltern ihre Kinder von westlichen Einflüssen fernhalten wollen. Jeder, der sich ein wenig mit den Problemen der Integration muslimischer Einwanderer beschäftigt, weiß das. Gerade Mädchen verbringen oft ihre gesamte Kindheit in der Türkei, um dann mit 16 als formal Deutsche, in Wahrheit aber anatolisch sozialisierte Importbräute die nächste Generation unintegrierbarer muslimischer Migranten in die Welt zu setzen.

    Historiker und Erziehungswissenschaftler können bei Ihren unsachlichen und ideologischen Äußerungen wohl nur mit dem Kopf schütteln...Um den Kindern die spätere Teilname an der Gesellschaft zu ermöglichen, ist der Erwerb der deutschen Sprache notwendig- das hat nichts mit dem Faschismus zu tun.

    ... um sich harte Fakten so umzulügen? Der Artikel, den Sie als Quelle nennen, enthält keinerlei Hinweise darauf, daß die ausländischen Kinder vor "alltäglichem Faschismus" fliehen. Der vermeintliche "Nazi-Terror" ist allein Ihr persönliches Hirngespinst, werte Dame. Fakt  ist vielmer, daß diese Eltern ihre Kinder von westlichen Einflüssen fernhalten wollen. Jeder, der sich ein wenig mit den Problemen der Integration muslimischer Einwanderer beschäftigt, weiß das. Gerade Mädchen verbringen oft ihre gesamte Kindheit in der Türkei, um dann mit 16 als formal Deutsche, in Wahrheit aber anatolisch sozialisierte Importbräute die nächste Generation unintegrierbarer muslimischer Migranten in die Welt zu setzen.

    Historiker und Erziehungswissenschaftler können bei Ihren unsachlichen und ideologischen Äußerungen wohl nur mit dem Kopf schütteln...Um den Kindern die spätere Teilname an der Gesellschaft zu ermöglichen, ist der Erwerb der deutschen Sprache notwendig- das hat nichts mit dem Faschismus zu tun.

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