Schulabbrecher Länder sollen fördern oder zahlen
Die Schulabbrecherquote in Deutschland ist in den letzten Jahren kaum gesunken. Die SPD-Bildungsexpertin Ulla Burchardt will die Länder nun zur Kasse bitten.
77.000 junge Menschen in Deutschland verließen 2006 die Schule ohne Abschluss. Vor zehn Jahren waren es 8,7 Prozent eines Altersjahrgangs, die die Schule vorzeitig verließen, 2006 immer noch 7,9 Prozent. Trotz mehrfacher Zusagen der Kultusminister, die Quote mindestens zu halbieren, hat sich die Situation in den vergangenen zehn Jahren kaum verbessert.
Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), hat nun gefordert, dass die Länder "viel entschiedener als bisher" gegen den vorzeitigen Schulabbruch junger Menschen vorgehen sollen. Ansonsten sollten sie verpflichtet werden, für jeden Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss künftig einen "nicht unerheblichen Ausgleichsbeitrag" an den Bund oder direkt an die BA zu zahlen, sagte Burchardt am Montag.
Die Schulabbrecher kosten den Bund viel Geld: Insgesamt 3,3 Milliarden Euro hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) im vergangenem Jahr für die Förderung von Jugendlichen an der Schwelle zwischen Schule und Arbeitsmarkt aufgebracht. Weit über 500 Millionen Euro wurden investiert, damit Schulabbrecher den Hauptschulabschluss nachholen oder zusätzlich gefördert wurden, um sie nachträglich fit für eine Ausbildung zu machen.
"Es ist den Beitragszahlern der Bundesagentur - also Beschäftigten wie Unternehmen - nicht länger zuzumuten, jedes Jahr mehrere Hundert Millionen Euro für die Versäumnisse der Länder in der Schulpolitik aufzubringen", sagt die SPD-Bildungsexpertin. Ein Ausgleichsbeitrag könne ähnlich wie der Aussteuerungsbetrag für nicht vermittelte Langzeitarbeitslose als "Strafzahlung" nach den Hartz-IV-Arbeitsmarktgesetzen organisiert werden. Wenn die Länder ständig auf ihre föderalen Kompetenzen pochten, könnten sie die Kosten ihrer Versäumnisse nicht einfach Bund und Bundesagentur aufbürden, sagte Burchardt.
- Datum 13.05.2008 - 05:47 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa
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Schulversager erkennt man nicht erst am letzten Schultag. Schulversager sind schon vorher deutlich erkennbar. Sobald ein Schüler hinter den anderen zurückbleibt, sollte er Unterstützung bekommen. Man sollte aber die Ursache nicht ausschließlich an der angeblichen intellektuellen Schwäche festmachen. Sehr häufig liegt es einfach an der Motivation. Und hier liegt die Ursache im schulischen Umfeld. Das größte Problem für die Motivation ist die völlig untragbare Art und Weise der Leistungsbeurteilung.
...man das Modell tatsächlich so einführen würde. Dann veranlassen eben die Kulturminister, dass ihre lohnabhängigen Lehrer ihre zu vergebenden Schulnoten, besonders in der letzten Klasse, bei den problematischen Schülern etwas, nunja, äh, "arbeitmarktpolitisch korrekter" auslegen müssen, als es ansonsten nach deren pädagogischen Empfinden generell sowieso der Fall wäre. Denn es ist ja keine Frage, dass wohlmeinende Lehrer schwächeren Schülern immer schon, zwecks besseren Start ins Berufsleben, am Ende der Schulkarriere ihre Noten geschönt hatten. Gott ja, dann schönt man halt, um keine Strafgelder zahlen zu müssen, eben noch ein bisschen mehr, und schwubbdiewubbs gibt es nur noch erfolgreiche, begabte junge Menschen mit mustergültigen Schulabschlüssen, die frohgemut und dynamisch ihre Ausbildung beginnen, und diese, so hoffentlich, dann auch durchhalten und nicht mangels Kompetenzen und Qualifikationen abbrechen müssen.
GOTTSEIDANK!!!Dass ich in der Schule in den naturwissenschaftlichen Fächern immer ziemlich schwach war, und auch weder Quantenphysiker noch Nobelpreisträger geworden bin, lag also nicht etwa an meiner mangelnden Begabung(Dummheit), sondern an der an mir von außen verursachten Demotivation, ob der "völlig untragbare Art und Weise der Leistungsbeurteilung." UFFFSSSSSSZZZZ!!!!!!!!!Da bin ich aber froh, dass ich für meine intelektuellen Schwächen keine Verantwortung übernehmen muss und die Schuld für meine diversen unterdurchschnittlichen Begabungen allesamt auf "die Anderen" schieben kann. Danke Wilhelmine, damit hast du mir mein Ego gerettet!!! Alle anderen sind an meinen Fehlern schuld, nur nicht ich selbst. Genau dieses wollte ich mir schon immer mal von jemanden bestätigen lassen.
Sicher sind die Gründe für Schulabgänger vor Hauptschulabschluß
manigfaltig. Leider gibt es darüber keine stichhaltigen Erhebungen.
Meine Vermutung auf Basis der Schülerdaten an deutschen Hauptschulen
ist aber, daß es im groben 3 Gruppen der vorzeitigen Abbrecher gibt :
1. Jene, denen es schlichtweg an Lernfähigkeit fehlt. Diese wären auf
Sonderschulen besser aufgehoben. Oder benötigen tatsächlich
Sonderhilfen auf der Hauptschule.
2. Jene, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und kultureller
Unvereinbarkeiten nicht hinreichend am Unterricht teilnehmen können und
wollen.
3. Jene, die durch mangelnde Sozialisation im Elternhaus nicht
hinreichend motiviert sind und Schule nicht den nötigen Wert beimessen.
Das deutsche Schulsystem ist nur im ersten Fall schuld an einem
vorzeitigem Schulabbruch. Zahlenmäßig schlagen aber Gruppe 2 und 3 mit
weit über Zweidrittel zu buche (Anteil Ausländer an deutschen
Hauptschulen 65%-100% !).Es ist aber möglich, ein Schulsystem zu erdenken, in dem alle Schüler mindestens einen Hauptschulabschluß erreichen. Dazu bräuchte es nicht nur viel Geld, sondern schlichtweg eine gesellschaftliche Revolution. Denn wer in Deutschland aus Mangel an Motivation oder Intelligenz keinen Hauptschulabschluß schafft, wird heute auch ein geregeltes Berufsleben nicht meistern. Nur eine lebenslange Motivationshilfe und ausreichend bezahlte Arbeit, die weder Pünktlichkeit noch Gewissenhaftigkeit und Anstrengung noch Eigeninitiative und -reflexion fordert, kämen für viele dieser Kandidaten in Frage.Unser demokratischer Kapitalismus protestantischer Herkunft ("Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott" und "wer sich im Diesseits gut kümmert, wird im Jenseits belohnt werden, denn es gefällt Gott") ist dafür gänzlich ungeeignet.Also entweder hören wir auf zu fordern und ziehen die großen Spendierhosen an. Oder wir fordern, aber bitte da wo es nötig ist : Nicht vom Schulsystem oder den Lehrern, die nur Lernstoff vermitteln sollen. Sondern von jenen, die für die Motivation und die Vermittlung der Wichtigkeit der Schule zuständig sind - die Eltern !
Deutschland schafft es nicht, Kinder zu stärken. Das dreigliedrige deutsche Schulsystem ist in der heutigen Wissensgesellschaft eine Farce. Das Selbstbewußtsein der zukünftigen Erwachsenen bleibt auf der Strecke. Die anderen Länder sind mit ihren tollen Schulsystemen schon längst auf der Überholspur.
Deutschland schafft es nicht, Kinder zu stärken. Das dreigliedrige deutsche Schulsystem ist in der heutigen Wissensgesellschaft eine Farce. Das Selbstbewußtsein der zukünftigen Erwachsenen bleibt auf der Strecke. Die anderen Länder sind mit ihren tollen Schulsystemen schon längst auf der Überholspur.
kommt es an. Und wenn's daran fehlt, so können weder hochmotivierte Eltern noch begeisternde Pädagogen etwas am Kern des kindlichen Unwillens ändern. Denn wenn's ganz alleine die Erziehung machen könnte, so würde es längst schon den idealen Menschen, bzw. dann auch die ideale allen selig und glücklich machende Gesellschaft geben. Da aber Menschen ihren eigenen Willen haben und sie sich vorallem gern nach ihrer eigenen (egoistischen) Nase richten, so sind, zumindest bis dato, utopische Experimente diversester Art allesamt kläglich gescheitert.
Ach und noch eins:
Früher war's so: Klassischer Schulabbrecher=>Klassischer Hilfsarbeiter, der noch für sich selber aufkommen konnte(auf'm Bau, unter Tage im "Pütt", in'er Fabrik am Fließband, usw.).
Heute isses so: Klassischer Schulabbrecher =>Klassischer Sozialhilfeempfänger, der dem Staat/Gesellschaft/den Haushaltspolitikern auf der "Tasche liegt", und dessen mutmaßliche "Talente" nun politneurotisch-zwanghaft durch Hunderte von Fördermillionen "entdeckt" werden sollen, damit er dann, so hofft man zumindest klammheimlich und politisch unkorrekt, der wählenden Mittelschichtssteuerzahlermehrheit nicht so grottenviel Kosten verursacht.
Auch wenn diese Aussage sehr naiv klingen mag: Jedes Kind hat Spaß am Entdecken und Lernen!
Nur schafft es unser Schulsystem leider recht häufig diese Wissbegierde in gähnende Langeweile zu verwandeln und durch den Noten und Konkurrenzdruck schwache Schüler schnell zu demotivieren.
Ein weiteres großes Problem liegt aber auch in den Familien: Häufig wird schon kleinen Kindern durch die Eltern gezeigt, dass in der entsprechenden Familie kaum Interesse an Bildung besteht. Das Kind wird dann vor den Ferneseher oder vor den Computer gesetzt, wenn es durch nervige Fragen unangenehm auffällt. Kein Wunder also, wenn das Kind als Jugendlicher in der Schule dann so gar keinen Bock mehr hat! Wenn die Eltern dazu schon selbst in der Hartz 4 Falle feststecken und keine Perspektiven mehr sehen, wird auch das Kind kaum seinen Schulabschluß erarbeiten.
Da können Kulutsminister auch nix mehr dran ändern.
Und die Moral von der Geschicht: Fragende Kinder nerven nicht!
Deutschland schafft es nicht, Kinder zu stärken. Das dreigliedrige deutsche Schulsystem ist in der heutigen Wissensgesellschaft eine Farce. Das Selbstbewußtsein der zukünftigen Erwachsenen bleibt auf der Strecke. Die anderen Länder sind mit ihren tollen Schulsystemen schon längst auf der Überholspur.
...was wäre aus all den Nobel-Preisträgern geworden, hätten sie Früher in der Schule schon einen PC gehabt - richtig - maximal ein Nobelpreisträger oder ein mittelmäßiger Surfer.
Ich weiß, ich schwimme gegen den Strom, aber meiner Meinung nach hat ein PC in der Grundschule nichts zu suchen! Lesen, Schreiben und Rechnen lernt man auch ohne PC, denn nur Übung macht den Meister! Und geübt wird heutzutage zu wenig. Die armen Kinder dürfen von der Schule nicht überfordert werden, denn sie müssen zuhause noch vier Stunden fernsehen und das schlaucht.
Die "Staatsmacht" hat unser Schulsystem zu verantworten: scheinbar wollen sie nur noch Stimmvieh und keine denkenden Menschen. Das ganze gejammere über unsere angeblich dummen Kinder kann ich nicht mehr hören - wir haben zwar eine Schulpflicht, aber leider steht nicht im Gesetz, dass man dort auch lernen muss.
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