"Toast" titelt die Boulevardzeitung New York Post , was mit einem deftigen "Schluss, Aus, Vorbei" übersetzt werden kann. Doch davon abgesehen scheuen sich amerikanische Medien nach wie vor, das Ende der Kandidatur Hillary Clintons auszurufen. Im Gegensatz zu europäischen Medien übrigens, die sich weitaus weniger zieren. Stattdessen analysiert die Washington Post : "Mr. Obama zieht weiter." Alles andere darf sich der Leser selbst zusammenreimen.

Stiller noch ist es um die demokratische Partei geworden. Nur durch die Blume ist Kritik an Clintons Marathon-Kampagne zu hören. So spricht die kalifornische Senatorin Dianne Feinstein von "negativen Dividenden" und "Zwietracht innerhalb der Partei", betont aber gleichzeitig ihre Loyalität zu Clinton.

Der demokratische Kongressabgeordnete Jason Altmire folgert: "Die Luft ist raus". Mindestens finanziell stimmt das schon lange. Aus dem Internet-Fundraising fließt das Geld seit dem knappen Sieg in Indiana nur noch zäh. Zudem hatte Clinton im vergangenen Monat 6,4 Millionen Dollar aus eigener Tasche zugeschossen - zusätzlich zu einer früheren Eigen-Anleihe von 5 Millionen. Die Hoffnung, einen Teil dieses Geldes im Spenden-Endspurt der kommenden Wochen wieder herein zu holen, mag zur Kampfeslust beitragen.

Der Tenor lautet: "Es ist ihre Entscheidung." (Senator Chuck Schumer.) Hinter den Kulissen wird der Druck allerdings größer sein. So massiv, dass jetzt erstmals ein Ende abzusehen ist. "Anfang Juni ist es vorbei", sagte Kampagnen-Chef Terry McAuliffe am Donnerstag dem TV-Sender NBC. Dann finden die letzten Vorwahlen statt. "Wenn Hillary dann nicht gewinnt, werden wir alle Senator Obama unterstützen."

Versöhnliche Worte? Mitnichten. "Ich bin die stärkere Kandidatin gegen Senator McCain, und ich wäre die beste Präsidentin unter uns Dreien", rezitiert Hillary ihr Mantra. Ob daraus Kalkül zum Imageerhalt oder wirkliche Überzeugung spricht, ist unerheblich. Schaden tut es ihrer persönlichen Karriere zumindest nicht.