Dalai Lama Die Person ist die Botschaft

Auch in Nürnberg pilgern tausende Zuhörer zum Dalai Lama und sehen den typischen Mix aus Ein-Mann-Show und Feldgottesdienst. Es war ein Auftritt fernab aktueller Politik

Schon seit Wochen war die große Mehrzweckhalle am Nürnberger Dutzendteich restlos ausverkauft. Wo sonst die Nürnberg-"Ice Tigers" ihre Heimspiele austragen und demnächst James Blunt ein Konzert geben wird, saß nun, ganz entspannt im Hier und Jetzt, einen orangefarbenen Blendschutz auf der Stirn, seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama.

Gut gelaunt und eher beiläufig war er auf die Bühne gekommen, hatte mit den Fotografen geschäkert und dabei auch gleich sein keckerndes Gekicher hören lassen. Schon da hatte er die vielen tausend Menschen in der Halle für sich gewonnen, ein Heimspiel für den Mann aus einem Kloster in Nordindien - zumal man ihn kurz vorher noch auf der elektronischen Leinwand an der Seite von Angela Merkel gesehen hatte, sie mit dem weißen Schal um den Schultern.

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Dieses Treffen im Kanzleramt ist zwar schon ein wenig her, kommt aber bei den Sympathisanten noch immer gut. Denn mehr als für Ideen steht das geistliche Oberhaupt der Tibeter ja für Signale, für Symbole. Sie machen einen wesentlichen Teil seiner Popularität, seiner Medienpräsenz aus. Da ist es schon fast zweitrangig, was der Mann zu sagen hat.

Nun hatte er also in Nürnberg zu einer sonntäglichen Matinee geladen. Im Vorfeld hatten schon einige ortsansässigen Geistliche geunkt, dass doch, bitteschön, an Pfingsten ein Teil der Dalai Lama-Begeisterten sich auch bei ihnen sehen lassen möchten.

Auch Nürnbergs frisch gewählter Oberbürgermeister Ulrich Maly ließ sich die Gelegenheit zu einem echten Bekenntnis nicht nehmen. Er moderierte die Veranstaltung und unterstrich dabei, dass es für seine Stadt eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, den Dalai Lama zu empfangen. Da Maly SPD-Mitglied ist, ist dies ein in diesen Tagen mutiges Bekenntnis. Dafür gab es heftigen Applaus, wie das Publikum überhaupt jede Aussage bejubelte, die auch nur entfernt nach Bekenntnis roch.

Dann aber hatte seine Heiligkeit die Bühne ganz für sich, und er nutzte sie weidlich. Knapp zwei Stunden referierte er über Toleranz und Mitgefühl, inneren und äußeren Frieden. Die Politik spielte dabei kaum eine Rolle, bestenfalls in Fußnoten.

Leser-Kommentare
  1. mit den Rockstar Auftritten des Dalai Lamas am Hut aber er tut niemandem etwas,hetzt niemanden auf und sollte ungestoert in der Welt reisen und auftreten wie er moechte.Wenn dann er dann in Deutschland von Politikern empfangen wird dann geht das die chinesische Regierung einen feuchten Kehricht an besonders wenn ich bedenke welche Leute in China empfangen werden und mit wem die Chinesen Geschaefte machen.

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    unter anderem mit der EU besonders mit deutschland.
    auch usa ist ein geschäftsparner von china .
    und wenn sie sagen chinesen was meinen sie damit?
    soweit ich informiert bin macht mann geschäfte mit staaten besonders wenn es komunistische staaten sind dann erst recht.
    oder täusche ich mich?

    unter anderem mit der EU besonders mit deutschland.
    auch usa ist ein geschäftsparner von china .
    und wenn sie sagen chinesen was meinen sie damit?
    soweit ich informiert bin macht mann geschäfte mit staaten besonders wenn es komunistische staaten sind dann erst recht.
    oder täusche ich mich?

  2. "Horizonterweiterung" ist keine gesicherte Vorbeugung gegen Herzinfarkt, da irrt seine Heiligkeit womöglich gewaltig, aber auch der "Ozean des Wissens" weiß offenbar nicht alles, warum lässt er sich dann eigentlich darüber aus?  Sinnsuchenden soll das Thema ohnehin egal sein, da man Sinn doch überall suchen kann, auch bei Kant, bei Popper, bei Feynman.........

  3. „Gut gelaunt und eher beiläufig war er auf die Bühne
    gekommen, hatte mit den Fotografen geschäkert und dabei auch gleich sein
    keckerndes Gekicher hören lassen.“ Zehntausende von Toten in Sichuan (Han-Chinesen, Tibeter, u.
    a.); Helfer die bis zur Erschöpfung darum kämpfen, noch Leben zu retten.  Und was tut „Seine Heiligkeit“: Sich selbst zelebrieren und
    seinen Aufenthalt in Deutschland genießen. Welche Scheinheiligkeit, welche
    Menschenverachtung!

    • rabin
    • 18.05.2008 um 21:16 Uhr

    Eben gerade den Film gesehen, 10 Fragen an den Dalai Lama. Unsere chinesischen Freunde werden natürlich schreiben,Propaganda Machwerk. Aber ich lebe in einem Staat, in dem ich mir eine eigene Meinung bilden darf.Die Anwürfe sind so lächerlich. Welcher Lenker, geistlich oder weltlich, steht denn am Deich und schippt ? Alle die kommen, kommen, wenn Kameras da sind. Und fahren dann wieder.Einem 72jährigen so etwas vorzuwerfen, ist nur lächerlich. Woher weiss denn irgendwer, was der Dalai Lama geniesst ? Ich denke, er würde gerne ein einfacher Mönch sein, irgendwo in der Welt.Lasst doch endlich diesen Mann in Ruhe !

  4. unter anderem mit der EU besonders mit deutschland.
    auch usa ist ein geschäftsparner von china .
    und wenn sie sagen chinesen was meinen sie damit?
    soweit ich informiert bin macht mann geschäfte mit staaten besonders wenn es komunistische staaten sind dann erst recht.
    oder täusche ich mich?

  5.  <Wir fordern auch, dass alle Tibeter in einer autonomen Einheit leben können. Jetzt ist Tibet in fünf Teile gespalten, es gibt die Autonome Region Tibet, und tibetische Gebiete in den Provinzen Gansu, Sichuan, Qinghai und Yunnan.>-- Kelsang Gyaltsen, einer der beiden Sondergesandten des Dalai Lama und einer seiner wichtigsten politischen Beraterdiese Forderung klingt wie "alle Deutschen in Deutschland leben..."Dalai Lama sollt endlich begreifen, seine Zeit ist vorbei, seine Herrschaft kommt nie wieder über das tibetische Volk. Weiß Herr Kelsang Gyaltsen nicht, dass die Mehrheit der Tibeter in der Provinz Sichun leben und dass diese Provinz am 12.5.2008 durch ein verheerendes Erdbeben verwüstet wurde?Dafür interessiert sich Dalai Lama nicht, schon gar nicht, den Erdbebenopfern zu helfen.Er reist eilig im seinem luxus Privatjet, um die armen Seelen seiner Anhänger in Deutschland zu heilen.Die deutsche politische Landschaft verändert sich langsam, so auch die Gesellschaft und die Menschen.Ein Hinweis vor zehn Jahren:http://daserste.ndr.de/panorama/media/dalailama74.htmlWenn ich sehe, dass Dalai Lama mühelos um die Welt reist, 33. Deutschlandbesuch, denke ich an eine buddhistische Lehre:das bittere Meer hat keine Grenze.Aber ein gestorbener Baum ist wohl nicht mehr in der Lage, die blühenden Bäume vor ihm zu verhindern

    • BieneX
    • 19.05.2008 um 0:35 Uhr

    Heute ist der siebente Tag nach dem verheerenden Erdbeben. Nach dem chinesischen  Ritual kommen die Toten an dem siebten Tag nach Hause, um sich zu verabschieden. Üblicherweise lädt die Familie Mönchen an diesem Tag zur  Chanting ein, damit der Tote ohne Schwierigkeit zum Himmel geht. Selbst die KP- Regierung hat eine  dreitägige Staatstrauer für die Opfer des verheerenden Erdbebens ausgerufen und den olympischen Fackellauf ausgesetzt. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung im Erdbebengebiet, in der Autonomiepräfektur Aba für Tibeter und Qiang-Minderheiten, sind Tibeter. Liegen die tibetischen Opfer im Herzen Seiner Heiligkeit?  Würde S. H. für die Toten chanten?

  6. besonders an Biene X. Ich dachte bisher immer dass die meisten Chinesen Atheisten sind und ansowas wie ein Gott oder Buddha gar nicht glauben. Bei den vielen Schandtaten an anderen Voelkern und am eigenen Volk koennten die ja auch gar nicht diese Verantwortung fuer ihr eigenes Tun und Handeln ertragen. Also wenn dann die meisten sowieso nicht an den Dalai Lama (und was bitte schoen ist S.H) glauben wieso loest dieser einfache Mann bei Ihnen soviele Emotionen aus. Vielleicht haben sie den Eindruck, dass was er sagt zum Teil stimmen koennte. Jedoch das groesste Verbrechen im Buddhismus ist die Zerstoerung Buddhas und seiner Tempel. Da traegt China einen Rekord von 6000 Kloester alleine in Tibet. Die Strafe ist die Verbannung des Geistes in die Tiefen der Hoelle ohne je wieder hervorkommen zu koennen. Uebrigens nennt die Kirche aehnliche Strafen fuer die Beleidigung des Namen Gottes.Wie auch immer der Buddhismus definiert das Leben in Harmonie mit der Umwelt und der Flora und Fauna zu leben. Die kommunistische Partei China definiert das Leben als Kampf gegen Andersdenkende, gegen die Natur, gegen den Gott (Religion) und gegen Naturkatastrophen. Das Ueberleben der Menschheit dieser Welt wird in Zukunft bei steigendem Energiehunger und wachsenden Zahl an Menschen sicherlich alleine nach der Logig durch Harmonie mit allem Leben besser gemeistert als im Kampf gegeneinander.

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    Da ist wieder eine verblendete Person, die in diesem Irrglauben verfallen ist, moralisches Handeln sei untrennbar mit dem Glauben einer Religion verknüpft!Wenn Sie mir gestatten, möchte ich Stings Worte in diesem Zusammenhang adaptieren: "Auch Chinesen lieben ihre Kinder." Auch wenn Sie denken, die meisten Chinesen seien Atheisten.Apropos Zusammenleben in Harmonie mit der Umwelt:Guckst Du: http://www.welt.de/wissen...

    • evel
    • 20.05.2008 um 11:23 Uhr

    Wie kommen Sie nur dazu, so verallgemeinernd über die Chinesen zu schreiben. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass viele Chinesen selbst von ihrem Sysem unterdrückt werden? Ganz China zu einem Land der "Täter" zu stilisieren und diesen die Tibetaner als die "Opfer" entgegenzustellen, ist naivste Schwarz-Weiß-Malerei. Wenn hier so diskutiert wird, kann man keinerlei ERgebnisse erwarten. Zur kleinen Belehrung: Erstens ist der Schutz der Religion (mit gewissen Einschränkungen) in der Chinesischen Verfassung verankert. Dort gibt es neben Buddhisten auch viele Christen und Daoisten.  Zweitens (zum besseren Verständnis) ist der Vajrayana-Buddhismus, als dessen Oberhaupt der Dalai Lama verstanden werden kann, nur eine von den drei großen Ausprägungen des Buddhismus und die in China am geringsten vertretene (meines Wissens). Die übrigen Strömungen haben ungefähr genausoviel mit dem Dalai Lama zu tun wie Protestanten mit dem Papst (um einen vereinfachenden Vergleich zu ziehen).

    Da ist wieder eine verblendete Person, die in diesem Irrglauben verfallen ist, moralisches Handeln sei untrennbar mit dem Glauben einer Religion verknüpft!Wenn Sie mir gestatten, möchte ich Stings Worte in diesem Zusammenhang adaptieren: "Auch Chinesen lieben ihre Kinder." Auch wenn Sie denken, die meisten Chinesen seien Atheisten.Apropos Zusammenleben in Harmonie mit der Umwelt:Guckst Du: http://www.welt.de/wissen...

    • evel
    • 20.05.2008 um 11:23 Uhr

    Wie kommen Sie nur dazu, so verallgemeinernd über die Chinesen zu schreiben. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass viele Chinesen selbst von ihrem Sysem unterdrückt werden? Ganz China zu einem Land der "Täter" zu stilisieren und diesen die Tibetaner als die "Opfer" entgegenzustellen, ist naivste Schwarz-Weiß-Malerei. Wenn hier so diskutiert wird, kann man keinerlei ERgebnisse erwarten. Zur kleinen Belehrung: Erstens ist der Schutz der Religion (mit gewissen Einschränkungen) in der Chinesischen Verfassung verankert. Dort gibt es neben Buddhisten auch viele Christen und Daoisten.  Zweitens (zum besseren Verständnis) ist der Vajrayana-Buddhismus, als dessen Oberhaupt der Dalai Lama verstanden werden kann, nur eine von den drei großen Ausprägungen des Buddhismus und die in China am geringsten vertretene (meines Wissens). Die übrigen Strömungen haben ungefähr genausoviel mit dem Dalai Lama zu tun wie Protestanten mit dem Papst (um einen vereinfachenden Vergleich zu ziehen).

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