Merkel in Mexiko

Initiative für bezahlbare Lebensmittel

Auf der letzten Station ihrer Lateinamerika-Reise spricht die Bundeskanzlerin in Mexiko über die Nahrungsmittelkrise

Deutschland und Mexiko wollen angesichts wachsender weltweiter Sorgen um die Ernährung der Weltbevölkerung auf dem G8-Gipfel Anfang Juli in Japan eine gemeinsame Initiative für stabilere Nahrungsmittelpreise starten. Auf der letzten Station ihrer ersten Lateinamerika-Reise sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Mexiko-Stadt, dass sie mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón eine entsprechende Absprache getroffen habe. Die Entwicklung der Lebensmittelpreise sei eine «zentrale Frage» der internationalen Politik. Merkel hatte zuvor Brasilien, Peru und Kolumbien besucht. Sie kehrt am Dienstag nach Deutschland zurück.

Merkel wurde am Montag im Nationalpalast von Präsident Felipe Calderón mit einer stimmungsreichen Zeremonie offiziell mit militärischen Ehren begrüßt. Zuvor hatte sie am Vaterlandsaltar im Chapultepec-Park einen Kranz niedergelegt. In einer Bilanz ihrer siebentägigen Reise betonte Merkel am Morgen zudem, dass Deutschland in Lateinamerika sehr verlässliche Partner gefunden habe.

«Wir können hier sehr viel falsch machen, wenn wir uns nicht kümmern,» erklärte sie. «Wir können aber hier viel richtig machen, wenn wir langfristige Partnerschaften aufbauen und damit viele Arbeitsplätze in Deutschland sichern.» Sie spüre die große Sorge auch auf mexikanischer Seite, dass die bisherige wirtschaftliche Entwicklung nicht ausreichen werde, um die Lebensmittelversorgung zu bezahlbaren Preisen auf der Welt sicherstellen zu können. Notwendig sei eine «langfristige Strategie».

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Angesichts der sich abzeichnenden Krise wegen der hohen Lebensmittelpreise forderte Calderón eine massive Ausweitung der Lebensmittelproduktion in aller Welt. Nach seinem abschließenden Gespräch mit Merkel sagte er am Montag, nötig sei eine «sehr aggressive Produktionsförderung». Er machte neben der verstärkten Nachfrage aus China und Indien auch die massiven Maisimporte der USA für die Verknappung von Lebensmitteln verantwortlich. Merkel verwies darauf, die EU habe bereits vor einiger Zeit ein Herunterfahren der Exportsubventionen für Lebensmittel beschlossen. Calderón hatte die Subventionen in den Industrieländern kritisiert. Dies sei ein weiterer Grund dafür, dass zum Beispiel für Bauern aus seinem Land die Lebensmittelherstellung nicht mehr rentabel gewesen sei.

Auch in Mexiko war es bereits in den vergangenen Monaten zu Sorgen in den ärmeren Bevölkerungsschichten wegen der steigenden Preise für Lebensmittel gekommen. Zu Unruhen kam es nur in Haiti und in Honduras. Viele Staaten der Region haben damit begonnen, Grundnahrungsmittel zu subventionieren und schmieden inzwischen Pläne, die eigene Produktion zu steigern.

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    • Datum 19.5.2008 - 09:39 Uhr
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    • Quelle ZEIT online, dpa
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