Ufologie "Man fürchtete Spionage"
Die britische Regierung veröffentlicht bisher geheime Ufo-Akten im Internet. Ein Interview über Ufo-Gläubige, Untertassen über Deutschland und Verschwörungstheorien
Das britische Verteidigungsministerium hat lange geheim gehaltene Ufo-Akten dem Nationalarchiv übergeben und die Daten ins Internet gestellt: Krude Berichte über Sichtungen meist blinkender Flugobjekte und angeblicher Entführungen durch Außerirdische. Enttäuschend für hartgesottene UFO-Fans: Es gibt nicht den geringsten Hinweis, dass wirklich Außerirdische der Insel die Aufwartung gemacht haben. Ob die Akten nun auch noch die letzten Ufo-Gläubigen eines Besseren belehren? Ein Interview mit Werner Walter von der Ufo-Meldestelle des CENAP (Centrales Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene) in Mannheim.
ZEIT online:
Herr Walter, haben Sie die Akten schon gelesen?
Werner Walter:
Natürlich noch nicht alle. Das sind ja sehr viele Dokumente. Aber es ist ohnehin nur eine Charge, die jetzt veröffentlicht worden ist. Vieles ist schon seit Jahren im Nationalarchiv in London zugänglich. Diese Akten sind mir bestens bekannt. Das ist im Prinzip all das, was man in der Ufologie, in den bunten Heftchen und Büchern, nachlesen konnte. Es wundert mich nicht, dass jetzt Vieles aus der Privatkorrespondenz des Ministeriums mit den verrückten Ufologen veröffentlicht worden ist. Das war der Giftschrank für die Leute in der Behörde.
ZEIT online:
Ist der Inhalt des Giftschranks seriös, oder sind Sie eher davon amüsiert?
Walter:
Ich bin amüsiert, ganz klar. Das zeigt wunderbar auf, was hinter der ganzen Geschichte steht. Man hat sich viele Jahrzehnte geziert, die Akten zu veröffentlichen. Es wundert mich, dass man es jetzt doch noch gemacht hat. Wahrscheinlich haben die frei nach dem Motto gehandelt: Uns reicht's. Ich kann das gut nachvollziehen.
ZEIT online:
Warum haben sich die Militärs bis in die achtziger Jahre so intensiv damit beschäftigt?
Walter:
Das lag an der großen Unsicherheit zu Zeiten des Kalten Krieges. Auch in den USA, Italien, Spanien und Frankreich war das so. Da gab es UFO-Forschungen von staatlicher Seite aus dem gleichen Grund. Man fürchtete Spionage. Als der Ostblock zusammengebrochen war, haben sich die Länder alle davon verabschiedet.
ZEIT online:
Helfen Ihnen die Akten, vermeintliche UFO-Sichtungen und die UFO-Gläubigen zu widerlegen?
Walter:
Die UFO-Gläubigen sind mir inzwischen egal. Verglichen mit früher sind das ohnehin nur noch wenige. Sie dienen mir nur noch zur Unterhaltung.
ZEIT online:
Gibt es auch heute noch UFO-Sichtungen?
Walter:
Jetzt gerade, zum Pfingstwochenende, gab es eine UFO-Sichtungswelle in Deutschland, wie vorher noch nie – und ich bin seit mehr als drei Jahrzehnten im Geschäft. Seit dem Freitag vor Pfingsten sind mehr als 50 Meldungen hier eingegangen. Ich komme kaum noch zum Schlafen.
ZEIT online:
Hängt das mit den britischen Akten zusammen?
Walter:
Nein, absolut nicht. Dieses sommerliche Pfingstwochenende war prädestiniert nicht nur zum Grillen, sondern auch zum UFO-Sehen. Die Leute waren lange draußen. An den Feiertagen hat man Zeit und kann Party machen ohne Ende. Das war für die Partygemeinde ideal, um UFOs aufsteigen zu lassen: Das sind sogenannte asiatische Himmelslaternen. Das ist ein neuer Partygag-Artikel, der für einen Apfel und ein Ei zu kaufen ist. In ganz Deutschland sind diese UFOS herumgeflogen. Noch heute morgen hat mir ein 63-jähriger Chefarzt eine E-mail geschrieben, er habe am Sonnabend um 22.45 Uhr neun rot glühende Objekte minutenlang geräuschlos am Himmel vorbei schweben gesehen. Der war heute noch ganz aufgeregt und wollte nachfragen, was da am Himmel los war. Das waren keine Außerirdischen – das waren fliegende Lampions.
ZEIT online:
Diesem Menschen konnten Sie erklären, was er gesehen hat. Lassen sich auch überzeugte Ufologen mit Fakten überzeugen?
Walter:
Nein. In der Ufologie kommt noch das James-Bond-Element hinzu, mit Verschwörungstheorien und Verdächtigungen. Das ist eine Lebensader für die Ufologie. Ohne vermeintliche Verschwörungen wäre das nicht so spannend. Die Ufologen behaupten dann meist, dass die Behörden ja am Schluss doch nicht alles veröffentlichen, was sie haben. Die angeblich vorhandenen Fotos mit den fliegenden Untertassen mit den Aliens drin, zum Beispiel. Die Supermotoren der Raumschiffe würden die Militärs angeblich sowieso alle nachbauen, etc. Diese Leute mit Fakten überzeugen zu wollen, ist sinnlos. Aber zum Glück werden die Ufologen immer weniger.
Das Gespräch führte Dirk Lorenzen.
- Datum 15.05.2008 - 08:09 Uhr
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Ich kann nicht glauben, dass man hier Werner Walter eingeladen hat. Dieser Mann ist sowas von ungeeignet, wenn es um die Erforschung der UFO Thematik geht, meine Güte! Es gibt weitaus seriösere Forscher und damit meine ich keine Einzelhandelskaufmänner wie Herrn Walter, sondern Wissenschaftler (Physiker, Mathematiker, Psychologen etc.) die sich an dieses Thema heranwagen. Skepsis ist wichtig, auf jeden Fall und mit Sicherheit gibt es für viele Sichtungen eine logische und bodenständige Erklärung aber jene, die sich unserem jetzigen Wissen entziehen, sollten Gegenstand der Forschung und nicht mit allen Sichtungen gleichgesetzt werden. Herrn Walters Einstellung zu diesem Thema hat mit kritischem Denken nichts mehr zu tun, von Borniertheit muss hier wohl die Rede sein.
Ich kann "Lugbur" nur zustimmen. Herr Walter ich ein Möchtegernforscher, dem es zur Hauptsache darauf ankommt, in der Öffentlichkeit erwähnt zu werden. Er hat die meisten UFO-Fälle, die er als Lug, Betrug und Schwindel deklariert, zu keiner Zeit selbst, unvoreingenommen, neutral, vor Ort usw. recherchiert, sondern nur Meinungen anderer übernommen, Vorurteilte gepflegt und unsachlich kritisiert. Seine Meinung ist für alle Zeiten fest zementiert und sein Dogma lautet offenbar: "Es gibt keine Außerirdischen, es kann sie nicht geben, und was nicht sein darf, kann nicht sein!".Das Gegenbeispiel davon ist Michael Hesemann, den man als wirklichen Forscher bezeichnen kann, der nach wissenschaftlichen Prinzipien vorgeht.
Auch ich möchte meinen Vorrednern beipflichten, dass ich nur dringend davon abraten kann Herrn Walter und die Cenap ernst zu nehmen und als Maßstab für seriöse ufologische Forschungen heranzuziehen.Recherchen finden dort zumeist nach "Schema F" zu 99 % nur am Schreibtisch statt und führen genau so oft, "oh Wunder" immer zur Aufklärung des Falles.Ein Beispiel ist die komplexe belgische Sichtungswelle, die von Cenap, ohne einmal vor Ort gewesen zu sein, als Ultraleichtflieger (teils als Drogenkuriere :-) ) "entlarvt" wurde.Wer die umfangreichen Ermittlungen des belgischen Militärs und der Sobeps (belgische UFO-Organisation) kennt, kann darüber nur einmal kurz und kräftig lachen.Hier kann man sich ziemlich seriös informieren:Mufon-ces.orgDegufo.deufo-forschung.deSkeptizismus.de (über allgemeine Skeptiker-Praktiken)GrußSnake
Und wieder fragt man ausgerechnet Deutschlands Chefskeptiker vom Dienst. Im Interview gibt er zu, die meisten Dokumente noch nicht
gelesen zu haben, kommt aber dennoch zu dem Fazit, dass UFO’s nicht existieren.
Er erklärt zudem eine angebliche UFO-Sichtungswelle zu Pfingsten mit
Himmelslaternen aus Reispapier.Ich habe am Pfingstwochenende weder UFO’s noch
Himmelslaternen gesehen. Von einer Sichtungswelle ist weder mir, noch
sämtlichen anderen UFO-Forschungsgruppen etwas bekannt. Offensichtlich muss es
sich also um eine Reihe von Telefonstreichen gehandelt haben. Jemand, der nicht mal einen Streich erkennt, ist in meinen Augen unseriös.Es spricht zudem
nicht gerade für die deutsche Presse, dass sie sich in UFO-Fragen
ausschließlich auf einen einzigen Skeptiker bezieht, der überall Himmelslaternen
sieht wo keine sind, während MUFON-CES, DEGUFO und GEP vollkommen ignoriert
werden. Diese drei UFO-Forschungsgruppen schlossen sich im April 2008 im Rahmen der
Degufo Frühjahrstagung zusammen und beschlossen, eine gemeinsame
Sichtungsdatenbank aufzubauen. Auch dies wurde in den Medien nicht mit einer
Zeile erwähnt.
Liebe Kommentatoren,man darf erstaunt sein, wie persönlich fixiert die Kritik ausfällt. Doch nicht Herr Walter selbst ist ein Problem bzw. seine skeptische Auffassung, die - zugegebenermaßen- nicht ohne Kontroverse hierher gehört hätte.Dass die Wissenschaft regelrecht gebettelt wird, sich dieses Problems anzunehmen, offeriert bereits jetzt auch aus der Perspektive der Elfenbeintürme, dass notwendiges Wissen gegen eine res publica ausgespielt wird. Was soll in diesem Zusammenhang denn Kompetenz sein? Die eines normalen Wissenschaftlers der Physic, der Astrophysik? Es wäre doch kaum anzunehmen, dass diese einfach "erreichbaren" Kollegen über die nötigen Kenntnisse der Zusammenhänge verfügen, die sie dort und abseits aller bekannten Informationen erwarten. Die "Spezialwissenschaftler" werden aber kaum auf die Einladung antworten, weil ihnen die erforderliche Transparenz von von herein untersagt ist.Zunächst handelt es sich um ein politisches/kulturelles, also philosophisches (Veränderungs)Problem in der grundsätzlichen Verständigung über die prinzipielle Möglichkeit. Und Ausgangslage der Berichterstattung ist ebenfalls kaum auszuhalten. Sie deutet darauf hin, daß das Problem kaum ernst genommen wird, was außerdem dazu führt, Walters Selbstdemontage als Skeptiker zu beschleunigen.Es geht um Herrschaftswissen - diesmal echtes Herrschaftswissen. Und das haben weder Herr Walter noch die angerufenen Wissenschaftler, um die Methode der Erforschung von der leidlichen Selbstreferenz zu befreien. Die Menschheit ist gefragt, diese symptomatischen Umstände zu verändern.Vielleicht verzichtet Herr Walter besser künftig im Sinne einer radikalen Selbstveränderung darauf, die Quadratur des Kreises beschreiben zu wollen, wenn er gegen sie ist.Die Zeit wäre ebenfalls gut beraten, angesichts einer Rennaissance nach Aktenöffnung wenigstens verschiedene (kontroverse) Standpunkte aufzugreifen.p.h.b.
Ich hab auch diese Himmelslaternen gesehen, ohne darüber informiert gewesen zu sein. Es war einfach wundervoll, denn Sie sind wirklich bezaubernd schön!
Ein unglückliches Händchen haben die Redakteure in der Auswahl Ihres Gesprächpartners ja bewiesen.
Nicht nur das Herr Werner Walter der SKEPTIKER schlechthin ist , nein die zur Schau gestellte Skepsis scheint zwanghaft.
Ich hatte wenigstens in diesem einen Fall die Hoffnung nicht auf die von Herrn Werner Walter bevorzugte Erklärung für nicht erklärbare Phänomene am Himmel zu stossen aber ich wurde, wie soll es auch anders sein , natürlich enttäuscht. Wieder einmal musste die unschuldige putzige Population der Himmelslaternen als Verursacher aller Übel herhalten. Desweiteren zeugt die Äusserung die Ufo -Gläubigen würden immer weniger und seien nur da um ihm zur Belustigung zu dienen von einer derartigen Borniertheit und Realitätsferne das ich mich dazu lieber nicht ausführlich äussern möchte.
Es wäre wohl besser gewesen einen Gespächspartner mit entsprechendem akademischen Hintergrund zu wählen. (Als Vorschlag fürs nächste mal den ernstzunehmenden Ufo-Forscher Illobrand von Ludwiger, seines Zeichens Astrophysiker!!)
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