Einkommen "Deutschland redet sich arm"
Wie die "Neue Zürcher Zeitung" den Armutsbericht der Bundesregierung korrigiert
Gelegentlich lohnt sich ein Blick über die Grenzen hinweg, um von einer anderen Sicht der deutschen Dinge zu profitieren. Nehmen wir den dritten "Armuts- und Reichtumsbericht" der Bundesregierung. Den haben die überregionalen Medien schlicht referiert - und das weitestgehend unkritisch.
Schlagzeilen-Beispiele: "SPD: Ohne staatliche Hilfe ist jeder Vierte arm" ( Die Welt ). "SPD will Armut mit Reichensteuer bekämpfen" ( SZ ). "Jeder achte Deutsche an der Grenze zur Armut" ( FAZ ). Mithin: Deutschland ist arm. Nicht so schnell, kontert die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) vom Dienstag : "Deutschland redet sich arm."
Vorweg: Der Regierungs-Bericht nutzt die Zahlen von 2005, als die Arbeitslosigkeit auf knapp fünf Millionen angeschwollen war. Jetzt liegt sie bei 3,4; das dürfte die Einkommensstatistiken erklecklich verbessert haben .
Interessanter noch ist das grundsätzliche Urteil der
NZZ
: "Der deutsche Sozialstaat reduziert durch seine ausgiebige Umverteilung das Armutsrisiko so wirksam wie kaum ein anderes europäisches Land." Das erläutert der Berliner Korrespondent wie folgt:
Laut EU-Definition ist arm, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erhält. Das waren vor drei Jahren 781 Euro; damit mussten 13 Prozent der Bevölkerung auskommen. Unter den 15 westeuropäischen EU-Staaten stehen nur die Niederlande mit zehn sowie Schweden und Dänemark mit je zwölf Prozent besser da. Im Durchschnitt der EU-15 lag diese Armutsquote bei 16 Prozent der Bevölkerung. Mithin: Die Deutschen stehen im Vergleich zu den anderen gut da.
Warum? Weil, so die NZZ , "die deutsche Sozialpolitik die Situation der unteren Einkommensschichten deutlich erfolgreicher verbessert hat als in den Nachbarstaaten." Ohne die gewaltigen Sozialtransfers (700 Milliarden Euro) wäre das Armutsrisiko doppelt so hoch gewesen, also 26 Prozent.
Besonders erfolgreich war die Sozialpolitik bei den Rentnern, von denen nur 2,3 Prozent auf Zuschüsse aus der Sozialhilfe angewiesen waren. Diese minimale Quote ist kein Beweis für die "Altersarmut", die so oft beschworen wird. Und wie steht es um die ganz Armen? Die Zahl der Obdachlosen hat sich seit 1998 auf 254.000 halbiert.
- Datum 21.05.2008 - 12:38 Uhr
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[gekürzt. Bitte bleiben Sie mit Ihren Äußerungen im Rahmen des guten Geschmacks. Die Redaktion/jk]Und einige Diktatoren, Menschenschinder, Folterer werden sich die Haare raufen und sich überlegen wo sie ihr Blutgeld unterbringen.
Jedenfalls nicht in diesen radioaktiven Tälern nördlich der Alpen.
Manches von dem, was die NZZ schreibt, ist nachvollziehbar und sollte nicht vorschnell verdammt werden. Sicher ist ein liberaler Politikansatz jedermanns Sache nicht. Viele Deutsche sehen sich nach Sicherheit, teils vormundschaftlich (DDR), teils nivellierend-fürsorglich.
Ich habe jedoch folgende Einwände gegen den NZZ-Standpunkt. Löhne entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind auch Machtfragen. Da aber die Gewerkschaften schwach geworden sind, bleibt für das Kapital mehr übrig, als ihm eigentlich zustünde. Wir haben hierzulande eine Hungerlohnszene, die in die Millionen geht. Ich schätze, dass jeder 3. Handwerksgeselle unter 10 EURO pro Stunde liegt. Gesellen werden aber als Fachkräfte gepriesen, nur beim Lohn hapert es.
Warum wandern soviele deutsche Fachkräfte aus? In der Republik Österreich erhalten einfache Hilfskräfte in der Gastronomie zwischen 11 und 14 EURO. In Deutschland werden Hilfskräfte mit erbärmlichen Stundensätzen ( 6-7 Euro) abgespeist. Das Problem ist doch nicht,d ass die Hartz IV-Sätze zu hoch sind, sondern für mindestens ein Viertel der unselbständig Beschäftigten sind die Einkommen zu niedrig.
Meine These ist: Ein Unternehmen, das nicht fähig ist, für einen normalen Mitarbeiter In mindestens 8 EURO pro Stunde zu erwirtschaften, ist in meinen Augen eine "Klitsche" und sollte sich abmelden. Und dem Unternehmer / Unternehmerin würde ich ins Gesicht sagen: Wenn Sie es nicht können, nämlich ein ordentlicher Unternehmer zu sein, sollten Sie es lassen und sich was anderes suchen.
Was in Österreich geht, müsste auch bei uns gehen und zu machen sein. Mag knallhart und sehr undiplomatisch klingen, was ich schreibe, aber ich bin fest überzeugt, dass es
1) richtig ist und
2) ehrlich ist.
Nur noch eine Anmerkung: Wenn ich sehe, dass Spargelbauern mit neuestem Daimler in Feld fahren, die Spargelstecher niedrige Löhne erhalten und dann andererseits verfolge, was Kilo Spargel in der Großmarkthalle kostet, dann könnte ich platzen vor Zorn über so viel Ungerechtigkeit!
Aber, wie gesagt, die Privilegierten halten auch ihre Privilegien für gerecht und lassen keine Skrupel erkennen!
Warum ist das schlecher Geschmack wenn ich finde man sollte die Schweiz einfach bombardieren ?
Mit was denn?Die paar flugfähigen Schrotthaufen der deutschen "Luftwaffe" irren in Afghanistan rum und suchen dort den Usas die tägliche Ration zum "Auslöschen". Den Rest würden die schweizerischen Fluglotsen besorgen. Sich nach Joffe-Art über die habituellen Inferioritätsgefühle und die suchtartige Selbsterniedrigung der Deutschen zu amüsieren, ist herzallerliebst. Hat es sich doch Joffe von Anfang an aufs Panier geschrieben, selbst kräftig immer wieder in diese Kerbe zu hauen.[Anm.: Bitte vermeiden Sie Zynismus. Danke. /Die Redaktion pt.]
Mit was denn?Die paar flugfähigen Schrotthaufen der deutschen "Luftwaffe" irren in Afghanistan rum und suchen dort den Usas die tägliche Ration zum "Auslöschen". Den Rest würden die schweizerischen Fluglotsen besorgen. Sich nach Joffe-Art über die habituellen Inferioritätsgefühle und die suchtartige Selbsterniedrigung der Deutschen zu amüsieren, ist herzallerliebst. Hat es sich doch Joffe von Anfang an aufs Panier geschrieben, selbst kräftig immer wieder in diese Kerbe zu hauen.[Anm.: Bitte vermeiden Sie Zynismus. Danke. /Die Redaktion pt.]
Hallo,ich gebe Josef Joffe in erster Linie in dem Bezug recht, dass man diesem Bericht, der erst morgen veröffentlicht wird, und den darauf gefolgten Reaktionen und Antworten zu unkritisch gegenüber stand. "Deutschland redet sich arm" - meiner Meinung nach wird Deutschland arm, wenn man nicht über solche Probleme redet. Ich erkenne da auch nicht die Logik, die dahinter steht, sich mit schlechter situierten Ländern zu vergleichen. Es sollte nicht Maß der Dinge sein, nur besser als andere europäische Staaten zu sein. Man sollte am, wie im Artikel bestätigten, Erfolg des deutschen Sozialsystems anknüpfen und es ausbauen, anstatt es auszuhölen und sich mit Status qou zu begnügen.Das kleine Plädoye gegen den Mindestlohn ist in seiner Argumentation kurzsichtig. Dass es mit oder ohne Mindestlohn keine Unterschiede gäbe, ist Schwachsinn. Entweder wir haben niedrige Löhne und Arbeitslose, denen mit Hartz IV geholfen werden muss, und es zahlt niemand von denen in die Sozialkassen, ODER wir haben ein paar mehr Menschen, die auf sozialbeitragsverpflichtendem Niveau bezahlt werden und in die Sozialkassen einzahlen, haben aber ein paar mehr Arbeitslose. Man kann mit geringem mathematischen Aufwand erkennen, dass der zweite Fall dem Sozialstaat wesentlich besser tut als der erstere. Der erstere verringert nur die statistische Zahl der Arbeitslosen, verändert aber nichts. Der zweite Fall bringt mehr Geld in die Sozialkassen, mehr Hartz IV muss dabei nicht gezahlt werden, da nur diejenigen ihren Arbeitsplatz verlieren, die auch vorher nicht ausreichend verdienten und Hartz IV beziehen mussten.
Es ist sicher richtig, was die NZZ schreibt und insofern gibt es keinen Anlass zu Übertreibungen.
Allerdings bin ich es Leid das solche Werte ständig am Durchschnitt bzw. dem benachbarten Ausland verglichen werden.
Das ist eigentlich nur dann eine Aussage Wert, wenn es dort bessere Standards gibt, die es zu erreichen gälte.
Ob aber im Bildungssektor oder hinsichtlich der Armut ist es kaum zulässig solche Vergleiche heranzuziehen, eben weil das bundesdeutsche Niveau auf beiden Feldern ehedem deutlich höher gelegen hat, vor sämtlichen "Reformen".
Das wir mit den Verschlechterungen noch im europäischen Mittel liegen mag ein wenig trösten, ein Grund diese Verhältnisse zu akzeptieren oder aber die Politik zu entlasten sind sie aber nicht.
Berthold Grabe
Ich weiß nicht, warum in jedem Bericht zum Thema Armut diese 2,3 Prozent genannt werden. (Na ja eigentlich weiß ich es doch). Klar beziehen nur wenige Rentner Grundsicherung. Das liegt an der Tatsache, daß es sich häufig um 1 Personenhaushalte und ab und zu um 2 Personenhaushalte handelt. Haushalte also, wo die Sätze der Grundsicherung eh sehr niedrig sind. Wenn man jetzt noch bedenkt, daß die heutige Rentnergeneration noch echte (zu existenzsichernden Löhnen) Vollbeschäftigung kannte, braucht man sich nicht wundern, das der prozentuale Anteil von Rentnern in Grundsicherung relativ klein ist. Aber das wird sich in den nächsten 20 Jahren drastisch ändern.
Der Hehler unterstützt den Vortäter beim Absetzen der Beute oder setzt die Beute selbst ab. Hehlerei ist im deutschen Strafrecht in § 259 StGB geregelt.
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Die Schweiz hilft deutschen Bürgern bei der Steuerflucht, solange das Bankgeheimnis für deutsche Bürger bestehenbleibt bzw. nicht die rechtmässigen Steuern an Deutschland abgeführt werden. Dieses Spielchen traut sich die Schweiz aber nicht mit den USA.
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Wirtschaftsembargo
gegen die Schweiz, solange das Bankgeheimnis für deutsche Bürger bestehenbleibt.
Für eine bestimmte Anfangsfrist sollte das Embargo ausgesetzt werden. Sollte die Schweiz dann nicht einlenken, sollten die gleichen Regeln wie bei dem deutschen Wirtschaftsembargo gegen Kuba gelten.
Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist, hätte Deutschland auch nichts vom Europäischen Gerichtshof zu befürchten.
In der Schweiz lebende Deutsche machen uns auch arm, da sie an Deutschland keine Steuern zahlen (z.B. Ex-Formel 1 Rennfahrer). Deutschland muss die USA-Regeln übernehmen.
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Nach Umsetzung dieser 2 bescheidenen Maßnahmen müsste sich Deutschland vielleicht nicht mehr arm reden.
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Die NZZ-Gruppe
ist das 4. größte Verlagshaus in der Schweiz. Daneben ist die NZZ Mediengruppe auch Inhaberin eines Fernsehsenders und einiger Radios.
Jeder 8. Milliardär der Welt wohnt in der Schweiz - jeder 2. der 300 Reichsten ist Wahlschweizer.
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Wessen Meinung vertritt wohl die NZZ-Gruppe ?
@RalphSEs ist sehr populär geworden andere für die Versäumnisse lokaler Politik verantwortlich zu machen.Sicher ist nicht jede Steuerflucht moralisch verantwortbar, doch gibt es keinerlei Moral bei der Erhebung von Steuern oder Abgaben, abgesehen vom Finanzierungsbedürfnis des Staates, deshalb ist in Bezug auf Steuern auch alles erlaubt und vertretbar, was legal ist. Denn die Erhebung orientiert sich ebenfalls alleine an dem Legalitätsprinzip, ohne Rücksicht auf Verluste, wenn die realen Verhältnisse mit Gewalt in diese Normen gepresst werden, manchmal sogar mit moralisch höchst fragwürdigen Methoden.Steuererhebung (ich zähle die Sozialabgaben dazu) ist reine Mittelbeschaffung des Staates zulasten derjenigen, die sich am wenigsten wehren können. Das trifft für Unternehmen wie Privatpersonen, von hohem bis zum niedrigen Einkommen gleichermaßen zu.Allerdings haben große Vermögen oder Unternehmen es deutlich leichter entnervt das Weite zu suchen.Berthold Grabe
@RalphSEs ist sehr populär geworden andere für die Versäumnisse lokaler Politik verantwortlich zu machen.Sicher ist nicht jede Steuerflucht moralisch verantwortbar, doch gibt es keinerlei Moral bei der Erhebung von Steuern oder Abgaben, abgesehen vom Finanzierungsbedürfnis des Staates, deshalb ist in Bezug auf Steuern auch alles erlaubt und vertretbar, was legal ist. Denn die Erhebung orientiert sich ebenfalls alleine an dem Legalitätsprinzip, ohne Rücksicht auf Verluste, wenn die realen Verhältnisse mit Gewalt in diese Normen gepresst werden, manchmal sogar mit moralisch höchst fragwürdigen Methoden.Steuererhebung (ich zähle die Sozialabgaben dazu) ist reine Mittelbeschaffung des Staates zulasten derjenigen, die sich am wenigsten wehren können. Das trifft für Unternehmen wie Privatpersonen, von hohem bis zum niedrigen Einkommen gleichermaßen zu.Allerdings haben große Vermögen oder Unternehmen es deutlich leichter entnervt das Weite zu suchen.Berthold Grabe
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