Hirnforschung Der Bauch in unseren KöpfenSeite 2/2

"Unsere Ergebnisse entsprechen perfekt unseren Erwartungen", sagt Thomas Baumgartner, der Erstautor der Studie, die jetzt im Fachmagazin Neuron erscheint. Während die Amygdala bei Investoren ohne Oxytocin rasch in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt wurde, sobald sich Zweifel an der Rechtschaffenheit der Treuhänder einstellte, blieb das Angstzentrum unter dem Einfluss des Hormons ganz still - selbst wenn die manipulierten Versuchspersonen darüber informiert wurden, dass ihr Gegenüber zuvor eher schlecht mit dem investierten Geld umgegangen war.

Ist Vertrauen also der unmittelbare Gegenspieler der Angst? Nicht ganz. Das Vertrauen ließ sich nur modulieren, wenn die Geschäftsbeziehung und damit auch die Ängste sozialer Natur waren. Das Oxytocin hatte keinen Einfluss auf die Angst vor einem Computer, der das Geld per Lotterie zu mehren versuchte. Im Spiel mit Menschen dagegen war der Effekt eindeutig: "Das positive Bauchgefühl, vermittelt durch das Oxytocin, überdeckt die normale Aktivierung der Mandelkerne", erklärt Baumgartner. Das potente Liebeshormon ist demnach weit mehr als ein bloßer Bote Amors - es ist offenbar ein echtes "Intuitionshormon", wie Baumgartner es nennt.

Dass Oxytocin nun ganz allein für die Bildung von Vertrauen zuständig wäre, würde der Neuropsychologe allerdings noch nicht behaupten wollen. "Ich zweifle nicht daran, dass es weitere Effekte gibt, die das Vertrauen beeinflussen können." Von Versuchen, seine Geschäftspartner per Sprühkur wohlwollend zu stimmen, rät er denn auch ab. "Ob das Hormon auch dann noch wirkt, wenn der Vertrauensbruch wirklich schwer wiegt, wenn es um richtig viel Geld geht zum Beispiel, das wissen wir nicht." Für das grundlegende Verständnis von Intuition, Ängsten und Vertrauen allerdings sind die Ergebnisse sehr wertvoll. Sie weisen einen weiteren Weg für die Erforschung von Bindungsstörungen, Autismus und Angsterkrankungen.

 
Leser-Kommentare
  1. inzwischen weiß jedes Kleinkind aus Zeitschriften wie Brigitte und Die Zeit, dass er nur ein Hormon-gesteuerter Roboter ist.

  2. Ich finde es aber immer wieder schön, wie sich die hormon-gesteuerten Roboter selbst entdecken und immer wieder wundern...

    • Anonym
    • 21.05.2008 um 23:25 Uhr

    Liebe Frau Zinkant,die ganze Hirnforschei sollten Sie nicht so ernst nehmen. Sie könnte in den Augen der Bevölkerung ebenso gut der Ersatz für Donald Duck und die Mickey Mouse sein, über deren Späße Kinder ja auch so richtig lachen konnten. Vielleicht sollte der Papst aber auch seinen Vatikan für die Hirnforschung frei machen. Absotution und absolute Aussagen der Hirnis über den Menschen und seinen Wert wären ein origineller Ersatz für Glaubensbotschaften, den Segen uri et orbi etc.  - ob nun aus dem Bauch oder aus dem Kopf. Na ja! Also: Nicht so tierisch ernst nehmen diese Hirnforscher, würde mich übrigens tierisch interessieren, ob das Rattenhirn raffinierter funktioniert als das Girn eines Hinrforschers. Diese Dialektik hatten die wohl noch nicht in Betracht genommen? In diesem Fall schreiben Sie bitte noch einmal so einen interessanten Text, aber ich habe schon so meinen Verdacht, dass ich weiß, wie die Ergebnisse lauten .. au au au!HerzlichstEin Zeitgenosse

  3. 4. [...]

    Eine Wissenschaft von der man keine Ahnung hat, pauschal abzulehnen zeugt von Ihrer eigenen Beschraenktheit.Die Auswirkungen der Angst ...[Betreff gekürzt - Bitte unterlassen Sie persönliche Beleidigungen, versuchen Sie Kritik sachlich zu äußern. /Die Redaktion pt.]

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    • Anonym
    • 22.05.2008 um 11:40 Uhr

    .. bitte Bauch tüchtig massieren!Werter Monsieur, sieht am sich Ihr Leistungsprofil in Bezug auf diese Community einmal an, so kann man nur vor Erfurcht über Ihre fachkompetente Beiträge zur Hirnforschung erstarren. Tut mir leid, dass ich Ihnen so ... Über dies musste die Zeit-Redaktion Sie auf gute Manieren aufmerksam machen. Tipp: knigge.deHerzlichEin Zeitgenosse

    • Anonym
    • 22.05.2008 um 11:40 Uhr

    .. bitte Bauch tüchtig massieren!Werter Monsieur, sieht am sich Ihr Leistungsprofil in Bezug auf diese Community einmal an, so kann man nur vor Erfurcht über Ihre fachkompetente Beiträge zur Hirnforschung erstarren. Tut mir leid, dass ich Ihnen so ... Über dies musste die Zeit-Redaktion Sie auf gute Manieren aufmerksam machen. Tipp: knigge.deHerzlichEin Zeitgenosse

  4. Diese Erkenntnis ist ja fantastisch, das sollte sofort größte Priorität  in allen gesellschaftlichen Institutionen haben, den genau die Liebe und Intuition fehlt in unserer von Kopfmenschen beherschten Welt. Mit Liebesdrunkenen Spekulanten hätten wir keine Hungersnot, wir hätten mitfühlende Aktionäre, die die Beschäftigten am Gewinn teilhaben lassen. Die Resourcen der Natur werden statt ausgeblündert, verbessert damit die kommenden Generationen eine noch bessere Welt vor sich finden. Mit allen Mitteln sollte die körpereigene Produktion dieses Hormons unterstützt werden. Wie in den Versuchen sollte jeder der Schwierigkeiten hat zu lieben eine Hormonkur erhalten, damit er,sie sich wieder daran erinnern wie es ist zu lieben, um dann langsam wieder selbst diese Gabe in sich entdeckt. Das ist wirklich eine gute Nachricht aus der Wissenschaft.

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    • Anonym
    • 22.05.2008 um 12:15 Uhr

    den Leser-Artikel "Übernichts geringers als die Liebe" von Autor Gebe (Rubrik "Leben") gelsesen? Sehr empfehlenswert!Mit freundlichen GrüßenEin Zeitgenosse

    • Anonym
    • 22.05.2008 um 12:15 Uhr

    den Leser-Artikel "Übernichts geringers als die Liebe" von Autor Gebe (Rubrik "Leben") gelsesen? Sehr empfehlenswert!Mit freundlichen GrüßenEin Zeitgenosse

    • Anonym
    • 22.05.2008 um 11:40 Uhr

    .. bitte Bauch tüchtig massieren!Werter Monsieur, sieht am sich Ihr Leistungsprofil in Bezug auf diese Community einmal an, so kann man nur vor Erfurcht über Ihre fachkompetente Beiträge zur Hirnforschung erstarren. Tut mir leid, dass ich Ihnen so ... Über dies musste die Zeit-Redaktion Sie auf gute Manieren aufmerksam machen. Tipp: knigge.deHerzlichEin Zeitgenosse

    Antwort auf "[...]"
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    Ich muss also Experte in Hirnforschung sein, um sagen zu koennen, dass die pausche Ablehnung von etwas, was man nicht versteht .... daneben ... ist?Nazis und radikale Glauebige machen das Gleiche, nur mal als Denkanstoss.Was die Zensur durch die Zeit angeht ... ich habe ein boeses Wort gebraucht, das bedeutet, dass jemand viel redet, aber keine Ahnung hat.Und "wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten" ist ein schoener Spruch.

    Ich muss also Experte in Hirnforschung sein, um sagen zu koennen, dass die pausche Ablehnung von etwas, was man nicht versteht .... daneben ... ist?Nazis und radikale Glauebige machen das Gleiche, nur mal als Denkanstoss.Was die Zensur durch die Zeit angeht ... ich habe ein boeses Wort gebraucht, das bedeutet, dass jemand viel redet, aber keine Ahnung hat.Und "wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten" ist ein schoener Spruch.

    • Anonym
    • 22.05.2008 um 12:15 Uhr

    den Leser-Artikel "Übernichts geringers als die Liebe" von Autor Gebe (Rubrik "Leben") gelsesen? Sehr empfehlenswert!Mit freundlichen GrüßenEin Zeitgenosse

  5. 8. LOL!

    Ich muss also Experte in Hirnforschung sein, um sagen zu koennen, dass die pausche Ablehnung von etwas, was man nicht versteht .... daneben ... ist?Nazis und radikale Glauebige machen das Gleiche, nur mal als Denkanstoss.Was die Zensur durch die Zeit angeht ... ich habe ein boeses Wort gebraucht, das bedeutet, dass jemand viel redet, aber keine Ahnung hat.Und "wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten" ist ein schoener Spruch.

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