Linke Die große Oskar-Show

Auf ihrem Parteitag in Cottbus will die Linke ihren Durchbruch im Westen und Oskar Lafontaine feiern. Weder eine Stasi-Debatte noch interne Konflikte oder der weiter schwelende Ost-West-Konflikt sollen die Stimmung vermiesen

Die Vorsitzenden der Linken, Lothar Bisky (r.) und Oskar Lafontaine (l.), stellen sich in Cottbus auf dem Parteitag zur Wiederwahl.

Die Vorsitzenden der Linken, Lothar Bisky (r.) und Oskar Lafontaine (l.), stellen sich in Cottbus auf dem Parteitag zur Wiederwahl.

Forsa 13 Prozent, Infratest dimap 12, Allensbach 11,9. In Meinungsumfragen erreicht die Linke in diesen Tagen neue Höchststände und in der Hauptstadt bestimmt die Partei von der Rentenerhöhung über die Pendlerpauschale bis zum Kindergeld immer häufiger die politische Agenda. Die Bundesregierung verteilt soziale Wohltaten, Union und SPD streiten über Steuersenkungen - und von den Oppositionsbänken ganz außen tönt es selbstbewusst: „Links wirkt“.

„Wir regieren aus der Opposition heraus“, sagt Linken-Chef Oskar Lafontaine, und sein Amtskollege Lothar Bisky ergänzt, „die Große Koalition traut sich nicht mehr, ganz so unsozial und brutal vorzugehen“. Die Genossen von der Linkspartei können vor Kraft derzeit kaum gehen.

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An diesem Wochenende nun trifft sich die Linke in Cottbus zum Parteitag, es ist der erste seit dem Zusammenschluss von PDS und WASG vor knapp einem Jahr. Zwei Tage lang will die Partei einen Leitantrag beraten, eine Rentenkampagne starten und einen neuen Vorstand wählen.

Aber vor allem will sich die Partei selber feiern. Denn selbst die Optimisten hatten nicht damit gerechnet, dass es ihnen gelingen könne, in vier westdeutsche Landesparlamente einzuziehen und nicht nur die SPD, sondern die gesamte Politik vor sich herzutreiben.

Auf den ersten Blick herrscht unter den Linken also prima Klima. Und damit nicht auffällt, dass die personelle und programmatische Substanz der neuen Partei dünn ist und niemand aus den eigenen Reihen die Stimmung vermiesen kann, wurden im Vorfeld alle wichtigen innerparteilichen Konflikte unter den Teppich gekehrt.

Keine Debatte beispielsweise wird es in Cottbus über Israel und linken Antizionismus geben. Dabei hatte der Fraktionschef Gregor Gysi seiner Partei in dieser Frage die Leviten gelesen und vor allem für seinen Satz, die „Solidarität mit Israel“ sei „ein moralisch gut begründbares Element deutscher Staatsräson“, heftigen innerparteilichen Widerspruch provoziert.

Leser-Kommentare
  1. Zum Thema der Stasi-Vorwürfe kann ich als bei der Wende dabei gewesener Leipziger sagen:=> Die Ost-(SPD/ CDU/ FDP usw.) setzt(e) sich aus ehemaligen SED-Mitgliedern zusammen, sogenannten "Wendehälsen"=> quasi alles Ex-SED- Mitglieder !Da viele Stasi-Akten verschwunden sind (die der wichtigen IM allemal), kann ebensogut konstruiert werden, dass die Stasi bis heute aus der SPD/CDU heraus regiert ! So liesse sich nebenbei auch der menschenfeindliche Kurs dieser Fraktionen erklären: Den Leuten mal zeigen, wie schlecht der "Imperialismus" ist !

  2. Derzeit ist dies die einzige Partei im Bundestag, die die Rechte der Allgemeinheit verteidigt - warum auch immer! Also haben ihre Mitglieder auch ein Recht darauf, ihre Erfolge zu feiern.
    Kein Wunder, dass die Erfolge der Partei "die Linke" den anti-sozialen radikal-Liberalen nicht ins Konzept passen. 
    Oskar Lafontaine kämpft wie ein Ritter ohne Furcht und Tadel gegen das organisierte Verbrechen. Er wird beschimpft und verleumdet. Es wird kübelweise Schmutz über ihn ausgeschüttet, Unwahrheiten verbreitet und dergleichen mehr, aber trotzdem kämpft er weiter gegen Ungerechtigkeit und Ausbeutung.  Die Medien tun alles, um zu verhindern, dass die Menschen im Lande aufwachen, und erkennen, dass nur diese Partei die Rechte des "kleinen Mannes" (und der kleinen Frau natürlich!) vertritt.
    Noch ist ein Jahr Zeit!
     
     

  3. #2: Wenn es so wäre, wäre es ja schön! Leider betreibt in Berlin DIE LINKE zusammen mit der SPD in der Regierung eine harte Politik der Kürzungen, auch und gerade im sozialen Bereich. Wie passt das zum beschlossenen Parteiprogramm? DIE LINKE ist aus freien Stücken dort in der Regierung. Sie hätte auch in die Opposition gehen können. Für das Mittragen der Sozialkürzungspolitik wurde sie ausdrücklich vom Regierenden Wowereit (SPD, also Hartzpartei) öffentlich gelobt. Was will die LINKE also wirklich? Das Argument, der Berliner Bankenskandal habe wesentlich zur Schieflage des Hauptstadt-Etats beigetragen, ist sicherlich richtig. Aber: Man muss nicht in die Regierung eintreten (s.o.)! Wie ist es da um die Glaubwürdigkeit dieser sehr heterogen zusammengesetzten Partei bestellt? Mal schauen, ob der Bundesparteitag in Cottbus diese Fragen schlüssig beantworten kann. Da bin ich aus Erfahrung skeptisch.
    Übrigens bin ich ausdrücklich gegen den Neoliberalismus.
    rheinelbe

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    • otmars
    • 24.05.2008 um 11:44 Uhr

    Nehmen wir mal an, die Linke hätte in Berlin auf Fundamental Opposition gemacht, hätte also die SPD Regierung nicht mitgetragen, was bitteschön hätte es dann geheisen, die kann man nicht wählen, die drücken sich vor der Verantwortung. Das war ja nicht nur der Bankenskandal der von der CDU verursacht wurde, das waren ja auch Jahrzehnte Misswirtschaft der jeweils regierenden, nur früher war da der Rest der Republik geteilte Stadt, die Welt schaut auf Berlin etc. Dann flossen Bundesmittel. Rechnen mussten die Berliner noch nie und das ist ja auch bis heute so. Berlin schreit und der Rest der Republik bezahlt. Ohne Mauer eben wegen der Teilungsbedingten Folgekosten der Wiedervereinigung.
    Ich bin für Regierungsbeteiligungen der Linken, da ich meine, etwas mehr Demokratie würde dem Land nicht schaden. Dazu gehört auch der Parteienpluralismus. Wenn man sich eine FDJlerin als Kanzlerin Leisten kann, dann kann man sich auch einen Gysi als Minister leisten. 
     

    • otmars
    • 24.05.2008 um 11:44 Uhr

    Nehmen wir mal an, die Linke hätte in Berlin auf Fundamental Opposition gemacht, hätte also die SPD Regierung nicht mitgetragen, was bitteschön hätte es dann geheisen, die kann man nicht wählen, die drücken sich vor der Verantwortung. Das war ja nicht nur der Bankenskandal der von der CDU verursacht wurde, das waren ja auch Jahrzehnte Misswirtschaft der jeweils regierenden, nur früher war da der Rest der Republik geteilte Stadt, die Welt schaut auf Berlin etc. Dann flossen Bundesmittel. Rechnen mussten die Berliner noch nie und das ist ja auch bis heute so. Berlin schreit und der Rest der Republik bezahlt. Ohne Mauer eben wegen der Teilungsbedingten Folgekosten der Wiedervereinigung.
    Ich bin für Regierungsbeteiligungen der Linken, da ich meine, etwas mehr Demokratie würde dem Land nicht schaden. Dazu gehört auch der Parteienpluralismus. Wenn man sich eine FDJlerin als Kanzlerin Leisten kann, dann kann man sich auch einen Gysi als Minister leisten. 
     

    • Puka
    • 23.05.2008 um 15:02 Uhr

    Lafontaine bezeichnete sich ja auch als Bruder von Schröder, kein Wunder, dass sich ihre Persönlichkeiten so ähnlich sind. Es mag schon sein, dass sich, bei diesem Menschen im großen Maße Narzismus und Heroismus vereinen, doch bei welchem Politiker wäre das nicht der Fall? Solange es dadurch zu einem sozialeren Staat kommt, und sei es nur durch die drohende Gefahr der Protestpartei "die Linke" für SPD und Union, werde ich mich jedenfalls nicht beschweren. Meine Stimme ist aber auch längst noch nicht gewonnen.Interessant ist übrigens die Frage, wann wohl ein wertkonservativer Pedant zur Union auftreten wird, wann sich die Parteienlandschaft also in eine 6 Parteiliche wandelt. Mit der stärkeren Ausrichtung der Union an Mitte, Mitte-Links - wie auch immer man das nennen mag - wird es wohl nicht mehr sehr lange dauern :) Spannend für die Geschichtsbücher allemal.mfgPuka

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    garantiert die anschleim-masche der ex fdj-sekretärin (mama wendehals) an früher "links"-besetzte themen wie menschenrechte, dalai lama etc, ja der cdu vielleicht in den regierungskonformen medien wie etwa dem spargel oder der zeit einen anschein von attraktivität, aber -  ob die cdu damit wirklich wahlen gewinnen kann, steht ja noch in den sternen.du hast also 100% recht - früher oder später wird sich wohl in der cdu jemand herauskristallisieren müssen, der wieder den rechten rand abfischt. die alternative: die braunen machen das selbst.lustig ist auf jeden fall, zu beobachten, wie die cdu aussieht, wenn sie mal kurz ihre eigentlich hässliche fratze zeigt: da wird die spd beschimpft, weil sie bei der selbstbedienungsnummer der cdu nicht mitmacht, die gerne noch mal abkassieren möchte, bevor sie wieder in der opposition erschwindet. oder wenn sie etwa "sicherheits"-vorschläge macht, die nur die offensichtliche sehnsucht von schäuble nach einer neuen stasi befriedigen soll. immer wenn von der cdu in dieser richtung vorschläge gemacht werden, hat man das gefühl, sie kennt die verfassung dieses landes nicht oder möchte sie in teilen abschaffen, damit mal wieder richtig "durchregiert" werden kann.klar - und zurecht ist lafontaine der sieger der woche - die "große" koalition dient ja offensichtlich nur der pöstchensicherung und hat keines der versprechen eingelöst, die uns vorher von der "zeit" oder dem spargel untergejubelt wurden. die aktuelle regierung ist jedenfalls nur eine ansammlung von gartenzwergen und "würstchen" wie dem lustigen pofalla, der heute an die "demokratischen" traditionen der spd anppelierte, als sei die wahl zwischen zwei kandidaten schon so was wie der untergang des abendlandes.ich überlege ernsthaft, ob ich - nachdem ich - seit man die grünen wählen kann - grün gewählt habe, nicht das nächste mal als quittung für ihre feigheit, am tage nach gerd's neuwahl-erklärung die koalition sofort zu verlassen, us purem trotz und um dem elend ein für alle mal den garaus zu machen, links wählen soll. nicht weil ich die partei mag, nein, nur um den "sozial"-demokraten den stuhl unter'm #!@ wegzutreten ...

    garantiert die anschleim-masche der ex fdj-sekretärin (mama wendehals) an früher "links"-besetzte themen wie menschenrechte, dalai lama etc, ja der cdu vielleicht in den regierungskonformen medien wie etwa dem spargel oder der zeit einen anschein von attraktivität, aber -  ob die cdu damit wirklich wahlen gewinnen kann, steht ja noch in den sternen.du hast also 100% recht - früher oder später wird sich wohl in der cdu jemand herauskristallisieren müssen, der wieder den rechten rand abfischt. die alternative: die braunen machen das selbst.lustig ist auf jeden fall, zu beobachten, wie die cdu aussieht, wenn sie mal kurz ihre eigentlich hässliche fratze zeigt: da wird die spd beschimpft, weil sie bei der selbstbedienungsnummer der cdu nicht mitmacht, die gerne noch mal abkassieren möchte, bevor sie wieder in der opposition erschwindet. oder wenn sie etwa "sicherheits"-vorschläge macht, die nur die offensichtliche sehnsucht von schäuble nach einer neuen stasi befriedigen soll. immer wenn von der cdu in dieser richtung vorschläge gemacht werden, hat man das gefühl, sie kennt die verfassung dieses landes nicht oder möchte sie in teilen abschaffen, damit mal wieder richtig "durchregiert" werden kann.klar - und zurecht ist lafontaine der sieger der woche - die "große" koalition dient ja offensichtlich nur der pöstchensicherung und hat keines der versprechen eingelöst, die uns vorher von der "zeit" oder dem spargel untergejubelt wurden. die aktuelle regierung ist jedenfalls nur eine ansammlung von gartenzwergen und "würstchen" wie dem lustigen pofalla, der heute an die "demokratischen" traditionen der spd anppelierte, als sei die wahl zwischen zwei kandidaten schon so was wie der untergang des abendlandes.ich überlege ernsthaft, ob ich - nachdem ich - seit man die grünen wählen kann - grün gewählt habe, nicht das nächste mal als quittung für ihre feigheit, am tage nach gerd's neuwahl-erklärung die koalition sofort zu verlassen, us purem trotz und um dem elend ein für alle mal den garaus zu machen, links wählen soll. nicht weil ich die partei mag, nein, nur um den "sozial"-demokraten den stuhl unter'm #!@ wegzutreten ...

  4. Das ist aeusserster Suggestivjournalismus. Lernt man das im Studium? Wir wissen nun das das programm lt. Meinung duenn sein soll. Wo sind die Beispiele, wo wird etwas davon angesprochen; wo ist der vergleich zu anderen programmen, in denen der der mehr hat am wenigsten belastet wird, da drohgebaehrden bei unseren Politikern funktionieren und das Ego herrscht? Das alles fehlt und macht solche Artikel nur noch peinlich.
    Ich bin Linksparteimitglied und habe nach diesem Lesen noch nicht mal nen ansatz wo ich etwas lernen bzw. nachholen kann, sollte ich etwas verpasst haben. ich weiss nur ich bin duenn. Hier sind ganz andere Dinge duenn gewesen.
     
    Mit Hochachtung ...
     
    Maximus Successus

    • tom310
    • 23.05.2008 um 16:43 Uhr

    Schon zwei Chancen hatte Lafontaine seine Ideen durchzusetzen. Doch er hat den Schwanz eingezogen und sich in seinem Palast versteckt. Er wird es wieder tun...

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    Oskar haette den Schwanz eingezogen musste natuerlich nochmal aufgewaermet werden. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Die Alternative zum Ruecktritt waere gewesen, den Schwanz einzuziehen und Schroeders anti-soziale Agenda-Politik mitzumachen (und danach abzusahnen, wie zum Beispiel, Riester, Clement und Konsorten).Oskar hat damals Mumm bewiesen und seine Ueberzeugung ueber den Posten gestellt. Das weckt natuerlich Neid bei anderen, die sich von Schroeder mit seinen dauernden Ruecktrittsdrohungen erpressen lassen haben. Eine "Die Partei bin Ich" Show war die Schroeder SPD. Fuer die Nieten, die da jetzt noch drin sind und sich von Schroeders Kumpanen rumkommandieren lassen (wie zum Beispiel bei der Bahn-Privatisierung), ist die Illusion, bei der Linken waers genau so, natuerlich verlockend. Man kann nur hoffen, dass diese verdorbenen Elemente nicht eines Tages in die Linke eintreten und dann auch dort wieder einem [...] (Bitte unterlassen Sie persönliche Beleidigungen. Die Redaktion / ft) wie Schroeder dabei helfen, den Staat zu runieren.

    Oskar haette den Schwanz eingezogen musste natuerlich nochmal aufgewaermet werden. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Die Alternative zum Ruecktritt waere gewesen, den Schwanz einzuziehen und Schroeders anti-soziale Agenda-Politik mitzumachen (und danach abzusahnen, wie zum Beispiel, Riester, Clement und Konsorten).Oskar hat damals Mumm bewiesen und seine Ueberzeugung ueber den Posten gestellt. Das weckt natuerlich Neid bei anderen, die sich von Schroeder mit seinen dauernden Ruecktrittsdrohungen erpressen lassen haben. Eine "Die Partei bin Ich" Show war die Schroeder SPD. Fuer die Nieten, die da jetzt noch drin sind und sich von Schroeders Kumpanen rumkommandieren lassen (wie zum Beispiel bei der Bahn-Privatisierung), ist die Illusion, bei der Linken waers genau so, natuerlich verlockend. Man kann nur hoffen, dass diese verdorbenen Elemente nicht eines Tages in die Linke eintreten und dann auch dort wieder einem [...] (Bitte unterlassen Sie persönliche Beleidigungen. Die Redaktion / ft) wie Schroeder dabei helfen, den Staat zu runieren.

    • BieneX
    • 23.05.2008 um 17:12 Uhr

    Oskar macht die Politiklandschaft munter und bunter. Die Opposition ohne Oskar wäre stinklangweilig.

    • hagego
    • 23.05.2008 um 17:15 Uhr

    Auch ich kann gar nicht verstehen, dass Gregor G. dem Oskar L. so ohne weiteres die Bühne überlässt.     Lafontaine kann sicherlich die ökonomischen Zusammenhänge transparent machen. Aber im eigentlichen Verkaufen der (Links) Politik ist Gysi wesentlich besser. Er kommt auch, da nicht so verbissen wirkend, besser beim Wähler bzw. beim Fernsehzuschauer an.     Ansonsten sollte sich doch niemand wundern, dass die LINKEN ihren Höhenflug fortsetzen. Das Gestammel in den etablierten Parteien ist kaum auszuhalten - das reicht von der CSU bis zu den Grünen. Von Huber bis Künast.

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