Mars Hoffnung im roten Sand

In der Nacht zum Montag ist auf dem Mars die amerikanische Raumsonde Phoenix gelandet. Erste Bilder erreichten die Erde. Die Mission soll endlich lang erhoffte Spuren von Leben finden

Die meisten Menschen würden sich wohl kaum freuen, wenn sie mal wieder eins ihrer Projekte so richtig in den Sand gesetzt haben. Bei Raumfahrtexperten ist das anders - vorausgesetzt, der Sand ist rot und bedeckt die Marsoberfläche. In der Nacht zum Montag brach bei der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa Jubel aus, als die Raumsonde "Phoenix" nach knapp einjähriger Reise durchs All erfolgreich auf eben diesem Marssand aufsetzt und erste Signale zurück zur Erde funkte.

Auf der runden Forschungsplattform, die mit ihren drei Füßen und Sendemast etwa zwei Meter hoch ist und damit ungefähr von den Ausmaßen eines Golfs, ruhen große Hoffnungen. Sie kann zwar nicht herumfahren, wie die mobilen Publikumslieblinge unter den Marssonden, Spirit und Opportunity, dafür hat sie aber einen langen Greifarm, der im roten Boden wühlen und endlich das finden soll, was Marsforscher schon seit Jahrzehnten suchen: einen unmissverständlichen Fingerzeig auf außerirdisches Leben.

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"Sehr detaillierte Untersuchungen der Sandkörner könnten uns den entscheidenden Hinweis liefern, ob Leben auf dem Mars je möglich war oder sogar noch ist", sagt der an der Mission beteiligte John Marshall, ein Mitarbeiter des SETI-Instituts, das sich der Suche nach extraterrestrischem Leben verschrieben hat. Phoenix soll in der Nordpolarregion des Planeten landen, wo knapp unter der Erdoberfläche gefrorenes Wasser vermutet wird. Wasser gilt als Grundvoraussetzung für organisches Leben.

"Follow the Water" - dem Wasser folgen - ist das passende Motto der Mission. Phoenix' Greifarm soll bis zu einen halben Meter tief im Erd- beziehungsweise Marsreich graben und von dort - hoffentlich feuchte - Marskrümel nach oben befördern, um sie im Bordlabor zu untersuchen: In mehreren kleinen Öfen werden sie erhitzt und chemisch analysiert. Zwar liefern Satellitenaufnahmen bereits starke Indizien, dass es an dieser Stelle Wasser gibt. Doch wenn man es im Boden fände, wäre das trotzdem ein großer Erfolg für die Forscher. "Das wäre das erste Mal, dass Wasser auf einem anderen Planeten direkt nachgewiesen wird", sagt Horst Uwe Keller, vom Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Das MPI hat eine Kamera beigesteuert, die am etwa zwei Meter langen Roboterarm befestigt ist.

Wunder dürfe man von der Mission nicht erwarten, dämpft Horst Uwe Keller allzu hochgesteckte Erwartungen: Selbst wenn man Wasser nachweise, bedeute das noch nicht, dass auch Leben auf dem Mars möglich sei. "Die Aufgabe der Sonde ist es auch nicht, Leben zu finden. Das ist außerordentlich schwierig. Wir wollen untersuchen, ob es Bedingungen für Leben auf dem Mars gibt, sagt der Sonnensystemforscher. Die größte Hoffnung der Wissenschaftler: in der Eisregion organische Moleküle zu entdecken, die der Ursprung von Leben sein könnten.

Leser-Kommentare
  1. Immer noch viel zu teuer ! Die Kosten in der Raumfahrt könnten auf 10 % gesenkt werden, wenn es nicht so ein exclusives Status-Busines wäre.Da hat sich längst ein SpeckGürtel um die GeldGeberschaft herum herausgebildet, ähnlich wie bei der RüstungsIndustrie.

  2. Akzeptieren wir auf Erden das Leben ?
    Immer geht es nur um uns und unsere Bedürfnisse.
    Wir horchen ins Weltall in der Hoffnung anderes Leben zu findenund können selbst in unserer Wohnung Erde nicht damit umgehen.

    • iDog
    • 25.05.2008 um 22:19 Uhr

    welche hoffnung soll "um himmels willen" denn das eventuell gefundene extraterrestrische leben befriedigen. fuehlen wir uns denn so alleine hier auf der erde? haben sie raumfahrt gewollt ? moechten sie die erde verlassen? bringt es ihnen etwas , wenn "wir " wissen, ob es es mikroben auf dem mars gibt ? ... mir ist das komplett egal , abgesehen von der potentiellen gefahr , diese fundstuecke mit zur erde zurueck zu bringen. fuer mich koennte dieses durch steuern aquirierte geld, das durch solche programme in die taschen von industrieunternehmen gespuelt wird, hier auf erden bessere zwecke erfuellen. wir haben genug probleme wo das geld fehlt, angefangen vom forschungsprogram zu der frage unter welchen voraussetzungen in zukunft auf der erde noch leben moeglich sein wird bis zum direkten hilfsprojekt in gegenden, wo es anscheinend schon jetzt schwierig wird zu leben. reine verschwendung und unverantwortliches investieren und insisitieren in den wahnsinn der arroganz....rein oekonomisch gesehen nichts anderes als kapitalumverteilung ... eine katastrophe auf der ganzen linie. liebe ZEIT - lassen sie uns doch mit solch einem quatsch in ruhe - das konnen die paar , die sich einbilden , das wuerde uns hier nuetzen , doch im PM nachlesen, neben dem artikel: "wie bastele ich mir einen regenbogen?" - wo es auch hingehoert.

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    • Kokaid
    • 26.05.2008 um 1:52 Uhr

    Gottseidank denken nicht alle Menschen so, sonst wüssten wir noch immer nicht dass die Erde eine Kugel ist. Kolumbus wäre dann schön daheim geblieben (was er will gleich drei Schiffe ? kommt nicht in die Tüte !) und jeden Tag würden hunderte Menschen an simplen Krankheiten sterben denn die Entwicklung des Penicillins zum Medikament wäre dann ja auch zu teuer und möglicherweise sowieso zu nichts nütze....Jedes Projekt im Bereich der Astronomie bedarf komplett neuer Technologien von deren Entwicklung wiederum ganze Wirtschaftszweige profitieren. So profitiert zum Beispiel die Halbleiterindustrie enorm von Projekten wie den Detektoren am CERN. Sie sind quasi Wissenschafts- Motoren die Synergien mit unzähligen kleinen Projekte eingehen. Es ist doch offensichtlich dass solche Projekte nicht nur gemacht werden weil ein paar Leute zu viele Isaac Asimov und Stanislaw Lem Romane gelesen haben.Nunja, offensichtlich ist dieser Kommmentar sowieso nur eine persönliche Meinung die wohl daher rührt dass Ihnen das "komplett egal" ist.

    Ja, ja, ja. Neulich habe ich auch von einem total sinnlosen Projekt gehört. Da will doch einer tatsächlich allen Ernstes in Richtung Westen segeln um Indien zu entdecken. Reine Verschwendung, totaler Humbug, intereressiert keine Sau, was soll denn da raus kommen!
    Verteilt das Geld doch lieber vor der Kirchenpforte an die Bedürftigen ancient harzvierler.

    Es mag wohl sein, das es auf der Erde jede Menge Probleme gibt die da der Lösung harren.
     
    Das ist aber ein wenig zu kurz gedacht. Was macht denn "den Menschen" aus, wie definiert er sich unabhängig unmittelbarer materieller Zwänge?
     
    "Es strebt der Mensch solang er lebt." Das Streben nach Erkenntnissen der Wille das Unbekannte zu erforschen ist ein Teil von dem was unser Menschsein ausmacht. Selbst wenn wir wollten, könnten wir gar nicht aufhören zu forschen (den Weltraum zu erforschen) oder dies zu "verschieben". Wir würden dann nämlich wider unserer Natur handeln und das hätte, wie die Vergangenheit bewiesen hat, katastropfahle Auswirkungen.
     
    Den Jungs von der NASA kann man nur gratulieren zu ihrem großen Erfolg. Teu, teu, teu, weiter so! 

    • Kokaid
    • 26.05.2008 um 1:52 Uhr

    Gottseidank denken nicht alle Menschen so, sonst wüssten wir noch immer nicht dass die Erde eine Kugel ist. Kolumbus wäre dann schön daheim geblieben (was er will gleich drei Schiffe ? kommt nicht in die Tüte !) und jeden Tag würden hunderte Menschen an simplen Krankheiten sterben denn die Entwicklung des Penicillins zum Medikament wäre dann ja auch zu teuer und möglicherweise sowieso zu nichts nütze....Jedes Projekt im Bereich der Astronomie bedarf komplett neuer Technologien von deren Entwicklung wiederum ganze Wirtschaftszweige profitieren. So profitiert zum Beispiel die Halbleiterindustrie enorm von Projekten wie den Detektoren am CERN. Sie sind quasi Wissenschafts- Motoren die Synergien mit unzähligen kleinen Projekte eingehen. Es ist doch offensichtlich dass solche Projekte nicht nur gemacht werden weil ein paar Leute zu viele Isaac Asimov und Stanislaw Lem Romane gelesen haben.Nunja, offensichtlich ist dieser Kommmentar sowieso nur eine persönliche Meinung die wohl daher rührt dass Ihnen das "komplett egal" ist.

    Ja, ja, ja. Neulich habe ich auch von einem total sinnlosen Projekt gehört. Da will doch einer tatsächlich allen Ernstes in Richtung Westen segeln um Indien zu entdecken. Reine Verschwendung, totaler Humbug, intereressiert keine Sau, was soll denn da raus kommen!
    Verteilt das Geld doch lieber vor der Kirchenpforte an die Bedürftigen ancient harzvierler.

    Es mag wohl sein, das es auf der Erde jede Menge Probleme gibt die da der Lösung harren.
     
    Das ist aber ein wenig zu kurz gedacht. Was macht denn "den Menschen" aus, wie definiert er sich unabhängig unmittelbarer materieller Zwänge?
     
    "Es strebt der Mensch solang er lebt." Das Streben nach Erkenntnissen der Wille das Unbekannte zu erforschen ist ein Teil von dem was unser Menschsein ausmacht. Selbst wenn wir wollten, könnten wir gar nicht aufhören zu forschen (den Weltraum zu erforschen) oder dies zu "verschieben". Wir würden dann nämlich wider unserer Natur handeln und das hätte, wie die Vergangenheit bewiesen hat, katastropfahle Auswirkungen.
     
    Den Jungs von der NASA kann man nur gratulieren zu ihrem großen Erfolg. Teu, teu, teu, weiter so! 

    • PGMN
    • 25.05.2008 um 22:25 Uhr
    4. What?

    Ich muss mich im Voraus entschuldigen: Es ist genau solch kleinbürgerlich/biedermännisches Denken, wie in Kommentar Nr. 1 dargestellt, welches technologische und wissenschaftliche Entwicklungen in jeder Fachrichtung behindert. Wenn man immer wieder frägt, "Was bringt mir das? Warum kostet das so Viel?", wird die Menschheit für immer auf unserem heutigen Standard verweilen. Grundlagenforschung wie z.B. Marsmissionen bescheren uns immer wieder neue Technologien und neues Wissen über das Universum, in dem wir leben. Ich möchte direkt einmal die häufigsten Gegenargumente aufzählen, welche meiner oben dargestellten Meinung entgegengestellt werden:1. "Wirtschaftlicher Konkurrenzdruck wird die durch die Grundlagenforschung erzeugten Technologien und Theorien ebenfalls und ohne solch große Belastung der Allgemeinheit hervorbringen."Dies ist nicht richtig, denn die Tests für Grundlagenforschung können nunmal nur unter bestimmten Bedingungen realistisch durchgeführt werden. Ein Beispiel: Man wird die für eine Marsmission entwickelten Technologien nur auf einer Marsmission testen können. Marsmissionen kosten Geld, welches der Wirtschaft in der Regel aufgrund des Risikos zu schade ist. Dieses Argument hebelt sich demnach selbst aus.2."Grundlagenforschung bringt sowieso keine nützlichen Technologien hervor, denn sonst würde sie von der Wirtschaft unweigerlich durchgeführt werden."Wer dies fordert, darf nur noch zu Fuß gehen, denn z.B. das Rad wurde auch nicht unweigerlich in jeder Volkswirtschaft erfunden, war somit auch trotz seines Nutzens keine unweigerliche Erfindung. 3."Wir sollten uns erst einmal um unsere eigenen Probleme kümmern, bevor wir uns z.B. der Raumfahrt zuwenden, welche uns selbst nicht weiterhilft."Dies ist ein etwas komplizierteres Argument, stellt aber für mich das Maximum an biedermännischem Denken dar. Eine kleine Analogie könnte möglicherweise den einen Teil meiner Kritik an diesem Argument verdeutlichen: Es ist genauso wie eine Person, die soch weigert, ihren Garten in Ordnung zu halten, weil ihre Topfpflanzen alle eingehen, obwohl die Gartenarbeit möglicherweise genau das richtige Mittel ist, um ihr Verständnis für die Pflanzenaufzucht zu verbessern.Der andere Teil meiner Kritik ist, dass insbesondere die Raumfahrt genau das richtige Mittel sein könnte, um unsere "irdischen" Probleme zu lösen. Die Erforschung des Weltalls ist eine Aufgabe, die nur von der gesamten Menscheit gemeinsam wirklich bewältigt werden kann. Könnte man den Großteil der Menschheit von diesem einen Ziel überzeugen, so könnte man eine auf dieses Ziel ausgerichtete Weltwirtschaft aufbauen, was wohl viele Menschen in Lohn und Brot stellen und damit zumindest einen Teil unserer sozialen Probleme lösen würde.Schlussendlich möchte ich damit sagen, dass wenn überhaupt eine massive Aufstockung des Budgets zur Erschließung des Weltalls für die gesamte Menschheit der richtige Weg sein kann und ein endgültiges Abschütteln des Gedanken, "Was kann die Grundlagenforschung für mich tun?" unbedingt notwendig ist.mfg. PGMN

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    Auch wenn ich Ihrer Argumentation zum Thema Grundlagenforschung zustimme, muss ich Ihnen leider in Ihrer Grundannahme widersprechen.Raumfahrt ist zu teuer! Damit meine ich nicht zu teuer in absoluten Zahlen. Wenn es nach mir ginge sollte man die Budgets vervielfachen. Die Raumfahrt ist aber zu teuer, im Preis / Leistungs Verhaeltnis. Man muss sich das mal ueberlegen: Das Space Shuttle der NASA fliegt seit dreissig Jahren. Ist es mit den Milliarden Dollar, die der Nasa zur Verfuegung stehen, noetig ein voellig veraltetes und teures Vehikel zu benutzen?Wirtschaftlich gesehen haben alle Weltraumagenturen (NASA, ESA, JSA ..) versagt. Das kommt daher, dass es keine Konkurrenz gibt. Speziell die NASA hat sich sehr gut in ihrem Monopol eingerichtet und reagiert auf berechtigte Kritik mit unglaublicher Arroganz.Einfach mal bei google "Weltraumtourismus" oder "Monopol + Raumfahrt" nachschlagen. Die Budgets der NASA sind ebenfalls im Netz zu finden.

    Auch wenn ich Ihrer Argumentation zum Thema Grundlagenforschung zustimme, muss ich Ihnen leider in Ihrer Grundannahme widersprechen.Raumfahrt ist zu teuer! Damit meine ich nicht zu teuer in absoluten Zahlen. Wenn es nach mir ginge sollte man die Budgets vervielfachen. Die Raumfahrt ist aber zu teuer, im Preis / Leistungs Verhaeltnis. Man muss sich das mal ueberlegen: Das Space Shuttle der NASA fliegt seit dreissig Jahren. Ist es mit den Milliarden Dollar, die der Nasa zur Verfuegung stehen, noetig ein voellig veraltetes und teures Vehikel zu benutzen?Wirtschaftlich gesehen haben alle Weltraumagenturen (NASA, ESA, JSA ..) versagt. Das kommt daher, dass es keine Konkurrenz gibt. Speziell die NASA hat sich sehr gut in ihrem Monopol eingerichtet und reagiert auf berechtigte Kritik mit unglaublicher Arroganz.Einfach mal bei google "Weltraumtourismus" oder "Monopol + Raumfahrt" nachschlagen. Die Budgets der NASA sind ebenfalls im Netz zu finden.

    • Kokaid
    • 26.05.2008 um 1:52 Uhr

    Gottseidank denken nicht alle Menschen so, sonst wüssten wir noch immer nicht dass die Erde eine Kugel ist. Kolumbus wäre dann schön daheim geblieben (was er will gleich drei Schiffe ? kommt nicht in die Tüte !) und jeden Tag würden hunderte Menschen an simplen Krankheiten sterben denn die Entwicklung des Penicillins zum Medikament wäre dann ja auch zu teuer und möglicherweise sowieso zu nichts nütze....Jedes Projekt im Bereich der Astronomie bedarf komplett neuer Technologien von deren Entwicklung wiederum ganze Wirtschaftszweige profitieren. So profitiert zum Beispiel die Halbleiterindustrie enorm von Projekten wie den Detektoren am CERN. Sie sind quasi Wissenschafts- Motoren die Synergien mit unzähligen kleinen Projekte eingehen. Es ist doch offensichtlich dass solche Projekte nicht nur gemacht werden weil ein paar Leute zu viele Isaac Asimov und Stanislaw Lem Romane gelesen haben.Nunja, offensichtlich ist dieser Kommmentar sowieso nur eine persönliche Meinung die wohl daher rührt dass Ihnen das "komplett egal" ist.

    Antwort auf "milliardenverluste ..."
  3. Auch wenn ich Ihrer Argumentation zum Thema Grundlagenforschung zustimme, muss ich Ihnen leider in Ihrer Grundannahme widersprechen.Raumfahrt ist zu teuer! Damit meine ich nicht zu teuer in absoluten Zahlen. Wenn es nach mir ginge sollte man die Budgets vervielfachen. Die Raumfahrt ist aber zu teuer, im Preis / Leistungs Verhaeltnis. Man muss sich das mal ueberlegen: Das Space Shuttle der NASA fliegt seit dreissig Jahren. Ist es mit den Milliarden Dollar, die der Nasa zur Verfuegung stehen, noetig ein voellig veraltetes und teures Vehikel zu benutzen?Wirtschaftlich gesehen haben alle Weltraumagenturen (NASA, ESA, JSA ..) versagt. Das kommt daher, dass es keine Konkurrenz gibt. Speziell die NASA hat sich sehr gut in ihrem Monopol eingerichtet und reagiert auf berechtigte Kritik mit unglaublicher Arroganz.Einfach mal bei google "Weltraumtourismus" oder "Monopol + Raumfahrt" nachschlagen. Die Budgets der NASA sind ebenfalls im Netz zu finden.

    Antwort auf "What?"
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    • PGMN
    • 26.05.2008 um 19:44 Uhr

    Ich muss mich für ihre Aufforderung bedanken. Locker zu bleiben gelingt mir leider bei diesem Thema nicht immer. Ich muss ihnen außerdem Zustimmen, dass die Effizienz der derzeitigen Möglichkeiten, insbesondere in der Raumfahrt, arg gering ist. Allerdings ist insbesondere der Challenger-Unfall ein Beispiel für das, was bei unangebrachter wirtschaftlichkeit passieren kann. Dies hing insbesondere mit dem Anspruch des Space-Shuttle-Programms zusammen, das Kilogramm Nutzlast für 1000$ in den Orbit zu befördern. Realistisch sind und waren in etwa 1Mio.$ pro Kilogramm Nutzlast. Ich stimme ihnen auch darin zu, dass das Shuttle, obschon ein technologisches Meisterwerk, welches gerade die Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines Wiederverwendbaren Raumfahrzeugs zeigt, ein veraltetes Vehikel ist, welches schnellstmöglich stillgelegt werden sollte. Jedoch wäre eine Erhöhung des Budgets, auch hier in Europa, eine richtige Entscheidung, denn neuartige Raumtransporter, das umschließt auch nicht wiederverwendbare Fahrzeuge, große Summen kostet, deren Ausgabe aber von der Politik als nicht populär genug betrachtet wird. Ich würde das ganze einmal so zusammenfassen: Fortschritt in der Grundlagenforschung wird gerade so schnell gemacht, wie die Politik es zulässt. Und hier besteht eindeutig Handlungsbedarf.mfg. PGMN

    • PGMN
    • 26.05.2008 um 19:44 Uhr

    Ich muss mich für ihre Aufforderung bedanken. Locker zu bleiben gelingt mir leider bei diesem Thema nicht immer. Ich muss ihnen außerdem Zustimmen, dass die Effizienz der derzeitigen Möglichkeiten, insbesondere in der Raumfahrt, arg gering ist. Allerdings ist insbesondere der Challenger-Unfall ein Beispiel für das, was bei unangebrachter wirtschaftlichkeit passieren kann. Dies hing insbesondere mit dem Anspruch des Space-Shuttle-Programms zusammen, das Kilogramm Nutzlast für 1000$ in den Orbit zu befördern. Realistisch sind und waren in etwa 1Mio.$ pro Kilogramm Nutzlast. Ich stimme ihnen auch darin zu, dass das Shuttle, obschon ein technologisches Meisterwerk, welches gerade die Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines Wiederverwendbaren Raumfahrzeugs zeigt, ein veraltetes Vehikel ist, welches schnellstmöglich stillgelegt werden sollte. Jedoch wäre eine Erhöhung des Budgets, auch hier in Europa, eine richtige Entscheidung, denn neuartige Raumtransporter, das umschließt auch nicht wiederverwendbare Fahrzeuge, große Summen kostet, deren Ausgabe aber von der Politik als nicht populär genug betrachtet wird. Ich würde das ganze einmal so zusammenfassen: Fortschritt in der Grundlagenforschung wird gerade so schnell gemacht, wie die Politik es zulässt. Und hier besteht eindeutig Handlungsbedarf.mfg. PGMN

    • Gnurg
    • 26.05.2008 um 5:21 Uhr

    Das Weltraumprogramme keinen direkten finanziellen Gewinn erzielen ist ja klar. Aber darum geht es ja auch gar nicht. Das sich ein Raumprogramm nicht rechnet hat man schon in den 60ern erkannt. Allerdings haben Raumprogramme Gott sei Dank auch noch andere Nutzen. In den 60ern zuerst einen militärischen, dann ging es ums Prestige, dann erst, nach der Mondlandung hat man sich intensiv mit einer möglichen zivilen Nutzbarkeit auseinandergesetzt. Die NASA ist heute die einzige Weltraumorganisation der Welt, die irgendwie Gewinn erziehlt, und das kommt auch nur aus ihrer historischen Verbindung mit dem Militär. Alle anderen Raumprogramme sind staatliche, nicht-militärische Programme. Das heißt natürlich nicht, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht auch militärisch genutzt werden, aber dennoch sind es verschiedene Wirtschaftssektoren. Machen wir uns nichts vor: Ohne die unlukrative Raumfahrt gäbe es heute allerdings weder Satellitenfernsehen und Handys, kein Internet, kein GoogleEarth und auch kein GPS.
    Gerade bei der NASA kommt der Dual Use sehr gut zum Ausdruck, zum Beispiel bei der Firma Lockheed Martin, die einerseits für einen Großteil der amerikanischen Raumfahrzeuge, andererseits für einen Großteil der amerikanischen Rüstungsproduktion verantwortlich ist. Raumfahrtorganisationen andere Länder, wie zum die japanische JAXA, stemmen sich durch ihren überwiegend aus intelektuellen Kreisen bestehenden wissenschaftlichen Kern bisher überwiegend erfolgreich gegen eine militärische Nutzung ihrer Projekte.
    Ich fand den Blumenkübel/Garten Vergleich von PGMN (Kommentar 4) sehr treffend. Wir können nur lernen: Vom Mars, vom Sonnensystem, von unserer eigenen Welt, damit wir uns vielleicht endlich einmal über die Nichtigkeit und Bedeutungslosigkeit unserer eigenen, als imens wichtig empfundenen Probleme klar werden und mal einen Schritt zurück machen können um das Gesamtbild betrachten zu lernen.

  4. Als aktiver Christ und häufiger Brasilienreisender zu nicht-touristischen Zwecken sehe ich überall auf dieser Welt gravierende Probleme, deren Nicht-Lösung trotz der Kenntnis der Zusammenhänge bei mir und bei vielen Menschen immer wieder zu Kopfschütteln führt. Hungersnöte, Krankheiten, Katastrophen - hier muß dringend etwas getan werden und die Anstrengungen müssen sich unmißverständlich vervielfachen.
    Und trotz alledem: diese Problemerkenntnis, sowie der Wille, diese Probleme zu lösen, stehen und standen nie im Widerspruch zu den großen, transepochalen Betrebungen der Menschen, neue Erkenntnisse zu erschaffen und an die Grenzen des Wissens vorzudringen. Es ist uns Menschen als sehr junge Zivilsation geradezu inhärent, die Dinge um uns herum zu erforschen - und unsere Welt hört nicht plötzlich auf Stratosphärenhöhe auf. Die Weltraumforschung - theoretisch wie praktisch - hat für mich drei zentrale Funktionen, die in der einen oder anderen Form hier in den Kommentaren schon angesprochen wurden:
    1. Die Verwertungsfunktion: aus Erkenntnissen der Grundlagenforschung lassen sich "praktisch" verwertbare, gegebenenfalls "massenwirksame" Technologien extrahieren. Auf meiner persönlichen Rangliste jedoch die Funktion mit der geringsten Bedeutung.
    2. Die Erkenntnisfunktion: Wissen und Verständnis hat einen Wert an sich. Zu wissen "was die Welt im Innersten zusammenhält", ist eine der faszinierendsten Bestrebungen der Menschheit. Und dazu gehört der Blick ins Universum.
    3. Die Funktion der Selbsterkenntnis: Die Auseinandersetzung mit dem Universum lehrt Bescheidenheit sowie die Erkenntnis, dass der Mensch lediglich einen recht unbedeutenden Platz einnimmt.
    Als Skeptiker totalen Wissens (und als kritischer Rationalist im Sinne Poppers) bezweifle ich, dass wir jemals alle Geheimnisse dieses gigantischen Universums ergründen, geschweige denn eine allzu bedeutende Rolle darin spielen können. Das soll uns jedoch nicht davon abhalten, so viel wie möglich zu erforschen und "dorthin vorzustürmen, wo Engel furchtsam weichen". Erfolge in der Astronomie und Raumfahrt sind Sternstunden der Menschheit, die in gewisser Weise die Zukunft des Menschen vorwegnehmen. Und diese Zukunft wird eines Tages auch im Weltraum liegen.
    Ach richtig: So reden und "Davonschweifen" kann man natürlich nur, wenn man genug zu essen hat, sich keine Sorgen um "weltliche" Dinge wie Krankheiten oder Armut machen muß und dergleichen. Genau betrachtet eigentlich ein Grund mehr, all diese "weltlichen" Probleme schnellstens zu lösen, auf dass alle Menschen an diesem Zukunftstraum teilhaben können.

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