Umweltschutz Steuer gegen Steuer

Im Streit um die Kfz-Steuer wird über einen Tausch der Einnahmen zwischen Bund und Ländern verhandelt. Eine höhere Belastung von Altautos lehnt die Union ab

„Es laufen konkrete Gespräche darüber, zu einem Steuertausch zwischen Bund und Ländern zu kommen“, sagte der Unions-Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen am Dienstag in Berlin. Ein Sprecher des Finanzministeriums bestätigte ebenfalls, dass die Länder das Thema im Rahmen der Verhandlungen über die Föderalismusreform II ansprechen wollten.

Für die Steuer hat zwar der Bund die Gesetzgebungskompetenz unter Einbeziehung des Bundesrats. Die Einnahmen stehen aber den Ländern zu. Die bisherige Situation sei so festgefahren, dass es keinen Zweck mehr habe, mit dem Kopf vor die Wand zu laufen, so Röttgen. Statt dessen müsse man nun „die Wand versetzen“.

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Seit Wochen belastet das leidige Thema das Klima in der Großen Koalition. Eigentlich sollte die Kfz-Steuer im Rahmen des Klimapakets II neu geordnet werden, welches das Kabinett am 18. Juni beschließen will. Geplant war ein Umbau nach ökologischen Kriterien. Künftig sollte sich die Höhe der Steuer nicht mehr wie bisher am Hubraum orientieren, sondern am CO2-Ausstoß. Doch nach massivem Widerstand vonseiten der CSU, die im September in Bayern Landtagswahlen zu bestehen hat, als auch von anderen Bundesländern wurde das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Länder stimmen einem Tausch prinzipiell zu, wenn sie dafür einen entsprechenden Ausgleich bekommen. Allerdings gehört auch die Föderalismusreform II, in der es um die Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern geht, zu den heiß umkämpften Projekten der Großen Koalition. Keineswegs ist sicher, dass es tatsächlich noch in dieser Legislaturperiode zu einem Ergebnis kommen wird.

Röttgen setzte sich am Dienstag deswegen dafür ein, die Kfz-Steuer aus den Verhandlungen herauszulösen. Dann könne sie möglicherweise 2010 in Kraft treten. Ursprünglich war der Umbau für 2009 geplant gewesen.

Doch selbst wenn es gelingen sollte, sich auf diese grundlegende Änderung zu einigen, so steht der Koalition mit der konkreten Ausgestaltung der Steuer gleich der nächste Streit ins Haus.

Leser-Kommentare
  1. Einführung sogenannter "intelligenter Stromzähler", mit deren Hilfe Energie, Klimagas und Kosten gespart werden sollenLiebe Leute - was dabei wirklich geplant ist, sind keine Einsparungen, sondern Verteuerungen für die Verbraucher - wie immer in Schönsprech positiv verpackt.Was dann kommt sind Stromtarife nach Zeit wie im Mobilfunk mit *1 bis *20, wo der beworbene Strom zwischen 02:00 bis 04:00 "nur 10 Cent kostet,als Anreisser, und in den anderen Zeiten im Viertelstundentakt variieren wird (Modell der Internet Call-by-Call-Provider, die gerne den Tarif von Woche zu Woche umdrehen).Das braucht wirklich kein Kunde - nur die Abzocker. Und die starke Nähe von Herrn Röttgen zur Industrie belegte der Versuch unter Beibehaltung des Mandates Bundesgeschäftsführer des BDI zu werden. Den Posten gab es nicht - aber die Connections blieben.Wieso Politiker immer wieder plötzlich der Meinung sind, im Volk vorhandenen Besitz und Werte vorschnell schlecht, madig und nachträglich teuer zu machen (das würde sich die Industrie heftig und erfolgreich verbitten), obwohl die meisten Besitzer älterer und seinerzeit regelkonformer Autos für ein neues gar kein Geld haben, meist wenig fahren wird wohl kein Politiker schlüssig erklären können. Die einzige Lobby ist derzeit der Stimmzettel und dazwischen "auf den Pelz rücken" bei seinem zuständigen Abgeordneten. Manchmal hilfts - wenn es genügend Menschen nachdrücklich tun würden.

  2. die vermeintliche launigkeit ihres kommentars soll wohl verschleiern,
    daß sie treibstoff auf dem jetzigen niveau als billig bezeichnen.
    sowas können eigentlich nur autolose oder erben behaupten...
    obwohl ich ein 2 jahre altes kfz mit rußfilter betreibe, bin ich doch der
    meinung, daß die von unserer weltklimakanzlerin auf dem weltverkehrstag
    (welche hybris ) in luppzsch geforderte erhöhung (!) der steuern für
    altfahrzeuge ein ziemlich  unfreundlicher akt wäre. (gründe:>betroffener)
     man sollte dem vorschlag von nicolas sarkozy
    folgen - und die steuern auf mineralölprodukte auf ein international
    kompetritives niveau anpassen. es ist gar nicht einzusehen, wieso nur
    autofahrer die  rentner, die bahn und den bundeshaushalt derartig
    überproportional subventionieren  sollen. man könnte die meerschweinsteuer
    auf runde 20% erhöhen - und dafür die mineralölsteuer senken.
    das eine prozent wuerde keiner merken -  ( ich hab die erhöhung
    auf 19% jedenfalls nicht wirklich gemerkt, die permanente sprit-
    und autokostenabzocke aber sehr erheblich ) und der binnenkonsum
    wuerde gefördert, wenn die summen an der tanke einen nicht ständig
    zornig machen wuerden, besonders eingedenk der tatsache, daß
    das meiste steuern sind, wo ich mir noch nicht mal ein körbchen erdbeeren
    im supermarkt leisten kann. 
     

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