Fußball-EM
Kunst zum Kleben
Die Schweizer haben eine Alternative zu den Panini-Bildern erfunden: Die "Tschutti-Bildli", von Künstlern gestaltete Fußballporträts, sind der Verkaufshit in der Schweiz
Die Schweizer sind nicht nur Europameister im Panini-Bilder-Sammeln, sie haben auch die attraktivste Alternative zu den Klebe-Kickern entworfen: Die "Tschutti-Bildli". "Übersetzt heißt das so viel wie Bolz-Bilder", erklärt Erfinder Silvan Glanzmann. Der Schweizer Illustrator und sechs seiner Mitstreiter betreiben in Luzern das alternative Fußball-Magazin "Tschutti-Heftli". Zur Euro 2008 wollten sie "nicht auch noch das schreiben, was alle anderen schreiben", sondern ein eigenes Album herausbringen, erzählt Glanzmann.
Sie beauftragten daraufhin 16 Schweizer und deutsche Künstler, sich mit der Gestaltung der Nationalmanschaften zu beschäftigen.
, wurden sie schnell zum Renner. Glanzmann und seine Kollegen, die ihre Bilder bis dahin liebevoll selbst eingetütet hatten, mussten ihre Produktion auslagern. Inzwischen sind sie schon bei der dritten Auflage. Mehr als 700.000 "Tschutti-Bildli" wechseln auf Sammlertreffs die Besitzer.
Mehr noch als die herkömmlichen Panini-Fotos bieten die "Tschutti-Bildli" einen Einblick in die Seele der jeweiligen Mannschaft: Das deutsche Team etwa wurde gestaltet von
. Er verwendete ein verwaschenes Dunkelgrün, anspielend auf die leicht depressive Grundhaltung des Löw-Teams, die ihm oft nachgesagt wird. Wesentlich fröhlicher kommen die Schweden daher, die nicht gezeichnet, sondern gehäkelt wurden. Richtig zum Anbeißen sind die Tschechen: Sie wurden aus Marzipan geformt.
- Datum 05.06.2008 - 07:37 Uhr
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