Mobiles Internet Das Schlaubergerhandy
Wo sind die Kumpels? Wo gibt's Burger? Events? Kultur? Nach acht Jahren UMTS-Lizenzen fließen Internetwissen und Navidaten demnächst sinnvoll zusammen - im GPS-Handy
„Kindergarten-Einbruch“, „Schwimmbad wieder geöffnet“, „Neue Leiterin für Grundschule“ – Nachrichten wie diese aus der Ulmer Südwest Presse füllen täglich die Lokalteile hunderter Tageszeitungen in Deutschland. Allerdings interessieren sich für die Neuigkeiten über den Kindergarten am Eselsberg oder die Grundschule in Söflingen vor allem die direkten Nachbarn, wer auf der anderen Seite der Stadt wohnt, dem sind sie meist ziemlich egal. Um ihren Lesern den Weg zu den Ereignissen in ihrer näheren Umgebung zu erleichtern, hat die Südwest Presse ihr Onlineportal testweise mit einer großen Karte ausgestattet, auf der die Artikel als orange Quadrate auftauchen – mit unterschiedlichen Symbolen für News, Kultur und Sport. Wer darauf klickt, bekommt eine kurze Vorschau zu sehen. „Ortsbasierte Nachrichten“ heißt das Konzept.
Und das funktioniert nicht nur am Schreibtisch. Wer mit einem internetfähigen Handy in Ulm unterwegs ist, kann sich von allen Lokalnachrichten genau diejenigen anzeigen lassen, die von Ereignissen in der direkten Umgebung seines aktuellen Standorts handeln. Besonders interessant ist das beim Veranstaltungskalender. Wer sich gerade in der Nähe der Friedrichsau befindet, erfährt so, dass in einer halben Stunde gleich um die Ecke die Peckinpahs mit Garage-Swing auftreten.
Ortsbezogenen Dienstleistungen, im Internet-Neusprech gerne auch als location based services (LBS) bezeichnet, gelten schon seit dem Jahr 2000 als „Killer-Anwendung“, mit der die Mobilfunkunternehmen ihre damals für 50 Milliarden Euro ersteigerten UMTS-Lizenzen zu Geld machen können. Selbst 2002, kurz nach dem Börsencrash der Internetbranche, sah das große britische Marktforschungsinstitut Ovum noch einen kurzfristig zu erschließenden 20-Milliarden-Markt. Allein in Deutschland sollten demnach schon 2006 über 900 Millionen Euro mit ortsbezogenen Online-Dienstleistungen umgesetzt werden.
- Datum 20.10.2008 - 13:23 Uhr
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- Serie Internet-Spezial
- Quelle ZEIT online
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Gleichberechtigung der Technik
Wenn das Handy mich kennt wie ich mich selbst sehe (n möchte),wird das Handy an diesem Tage eine gleichberechtigte Stellung neben mir einnehmen.
:-D
Wenn es also die Daten über mich in meinem emotionalen Kontext verarbeiten möchte und es auch auf seine Weise auch kann und tut.
Mein jetziges Handy ist mein Besitz.
Vielleicht ist das beim nächsten Handy schon umgekehrt.
;-)
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