US-Vorwahlen Obama erklärt sich zum Sieger
Nach den beiden Vorwahlen in Montana und South Dakota liegt Barack Obama uneinholbar vorn. Hillary Clinton hat ihre Niederlage jedoch noch nicht eingestanden.
Auf diesen Satz haben die Anhänger von Barack Obama gewartet: "Heute Abend kann ich vor Euch treten und Euch sagen, dass ich der Kandidat der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl sein werde." Am Dienstagabend, nach einem fünfmonatigen Vorwahl-Marathon, sprach ihn Obama in St. Paul im Bundesstaat Minesota und ernannte sich damit zum ersten designierten schwarzen Präsidentschaftskandidaten in der amerikanischen Geschichte.
In seiner Rede rief Obama - Sohn eines Kenianers und einer weißen Amerikanerin - zum politischen Wandel in den USA auf. "Dies ist unsere Zeit, dies ist unsere Chance, eine neue Seite aufzuschlagen", rief der 46-Jährige. Obama konnte nach Berechnungen des Fernsehsenders CNN nach den letzten beiden Vorwahlen in den Bundesstaaten South Dakota und Montana insgesamt 2132 Delegiertenstimmen auf sich vereinen - die notwendige Schwelle liegt bei 2118 Delegierten. CNN sprach von einem "historischen Tag". Designierter Gegner Obamas ist der Republikaner John McCain.
Allerdings musste Obama bei der Vorwahl in South Dakota noch einmal eine Niederlage einstecken - die Umfragen hatten ihn vorn
gesehen. Nach Auszählung von 94 Prozent der Wahlbezirke liegt Hillary Clinton dort
mit 56 Prozent zu 44 Prozent vorn. In Montana schlossen die Wahllokale
um 4 Uhr deutscher Zeit. Hochrechnungen zufolge konnte sich dort, wie
erwartet, Obama mit 59 zu 39 Prozent durchsetzen. In beiden Staaten
sind insgesamt 31 Delegierte zu holen.
Obama rief eindringlich zur Einheit seiner Partei auf und lobte in seiner Rede seine Konkurrentin Clinton. "Lasst uns beginnen, zusammen zu arbeiten und uns zu einen, um gemeinsam die Zukunft Amerikas zu verändern", sagte Obama. Er gratulierte Clinton zu der "Art und Weise, wie sie diese Wahlkampagne geführt hat". Sie sei eine "politische Führerin, die Millionen von Amerikaner inspiriert", sagte er.
Hillary Clinton zögert noch, ihre Niederlage anzuerkennen "Ich werde mich mit Unterstützern und der Parteiführung beraten, wie es weitergeht", sagte sie am Dienstagabend (Ortszeit) vor Anhängern in New York. "Die fast 18 Millionen Menschen, die für mich gestimmt haben, müssen gehört und gesehen werden", sagte die frühere First Lady.
Unterdessen kursierten neue Spekulationen, dass Obama und Clinton im weiteren Wahlkampf zusammenfinden könnten. Clinton gestand laut Presseberichten bereits indirekt ihre Niederlage ein. Sie habe ihre Bereitschaft erklärt, für den Posten der Vizepräsidentin Obamas zu kandidieren. Führende Politiker der Demokraten hatten immer wieder erklärt, nach dem langen und teilweise heftigen Vorwahlkampf gehe es jetzt zunächst darum, die Einheit der Partei zu sichern.
McCain bezeichnete Obama als "beachtlichen Gegner" im Rennen um das Weiße Haus. "Ich bin aber bereit für diese Herausforderung", sagte McCain im US-Staat Louisiana.
Zugleich wies der Senator aus Arizona Angriffe Obamas zurück, McCain werde lediglich die Politik von George W. Bush fortsetzen.
Bereits Stunden vor der Ende der Vorwahlen waren immer mehr "Superdelegierte" zu Obama übergelaufen und sicherten ihm so die notwendigen Stimmen zur Nominierung . "Die Nominierung ist ihm nicht mehr zu nehmen" , sagte ein CNN-Kommentator.
"Superdelegierte" sind hohe Parteifunktionäre, die in ihrer Entscheidung nicht an Weisungen ihrer Basis gebunden sind. Offiziell bestimmen die Demokraten auf einem Nominierungsparteitag Ende August in Denver (US-Bundesstaat Colorado) ihren Präsidentschaftskandidaten. Bei den letzen beiden Vorwahlen siegte Obama in Montana und Clinton in South Dakota.
- Datum 04.06.2008 - 11:46 Uhr
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 2
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Meint die Silke hier heute anderswo.
Sie will wohl warten bis "the fat lady sings". Was immer das heissen soll.
Hoffentlich aber nur, dass sich vieles aendern kann bis zum Parteitag. Dass die "Superdelegates" ihre Stimmen wechseln koennen, wie manche es schon gemacht haben.........
Silke und Eva brauchen ihre Hoffnungen noch nicht voellig zu begraben. Obwohl "endlich eine Frau", so ein Wunsch wohl heute weniger Chancen als gestern hat.
Wo sind die anderen Unterschiede zwischen Obama und Clinton?
Wirklich, wo gibt es sie in der kommenden US Aussenpolitik? Und das ist doch was Deutschland/die Welt am meisten interessieren sollte. Nein?
Warum, wenn man solche Unterschiede erkennen kann (was uns nicht leicht faellt), ist das nicht DAS Thema hier in der ZEIT?
Verschlucken Sie sich nicht, Herr Redakteur! Sie implizieren, dass es ein "schlechteres" Amerika gibt. Um Himmelswillen! Was tun Sie da! Es gibt in Wirklichkeit nur das "Meistland" in dem grundsätzlich alles optimal, sprich höher, reicher, schöner ist als irgendwo auf der Welt. Der skandierte "Wechsel" der diversen Kandidatenattrappen klingt demnach so wie Ulbrichts "überholen ohne einzuholen!". Die Dialektik ist vergleichbar genial. Das Land der Tapferen und Freien macht keine Fehler. Bereut nie. Somit wird sich nach des Einen oder Anderen "Change" nur die Art und Weise ändern, wie weiter alles überoptimal gestaltet wird. In Guantanomo und anderswo.Warum also erst wählen, möchte man fragen. Die Farce mit den Diebold-Apparaten wird sich wiederholen. Und wenn alle Stricke reissen, bleibt uns die Spannung, wie lange Obama am Leben bleiben wird.
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