Telekom-AffäreSchützen bis zum Rechtsbruch?

Sogar alte Stasi-Leute sollen der Telekom beim Spitzeln geholfen haben - im Dienste der Konzernsicherheit. Was treiben die Sicherheitsleute in deutschen Unternehmen; und was dürfen sie? von 

Der Sicherheitschef eines Großkonzerns hätte bestimmt Wertvolles zu sagen. Nur zitiert werden will er nicht. Nicht zur Telekom-Affäre. Eigentlich überhaupt nicht.

Selbst dass er sich an diesem Freitag mit mehr als 30 Sicherheitschefs deutscher Dax-Unternehmen und dem Bundeskriminalamt zum Erfahrungstausch trifft, möchte er nicht im Netz lesen.

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Dabei genügt ein Anruf bei der Pressestelle des BKA, um Details der Veranstaltung zu erfahren: Wann findet das nächste Treffen mit den Unternehmen statt? „Am Freitag in Stuttgart. Das ist doch kein Geheimnis“.

Willkommen in der Welt der Konzernsicherheit!

Einer, der diese Welt seit vielen Jahren kennt, ist der Unternehmensberater Carsten Baeck, Chef der Deutschen Risikoberatung in Berlin, einer Firma, die Unternehmen in Sicherheitsfragen berät.

Warum geben sich die Sicherheitsabteilungen bloß so geheim? „Wenn es um Konzernsicherheit geht, sieht es immer so aus, als hätte das Unternehmen ein Problem. Wenn eine Firma auch nur den Verdacht kommuniziert, dass sie ausspioniert wird, bedeutet das im Denken der Unternehmen sofort einen Imageverlust“, sagt Baeck. Deshalb rede kein Unternehmen gerne über seine Sicherheitspolitik.

Es sei denn, es muss. Wenn die Recherchen verschiedener Zeitungen stimmen, dann steht ein Mitarbeiter der Konzernsicherheit im Zentrum einer Affäre, die die Telekom gegenwärtig schwer belastet.

Wie das Handelsblatt berichtet, soll der Mitarbeiter der ersten Ausspähaktion 2005 die Verbindungsdaten von Aufsichtsräten und eigenen Managern an einen Berliner Recherchedienst geliefert haben. So wollte die Telekom herausfinden, wer der Presse wiederholt Informationen aus dem Konzern gesteckt haben könnte.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet an diesem Freitag, dass die Sicherheitsleute offenbar nicht nur Telefon- sondern auch Bankdaten ausgespäht haben sollen.

Leserkommentare
    • Anonym
    • 30. Mai 2008 13:35 Uhr

    Was früher gelegentlich geschah, geschieht heute ohne Visier. Datenklau ist besser als Datenschutz, der liegt vor allen Dingen den "Granden" nicht so sehr im Magen.debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    • TDU
    • 30. Mai 2008 13:58 Uhr

    Will man jemand daran hindern, Firmeninformationen weiter zugeben, muss man auch seinen priavten Anschluss überwachen. Dies muss konsequenterweise auch präventiv geschehen. Das Problem ist, dass diffuse  Gefahrenlagen eine Eigendynamik entwickeln, die potentiell jeden verdächtig machen, z. B. den Fensterputzer, der ein starkes Mikrofon bei sich tragen könnte. Und mache Berichte über Aktionen von Geheimdiensten lassen einen glauben, diese wären einer kollektiven Paranoia verfallen.
    Um eine solche Eigendynamik zu verhindern, sollte ein, vor allem parteipolitisch unabhängiges, Gremium installiert werden. Dieser hat die Angemessenheit von Maßnahmen in Bezug auf drohende Gefahren prüfen. Das würde die Verantwortlichen zwingen, daran Ihre Maßnahmen zu orientieren.
    Der Ruf nach dem Gestzgeber mit der Maßgabe, in erster Linie die Moral zu hüten und allgemeine Arbeitnehmerrechte, wäre mal wieder den parteipolitischen Präferenzen unterworfen. Der Arbeitnehmer der auf materiell und firmentechnisch entscheidende Angelegenheiten Zugriff hat, wird in der Regel gut bezahlt und muss sich damit andere Kontrollen gefallen lassen als ein z. B. Raumpfleger. Ein "Regelungsbrei" wäre eine stumpfe Waffe gegen Wirtschaftsspionage, und es würde erfahrungsgemäß sowieso das Bundesverfassungsgericht entscheiden müssen. Damit wäre eine Menge Zeit vertan. Und wenn man jetzt wieder die bösen Unternehmer kritisiert sollte man bedenken, dass Wirtschaftsspionage auch schnell den eigenen Arbeitsplatz kosten kann.    

  1. Diese sicherheitsleute bei der Telekom. Hat man denn da nach den Ermitlungen die logdateien der Datensätze die keine ergebnisse brachten nicht gelöscht ? Oder wie soll ich mir vorstellen das jemand der mit Administrativen Befugnissen nach dateien sucht noch im system nachfollziebar ist ? Nun wird man wohl sehen wohin das gantze geht und ob am ende man nur eine Festplatte findet auf der die Daten sein sollten die aber leider bereits überschrieben wurden sind so das man nicht mehr herausfinden kann was alles untersucht wurde. Wer wissen wil was gemacht wird kann aich einfach den Slogan " Alles was nicht nachvollziebar ist." als feste grösse denken. Datensammlungen biten in solchen Fällen eine recht grosse verlokung doch al zu guken wer denn da Daten an dritte herausgegeben hsaben könnte und wer nicht. Auch ist die Frage ob das herausgeben der daten richitg war und ob die presse Daten von denen sie weis das sie auf illegalen wegen besorgt wurden vertrauen darf. 

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    Nochmal,

  2. Nochmal,

    Antwort auf "Komische Leute "
  3. "Konzernsicherheit" erinnert fatal an "Staatssicherheit" - Stasi - und sollte fatalerweise auch noch mit eben jenen Leuten hergestellt werden, die bei der Stasi ihre Ausbildung erhalten haben. Das ist in einem Rechtsstaat, so wie er im Grundgesetz konzipiert ist, kaum noch zu glauben. Hier wird jede Debatte über die Linkspartei von der Dt. Telekom glatt überholt. Was noch schlimmer ist: Es gibt auch noch weitere Querverbindungen... Das alles ist eine Bestätigung dafür, dass  a l l e s , was nur denkbar und technisch möglich ist, durchgeführt wird, u.zw. nicht nur bis zum Rechtsbruch, sondern weit darüber hinaus. Die Rücksichtslosigkeit gegenüber Vorschriften und Bestimmungen, gegenüber Werten und Rechten ist in diesem Staat schon viel zu weit fortgeschritten. Das lässt für die Zukunft Schlimmes befürchten...

  4. wie BND und BKA und das Gesundheitsamt, dafür aber inoffiziell - also frei verkäuflich? Das ist ja lustig! Beim nächsten Sexskandal irgendwo denke man also auch ans Telekom - oder sie kaufen einen Sender und strahlen eine Doku-Soap 'Alltag im Kinderbordell' aus?

  5. Da heißt es, 'unbefugt nachgestellt' ist eine Straftat. 'Befugt nachgestellt' ist also keine Straftat. Wer 'befugt' und wer 'unbefugt' entscheidet - wer? Das BVG  (das sind aber auch nicht mehr die Schlauesten - schlau waren sie nur ganz kurz auf Kosten der DDR-Rechtsbrüche, dann empfingen sie so eine Art 'Kontaktschizophränie' und regen sich nun über die Entscheidungen des EGMR auf - die sprengen immer wieder ihre kognitiven Horizonte, schwer auszuhalten. Aber sonst machen die weiter so - die deutschen Jugendämter kommen wie blinde Bluthunde 'rüber bei der EU - egal, da wahren wir die nationalen Identität, das ist die deutsche Art, mit Menschenrechten umzugehen.) oder Merkel mit ihrem Stasilobby oder etwa die Wessis? Vielleicht hat Telekom zuviel gegen die Merkel angesammelt an Kompromat - Putin-Geschwätz und so und die 'diszipliniert' sie jetzt?

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