„Unser Ziel ist die Gewinnung von Spielräumen. Die müssen erst da sein, sonst würde man heute auf Kosten der nächsten Generation Politik machen“, sagte Röttgen. Er bezog sich dabei auf Forderungen der Schwesterpartei CSU und einzelner Abgeordnete der CDU, die Steuererleichterung  schon im nächsten Jahr verlangen. Dafür hatten sich unter anderem in einem gemeinsamen Papier die Mittelstandspolitiker der Fraktion und der Arbeitnehmerflügel stark gemacht.

Röttgen warf seinen Fraktionskollegen „Ängstlichkeit vor der Linken“ vor. Mit Blick auf CSU-Chef Erwin Huber, der Spielräume für Steuersenkungen bereits jetzt sieht, sagt er, am 2. Juli werde die Bundesregierung den Haushaltsentwurf für 2009 beschließen. Dann werde man „am Besten sehen können, ob das so ist“.

Der Fraktionsgeschäftsführer unterstützt damit die Linie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Merkel hatte es vergangene Woche in der Unionsfraktion ebenfalls abgelehnt, sich schon jetzt auf den Zeitpunkt für Steuersenkungen festzulegen, sondern auf die Zeit nach den Etatberatungen vertröstet. Die CDU steht allerdings durch das Steuerkonzept der CSU und die Finanzpläne der SPD, die vor allem die Sozialabgabe senken will, unter Druck.