Klimaschutz Durchbruch im Abgas-Streit
Deutschland und Frankreich haben sich auf Klimavorgaben für die Autoindustrie geeinigt. Weil die Autobauer mehr Zeit bekommen, setzt es von den Grünen Kritik
Monatelang hatten Deutschland und Frankreich um eine gemeinsame Position zu den europäischen Klimaschutzvorgaben gerungen, nun konnten sie bei einem Treffen im bayrischen Straubing einen Kompromiss vermelden: Bis zum Jahr 2012 würden beide Länder das Ziel der EU-Kommission unterstützen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Diese will den Autobauern bis 2012 vorschreiben, dass Neuwagen nicht mehr als durchschnittlich 120 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen dürfen.
Langfristig wollen sowohl Frankreich als auch Deutschland die Emissionen sogar auf einen Wert zwischen 95 und 110 Gramm reduzieren. Allerdings bekommt die Industrie insgesamt mehr Zeit, um Fahrzeuge mit geringerem CO2-Ausstoß auf den Markt zu bringen. Vorgesehen sind flexiblere Regelungen bei der Erfüllung der Grenzwerte und bei den Strafen bei Verstößen. Neu ist auch, dass Innovationen, die Autos ökologischer machen, stärker honoriert werden.
Noch sind viele Details des Abkommens unklar, die Feinheiten sollen die Umweltminister in den kommenden Wochen erarbeiten. Offenbar aber ist die französische Seite den Deutschen an wichtigen Stellen entgegengekommen. Deutschland hatte sich bislang durch die EU-Pläne übervorteilt gesehen. Diese hätten die deutschen Autobauer mit ihrer PS-starken Flotte deutlich härter getroffen als die französischen Autobauer, die eher Klein- und Mittelklasseautos herstellen.
Im Dezember vergangenen Jahres hatte dies zu einem heftigen Streit zwischen Berlin und Paris geführt.
Die Grünen kritisierten den Kompromiss energisch. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, sagte der
Passauer Neuen Presse
, Merkel sei voll auf die Vorschläge der deutschen Automobilkonzerne eingegangen, die „Spritschlucker“ verkaufen wollten. „Das ist typisch Merkel: Sie startet als Klimaretterin und am Ende zerlegt sie alles in Einzelteile, sodass am Ende keine Klimapolitik mehr drin ist.“
Lob hingegen kam aus der Industrie. „Der Vorschlag ist besser als der der EU-Kommission, aber nicht ideal“, sagte Präsident des Autobauerverbandes VDA, Matthias Wissmann, dem
Tagesspiegel
. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sprach von einem „vertretbaren Kompromiss“. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe die deutschen Interessen „kraftvoll vertreten“, sagte BDI- Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zeigte sich ebenfalls mit dem Ergebnis zufrieden. Man habe die Bedenken Deutschlands durchaus verstanden. „Wir sagen nicht nur, es läuft gut“, sagte Sarkozy mit Blick auf die deutschen Beziehungen. „Es läuft gut.“ Die französische Zeitung Le Figaro kommentierte: „Das Treffen diente vor allem dazu, das Klima der Beziehungen zwischen Kanzlerin und Präsident zu messen, und das Ergebnis war positiv.“
- Datum 10.06.2008 - 06:00 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Wie einmal zeigt Merkel, wessen Kanzlerin sie wirklich ist und wie sie ihre Politik gestaltet. in Heiligendamm rief sie zum grossen Klimaschutz auf um dann einen faulen Kompromiss und ein paar schöne Worte bar jedweder konkreter Vereinbarung als grossen Erfolg zu feiern. Der dahergeheuchelte Unsinn überdauerte keine 3 Monate. Kaum zuhause, verwarf Bush das vereimbarte, weichte weitere Umweltstandards im eigenen Land auf und berief eine Konferenz der grössten Umweltverschmutzer ein, um mit ihnen zu beraten, wie die Klimaschutzziele der UNO zu unterlaufen oder auszuhebeln seien. Seitdem ist der Klimaschutzgedanke in der Welt tot. Es gibt keine konkret vereinbarten Ziele mehr, keine festen Normen, keine Limits - nur noch Lippenbekenntnisse und Geplapper a la Merkel.Als kleine Annekdote sei erwähnt, dass am gleichen Tag, an dem Merkel ihren grossen Klimaschutzerfolg in Heiligendamm feiern liess, auf Pro7 in irgendeiner Pseudosendung mit der Maus für Erwachsene eine dynamische erfolgreiche junge Frau (geliftet, der Mann Bakier, geht selbst nicht arbeiten, auf Shoppingtour, weil sie einen neuen Pelzmantel brauchte) stolz verkünden durfte, dass sie den H2 (Hammer) in Münschen getestet habe und es für sie das ideale Auto in München sei und sie auf keines Fall ein anderes Auto fahren könnte.Heute beugte sich Merkel zur Gänze der Autoindustrie, macht sämtliche Umweltschutzbemühungen der EU zunichte und will das wieder als grossen Erfolg feiern lassen.Meine Güte - wie arrogant ist diese Frau? Denkt sie wirklich, dass jemend diesen Unsinn auch noch glaubt? Oder hat sie einfach jeden Kontakt zu Wirklichkeit verloren? Vermutlich verkrabbelt sie sich nun wieder in irgendein Loch und lässt Politik Politik sein - ganz wie sie es bei Kohl gelernt hat: wer nix tut kann auch nichts falsches tun.Ein hoch auf unsere KanzlerinIch habe mich immer gewundert, warum akademische Abschlüsse aus dem Osten abgewertet und schlechter behandelt werden als die aus dem Westen und fand das immer ungerechtfertigt. Angesichts von 'Doktor Merkel' verstehe ich es nun. Diese Frau dürfte in keiner Firma mehr als Kaffee kochen (nach einem 3-wöchigen Lehrgang und nur unter Aufsicht).
dinstleister bleibt dienstleister....
zu Fuß gehen oder zumindest keine Stuttgarter Produkte kaufen. Um die geht es doch, wenn ich es recht verstehe?
Nicht gut, Frau Merkel.
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