Medizin Klinik der KuscheltiereSeite 3/3
Für übergroße Praxis-Panik sind in seinen Augen eben immer noch vor allem die Eltern verantwortlich. Und besonders dann, "wenn sie vielleicht selbst Angst haben oder ihren Kindern Angst machen, indem sie sagen: Wenn du jetzt nicht lieb bist, gibt der Arzt dir eine Spritze". Habe das Kind so nicht genügend Urvertrauen bekommen, entwickele es gegebenenfalls Überängstlichkeit. "Mangelndes Urvertrauen kann da auch ein Teddybär-Krankenhaus nicht wettmachen."

Der OP-Saal ist hergerichtet: "Chirurg" Daniel Spodeck und Haida Al-Sibai geben ihr Bestes
So manches Schicksal setzt den Studenten einmal mehr Grenzen, das erleben sie immer mal wieder. Der 5-jährige Paul etwa, der mit seinem plüschigen Patienten den OP-Saal betritt, dem kleinen Teddy mit den traurigen Augen und der komplizierten Beinfraktur. Pauls Fingerspitzen berühren schon fast den Mundschutz, den ihn "Chirurg" Laurenz Nuber (25) anlegen will, damit er bei der "OP" zugucken kann. Da hält Paul plötzlich inne, zieht die Hand wieder zurück, das Lächeln rutscht ihm vom Gesicht. Der Junge schüttelt stumm den Kopf, einen Mundschutz will er doch nicht aufsetzen. Auch keine Haube über die Haare stülpen, auch nicht zu nah an den OP-Tisch ran.
Paul ist ein Frühchen, erzählt seine Mutter, er hat Wachstumsprobleme, bekommt täglich Hormone: per Spritze, ins Bein, seit zwei Jahren. Jetzt will er Distanz. "Wenn du dich umentscheidest, sag' einfach Bescheid", ermutigen ihn die Medizinstudenten sanft.
Aber Paul bleibt die ganze Zeit auf Abstand.
- Datum 06.06.2008 - 06:32 Uhr
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