Da staunt der ChefGeld für den Urlaub?

Der Betrieb brummt, da müssen die Ferien warten. Zum Jahresende heißt es dann: Was tun mit den restlichen Urlaubstagen? Die Kolumne zum Arbeitsrecht weiß Rat

Ich habe jedes Jahr reichlich Resturlaub. Kann ich den einfach aufsparen oder auszahlen lassen?
fragt Otto Müller

Lieber Herr Müller,

wer arbeitet, benötigt Erholung und Entspannung, Zeit mit Freunden und Familie. Für die meisten Arbeitnehmer sind die Urlaubstage der Höhepunkt des Jahres. Sie verteilen ihren Urlaubsanspruch so gut wie möglich auf das jeweilige Jahr und versuchen, ihn auszuschöpfen.

Das ist auch sinnvoll. Denn eigentlich erlischt der Urlaubsanspruch mit dem Ende eines jeden Kalenderjahres. Nur unter besonderen Voraussetzungen kann der sogenannte Resturlaub bis zum 31. März des Folgejahres übertragen werden.

Der Grund dafür: Die Mitarbeiter sollen ihre Arbeitskraft im Urlaub regenerieren. Weshalb der Gesetzgeber darauf besteht, dass der Urlaub auch genommen wird.

Dennoch: Manchmal klappt es einfach nicht. Da kommt es zu Personalengpässen, jemand fällt wegen Krankheit aus, es fällt mehr Arbeit an als erwartet, ein wichtiger Auftrag braucht Ihre ganz spezielle Expertise. Oder Ihr Kollege hat drei Kinder und deshalb Vorrang bei der Urlaubsplanung. Da kann es schon einmal knapp werden.

Entscheidend ist, ob dem Unternehmen eine besonders arbeitsintensive Zeit bevorsteht und die Interessen des Arbeitgebers das Interesse ihrer Mitarbeiter an der fristgerechten Inanspruchnahme des Urlaubs überwiegen. Die Entscheidung darüber hängt auch davon ab, welche Arbeit Sie verrichten und wie viel Verantwortung Sie tragen. In jedem Fall müssen alle Umstände einzeln abgewogen werden, wenn Urlaub nicht gewährt oder genommen wird.

Manche Mitarbeiter wollen auch selbst Urlaub ins nächste Jahr verschieben - für eine große Reise beispielsweise. Ihr bloßer Wunsch rechtfertigt eine Urlaubsübertragung allerdings noch nicht. Eine Krankheit, auch die eines Angehörigen, dagegen schon.