ARD und ZDF Online nur "sendungsbezogenes" Programm
Deutschlands Regierungschefs wollen dem Internet-Angebot von ARD und ZDF Grenzen setzen. Ein Kommentar

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Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf Formulierungen für einen neuen Rundfunkstaatsvertrag geeinigt. Besonders umstritten waren darin jene Sätze, die den Internetauftritt von ARD und ZDF eingrenzend beschreiben sollen. Vor allem Verleger und private TV-Unternehmer hatten auf eine enge Definition gedrängt, die Intendanten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks dagegen für eine sehr offene Formulierung.
Der genaue Wortlaut der Paragrafen ist noch nicht bekannt. Es sieht aber danach aus, dass die Informations- und Unterhaltungsangebote von ARD und ZDF "sendungsbezogen" sein müssen und nicht mit dem weiteren Begriff "programmbegleitend" beschrieben werden. Gleichzeitig soll den Sendern für ihr Internetangebot und damit auch für die sendungsbegleitenden Texte keine finanzielle Obergrenze gesetzt werden.
Wenn der Rundfunkstaatsvertrag in seiner Endfassung diese Linie klar durchhalten würde, wäre ein guter Kompromiss gefunden. Er würde die Entwicklung von ARD und ZDF im Internet gewährleisten, gleichzeitig aber bliebe das, was die Sender in Ton und Bewegtbild bieten, der Kern ihres Angebots. Mit Blick auf die Verleger sagte der Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch, ARD und ZDF sollten sich im Internet von den Auftritten der Zeitungen und Magazine auch künftig unterscheiden.
Um den privaten TV-Unternehmen genug Spielraum im Internet zu geben, scheinen weitere Einschränkungen im Bereich Unterhaltung beschlossen worden zu sein. Sportsendungen sollen nur 24 Stunden nach der Ausstrahlung im Fernsehen im Internet bei ARD und ZDF abrufbar sein. Vollkommen neue Unterhaltungsformate werden offenbar nur möglich sein, wenn zuvor ihr gesellschaftlicher Nutzen im Rahmen des neuen "Drei-Stufen-Tests" geprüft wurde. So soll verhindert werden, dass die Archivbestände von ARD und ZDF uferlos neu kombiniert werden können.
Auch "Kontaktbörsen, Beratungsdienste oder Freizeittipps" werde es im Internet bei ARD und ZDF nicht geben, sagte Roland Koch. Der Arbeitsentwurf soll zunächst der EU-Kommission und dann im Oktober den Ministerpräsidenten zur Abstimmung vorgelegt werden. Was bisher bekannt geworden ist, klingt nach einem sinnvollen Kompromiss.
- Datum 12.06.2008 - 07:53 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Vor allem dieser Satz :Um den privaten TV-Unternehmen genug Spielraum im Internet zu geben,
scheinen weitere Einschränkungen im Bereich Unterhaltung beschlossen
worden zu sein.Ist ja auch klar : Die Öffentlichen packen sonst das Internet so voll, das da nix anderes rein passt --- Ähnliches hatte unsere Nachbarin auch schon befürchtet : "Die chatten noch so lange bis das ganze Internet voll ist." ENDLICH MACHT JEMAND WAS DAGEGEN! Dankbar für diesen Staat dankbar für diese PolitikerW.
läuft das auf ein Konkurrenzverbot hinaus.... ha, da frage ich mich doch wie sich den mit Steuergegeldern und GEZ Gebühren finanzierte Onlineangebote von privat finanzierten Interessen Unterscheiden. Der freie Markt kann es nicht sein, dem Kapital ist es doch egal woher es kommt... dem freien Markt ist aber nicht egal wohin die Profite hinwandern ;-) Bei der kleinsten Einflussnahme ist dann aber der Markt nicht mehr frei. Egal, für mich haben freie Märkte nicht das geringste damit zu tun ob die Investitionen mit staatlichen oder privaten Mitteln getätigt werden. Staatlich heisst ja nicht automatisch schlechter als privat. Lediglich im Agregat der vielen tausend privat finazierten Projekte geht halt die eine oder andere Fehlentscheidung unter.. den Staat gibt es aber nur einmal und darum fällt das schneller auf.An der Qualität des Informationsgehalts kann es auch nicht liegen. Der ist meiner Meinung nach schon auf zu vielen Ebenen beinahe völlig erodiert. Nicht nur bei den öffentlich rechtlichen...Wie gehabt am besten die Profite in private sprich Aktionärstaschen, die Verluste gefälligst dem gemeinen Steuerzahler... ...und mit freier Meinungsäusserung und kritischer Informationsaufbereitung hat das eh nicht's zu tun... das wird ja sowieso erst Relevant ab einer bestimmten Menge von aktiven Zuhörern. Die paar wenigen aktiven Schreiberlinge und Leser hier im Forum bewegen halt die Welt auch nicht so gewaltig...Ich bin für ein gutes Onlineangebot von den staatlichen als auch von den privaten Anbietern... ;-)-------
"sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
Kreation...?"
ARD und ZDF finanzieren ihre Internet-Auftritte im Gegensatz zu den privaten Nachrichten-Portalen aus Rundfunkgebühren, die jeder Besitzer eines Fernsehers, Radios und sogar internetfähiger Geräte wie Handys an die Gebühreneinzugszentrale zahlen muss.
Das bitte soll man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen.
Kritik wird geübt, weil diese digitalen Portale von ARD/ZDF auch über den gesetzlichen Auftrag hinausgehen.
Die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) stellte fest, dass die öffentlich-rechtlichen Online-Auftritte zwischen 2005 und 2008 (ARD, ZDF und Deutschlandradio) rund 34 Millionen Euro lt. Behörde zu viel investierte. Ursprünglich hatten sich die Sender 2004 dazu verpflichtet, nicht mehr als 0,75 % dafür auszugeben.
Spiegel online als erfolgreichstes deutsches Nachrichtenportal hat 15 Mio. EUR zur Verfügung, die Öffentlichen mehr als 60 Millionen.
Und wenn die Beschränkung dann darauf abzielt, dass die öffentlich –rechtlichen keine Kontaktbörsen, Freizeithangbote oder Beratungsdienste ins Internet stellen dürfen, ja dann finde ich das richtig.
Interessanter wird es nämlich dort, wo es um den eigentlichen Informationsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen geht.
Wenn ARD und ZDF ihre „Soap-Operas“ ins Netz stellen, und dies aus Gebühren finanzieren, hat dies nichts, aber rein gar nichts mit deren eigentlichen Auftrag zu tun.
Oder wenn mit Gebührengeldern Artikel finanziert werden wie:
„Fake-Beauty liegt im Trend. Ob Bleaching, Brustvergrößerung oder Haar-Extensions: Wer hilft nicht gerne nach, wenn Mutter Natur einen nicht mit hollywoodreifen Attributen ausgestattet hat. Der letzte Schrei ist die Wimpernverlängerung“ oder darüber informiert wird, das Julia Roberts strickt, na Hallo.
http://www.ard.de/boulevard/mode-lifestyle/-/id=7724/1jx4vei/index.html
Wo bitte liegt hier der öffentliche Informationsauftrag?
Viel wesentlicher scheint mir ein Umstand im Gesetzentwurf, der Internetseiten von ARD und ZDF zur Auflage macht, Texte nach einer Woche zu löschen.
Das würde dann auch Artikel über Berichterstattungen von Landtagswahlen betreffen.
Da sollte man wirklich dagegen anrennen.
Das Julia auch strickt, kann von mir aus sogar am gleichen Tag gelöscht werden.
wenn mir jemand schlüssig erklären kann, was z.b. (die wohl extrem teuren) Schmidt & Pocher mit dem die zwangsgebühr rechtfertigenden "Informationsauftrag" zu tun haben, dann bin ich mit den forderungen des ÖRR einverstanden.kann aber keiner, da bin ich mir sicher.soll keiner denken, ich würd' die einfach nicht mögen, nein, die liste wäre so lang und langweilig wie das programm von zdf und ard.arte, phoenix, die regionalen, da finde ich eher das, was ich unter dem informationsauftrag verstehe. wenn es ein angebot für die allgemeinheit sein soll, das sollte es auch von der allgemeinheit bezahlt werden statt pro (ungenutztem?) gerät, also aus dem steueraufkommen: wird wohl eh kaum einen geben, dem man nicht mindestens ein "empfangsbereites gerät" anhängen kann. dann gäbe es auch kein geld für "unterhaltungs"-programme" à la gottschalk, das könnte dann sinnvoller so eingesetzt werden, dass den privaten ihren nachmittäglich dumm-dümmer-am-dümmsten-talkshows das publikum abhanden käme. man könnte es natürlich auch den not leidenden öffentlichen bibliotheken zukommen lassen, oder, ganz verwegen, verhindern, dass schulkinder nur aus geldmangel an schulspeisungen nicht teilnehmen können. diese liste kann ich auch nicht fertig stellen, diewäre aber keinesfalls langweilig und sogar eine "hausaufgabenliste" an die politik. leider sind die aber schon mit sich ausgelastet. und desinteressiert.
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