"Der Geist von Ascona" Der Ton wird rauerSeite 2/2
Doch wie regelmäßige Leser dieser Kolumne wissen, unterliegen die Auftritte der Spieler bei der offiziellen Pressekonferenz besonderen Gesetzen der Vorsicht und Zurückhaltung, nicht nur, weil diese live in die Heimat übertragen werden. Etwas anders stellt sich die Lage bei den Einzelgesprächen dar. Dort fallen, davon wird in den kommenden Tagen die Rede sein, schon einmal offenere Worte.
Bei der Auswahl der Themen allerdings herrscht seit Donnerstag eine etwas größere Vorsicht. Vor dem Kroatien-Spiel drehten sich alle Gespräche, auch unsere mit Lahm und Hitzlsperger, im Kern um die eine Frage: Wie funktioniert Erfolg? Die Aufnahmen und abgetippten Manuskripte sind voll mit wohl formulierten Erfolgserklärungen, die es vor dem Kroatien-Spiel nicht zur Veröffentlichung gebracht haben, sie sind seither in den Nachttischschubladen der Kollegen (und auch in unseren) verschwunden. Um ehrlich zu sein: Die Hoffnung auf Recycling halten die meisten im Moment für eher gering. Erst ein gewonnenes Viertelfinale gegen die Portugiesen würde, so die Einschätzung, auch die Journalisten wieder auf die Erfolgsspur bringen.
Morgen geht es für die Mannschaft dann schon Richtung Wien. Gute Güte, kann sein, dass das schon der letzte Reisetag der Vorrunde ist und: vielleicht sogar der letzte überhaupt? Letzteres ist, ehrlich gesagt, irgendwie total unvorstellbar. Nicht nur weil der Zettel mit Kolumnen-Themen, mit größeren und kleineren, für die nächsten Texte noch gut gefüllt ist. Die müssten ja alle morgen an dieser Stelle abgefeiert werden. Denn von Sonntag an richtet sich auch unser Blick ganz auf das Spiel gegen Österreich.
Liebe Freunde aus der ersten Welt, wir verlassen kurz einmal unsere Position der journalistischen Unabhängigkeit und rufen Euch zu: Ein paar gemeinsame Tage, das müsste doch noch drin sein. An uns soll es nicht liegen!
- Datum 01.07.2008 - 14:38 Uhr
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es hört sich beinahe an, als wäre Fussball- Deutschland schon ausgeschieden. Ist es aber nicht ! Genau dieses möchte Moritz Müller-Wirth in seinem Artikel auch vermitteln. Mit auf die Schulter klopfen kommen wir nicht weiter. In Anlehnung an ein bekanntes Bismarck Wort möchte ich sagen: Nicht mit schönen und gelungenen Pressekonferenzen kommen wir in das Viertelfinale, sonderm mit Spielintelligenz und unbändigem Siegeswillen auf dem Platz. Unsere Freunde und Nachbarn aus Österreich sind zu packen; wir kennen doch unsere alten Habsburger: "Tapfer sein`s mer net, aber fesch". Lassen wir sie weiter fesch sein und bleiben. Unsere Mannschaft braucht am Montag in Wien : Selbstvertrauen, Siegeswillen, Leidenschaft und Übersicht. Bei allen guten Willen: Deutschland kann auch heute nicht Holland oder Portugal in spielerischer Hinsicht das Wasser reichen. Aber kämpfen bis zur letzten Minute der Nachspielzeit, diese alte Tugend gilt es nun in die Waagschale zu werfen.Ich bin voller Zuversicht, dass unser Team in das Viertelfinale einzieht.
Lieps
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