Anlass zur Sorge geben nicht nur die 76.000 jungen Menschen, die 2006 die Schule ohne Abschluss verließen, sowie die vielen Hauptschüler , die nach der Schule teils erst mit jahrelanger Verzögerung einen Ausbildungsplatz finden. Der zweite Bildungsbericht von Bund und Ländern, den die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Berlin vorstellte, benennt viele weitere Mängel im deutschen Bildungssystem, die freilich nicht überraschen dürften.

Das Interesse an Weiterbildungen stagniert, die Bildungsausgaben sinken, zumindest in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt. Kinderhorten, Schulen und sogar Hochschulen geht der Nachwuchs an qualifiziertem Personal aus. Dabei sind allein 80.000 zusätzliche Fachkräfte nötig, um den von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen forcierten Ausbau der Betreuungsangebote der unter Dreijährigen zu bewerkstelligen.

Immer noch beginnen zu wenige junge Menschen in Deutschland ein Studium, obwohl die Zahl der Studienberechtigten anstieg. 14 Prozent der 18- bis 21-Jährigen erreichten 2006 die Fachhochschulreife (2001: 11 Prozent), 30 Prozent die allgemeine Hochschulreife (26 Prozent). Doch beginnen nur 37 Prozent eines Altersjahrgang ein Hochschulstudium. Das sind drei Prozent weniger, als politisch mindestens gewollt ist.

Doch es gibt auch Positives zu berichten. Verbesserungen sehen die Autoren in der Frühkindlichen Bildung und Betreuung. Die Altersgruppe der vier- bis fünfjährigen Kinder wird fast vollständig von Bildungsangeboten erreicht. Der Anteil der Kinder, die mit drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung betreut werden, beträgt gut 90 Prozent in Ostdeutschland und knapp 80 Prozent im Westen der Republik. Beide Werte stiegen um rund zehn Prozent.