Bildungsbericht 2008 Ernüchternde Ergebnisse

Bund und Länder haben ihren zweiten Bildungsbericht vorgestellt. Er benennt zahlreiche Mängel, doch es gibt auch Lichtblicke

Anlass zur Sorge geben nicht nur die 76.000 jungen Menschen, die 2006 die Schule ohne Abschluss verließen, sowie die vielen Hauptschüler , die nach der Schule teils erst mit jahrelanger Verzögerung einen Ausbildungsplatz finden. Der zweite Bildungsbericht von Bund und Ländern, den die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Berlin vorstellte, benennt viele weitere Mängel im deutschen Bildungssystem, die freilich nicht überraschen dürften.

Das Interesse an Weiterbildungen stagniert, die Bildungsausgaben sinken, zumindest in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt. Kinderhorten, Schulen und sogar Hochschulen geht der Nachwuchs an qualifiziertem Personal aus. Dabei sind allein 80.000 zusätzliche Fachkräfte nötig, um den von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen forcierten Ausbau der Betreuungsangebote der unter Dreijährigen zu bewerkstelligen.

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Immer noch beginnen zu wenige junge Menschen in Deutschland ein Studium, obwohl die Zahl der Studienberechtigten anstieg. 14 Prozent der 18- bis 21-Jährigen erreichten 2006 die Fachhochschulreife (2001: 11 Prozent), 30 Prozent die allgemeine Hochschulreife (26 Prozent). Doch beginnen nur 37 Prozent eines Altersjahrgang ein Hochschulstudium. Das sind drei Prozent weniger, als politisch mindestens gewollt ist.

Doch es gibt auch Positives zu berichten. Verbesserungen sehen die Autoren in der Frühkindlichen Bildung und Betreuung. Die Altersgruppe der vier- bis fünfjährigen Kinder wird fast vollständig von Bildungsangeboten erreicht. Der Anteil der Kinder, die mit drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung betreut werden, beträgt gut 90 Prozent in Ostdeutschland und knapp 80 Prozent im Westen der Republik. Beide Werte stiegen um rund zehn Prozent.

Leser-Kommentare
  1. Öl und Gas besitzen wir nicht. Dichter und Denker sind wir auch keine mehr. Deutschland, du musst dich wohl warm anziehen, andere Länder sind auf der Überholspur

  2. sind doch hierzulane auf der Überholspur. Tolles Abitur, tolle Studienabschlüsse. Das ist doch die Hauptsache. Also keine Panikmache bitte, von wegen Bildungsmisere und Fachkräftemangel.

  3. ... das Elternhaus ist entscheidend? Der Einfluß des Staates, des Schulsystems wird weit überschätzt? Ungleichheit aushalten? Das sind ja ganz neue Töne! Die ZEIT wird sich doch nicht etwa dem Lager derer anschließen, die sich in Bildungsfagen an Fakten statt an Wünschen orientieren???

  4. ... auf folgenden Artikel, der leider seinerseits nicht kommentiert werden kann: http://www.zeit.de/2008/2...

  5. @AliceMeinbauch, die Damen Schavan, Kramp-Karrenbauer und von der
    Leyen sind ja fixe Beispiele für ausgesuchte weibliche Fachkräfte.
    Im Ernst: Wen es wundert, der ist ein(e) KomödiantIn. Ausgerechnet Frau Schavan fordert jetzt ein durchlässiges Schulsystem?
    Und worin bestanden die Bildungsreformen der letzten Zeit?
    Bildungspolitik mit dem Rotstift, alles wie gehabt, wie seit vierzig
    Jahren, allein die Lehrerstunden, die man durch die Abschaffung des 13.
    Schuljahrs eingespart hat, man müsste es einmal ausrechnen, was man
    damit spart. Trotz besserer Abschlüsse gehen die Studentenzahlen
    zurück? Seltsam. Ob das auch daran liegen könnte, dass überall
    Studiengebühren eingeführt worden sind? Niemand will sich fortbilden?
    Komisch. Wo doch die Betriebe allüberall ihre Mitarbeiter mit
    inständigem Händeringen dazu drängen...

    • dgf
    • 13.06.2008 um 12:52 Uhr

    Seit dem die studiengebühren eingeführt wurden soll es bloß keinen wundern, wenn kaum noch einer studieren gehen will/KANN. Rohstoffe werden teurer, lebensmittel werden teurer (etc) und dann noch die lieben studiengebühren und dann lässt man sich als politiker noch feiern wenn das bafög (in keinem verhältnis zu den Lebenshaltungskosten) erhöht wird.sollen wir nochmehr fachkräfte aus dem ausland holen und unsere kinder, familienmitglieder, nachbarn keine chance ermöglichen oder gar erst zukunftaussichten ermöglichen?Immer nur an sich selbst denken- an den profit- der rest ist doch für kaum einen noch ein aushängeschild.und dann kommen die medien noch ins spiel die uns einen vorgaukeln wollen und uns aus der realität holen wollen.-naja ein anderes thema-!!jedenfalls sollen sich die politiker mal klar machen, dass ohne fachkräfte keine vernünftige wirtschaft aufrecht gehalten werden kann.auf kurz oder lang wird sich das ja dann auch zeigen.Es ist eigentlich die pflicht der staates jeden ein hohen bildungsgrad zu ermöglichen und was machen unsere lieben politiker?führen studiengebühren ein die bezahlt werden müssen...und wie bekommt man die kohle zusammen gekratzt?nein nicht die eltern bezahlen es da sie selber genug geldsorgen haben, es muss neben dem studium verdient werden-keine ruhephase oder die konzenration auf das studium-aber fangen wir mal ganz unten an. vater und wahrscheinlich mutter müssen jeweils 7-9std täglich arbeiten um den kindern zumindestens etwas bieten zu können und stecken die kinder in den kindergarten (ist ja so noch nicht schlecht) und wachsen quasi ohne bindung zu den eltern auf.dann muss man teilweise hoffen das die kinder überhaupt irgendwo unter kommen.in der schule müssen lehrer fremdunterricht leisten da nicht genügend lehrer zur verfügung stehen und die bindung zu den arbeitstätigen eltern nimmt auch immer mehr ab.und man könnten die geschichte jetzt noch weiter führen oder noch detailierter darstellen aber dadurch wird auch nichts besser.Es muss sich schleunigst was ändern und man sollte da auch mal über den tellerrand schauen und sich fragen warum es bei anderen ländern (siehe z.b. norwegen)klappt.und die politiker sollen sich nicht immer durchgehend streiten-ES MUSS GEHANDELT WERDEN!!!!!!!!!!!!!!!!        da kann ich mich dann auch nur noch samskijll anschließen wenn nichts geändert wird "deutschland zieh dich warm an"lg

  6. im Bildungsgewebe gibt es viele. Einer ist, dass Bildungspolitik
    Ländersache ist. Zitat aus dem Bericht "Blauer Brief für die
    Kultusministerkonferenz":Seit der Föderalismusreform 2006 kann der Bund solchen Jugendlichen erst
    dann helfen, wenn es zu spät ist: nach der Schule. Mehrere Milliarden Euro
    kosten die Reparaturmaßnahmen jedes Jahr. Die Vorsitzende des
    Bildungsausschusses im Bundestag, Ulla Burchardt (SPD), will die Länder deshalb
    verpflichten, für jeden Schulabbrecher einen Ausgleichsbetrag zu zahlen.
    Arbeitsminister Olaf Scholz möchte die Sache selbst übernehmen und kündigte bei
    der Veröffentlichung des Armutsberichts einen Rechtsanspruch auf einen
    Hauptschulabschluss an. Bildungspolitik ist eine zu ernste Sache, um sie der Kleinstaaterei zu überlassen. Oder, mit Heine gesagt:Wir sind Germanen,
    gemütlich und brav, Wir schlafen gesunden
    Pflanzenschlaf, Und wenn wir erwachen,
    pflegt uns zu dürsten, Doch nicht nach dem Blute
    unserer Fürsten.
    (...)Wir haben sechsunddreißig Herrn(Ist nicht zuviel!), und einen SternTrägt
    jeder schützend auf seinem Herzen, Und
    er braucht nicht zu fürchten die Iden des Märzen.
    Gruß,
    montaigne

    • GEBE
    • 13.06.2008 um 14:18 Uhr

     Sie fangen so langsam aber sicher an zu langweilen und
    peinlich zu werden!Wie war das noch in Ihrer Neujahrsansprache mit der „Kultur
    des Hinschauens“?War damit vielleicht doch nur die Online-Überwachung
    gemeint, und Sie lachen sich jetzt einen Ast über die blöde Bevölkerung, die
    damit was anderes verband? Und jetzt rufen sie auch noch die Bildungsrepublik aus? Na,
    ich bin mal gespannt, was Sie tatsächlich mit „Einstieg“ und Aufstieg“, und mit
    „Bildung für alle“ wirklich meinen. Wie wär es mit: Wer nicht gebildet ist, der soll auch nichts esse? Hmm? Würde doch gut passen, zur Parole vom Fördern und Fordern. Dürfte Ihnen doch auch gar nicht so fremd sein, gelt? Erinnerungslücken? Gelt, klingt doch irgendwie nach Heimat, nicht war, nach Verfassung des großen Bruders UdSSR. Ach was für ein betörender Duft nach Kindheit und Studienzeit, nicht wahr! Verzeihung, ich hab da was verwechselt. Natürlich, jetzt fällt's mir ein! - Wer nicht spitzelt, der soll auch nicht in Moskau studieren - oder war es doch ausreisen?  Ich darf Sie mal daran erinnern, was ihnen zu Demokratie schon
    so alles aus dem Mund gefallen ist: „Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und
    soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.“ Erinnern Sie sich noch? Es war in Ihrer Rede anläßlich der
    Festveranstaltung „60 Jahre CDU“ am 16. Juni 2005 in Berlin.Aber wahrscheinlich stört auch Sie Ihr „Geschwätz von
    Gestern“ allemal nicht mehr, Frau ehemalige Sekretärin für Agitation und
    Propaganda. Wie gesagt, sie sind nur noch peinlich für das Ansehen der
    Bundesrepublik, und wie mir scheint immer gefährlicher für das Wohl der
    Gesellschaft!Doch, gelt, mit Bildung im Kopf alleine ist es auch nicht getan,
    denn Sie kennen doch bestimmt auch die alte Volksweisheit: "Pfarrers Töchter
    und Lehrers Vieh, gedeihen selten oder nie."

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