Nationalmannschaft Angst vor Österreich?Seite 2/2
Tatsächlich aber hat es wirklich schwere Momente, eine vergleichbare Situation, in der Amtszeit des Bundestrainers Joachim Löw noch gar nicht gegeben. Die letzte Krise der Nationalelf wurde durch das 1:4 gegen Italien in Florenz ausgelöst. Damals hieß der Bundestrainer noch Jürgen Klinsmann.
Man darf da nicht so kleinlich sein. In Krisenzeiten bastelt sich jeder seine eigene Wahrheit, und die Wahrheit der deutschen Mannschaft lautet jetzt: Wir können das, wir schaffen das – und wer ist eigentlich Österreich? Es interessiere ihn nicht, wer bei denen auf dem Platz stehe, sagt Torsten Frings. Der Bremer braucht keine Schramme im Gesicht. Der Mittelfeldspieler mit der wilden Mähne und den noch wilderen Tattoos ist so etwas wie die deutsche Antwort auf Edgar Davids, jenen furchtlosen Abräumer der früheren holländischen Mannschaft, der zehn Jahre als das Sinnbild eines modernen Zerstörers galt. Plaudereien vor einem entscheidenden Spiel braucht Frings so wenig wie ein Kaktus Wasser.
Während Frings im Pressezentrum seine knappen Sätze sagt, fixiert er mit den Augen einen Flachbildfernseher an der Seite, auf dem gerade ein paar Szenen aus dem Kroatienspiel gezeigt werden: Frings im Zweikampf, Frings am Boden, Frings beim Richten seines Haarbandes, Frings beim Hinterherrennen, Frings, wie er schimpft und diskutiert. Dann sagt er: „Das ist für die Mannschaft ein richtiges Superspiel: Du kannst dich präsentieren und den Gastgeber rausschmeißen.“ Wie auf dem Feld sucht Frings auch verbal die humorlose Lösung: Man könne sich als Mannschaft ein ganzes Stück nach vorne bringen. Dann steckt er mit links die Haare hinters Ohr und schließt seinen kleinen Monolog mit den Worten: „Du hast jetzt eine Drucksituation, es wird nicht die letzte sein in diesem Turnier.“
Sätze wie diese kommen jetzt gut an. Sie klingen nach Überzeugung, nach Mut und Stressresistenz. Wieso Angst?, fragt Bierhoffs Blick. „Die haben wir nicht“, weil man sie nicht haben dürfe, „das wäre das Verkehrteste“, sagt Bierhoff und schiebt leise hinterher: „Wir sind uns der Situation aber bewusst.“ Man werde die restliche Zeit bis zum Anpfiff hochkonzentriert verbringen und mit Selbstvertrauen.
Man werde an der großen Linie festhalten, sagt Bierhoff, auch wenn die Mannschaft gegen Kroatien nicht das umgesetzt habe, „was wir ihr immer wieder eingeprügelt haben“. Jetzt, gegen Österreich, sind die Spieler gefordert. Wenn die Mannschaft das bringe, was sie kann, „dann kann es nur einen Sieger geben – und das ist Deutschland“. Der Wohlfühl-Architekt hat gesprochen.
(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung vom Tagesspiegel)
- Datum 16.06.2008 - 03:45 Uhr
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- Quelle ZEIT online, tso 15.6.2008
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"Die Springer-Blätter favorisieren ihren langjährigen Kolumnisten Matthias Sammer, den derzeitigen Sportdirektor des DFB."
Sammer? Soll das ein Witz sein? Was hat der denn jemals zustande gebracht, als Zuschauer und Mannschaft gegen sich aufzubringen und schlechte Laune zu verbreiten? Die letzten 2 Jahre der deutschen Mannschaft waren die erfolgreichsten seit langem, und jetzt soll eine einzige knappe Niederlage gegen einen starken Gegner plötzlich alles ändern?
Man! Das deutsche Mittelmaß, ja, davor sollten sie (die deutsche Elf samt dem Rest) Angst haben. Das Spiel Holland gegen Frankreich;. Großartig - eine Augenweide die spielerischen Aktionen auf beiden Seiten!!! Das Beste derzeit in Europa. So meine ich jedenfalls![Titel gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Asdrucksweise. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.]
Ja, Oliver Bierhoff sieht gut aus. Dafür kann er nichts. Ja, Oliver Bierhoff hat mal Reklame für Haarmittelchen und Joghurt gemacht. Gehört das hierher? Macht er seinen Job deswegen schlechter? Die deutsche Nationalmannschaft hat seit den Siebzigern nicht mehr so schön gespielt wie seit Klinsmanns Antritt als Trainer (Nein, auch 1990 nicht, als sie Weltmeister wurde. Damals hatte sie zwar die besseren Spieler aber der Fussball war nicht so attraktiv). Die Deutschen haben 2007 besser gespielt als 2006 und zu dem Zeitpunkt war Löw schon Chef-Trainer. Jetzt haben sie ein Spiel verloren und sie haben zugegebnermassen sehr schlecht gespielt. Na und? Ich habe bisher EINE Mannschaft bei diesem Turnier gesehen die alles überragt, die Niederländer. Italien spielt schwach, Frankreich spielt schwach, die Portugiesen haben heute 0:2 verloren, wenn auch mit ihrer B-Elf, die Spanier mit viel Mühe gegen Schweden gewonnen (30. der Fifaweltrangliste, übrigens)
Ich finde die Kritik an Löw und der Mannschaft masslos überzogen. Und Sammer als Trainer? Da kann ich ja nur lachen. Stuttgart hat ihn rausgeschmissen wegen des grauenhaften Fussballs den er da hat spielen lassen. Klinsmann ist unter anderem deswegen zurückgetreten, weil Sammer Sportdirektor wurde.
Ich darf noch mal kurz an die EM 96 erinnern, wo die Deutschen den Titel geholt haben. Auch da gab es ein Spiel gegen Kroatien. Die Deutschen haben äusserst bescheiden gespielt damals, Klinsmann hätte wegen Nachtretens vom Platz fliegen müssen. Aber sie haben halt ziemlich glücklich gewonnen.
Morgen hat die Mannschaft die Chance alles wieder grade zu rücken. Ich gehe ehrlich gesagt davon aus, dass die Mannschaft die Österreicher mit 4:0 vom Platz schiesst. Was schlimmeres als diese peinliche Niederlage der Deutschen hätte den Österreichern gar nicht passieren können. Die Deutschen werden morgen rennen und kämpfen um zu zeigen, dass der Auftritt gegen Kroatien ein Ausrutscher war.
Sollten sie das nicht hinkriegen und verlieren haben sie es allerdings auch nicht verdient weiterzukommen. Deswegen die gute Arbeit von Löw in den letzten 2 Jahren komplett in Frage zu stellen halte ich für ziemlich unsinnig. Am Ende wird noch Paul Breitner Bundestrainer....oder Christoph Daum. Will das wer?
Jeder, der diese Mannschaft über einen längeren Zeitraum verfolgt hat, weiß, dass die Spielweise in den letzten 10 Jahren nie so gut war wie in den letzten 2 Jahren unter Löw. Daher ist Deutschland jetzt nach längerer Zeit wieder als einer der Favoriten in ein Turnier gestartet. Das wird übrigens nicht nur in Deutschland so gesehen, auch ausländische Medien bestätigten diese Meinung und waren auch voll des Lobes nach dem geglückten Auftakt gegen Polen. Es macht daher überhaupt keinen Sinn, jetzt nach einem - zugegebenermaßen sehr schlechten - verlorenen Spiel den Kopf in den Sand zu stecken. Ich erwarte morgen genauso wie mein Vorkommentator eine Trotzreaktion der Mannschaft und rechne mit einem 2:0-Sieg über Österreich. In der K.O.-Runde kann dann alles passieren und es macht auch keinen Unterschied, ob man im Viertel- oder erst im Halbfinale auf Portugal trifft.
Jeder, der diese Mannschaft über einen längeren Zeitraum verfolgt hat, weiß, dass die Spielweise in den letzten 10 Jahren nie so gut war wie in den letzten 2 Jahren unter Löw. Daher ist Deutschland jetzt nach längerer Zeit wieder als einer der Favoriten in ein Turnier gestartet. Das wird übrigens nicht nur in Deutschland so gesehen, auch ausländische Medien bestätigten diese Meinung und waren auch voll des Lobes nach dem geglückten Auftakt gegen Polen. Es macht daher überhaupt keinen Sinn, jetzt nach einem - zugegebenermaßen sehr schlechten - verlorenen Spiel den Kopf in den Sand zu stecken. Ich erwarte morgen genauso wie mein Vorkommentator eine Trotzreaktion der Mannschaft und rechne mit einem 2:0-Sieg über Österreich. In der K.O.-Runde kann dann alles passieren und es macht auch keinen Unterschied, ob man im Viertel- oder erst im Halbfinale auf Portugal trifft.
Mit Boulevardpresse ist wohl nahezu ausschließlich die Bildzeitung gemeint. Wer diesen journalistischen Schrott-Gogerern auf dem Leim geht, hat sich wohl ins Hirn erleichtert. Wer für sein Selbstwertgefühl das unablässige Siegen unserer Fußballnationalmannschaft braucht, dessen kaputte Psyche tropft ihm (die weibliche Form verbietet sich hier von selbst) aus allen Poren. Wer unsere Nationalmannschaft niedermacht, weil sie ein Spiel verloren hat, lässt sich nur mit einem Darmausgang vergleichen. Selbst wenn wir morgen gegen die Nusserer verlieren, bleibe ich ein treuer Fan unserer Elf. Vergesst nicht, die Nusserer spielen auch ziemlich gut.
Jeder, der diese Mannschaft über einen längeren Zeitraum verfolgt hat, weiß, dass die Spielweise in den letzten 10 Jahren nie so gut war wie in den letzten 2 Jahren unter Löw. Daher ist Deutschland jetzt nach längerer Zeit wieder als einer der Favoriten in ein Turnier gestartet. Das wird übrigens nicht nur in Deutschland so gesehen, auch ausländische Medien bestätigten diese Meinung und waren auch voll des Lobes nach dem geglückten Auftakt gegen Polen. Es macht daher überhaupt keinen Sinn, jetzt nach einem - zugegebenermaßen sehr schlechten - verlorenen Spiel den Kopf in den Sand zu stecken. Ich erwarte morgen genauso wie mein Vorkommentator eine Trotzreaktion der Mannschaft und rechne mit einem 2:0-Sieg über Österreich. In der K.O.-Runde kann dann alles passieren und es macht auch keinen Unterschied, ob man im Viertel- oder erst im Halbfinale auf Portugal trifft.
Fußball ist eben kein Schach. Sicher sind Analysen, Erklärungen und Taktik - also präzise Rationalität ein wichtiger Bestandteil heutigen Fußballs. Allerdings meine ich, daß Vorsicht vor "Verkopftheit" geboten ist. Trainiert und "geübt" haben alle Spieler bis es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Darum sind sie in der Lage auf dem Spielfeld intuitiv schnelle, richtige Entscheidungen zu treffen. Mein Schlachtruf: Männer, laßt euch nicht verrückt machen, Schluß mit Schwätzen, sondern tut das was ihr am besten könnt - nämlich Fußball spielen mit Verstand und Herz.
So ist nun mal die Boulevard-Presse. Läufts gut, kriecht man den Leuten irgendwo rein. Beim ersten Anzeichen, dass es mal nicht so gut läuft, kriecht man schnell wieder raus und tritt zu. Man könnte sich natürlich auch solidarisch zeigen. Aber das bringt wohl nicht genug Auflage. Sicher ist Österreich kein fußballerischer Überflieger, aber die deutsche Mannschaft muss sich heute Abend schon zusammenreißen. Alles andere als ein Sieg wäre eine Überraschung.
Es ist schon schwer bei den heutigen Gepflogenheiten der Presse, die Nationalmannschaft über Gebühr Hochzuschreiben und dann nach einem Ausrutscher gleich wieder runterzuschreiben, die gesunde Mittellage zu halten.
Deutschland hat eine Mannschaft, die sehr jung ist (im Vergleich zu Frankreich oder Italien) und damit die Zukunft noch vor sich hat. Wir haben eine Mannschaft, die weniger als andere Nationen mit überragenden Weltklassespielern gesegnet ist, weshalb die Mannschaft über Geschlossenheit und Kampfgeist zum Sieg kommen muss. Wir haben einen Bundestrainer, der kapiert hat wo es deutschen Mannschaften am meisten fehlte, nämlich am schnellen und überraschenden Spiel nach vorne aus einer sicheren Abwehr heraus. Dazu gehört eben auch totale Fitness, für die er gesorgt hat.
Der dritte Platz in der WM hat allerdings vielen - auch Presseleuten - das Gehirn vernebelt. So gut wie wir da weggekommen sind, sind wir nur, wenn ALLES stimmt auf dem Platz und das kann gegen Weltklassemannschaften eben nicht der Fall sein, weil die ja entsprechend dagegenhalten. Dann ist das System LÖW / KLINSMANN immer noch gefährdet. Stimmt der Einsatz nicht und die taktische Ausrichtung / Aufstellung oder Tagesform gibts schon gegen mittelklassige Gegner wie Kroatien grosse Probleme. Kommt Angst hinzu muss man sogar unterklassige Gegner wie Österreich fürchten.
Hinzu kommt als aktuelle Bedrohung die angeborene Sturheit des Schwarzwälders (ich darf das sagen, weil ich selbst einer bin) an "seinen Leuten" und seiner sog. "Philosophie" bis zum bitteren Ende festzuhalten.
Das zeigt die heutige Aufstellung deutlich: Gomez ist so formschwach, dass er das Tor aus 5m Entfernung nicht trifft. Aber er darf spielen. Statt Podolski eine Chance im Strum zu geben. Brächte er statt Gomez Kuranyi (was er m.E. sicher tut) in der zweiten Halbzeit würde er den zweiten Stürmer mit Versagensangst auf den Platz stellen.
Eine mutige Variante wäre gewesen von Anfang an mit Podolski / Klose zu spielen und mit Hitzelsperger. Aber das wäre in den Augen des Trainers wohl ein Verrat an seinen Leuten und seiner Philosophie gewesen.
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