Atomkraftwerk Neckarwestheim muss vom Netz
Aus "Sicherheitsgründen" lehnt Bundesumweltminister Gabriel einen Antrag der Betreiberfirma EnBW auf Laufzeitverlängerung ab. Damit dürfte das Kraftwerk Ende 2009 abgeschaltet werden
Das zweitälteste deutsche Atomkraftwerk in Neckarwestheim (Baden-Württemberg) muss nächstes Jahr voraussichtlich endgültig vom Netz. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lehnte am Donnerstag den Antrag des Energiekonzerns EnBW (Energie Baden-Württemberg) auf eine Verlängerung der Laufzeit für den 32 Jahre alten Block I ab. Der SPD-Politiker führte in Berlin dafür Sicherheitsgründe an.
Damit endet der Betrieb des AKW voraussichtlich Ende 2009. Die Betreiberfirma schließt allerdings eine Klage nicht aus. «Wir werden den Bescheid jetzt prüfen und behalten uns ausdrücklich weitere rechtliche Schritte vor», erklärte die EnBW.
Unterstützt vom baden-württembergischen Umweltministerium hatte der Versorger beantragt, Block I länger laufen zu lassen. Dafür sollten Strommengen der jüngeren Anlage (Block II) am selben Standort auf den älteren Meiler übertragen werden. Dies sei nicht zulässig, entschied das Bundesumweltministerium. Block I des Kraftwerks verfüge über weniger Sicherheitsreserven als der jüngere Block II. Zur Sicherstellung der Energieversorgung und zum Klimaschutz sei ein längerer Betrieb von Neckarwestheim I nicht erforderlich. Neckarwestheim II soll erst bis 2022 abgeschaltet werden.
Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) kritisierte die Entscheidung angesichts der Herausforderungen des Klimaschutzes und der gestiegenen Energiekosten als «weder sachgerecht noch nachvollziehbar». Gabriel halte «scheuklappenartig am Kernenergieausstieg fest». Auch Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) sprach von einem «schweren Fehler», der zulasten der Versorgungssicherheit und der Strompreise gehe.
- Datum 12.06.2008 - 06:38 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa
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