EU-Reform Frankreich deutet Neuverhandlungen an

Nach dem Nein der Iren zum Lissabon-Vertrag erwägt Paris, den Text neu zu verhandeln. Und Frankreichs Europaminister hat auch einen Schuldigen für das Scheitern ausgemacht: Neocons in den USA.

Soll die EU-Reform wieder in Gang bringen: Jean-Pierre Jouyet, Frankreichs Staatssekretär für europäische Angelegenheiten

Soll die EU-Reform wieder in Gang bringen: Jean-Pierre Jouyet, Frankreichs Staatssekretär für europäische Angelegenheiten

Wie der europäische Nachrichtendienst EurActiv meldet, hatte der französische Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, Jean-Pierre Jouyet, die Bereitschaft Frankreichs zu Neuverhandlungen am Dienstag auf einer Konferenz in Brüssel angedeutet. In einer Rede soll Jouyet mögliche Garantien aufgezählt haben, die den Iren ein Ja zum Lissaboner Vertrag erleichtern könnten. Nach einer Analyse der Situation im Land, könne man sagen, ob Neuverhandlungen über den Vertrag nötig seien oder nicht, soll Jouyet gesagt haben.

Die Äußerungen des Staatssekretärs sind auch deshalb von Bedeutung, weil Frankreich in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird. Präsident Sarkozy hat sich  für die sechsmonatige Amtszeit ein ehrgeiziges Programm vorgenommen und will unter anderem die Themen Energie, Klimawandel und eine gemeinsame EU-Verteidigungspolitik vorantreiben.

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Jouyets räumte nach Angaben von EurActiv ein, dass Frankreich angesichts des irischen Referendums sein Programm für die kommenden sechs Monate überdenken müsse. Der „Zug“ der EU sei aus „der Bahn“ geworfen, der Konsolidierungsprozess untergraben worden, sagte der Staatssekretär.

Einige Länder der EU fürchten, dass Neuverhandlungen über den Lissabon-Vertrag andere Staaten dazu ermutigen könnten, ebenfalls weitere Forderungen zu stellen. Umfragen zeigen jedoch, dass die irischen Bürger, die mit „Nein“ gestimmt hatten, darauf hoffen, dass der Vertragstext neu verhandelt wird.

Zudem sorgten Aussagen Jouyets zur Rolle der USA im irischen Referendums-Prozess für Aufsehen. Der französischen Tageszeitung Le Monde sagte der Staatssekretär, US-Politiker aus dem Lager der Neokonservativen hätten die Iren bei ihrer Entscheidung zu einem Nein unterstützt. „Europa hat machtvolle Gegner auf der anderen Seite des Atlantiks“, zitiert die Zeitung Jouyet. Die Neokonservativen in den USA hätten eine „sehr wichtige“ Rolle für das irische Nein gespielt.

 
Leser-Kommentare
  1. ist die Person, die US-Kräfte in die EU fließen lässt. Seine Geschäfte blühen durch seine Kontakte zur US-Verteidigung.Der Vertrag ist für die USA nicht zwingend ein Vorteil, da er das Potential hat, die NATO durch eine engere Kooperation in der EU zu schwächen und die Stellung zB bei den UN zu stärken. US-Angriffe auf Länder im Osten könnten durch die stärkere Kooperation zB für diplomatische Zwecke zunächst blockiert werden. Eines, was vor dem Irakkrieg fehlte, waren vernünftige diplomatische Gespräche. Bush hat immer Gespräche mit Hussein verweigert. Er wollte den Irak schlicht angreifen.

    • Anonym
    • 25.06.2008 um 13:18 Uhr

    Das aus dem Munde eines leibhaftigen Staatssekretärs von Sarkozys Gnaden? Ich glaub' ich bin im Wald. Einsam. Anstatt die Europäische Union ihre Hausaufgaben macht, stellt sich schon jetzt Frankreich in Position, ich meine natürlich die französische Regierung, besser noch Präsident Sarkozy als kommender EURatspräsident. Allein dieser Gedanke, daß ausgerechnet ein Freund Buschs auf Waffengeschäfte aufmerksam macht, sollte zu bedenken geben. In der Mittelmeer-Union, die übrigens als Pendant der NATO anzusehen ist, geht es auch um nicht mehr als das, Waffengeschäfte im größeren Stil, damit die Region befriedet wird. Wichtiger wäre dennoch, daß man sich auf eine Volksabstimmung in allen EULändern einigen sollte. Mehr verlangt der Souverän als solcher nicht.EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, nutze Deine zum Segen ALLER!
    Isaac Ben Laurence Weismann

  2. Mit Inkrafttreten des Reformvertrages nimmt die Europäische Rüstungsagentur offiziell ihre Arbeit auf, die vornehmlich darin bestehen wird, die zur Aufrüstung verpflichteten Mitgliedsstaaten bei der Neuanschaffung von Rüstungsgütern zu "beraten".Natürlich stehen hinter der Agentur 1:1 die europäischen Rüstungsunternehmen. Das wird die amerikanischen Rüstungskonzerne wohl empfindlich treffen, denn Aufträge nach Übersee wird es wohl bald nicht mehr geben.

  3. 4. eu USA

    Was dieser klein kariert eu Mitläufer sagt bezeugt nur wie tief das denken im Intellektgeist dieser eu Betonkopfe ist. das sind alle Karriere machen wie Schröder die wissen nicht warum sie eben da sind und wer sie da gebracht habe. Dieser eu Schmarotzer wesen aber genauer das sie im Brüssel regieren trotz Volks verweigerungs anzuerkennen. Sie wissen das sie einem monstrosität geschafft haben die sie nur durch lügen am leben halten ,das ist einem undemokratischer Regime wie der Sowjetunion ohne frei Wahl durch die Europäischer Volker und ohne legitimation, und des wegen GOTT sei dank zum scheitern verurteilt und im der Müll der Geschichte zu enden .

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