Übergewicht Wissen macht nicht schlankSeite 3/3

Grünzeug? Gibt es zwar auch im Supermarkt. Aber ebenso gibt es Smoothies, Fruchtpürees, und das Gemüse auf der Fertigpizza und den Spinat in Gorgonzola-Imitat.

Getreide? Kann man als Vollkornbrot essen. Oder aber als Schokomüsli, das neben Zucker zwar noch reichlich Fett enthält, aber irgendwie dann doch als Gesundheitsfrühstück durchgeht - und selbst den gebildeten Verbraucher in die Irre führt.

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Es kann deshalb nicht sein, dass die Verantwortung wieder einmal den Schulen, Bildungsinitiativen und letztlich den Bürgern übertragen wird, und das auch noch unter Anleitung der Politik. Auch die Lebensmittelindustrie muss lernen, was gesunde Ernährung ist und wie sie profitable Produkte entwickeln und anbieten kann, die den Ansprüchen der neuen Präventionsgesellschaft auch wirklich entsprechen.

Bisher aber haben sich die Konzerne erfolgreich gegen jede effektive Maßnahme gewehrt. Die Health-Claims -Verordnung zum Beispiel sollte regeln, dass kein Produkt einen gesundheitlichen Nutzen verspricht, welcher zuvor nicht wissenschaftlich bewiesen wurde. Die verabschiedete Regelung aber ist so löchrig wie ein Schweizer Käse, weshalb die Hersteller fröhlich weiter mit Gesundheitsversprechen für Produkte werben, die alles sind - lecker, süß, ganz schnell verputzt. Nur nicht gesund.

Doch es ist noch nicht zu spät: Was bei den Health Claims vermurkst wurde, kann Seehofer mit der geplanten Nährwertkennzeichnung wieder wettmachen. Er müsste dafür aber nicht nur volksweite Ernährungskunde anordnen, sondern wirklich als Behüter einer gesundheitsbewussten Ernährung auftreten und nicht nur verpflichtende, sondern auch leicht verständliche Kennzeichnungen fordern. Sie sollten die Hersteller zu Ehrlichkeit zwingen (und damit zur Entwicklung gesünderer Produkte) und dem Normalsterblichen im Supermarkt eine einfache Unterscheidung von guten und weniger empfehlenswerten Lebensmitteln ermöglichen.

Die vom Ernährungsminister bislang bevorzugte Lösung tut dies leider nicht, im Gegenteil. Sie ist freiwillig, selbst für kundige Kunden viel zu kompliziert, und sie eröffnet den Lebensmittelkonzernen deshalb wieder Spielraum für Manipulationen. Schlanker werden die Deutschen so ganz sicher nicht.

 
Leser-Kommentare
    • Zel
    • 25.06.2008 um 18:35 Uhr

    Ja wo sind sie denn eigentlich, die fetten Deutschen? Die Leute sehen heute doch nicht anders aus, als in den Jahrzehnten zuvor. Dieser allgemeine Verbots- und Belehrungswahn bricht dem Staat noch das Genick. Es läuft nämlich darauf hinaus, das bald die Bunderepublik verboten werden muss-denn im Vergleich zu allen anderen Ländern in der EU sind wir einfach zu deutsch. International sieht es nicht besser aus, haben Langzeitstudien ergeben. Auch die Kennzeichnung Deutscher mittels Personalausweis hat nicht zu einem umdenken bei den Bürgern geführt.

  1. Das Grauselige ist mal wieder, dass eine notwendige Umstellung, der Ernaehrung von vielen Konsumenten, in erster Linie mit den Unkosten im Gesundheitssystem begruendet wird. Es ist doch aber eine private Entscheidung, die hier politisiert und oekonomisiert wird, ob man eine vollschlanke Couchpotatoe sein will oder nicht. Manche Menschen leben gerne im HierundJetzt und tun sich schwer damit, ihre Beduerfnisbefriedigung zu verschieben.  Die muessen dann eben frueher mit Herzinfarkten rechnen. Sie warten nicht darauf, bis sie etws aus fianziellen Gruenden nicht mehr koennen. Das ist doch aber eine Entscheidung, die man den Leuten nicht wirklich abnehmen kann--und vielleicht rebellieren diese ja auch nur gegen den gutbuergelichen Zwang effiziente, vernunftgeleitet, angepasste Kapitalisten zu sein.  

    • Hugo_P
    • 25.06.2008 um 22:33 Uhr

    Umso weniger ein Lebensmittel industriell weiterverarbeitet und somit "aufgebrezelt" wird, umso besser isses, wenn die Leute vorzugsweise selber kochen und nicht nur Fertiggerichte vertilgen (und ihren Kindern vorsetzen) usw. usf. .Die Kennzeichnungen sind ja irgendwoher auch Blödsinn, wenn ich mir am Tag nen Liter Milch (nat. 3,5%Fett, die andere ist weißes Wasser *grins*) reinhau, hätte ich lt. Packungsangabe mein Kontingent an gesättigten Fettsäuren um 5 % überschritten und zuckertechnisch die Hälfte weg. Nur ist Milchzucker ("Laktose") nicht unbedingt das Gleiche wie "normaler" Zucker, wenn ich noch ein paar Scheiben Brot und ein paar Kartofffeln esse (Kohlenhydrate, die schlußendlich auch in die vom Körper zu verarbeitende Einfachzucker "zerkloppt" werden) würde ich tagtäglich die Latte der Energiezufuhr reißen. Ich sehe es auch so, daß das ganz allein meine Baustelle ist, wie ich mich ernähre, die angeblichen Fakten sind zum Einen altbekannt, zum Anderen meist Schwachsinn. Es wäre eher sinnvoll, draufhinzuweisen von der Politik, daß Essen ein Genuß ist und nicht in Völlerei enden soll. Außerdem verbraucht jeder je nach Stoffwechsel und täglicher Bewegung unterschiedliche Energiemengen; der Körper ist in gewisssem Maße auch fehlertolerant und nimmt es nicht soo ernst, wenn man sich ab und an auch mal den Wanst vollschlägt.Wie "Zel" fragt; WO sind eigentlich die vielen "dicken" Deutschen??? Klar gibt es die, es ist aber nicht die Mehrheit.In einer Ausgabe der "Bild der Wissenschaft", die ich dieletzt las, kamen die auf die achsoerstaunliche Erkenntnis, daß ein bißchen Fett am Körper auch nicht schadet.Sowas nennt man "Reserven"; d.h. ich kipp halt nicht gleich um, wenn ich mal nen Tag nix eß; und ich habe einen BMI der noch im grünen Bereich liegt.Der Knackpunkt ist also nicht, was und wieviel ich eß, sondern wie bewußt ich genieße und wieviel ich mich bewege.Also sollte unsere achsotolle Regierung eher dafür sorgen, daß die Wänster in der Schule am Tag ne Stunde Sport haben; wie in nem Kommentar über mir erwähnt, mit dem KK-Kostenargument zu kommen ist extrem zynisch.

    • Anonym
    • 26.06.2008 um 0:44 Uhr

    ich versuch es mal so rum: welcher unserer politiker, merkel inkl., hat  einen BMI unter 25? eine 'dünne' minderheit, wenn ich mal so rum schaue. was denke ich mir dabei? dass hier das private der öffentlichkeit aufgehalst wird? ach, ist auch egal, diese detailplänkelei, wer sich die beschlüsse dieser und der vorherigen regierung(en) ansieht muss einfach merke(l)n, dass dem zwang immer der vorrang vor der freiheit und information eingeräumt wird: seehofer ist persönlich der farbkennzeichnung nun gar nicht zugetan, aber der anti-adipositas-initiative schließt er sich gerne an, bätzing  kreuzzügelt gegen raucher, die EU bewilligt happige subventionen für tabakanbauer, die stechuhr wird wieder eingeführt und auschüsse zum bürokratie-abbau eingesetzt (ausschussware?!), die handwerkskammern vernichten nach wie vor kleine existenzen mit dem meister-fresstrog-argument "handwerksrollenpflichtig" , aber wir sollen dennoch rege uns selbständig betätigen und nicht immer auf hilfe vom  staat schielen. mach ich, machen wir doch schon lange nicht mehr, auf den staat 'schielen' wir doch nur  noch über die schulter: "womit wollen die uns jetzt 'alle' machen?".ich will jetzt auch politiker werden: stammtischschnack, immunität, regressfreiheit und mal anständig leute drangsalieren, und die, haha, müssen dafür noch reichlich bezahlen.(ps. für das geld fress' ich mir dann auch so 'nen speck an und denk mir was publikumsträchtiges aus gegen fettleibigkeit, zur wiederwahl natürlich.)dieses 'schlank-programm' der regierung ist absolut überflüssig, die sorgen schon so für bulimie. Liebermann aktuell wie dazumal.besser, wir wehren uns gegen deren hartleibigkeit, jetzt, hier und in europa!

    • keox
    • 26.06.2008 um 1:07 Uhr

    Wohl wahr. Man muß auch das nötige Geld für eine angemessene Ernährung haben, das aber ist die Krux, nicht nur bei der steigenden Zahl armer Menschen. Wenn die Ernährung gesund und ausreichend sein soll besteht für einen erheblichen Teil der Bevölkerung das Problem schlicht in der Finanzierung.Natürlich sind Obst, Gemüse etc etc aus einer gesunden Ernährung nicht wegzudenken, mindestens ein halber Liter Milch schadet auch nicht.Jetzt rechnen Sie einmal: ein halber Liter Milch, ein großer Salat, dazu ein wenig Obst - das alles ist sehr gesund, für einen Armen aber nicht zu bezahlen. Vor allem fürchte ich, außer mir wird kaum jemand davon auf Dauer satt.Das also ist Zynismus Teil 1.Teil 2 wird sichtbar, wenn man sich die Produkte der Lebensmittelindustrie anschaut. Salatdressings mit ca 7% Kräuteranteil, der Rest sind Füll- und Aromastoffe, die die Leber belasten. Gleiches gilt für heftig beworbene Tütensuppen, Fertiggerichte aller Art - kurz: wir werden mit denaturierten, toten Lebensmitteln bombardiert.Was passiert bei den Standardskandalen wie Ekelfleisch, Pestizidbelastetem Gemüse und Obst? Nichts. Falls ein Produzent unangenehm  auffällt, bezahlt er eine Ordnungsstrafe, die aus der Portokasse bezahlt wird.Normalerweise müßte ein solcher Produzent einer Anklage wegen vorsätzlicher Körperverletzung gewärtig sein. Das heißt im Regelfall: Haftstrafe.Seehofer wehrt sich gegen die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln, die zwar nicht der Weisheit letzter Schluß ist, aber zumindest in die richtige Richtung geht.Schon die Standardbabynahrung versaut das Geschmacksempfinden kleinster Menschen auf´s übelste.Vieles ließe sich gesetzlich regeln, interessiert aber keine Sau, denn dazu müßte man sich mit der Lebensmittelindustrie anlegen.Apropos Sau: An Schweine wird immer wieder gerne Rinderdung - vulgo Scheiße - verfüttert, ist billig, enthält Mineralien, macht satt.Guten Appetit.

    • Manul
    • 26.06.2008 um 5:54 Uhr

    Wenn ich schon das Wort 'freiwillig' höre, dann kriege ich das Würgen. Die Lebensmittelindustrie, die teils mit minderwertigen Grundstoffen viel Kasse mit den Endprodukten machen will, soll also freiwillig dafür sorgen, dass die Lebensmittel weniger versteckte Dickmacher enthalten. Aha! Zufälligerweise ist der Plan genau nach dem Gusto der Industrie, die zwar viel versprechen möchte, aber wohl kaum wirklich sich je daran halten wird. Schon andere Beispiele haben gezeigt, dass freiwillige Verpflichtungen der Industrie nur solange hielten, wie die Verhandlungen darüber andauerten. Und was heutzutage z.B. Kristallzucker enthält, ist echt der Wahnsinn, selbst in Katzenfutter der meisten Hersteller ist Zucker drin, obwohl jeder Tierhalter weiss, dass man kein Zucker an Tiere verfüttern sollte, da sie davon kaputte Zähne bekommen. Ich habe jedenfalls noch nie eine Katze gesehen, die sich täglich abends die Zähne putzt. Uns Menschen wiederum werden tolle Sachen angeboten, gerne mit dem Zusatz 'Fitness', aber auch da, wer da kalorienarme und zuckerfreie Kost erwartet, wird meist enttäuscht. Wer also sich wirklich bewusst ernähren will, muss genau darauf achten welche Zutaten er kauft, wo und welcher Herkunft die sind und alles selber zubereiten. Und selbst da, wie schon mein Vorkommentator richtig bemerkte, kann man sich kaum auf einer sicheren Seite fühlen und eine solche Ernährung ist dann auch eine Kostenfrage, die mit kleinen Budget nicht einfach zu meistern ist (aber es geht!). Was mich persönlich aber an der ganzen Debatte stört ist, dass man so tut, als könnte man verschiedene Menschen in eine Schablone pressen, die dann für alle gültig sein soll. Das ist so sinnvoll, als wenn man man allen die gleiche Konfektionsgrösse verpassen wollen würde. Ich gebe auch offen zu, dass ich nach der merkwürdigen Definition wohl als auch zu dick gelten würde (BMI 27), aber anders, als viele essgestörte Leute, die irgendeinem komischen Ideal hinterher rennen, habe ich noch nie in meinem ganzen Leben eine Diät gemacht und mein Gewicht ist seit etwa 10 Jahren stabil - abgesehen mal von kleinen Abweichungen von paar Kilo, die einfach jahreszeitbedingt sind, im Winter mehr, im Sommer etwas weniger. Vom Körpergefühl fühle ich mich auch sehr gut, bin gesund und ernähre mich sogar, trotz meines kleinen Budgets, recht bewusst und gesund (vorwiegend vegetarisch), ohne mir Dinge zu verbieten. Essen ist ja auch schliesslich Genuss und das, was man isst, sollte einem auch schmecken - und auch ein Stück Kuchen oder Schokolade sollte auch mal sein, finde ich. Ich fühle mich aber durch die permante Schlankheitspropaganda zunehmend nicht nur gestört, sondern irgendwo auch diskriminiert. Jede Form von 'Übergewicht' scheint irgendwie ein Problem zu sein, egal, ob die Leute gesund sind oder nicht. Sicherlich ist starke Fettleibigkeit ein Problem und muss auch bekämpft werden - da wäre z.B. das Ampelsystem sicherlich schon auch eine Hilfe. Nur die meisten Leute, die laut der BMI-Definition als übergewichtig gelten, sind es gar nicht und diese Menschen werden auch nie im Leben eine Diabetes oder andere Krankheiten entwickeln, die bei starker Fettleibigkeit vorkommen. Also was soll das ganze Theater? Haben wir denn wirklich nicht genug Menschen, die an Bulimie und Magersucht leiden, weil ihnen ein Ideal präsentiert wird, dem sie nie entsprechen werden? Dies nämlich ist das eigentliche Problem, dass Menschen immer wieder sinnlose Diäten machen, die letztendlich ihren ganzen Stoffwechsel kaputt machen und ein richtiges Übergewicht überhaupt möglich machen. Wer also wirklich was für die allgemeine Gesundheit tun will, muss zunächst einmal von normalen Menschen ausgehen und nicht von irgendwelchen Hungerhacken. Desweiteren hat gesunde Ernährung viele Gesichter,  wer aber gesunde Nahrung propagiert, aber nichts dagegen tut, dass sich Dinge in der Nahrung wiederfinden, die dort eigentlich überhaupt nicht reingehören, ist ein Schwätzer und Blender und hat ausser Aktionismus keine ernste Besserung im Sinn. Sofern... den Aktionsplan kann man sich dahin stecken, wo die Sonne nie scheint, denn ändern wird sich dadurch nichts, aber man hat wenigstens so getan, als hätte man sich für gute und gesunde Ernährung eingesetzt.

  2. lebe und arbeite derzeit in Japan und etwas das einem hier gleich ins Auge fällt oder besser "sanft herabgleitet" ist die Tatsache, das erstaunlich wenige Japaner übergewichtig sind. Besser gesagt 99,5% der Japaner ist schlank, in europäischen Sinne perfekt gebaut, evtl. sogar gefährlich nahe an der BMI Grenze nach unten. Dennoch sollte man nicht ausser Acht lassen, das Japaner genauso wie Amerikaner und Europäer gerne mal bei McDonalds und Co. schnabulieren gehen oder sich zum großteil von Fertigwaren aus dem Supermarkt ernähren. Obst und Gemüse bis auf einige wenige Ausnahmen sind hier sehr teuer und tatsächlich sind Reis und Fisch Hauptnahrungsmittel. Dabei gehe ich jedoch davon aus das der Reis vermutlich eine besonders wichtige Funktion als Dünnhalter einnimmt, denn der japanische Reis ist verglichen mit dem Deutschen eher die Sorte Milchreis. Also dick, klebrig und vorallem füllend. Der Effekt liegt schnell auf der Hand, beziehungsweise auf dem Teller. Viel Reis einige Beilagen, wie Fisch und eingelegtes Gemüse und das ganze OHNE Saucen. Recht trocken und gewöhnungsbedürftig, aber 127 Millionen Japanern gefällt es. Sie machen keine Abstriche im Sinne von Essqualität (Süssigkeiten, Snacks, Fertigprodukte, Fastfood). Vergleicht man diese mit deutschen Gerichten, fällt einem schnell auf, das diese neben den Kernkomponenten wie Kartoffeln, Reis oder Spaghetti immer Saucen mit beinhalten, die einen ausgesprochen hohen Fettgehalt vorweisen. Dazu kommen dann noch Beilagen wie Gemüse in Butter oder große Mengen gebratenes, eher selten gekochtes Fleisch. Ich vermute das gerade diese Kombination als Dickmacher durchgeht, da sie unserer alltäglichen Essgewohnheit entspricht. Sehen wir uns dazu noch die Palette an Fastfood Möglichkeiten in Deutschland an, die von Currywurst mit Pommes (Rot/Weiss), über Döner Kebab bis Hamburger alles anbietet und dazu des Deutschen liebste Beschäftigung: Am Stand stehen, schnacken und sich dabei eine vor Fett triefende Bratwurst reinschieben. Meiner Meinung nach sind Fleisch und die Saucen, die meistens auf deren Basis erzeugt werden, die größten Dickmacher in unserem Land. Würde man den Konsum in diesem Bereich einschränken, was ja auch ökologisch nicht ganz verkehrt ist, würde man sicherlich die besten Effekte erzielen.
    Die Industrie ist sicherlich, wie jeder Wirtschaftszweig auf Profit aus und deshalb wenig gewillt ihre auf diese Richtung optimierten Geschäftspraktiken in irgendweiner Weise zu ändern (bestes Beispiel Exxon-Mobil und der Weltuntergang), daher würde ich aus dieser Richtung keine Hilfe oder allzu große Kooperation erwarten.

  3. Viele unserer Essgewohnheiten werden in der Kindheit geprägt. Hat man eine gesunde Ernährung vorgelebt bekommen, ist es wahrscheinlicher, dass man sich auch als Erwachsener gesund ernährt. War gemeinsames Kochen etwas Natürliches, wird man sicherlich einiges auch an Kochfertigkeiten mitbekommen. Gerade in Zeiten, in denen die finanzielle Situation vieler Menschen immer schlechter wird, könnte gesundes, selbstgekochtes Essen einen neuen Schub bekommen und nur aus einem Grund: Es ist konkurenzlos billig. Ein Fischfilet mit Erbsenreis  und gemischten Salat kostet, wenn man es selbst kocht, unter 2 Euro, also weniger als ein Döner. Auch die Zubereitungszeit von um die 15 Minuten sollte jeder aufbringen können. Dazu noch ein Apfelschorle 0,5 l für vll 50 Cent und der Körper sagt dankeschön. Stellt man dem jetzt z.B. ein Fastfoodmenu, für ca. den doppelten bis dreifachen Preis,  entgegen, kann man wirklich merken, was dem Körper besser tut. Nach dem Fischfilet fällt man nicht in ein Energieloch und möchte sich am liebsten sofort Schlafen legen,  gleichzeitig hat man länger ein Sättigungsgefühl, weil der Körper länger mit verwertbarer Energie versorgt wird.  Es gibt wirklich nicht viel, was für das Wohlbefinden wichtiger ist als die Nahrung. Ich hab dies nach einer Ernährungsumstellung selbst erfahren. War ich zuvor ein Fastfoodopfer, dessen Ernährung was ausschließlich aus Fertigpizza, Fritiertem und Mac oder BK bestand, und das pro Tag 10 Stunden Schlaf brauchte und trotzdem lethargisch, mit Hang zu Depressionen war, weiß ich jetzt schon fast nicht mehr wohin mit der Energie und habe deshalb angefangen Sport zu treiben. Ein netter Nebeneffekt.Was mir überdies säuerlich aufstößt und noch nicht angesprochen wurde, ist auf Kinder ausgerichtete Werbung. Die größte Fastfoodkette arbeitet fast auschließlich mit solcher. Sieht man sich die Actionverpackungen von Zuckerlimonaden im Supermarkt an, ist es kein Wunder, dass Kinder lieber zu solcher greifen, als zum faden Fruchtsaft oder Mineralwasser. Ich bin der Meinung, dass Werbung, die sich an unmündige oder besonders schützenswerte Konsumenten richtet, generell verboten gehört. Es sollte keine Werbung für Kinder unter sagen wir dem 14. Lebensjahr geben dürfen. 

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