Fackellauf
Pekinger Zynismus
Die olympische Flamme in Tibet: Drei Stunden wurde sie durch die streng abgesicherte Hauptstadt Lhasa getragen - eine eindeutige Provokation Chinas. Doch deshalb gleich den ganzen Fackellauf verfluchen? Nein. Ein Kommentar

© Guang Niu/Getty Images
Fackellauf unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: chinesische Polizei in Lhasa
Der olympische Fackellauf schreibt in diesem Jahr symbolische Geschichte. Erst begleiteten ihn hartnäckige pro-tibetische Demonstranten durch Europa und die USA. Dann wurde er in Chinas großen Küstenstädten von unverdächtig jubelnden Mengen nach Volksfestmanier in Empfang genommen. Nun stellten ihn die Chinesen an diesem Samstag unter Hochsicherheitsschutz, um Fackel und Feuer auf elf Kilometern durch die tibetische Hauptstadt Lhasa zu tragen.
Auf inzwischen allen Stationen des weltweiten Fackellaufs spiegeln sich die politischen Ereignisse und Stimmungen: erst der Zorn des Westens über China und seine Tibet-Politik im Besonderen, dann die trotz aller westlichen Kritik große Begeisterung der chinesischen Bevölkerung für die olympischen Spiele, und schließlich der Beweis in Tibet, dass die Regierung in Peking ihrer Bevölkerung noch lange nicht überall trauen kann, nicht einmal im Olympia-Jahr.
Westliche Tibetanhänger haben den Fackellauf als zynische Veranstaltung eines diktatorischen Regimes gegeißelt, die Schande über die olympische Bewegung und ihre westliche Sponsoren bringe.
Was in Lhasa geschehen ist, gibt ihrer Kritik recht. Die normalen Bürger der Stadt wurden angewiesen, daheim vor ihren Fernsehapparaten zu verbleiben, während in den Straßen die bewaffnete Militärpolizei hinter den Fackelträgern in ihren Adidas-Hemden aufmarschierte und ihnen militärisches Geleit bot. Volkswagen als olympischer Sponsor war auch mit dabei.
Und doch muss man deshalb nicht gleich den ganzen Fackellauf verfluchen. Er ist längst mehr als jenes „Propaganda-Desaster der KP“, als das er seit der pro-tibetischen Gegendemonstration im Mai in Paris dargestellt wird. Er hat entlang seines Weges durch die chinesischen Provinzen, der sich in den Wochen bis zum Beginn der Spiele im August fortsetzen wird, durchaus ein wenig des vom Westen geprägten olympischen Geistes versprüht.
- Datum 21.6.2008 - 10:30 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Ein wenig wichtiger wäre die Info gewesen, dass Peking 1000 Personen die an den Unruhen beteiligt waren wieder freigelassen hat.
ungefragt entscheiden kann, was und worüber wann berichtet wird.
Ni hao - Georg Blume bemüht sich hier einmal mehr um Ausgewogenheit - lieber Xiaomage - bitte nenne doch Deine Quellen, damit auch wir die Wichtigkeit dieser Message nachvollziehen können. Keiner - weder Georg Blume, noch der immer um Kooperation bemühte Dalai Lama bezweifeln, dass Tibet oder Xizang eine autonome Provinz Chinas ist - aber -der Dalai Lama ist eben der religiöse Führer des tibetischen Lamaismus und es sollte ihm auch eine politische Kooperationsmöglichkeit angetragen werden. Sowohl der Dalai Lama als auch Georg Blume haben immer die Wichtigkeit der Spiele für das chinesische Volk betont und sich gegen jeden Boykott gewandt.
Die Uiguren in Sinkiang haben leider nicht diese Lobby wie die Tibeter - siehe @RudraChakrin`s Artikel http://kommentare.zeit.de.... Also - was wollt Ihr ?
Der Westen und seine politischen ( wie wirtschaftichen) Vetreter wie auch die KP haben zwei Gesichter - die Flucht in den Nationalismus ist immer eine einfältige Reaktion - mit solchen Reaktionen arbeitet Ihr eher gegen fortschrittliche und ausgleichende Kräfte in der KP - und gegen Wen Jaibao und seinen Einfluss im Zentralorgan -Kräfte, die es Euch auch ermöglichen, hier zu posten.
Schönes Wochenende - xiexie!
Wen provoziert Peking mit dem Fackellauf? Einige selbsternannten "Menschenrechtler und Demokraten" in Westen fühlen sich provoziert? Sie sollen sich beim Dalai Lama beschweren. Er wird ihnen die richtige Lehre geben. Herr Blume, ist das schon nicht zynisch, den Dalai Lama in die Abseite zu schieben, weil seine Aussage Ihnen nicht passt? Schließlich ist Tibet primär nicht die Sache der "westlichen Menschenrechtler".
Die Chinesen haben daraus noch keine richtige Lehre gezogen? Ich denke wohl. Darüber habe ich in meinem neuen Beitrag schon geschrieben. Die erste Lehre heißt: glauben Sie nicht, was ein westlich Journalist behauptet!
"besser rote Fahnen mit Olympia-Maskottchen als rote Fahnen, die dem platten Nationalismus huldigen."
pardon, aber inwiefern ist das besser? die ddr hat sich ebenfalls sehr viel mühe gegeben, sport als national(istisch)es symbol zu verwenden -- da hat die teilnahme an internationalen veranstaltungen keinen deut gebessert, eher im gegenteil.
wenn der ddr nicht nach ihrem nationalschwenk im zuge der perestroika in der su so bald die luft ausgegangen wäre, hätte man da noch einiges erleben dürfen -- gerade auch in der "sportnation" ddr mit ihrer militaristischen grundlegung aller sportlicher aktivitäten.
Die VRChina ist eine Besatzungsmacht, wie sich jetzt wieder in Lhasa zeigte. Und Kolonialherrenverhalten ist nicht mehr zeitgemäß.
Dass das IOC mit der Wahl Pekings der olympischen Idee einen Tort angetan hat, ist offensichtlich.
VW ist sicher auch Leidtragender wider Willen.
Mithin: Olympia in Peking? Eine nationale Veranstaltung einer Diktatur. Nicht mehr und nicht weniger.
ihre Plattitüden werden auch durch gebetsmühlenartiges Wiederkäuen nicht glaubwürdiger.
ungefragt entscheiden kann, was und worüber wann berichtet wird.
sogar Dalai Lama gesteht, dass Tibet ein Teil Chinas ist. Wen kann dann der Fackellauf im eigem Land provozieren? Dass die Polizei präsenz in einer kritischen Situation ist, gehört zu einem Instrument eines Rechsstaats. Deutschland hat extra Zaun gebaut, um die Staatsführer des Globalierungsgipfels zu schützen. Und hat jemand damals das Vertrauen des Volkes zu der deutschen Regierung in Frage gestellt?
Die meisten Deutschen sind zu naiv zu glauben, dass die Tibetkrise ein reiner Konflikt zwischen den Tibeten und zentraler Regierung ist.
Dalai Lama ist als geistlicher Oberhaupt von den meisten Chinesen anerkannt. Solange er politisch arrangiert ist, hat er dann in Tibet nichts zu suchen. Nicht nur weil die Zentralregierung nicht erlaubt, sondern auch die lokale Regierung, die von Einheimischen dominiert ist. In den tibetischen Glauben gibt es auch verschiedene Gruppen. Die Tibeten in Exil unter Dalai Lama gehört zu einer Gruppe. Die anderen, die im Jahre 1959 nicht mit Dalai Lama nach Indie geflüchten, folgten sowieso nicht Dalai Lama. Glauben Sie, dass sie bereit sind, ihre Macht einfach Dalai Lama herauszugeben?
Nepalesen sein können, die hier beschrieben werden. Irgendwie gehöre sie ins Reich der Mitte, der VR China dazu? -:) Seltene Eigentore, dafür am laufenden Band. Klärt doch bitte einmal euer Sprachrohr über diesen Mißstand auf, dann kommt gebündelt mit neuer Meinung zurück.EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, nutze auch Deine!
Isaac Ben Laurence Weismann
Warum sprecht ihr nur negatives über China? Warum sucht ihr jede Gelegenheit, ein fremdes Volk zu beleidigen? Was wollt ihr dadurch erreichen? Was ist ihr Motiv? Habt ihr wirklich verstanden, was Menschenrecht ist? Sind alle Leute, trotz ihren Herkunft, Hautfarbe, Glaube und Sprache, in Deutschland wirklich gleichberechtigt?
Da kommt endlich mal ein ausgewogener Artikel, in dem die nationalistische Vereinnahmung der Spiele durch Peking eher noch verteidigt wird, und die chinesische Fraktion regt sich wieder auf, als hätte man dem Dalai Lama nochmals den Nobelpreis gegeben.
Herr Blume hat nichts verzerrt, sondern die Dinge beim Namen genannt: Ein Fackellauf unter solchen Umständen ist eine Schande, Punkt aus. Da kann man einfach nichts mehr dran schönreden. Wenn wenigstens der Takt vorhanden gewesen wäre, die Route zu ändern. Aber nein, ein Exempel musste statuiert werden, koste es, was es wolle.
Schön, dass bei der Gelegenheit 1000 Tibeter amnestiert wurden. So erfährt man nebenbei, dass das so kleine Unruhen ja wohl nicht gewesen sein können, wenn sich doch so viele Leute zum Festnehmen gefunden haben. So, nun gewährt man also wie ein orientalischer Herrscher einem Korps von Gefangenen die Freiheit. Schön für die Gefangenen, keine Frage, aber dass die Geste natürlich auch dazu dienen soll, die zu erwartende Peinlichkeit der Veranstaltung in Lhasa zu übertünchen, ist überdeutlich.
Ich war und bin übrigens ein Gegner der Protest-Exzesse von Paris, aber was da in Lhasa passiert, ist im Grunde schlimmer, weil polizeistaatlich organisiert.
Der Fackellauf durch Lhasa ist würdelos gewesen. Eine peinliche Inszenierung der chinesischen Besatzungsmacht.
Die VRChina macht sich hier eine europäische, westliche Tradition zu eigen, entfremdet sie und geht mit ihr absolut würdelos um.
Wirklich eine Schande für das IOC aber noch mehr für die VRChina. Selbst in der Stunde eigener Not (Erdbeben, Überschwemmungen) demonstriert die VRChina Macht und zieht wieder negative Gefühle auf sich.
Buddhistisch gedacht: Eine karmisch ungeschickte Handlungsweise.
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