Deutschland - Türkei „Hand in Hand ins Finale. El ele finale“

Fast 2,5 Millionen Türken leben in Deutschland. Nun treffen ihre Heimatländer im Halbfinale aufeinander. Wem drücken sie die Daumen? Eine Reportage

Deutsche und türkische Flaggen dicht an dicht

Deutsche und türkische Flaggen dicht an dicht

So viel steht fest: Heute Nacht wird es eine riesige Party geben. Autokorsos werden wieder durch die Innenstädte der Republik ziehen und hupen, wildfremde Menschen werden sich in den Armen liegen und von dieser Nacht noch ihren Kindern und Enkeln erzählen.

Was wir noch nicht wissen, ist, welche Farbkombination und welche Melodie vorherrschen wird. Mehr als 1,7 Millionen türkische Staatsbürger leben in Deutschland, fast 2,5 Millionen haben einen türkischen Migrationshintergrund. In Großstädten wie Berlin, Frankfurt oder Köln gibt es ganze Stadtviertel, die sie prägen, in denen überwiegend Türken leben und arbeiten.

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Auch St. Georg in Hamburg ist so ein Viertel: Hier steht eine Dönerbude neben der anderen, dazwischen: Gemüsehändler und Internercafés, Bäcker, die Sesamkringel verkaufen. In vielen Schaufenstern weht die rote Fahne mit dem weißen Halbmond und dem fünfzackigen Stern. Wie ist die Stimmung wenige Stunden vor dem historischen Spiel ihrer beiden Heimatländer?

Entspannt, jedenfalls bei Tuncay. Bei ihm kostet das kleine türkische Fähnchen einen Euro und das Türkei-Trikot, Einheitsgröße: XL, zehn. Tuncay ist 33 Jahre alt und arbeitet in einem Gemischtwarenladen, seine Haare sind gegelt, seine Oberarme muskelbepackt. Zu seinen Kunden ist er einsilbig, über Fußball redet er gern. Sein Tipp? „Die Türkei gewinnt gegen Deutschland 2:1 - und schlägt dann im Finale Spanien.“

Allerdings weiß Tuncay, dass das optimistisch ist. Schließlich muss die Türkei gegen Deutschland auf neun Spieler verzichten, vier sind gesperrt, fünf verletzt. Deswegen rudert er ein bisschen zurück: „Gegen unsere komplette Mannschaft hättet ihr keine Chance.“ Was macht er, sollten doch die Deutschen ins Finale kommen? Tuncay ist entrüstet: „Natürlich drücke ich dann Deutschland die Daumen.“ Er sei schließlich hier schon zur Schule gegangen. In seinem Herzen schlage „beides, deutsches und türkisches Blut“.

Schräg gegenüber von Tuncays Laden steht „Özka“, ein großes Schlachthaus mit einem kleinen Lebensmittelladen. Enver Tuna heißt der freundliche Mann hinter der Kasse, ein Mittdreißiger, den alle „Chef“ nennen. Er argumentiert ähnlich wie Tuncay: „Natürlich hofft ganz St. Georg, dass die Türkei gewinnt.“ Aber auch eine Niederlage wäre keine Katastrophe. Nicht nur, weil man schon so weit gekommen sei, sondern eben auch, weil Deutschland der Gegner ist.

Leser-Kommentare
  1. Arkadaslar. Almanyayi seviyoruz ancak birakin bu gece biz kazanalim.Liebe Freunde. Wir lieben ja sogar Deutschland. Aber lassen Sie uns Heute Abend gewinnen. Weil die Freude bei uns noch höher wird, die Freude bei Ihnen.:)[Anm.: Bitte halten Sie sich an Deutsch und Englisch als die hier zugelassenen Verkehrssprachen, vielen Dank. /Die Redaktion pt.]

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    • Anonym
    • 25.06.2008 um 13:21 Uhr

    mit der Liebe, dann spielen wir halt eine Runde Monopoly? Meiner Meinung nach wird es einen Sieger "im Fußballspiel" geben, wer, das sei dem Besseren auf jeden Fall gegönnt.EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, nutze Deine zum Segen ALLER!
    Isaac Ben Laurence Weismann

    • Anonym
    • 25.06.2008 um 13:21 Uhr

    mit der Liebe, dann spielen wir halt eine Runde Monopoly? Meiner Meinung nach wird es einen Sieger "im Fußballspiel" geben, wer, das sei dem Besseren auf jeden Fall gegönnt.EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, nutze Deine zum Segen ALLER!
    Isaac Ben Laurence Weismann

  2. Redakteur mal in einer Woche diesen von ihm verantworteten Artikel, in dem er nur mal die schwersten Worte mit einem roten Marker anstreicht, die Worte könnte er dann abmalen, auf zwei mal drei Meter, auf ein Transparent, das er aus seinem Wohnzimmerfester hängt. Da könnte dann die lieben Nachbarn lesen:
    ....Blut... Kultur...Nationalstolz...Türken...Deutsche...
    Und vielleicht fiele ihm eines auf: In diesem Artikel hysterisiert sich ein junger Deutscher in eine nationale PopUnschuld, in dem er eben dem so genannten Türken einen warmherzigen Patriotismus attestiert. So schnurren die Verschiebungen und Projektionen im Fahnenmeer. Denn die "Deutschen" und die "Türken", sie sind ja beide unschuldig, in Vergangenheit und Zukunft!

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    "Deutschen" und die "Türken", sie sind ja beide unschuldig, in Vergangenheit und Zukunft!Tolle Ironie.Deutschland (Juden) - Türkei (Armenier) 1:1Mit 1:1 meine ich die Schuld beider "Nationen". Jedes der Länder hat Dreck an Stecken.Hoffentlich wird das Fußballspiel nicht wieder so durch Dumpfbacken "patriotisch" vereinnahmt. Nieder mit dem Rassismus.Übrigens: Auf dem Platz spielen 22 Leute, keine Nationen. GrußBernhard

    "Deutschen" und die "Türken", sie sind ja beide unschuldig, in Vergangenheit und Zukunft!Tolle Ironie.Deutschland (Juden) - Türkei (Armenier) 1:1Mit 1:1 meine ich die Schuld beider "Nationen". Jedes der Länder hat Dreck an Stecken.Hoffentlich wird das Fußballspiel nicht wieder so durch Dumpfbacken "patriotisch" vereinnahmt. Nieder mit dem Rassismus.Übrigens: Auf dem Platz spielen 22 Leute, keine Nationen. GrußBernhard

  3. "Deutschen" und die "Türken", sie sind ja beide unschuldig, in Vergangenheit und Zukunft!Tolle Ironie.Deutschland (Juden) - Türkei (Armenier) 1:1Mit 1:1 meine ich die Schuld beider "Nationen". Jedes der Länder hat Dreck an Stecken.Hoffentlich wird das Fußballspiel nicht wieder so durch Dumpfbacken "patriotisch" vereinnahmt. Nieder mit dem Rassismus.Übrigens: Auf dem Platz spielen 22 Leute, keine Nationen. GrußBernhard

    • Anonym
    • 25.06.2008 um 13:21 Uhr

    mit der Liebe, dann spielen wir halt eine Runde Monopoly? Meiner Meinung nach wird es einen Sieger "im Fußballspiel" geben, wer, das sei dem Besseren auf jeden Fall gegönnt.EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, nutze Deine zum Segen ALLER!
    Isaac Ben Laurence Weismann

    Antwort auf "Wir Gewinnen."
    • Anonym
    • 25.06.2008 um 22:52 Uhr

    da kann ich nur sagen: Vergessen wir das Spiel sehr schnell und machen uns auf einen Gegner gefaßt, der alles andere als nur taktischen Fußball à la Türkei spielt.Die Mannschaft stand apathisch hinten mit gravierenden Deckungslücken und vorne waren nur hin und wieder Blitze aufgezuckt. Ein klarer Elfmeter wurde vom schweizerischen SR nicht gegeben, es hätte wahrscheinlich das Spiel gedreht. Alles in allem, es war eine letzten Endes glücklicher Sieg, ein sogenannter Arbeitssieg. Sonst nichts. Begeistern konnte man sich für die Mannschaft auch nur in Ansätzen. Schade.EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, nutze Deine zum Segen ALLER!
    Isaac Ben Laurence Weismann

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