Internet-Überwachung Orwell auf SchwedischSeite 2/2

Deshalb ist Schweden in Wirklichkeit keineswegs der erste datenschutzrechtliche Schurkenstaat, ganz im Gegenteil. Internetkontrolle geschieht weltweit und greift um sich. So gesehen schlägt sich unser Innenminister tagaus, tagein mit einem Haufen von Naivlingen und Nostalgikern herum. Privatsphäre? Freies Internet? Ja wo sind wir denn?

Die Botschaft aus Schweden lautet: Das „Lex Orwell", die „Schwedenstasi" taugen nicht einmal mehr als paranoide Angstszenarien. Dafür sind sie einfach schon zu normal. Schäubles geplante Mini-NSA in Köln zur „Harmonisierung" der Telekommunikationsüberwachung ist nichts anderes als die späte Anpassung an moderne Zeiten und zeitgemäßes Geheimdienstwesen.

Und hier noch ein Tipp für unsere Freunde aus der Paranoia-Szene: Tut euch schleunigst nach frischem Panikstoff um!

 
Leser-Kommentare
    • colca
    • 19.06.2008 um 13:07 Uhr

    Herr Straßmann scheint ja sehr entspannt zu sein angesichts der fortschreitenden Verschrottung solcher Fossilien wie Datenschutz oder Post- und Fernmeldegeheimnis. Das regt ja nur noch "Naivlinge und Nostalgiker" aus der "Paranoia-Szene" auf.Er schlägt den Bogen zur Stasi, dem Inbegriff pathologischer Überwachungswut. Vermutlich hat er das Wirken diese Leute nicht selbst erlebt. Dann kann er natürlich auch ungestört dem Lieblingseinschlaflied aller Spitzel dieser Welt glauben - "Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, hat auch nichts zu befürchten".Herr Straßmann, haben Sie schon mal mit dem Gedanken gespielt, dass das "Nichts zu Schulden kommen lassen" eine skalierbare Variable ist? Und leider sind es weder ZEIT-Redakteure noch ZEIT-Leser, die an den diesbezüglichen Schiebereglern sitzen.An denen hantieren solche Überwachungsfreaks wie Schäuble, Schilly, Beckstein usw. Sie sind die eigentliche Gefahr für die Freiheit dieses Landes.

    • ttob
    • 19.06.2008 um 13:31 Uhr

    ...ich bin nicht mal sicher ob er ironisch gemeint war, vermutlich nicht. Von der Sprache her ("unsere Freunde aus der Paranoia-Szene") ziemlich Gosse, eindeutig jedoch polemisch und provozierend, auf jeden Fall kein ZEIT-Niveau.Oder hat die ZEIT Probleme ihre (neuerdings) zwei Kommentar-Seiten mit hochwertigen Beiträgen zu füllen? Meinungsbeiträge haben halt den Vorteil, man kann sich Argumente sparen, Recherche ist nicht notwendig und daher sind sie so schön BILLIG und sogar Herr Joffe kann dort mal Dampf ablassen ohne dass sich jemand dagegen wehren kann. Darüberhinaus kann man dort wunderbar Ideologie und Meinungsmache betreiben.Ehrlich liebe ZEIT, über zwei Seiten mehr Leserbriefe hätte ich mich mehr gefreut. 

  1. tja. ich bin ja immer wieder erstaunt, wieso die medien ihre eigenen potentiale als beobachter, kritiker, meinungsbildner des öffentlichen geschehens derart in die grütze fahren.macht sich so eine schreibe gut im lebenslauf? gibt vielleicht einen feuchten händedruck vom cvd und die aussicht, dass das unbezahlte praktikum in eine 400-euro-stelle umgewandelt wird.mal ehrlich. der artikel in der taz besagt, dass die entscheidung im schwedischen parlament äußerst knapp abgelaufen sein soll: 143 zu 138 stimmen. warum ist die hälfte der abgeordneten nach meinung des verfassers ein haufen von stasi-paranoikern?wenn der sog. 'journalist' das einigermaßen begründen könnte, würde ich seine meinung irgendwie ernster nehmen. aber für eine wirkliche auseinandersetzung mit dem thema, die über das freie zitieren eines taz-artikels hinausgeht, fehlt wohl das interesse und die kompetenz.ich lasse mich im übrigen gerne vom gegenteil überzeugen.

    • ali-ch
    • 19.06.2008 um 14:00 Uhr
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    • Anonym
    • 19.06.2008 um 15:53 Uhr

    Der Artikel untermauert meine Erfahrungen und Thesen derer, die unter dem Deckmantel der gefährdeten Sicherheit den Klabautermann am hellen Tage übersehen. Wie gesagt, schwarz sehen, das ist die Frage des Standpunktes. Daher muß niemand weder schwarz arbeiten, noch schwarz wählen. Odr?EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, auch Deine!
    Isaac Ben Laurence Weismann

    http://kommentare.zeit.de...

    • Anonym
    • 19.06.2008 um 15:53 Uhr

    Der Artikel untermauert meine Erfahrungen und Thesen derer, die unter dem Deckmantel der gefährdeten Sicherheit den Klabautermann am hellen Tage übersehen. Wie gesagt, schwarz sehen, das ist die Frage des Standpunktes. Daher muß niemand weder schwarz arbeiten, noch schwarz wählen. Odr?EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, auch Deine!
    Isaac Ben Laurence Weismann

    http://kommentare.zeit.de...

  2. Es mag ja sein, dass meine textanalytischen Fähigkeiten angesichts der Genialität und Brillanz des vorliegenden Artikels an ihre Grenzen stossen... aber kann mir bitte einer von Ihnen mal den tieferen Sinn dieses Textes erläutern? Was bitte soll das? Klein-Burkhard und wie er die Welt sieht? Polemik hin oder her, wenigstens einige wenige konkretere Ausführungen und vielleicht auch, wenn's nicht zu viel verlangt ist, Herr Strassmann, ein paar belegende Zahlen könnten sie uns Lesern schon spendieren, meinen Sie nicht?PSIch finde es immer wieder erstaunlich, wie leichtfertig einige Menschen ihre Anonymität weggeben...

  3. Schweden macht leider den Fehler, den andere Staaten vor ihm auch machten, daruner auch D. Denn Schäuble bohrt immer und immer wieder. Vor ihm, die sei eingeräumt, auch Schily.
    Was mich an Schweden sehr stört, dass dort eine liberale Partei in der Regierung sitzt und dies so einfach mitmacht.
    Die Schweden sollten ihre Vollzugsdefizite aufarbeiten. Der Abbau von Freiheitsrechten, der gerade von konservativen Kräften betrieben wird, ist rückständig, bürgerfeindlich und freiheitsfeindlich.  
    Wer damit einmal anfängt, kommt immer mehr auf eine abschüssige Bahn. Man hat den Eindruck, dass die Innenminister die Schraube immer mehr andrehen, teilweise bewußt überdrehen ( auch in der Erwartung, dass ihnen einiges abgelehnt wird), damit sie für den Fall der Fälle eine billige Ausrede haben bzw präsentieren können. Ich habe ja gewollt, aber das "böse Parlament hat nicht mitgespielt usw".
    Es ist ein Schwarzer-Peter-Spiel auf Kosten von Freiheit, Bürgerrechten, persönlicher Intimsphäre. Es wird ein Einfallstor geöffnet für Staatsversagen und Mißbrauch von Sicherheitsgesetzen. Mit lügenhaften Begründungen kann man gleichsam alles rechtfertigen. Damit nicht genug: Kommt ein Innenminister einmal durch, kommt immer wieder und mit immer abenteuerlicheren Forderungen und Wünschen. Es gehlören zwei dazu: Einer der es tun will und andere, das Parlament, die es mit sich machen lassen.
     

    • Theta
    • 19.06.2008 um 15:31 Uhr

    Ich bin Verdächtig. Das ist jeder. Seit seiner Geburt.Jeden Tag bin ich dazu verpflichtet meine Unschuld zu beweisen.Wenn mir dies nicht gelingt bin ich Schuldig. Weswegen das weiß ich nicht, eventuell des Verdächtigseins oder was man sonst in meinem Verhalten reininterpretieren kann.Kreativität wird heutzutage ja in immer mehr Berufen vorrausgesetzt.Zur Rekapitulation an die Jüngerne: Früher galt es mal "Man ist solange Unschuldig, bis die Schuld bewiesen wurde.". Ist jetzt natürlich erweitert worden. Komplexer. Um den modernen Anforderungen gewachsen zu sein.Seit wann ist Terrorismus eigentlich ein Bestandteil der Modernen?!Bin ich Paranoid?"Das "Diagnose- und statistische Handbuch von Geistesstörungen", vierte Ausgabe (DSM-IV), das US Handbuch der medizinischen geistlichfachkraft; verzeichnet die folgenden Symptome für paranoide Beschaffenheit Störung:    * in Anspruch genommen mit ungestützten Zweifeln über Freunde oder Teilnehmer    * mißtrauisch; unbegründetes Misstrauen; glaubt, daß andere gegen ihn/sie plotten    * nimmt Angriffe auf seinem/ihr Renommee, die nicht zu anderen klar sind, wahr und ist schnell Gegenangriff zu richten    * behält das unbegründete Misstrauen betreffend ist die Treue eines Gatten oder des bedeutenden anderen bei    * liest negative Bedeutungen in harmlose Anmerkungen    * widerstrebend, anderen zu vertrauen wegen einer Furcht, daß Informationen gegen ihn/sie verwendet werden können"Quelle: http://www.depression-gui...Ist der Staat Paranoid?"Und hier noch ein Tipp für unsere Freunde aus der Paranoia-Szene: Tut euch schleunigst nach frischem Panikstoff um!"Den Tipp versteh ich nicht. Der Panikstoff geht dem Paranoiastaat vorerst garantiert nicht aus.(Oder hab ich da jetzt was falsch verstanden? ;) )

    • Anonym
    • 19.06.2008 um 15:53 Uhr

    Der Artikel untermauert meine Erfahrungen und Thesen derer, die unter dem Deckmantel der gefährdeten Sicherheit den Klabautermann am hellen Tage übersehen. Wie gesagt, schwarz sehen, das ist die Frage des Standpunktes. Daher muß niemand weder schwarz arbeiten, noch schwarz wählen. Odr?EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, auch Deine!
    Isaac Ben Laurence Weismann

    http://kommentare.zeit.de...

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