Börse Düstere AussichtenSeite 2/2
Anders das Jahr der Kubakrise 1962. Seine erste Hälfte stand unter dem Eindruck des Kalten Krieges, der Dow Jones sackte um mehr als 23 Prozent ab. Im Oktober schien die Gefahr eines Dritten Weltkrieges gebannt. Die Erleichterung darüber war auch an den Börsen zu spüren. Insgesamt gewannen die Aktienkurse im zweiten Halbjahr um mehr als 16 Prozent.
Alle weiteren Jahre, in denen der Dow sich in den Monaten von Juli bis Dezember deutlich erholte, standen im Zeichen einer Rezession, die jedoch spätestens zu Beginn des Folgejahres beendet war. Hier zeigt sich die Frühindikatorfunktion der Aktienmärkte. Sie zeigen das Ende eines Abschwungs schon wenige Monate früher an. Im Durchschnitt aller guten zweiten Halbjahre stiegen die Kurse um 24,5 Prozent.
Vollkommen anders sieht es jenen Jahren aus, in denen sich die Lage auch im zweiten Halbjahr oder zu Beginn des Folgejahres nicht aufhellte. In ihnen fielen die Kurse auch zwischen Juli und Dezember weiter, durchschnittlich um 4,4 Prozent. Manchmal verschlimmerte sich die Krise in diesem Zeitraum sogar, dann brachen auch die Kurse stärker ein als im ersten Halbjahr. Die Jahre 1920 und 1907 sind dafür Beispiele. Im Jahr 1920 folgte auf ein Minus von 15,4 Prozent im ersten Halbjahr eines von 20,7 Prozent im zweiten. Im Rezessionsjahr 1907, in dem die USA auch eine der größten Bankenkrisen ihrer Geschichte durchmachte, verlor der Dow Jones zunächst 14,8 Prozent, dann noch einmal 26,9 Prozent!
Sie ahnen, was das für das zweite Halbjahr 2008 bedeutet: Da noch keine Anzeichen für ein Ende der Krise sichtbar sind, sondern die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession und eine Verschärfung der Bankenkrise sogar heruntergespielt wird, sind die Aussichten eher düster. Zwar kann es auch in einem Bärenmarkt vorübergehende Rallyes geben. Doch die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Aufschwung sind noch nicht gegeben. Dieser Sommer wird noch turbulent werden. Die ersten Anzeichen dafür sind schon da.
Conrad Mattern ist Vorstand der Conquest Investment Advisory AG und Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
- Datum 04.05.2009 - 11:04 Uhr
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Die Börsen-Niedergangs-Propaganda hier und anderswo passt bestens zum Bild der ÖlPreistreiberei, mittels derer sich die zahlreichen fast-bankrotten Banken von der WeltfinanzKrise vor 2-3 Monaten entschulden wollen: http://www.financialsense.com/editorials/engdahl/2008/0521.htmlDenn der ÖlPreis und andere RohstoffPreise (alle was real ist: Gold, Silber, NahrungsMittel usw.) steigen, solange die Aktien usw. nichts Wert sind ... und genau das soll auch passieren, damit diejenigen, die auf den ÖlPreisAnstieg gesetzt haben, möglichst gut gewinnen ...Wer mit seinem PrivatGeld nicht die Banken sanieren helfen will, der kann sich immer noch mit EdelMetallen absichern (aber ob Gewinne drin sind ?), oder einfach in Bar umschichten; HauptSache raus aus der Börse, bis die Lage besser ist --- Das Geld ist nicht weg, es haben jetzt andere ... ---
... und machen Sie Gewinne mit fallenden Kursen, gehen Sie "short".
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