Lebenserwartung Warum Frauen länger leben

Es liegt an den Genen, aber auch an der Lebensführung. Mediziner fordern, geschlechtsspezifische Unterschiede im Gesundheitssystem stärker zu berücksichtigen

Sie macht sich Sorgen ums Gewicht, er schaufelt gerne Steaks in sich hinein; sie geht regelmäßig zum Arzt, er kommt angeblich vor lauter Arbeit nicht dazu –viele solcher kleinen Unterschiede addieren sich zu einem eindeutigen Befund: Weltweit sterben in 186 von 191 Staaten Männer früher als Frauen. In Deutschland beträgt die Differenz in der Lebenserwartung knapp sechs Jahre, in Russland sogar satte 13 Jahre. Nur in Simbabwe, in der Zentralafrikanischen Republik und im Inselstaat Tonga leben Männer durchschnittlich länger.

Diese Variationsbreite zeigt, wie vielfältig die Ursachen der unterschiedlichen Lebenserwartung sind. Nicht nur biologische Gründe, auch die Geschlechterrollen und das gesellschaftliche Umfeld machen den Unterschied aus. Und speziell für Deutschland gilt: Würde in unseren Arztpraxen und Krankenhäusern das Geschlecht als Gesundheitsfaktor wirklich ernst genommen, könnten beide davon profitieren, Männer und Frauen.

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„Mädchen sprechen über ihre Gefühle, über ihren Körper, über Gesundheit und Essen«, sagt etwa Alan White. Für Jungen sei das ein Zeichen von Schwäche. »Hat man jemals eine Gruppe von Männern gesehen, die sich darüber unterhalten, wie sie sich die Hoden abgetastet haben?« White ist der weltweit erste »Professor of Men’s Health« an der Leeds Metropolitan University.

Mit Tipps zum perfekten Waschbrettbauch wartet der Fachmann für Männergesundheit allerdings nicht auf. Im Gegenteil: Gerade das Klischee vom kernigen »Marlboro-Typ« – kräftig, abenteuerlustig, dominierend, nie zweifelnd, nie krank – sei aus medizinischer Sicht verheerend. Es führt zum Beispiel dazu, dass Männer viel seltener als Frauen zum Arzt gehen. Die Folge: Hautkrebs etwa wird häufiger bei Frauen diagnostiziert, aber Männer sterben öfter daran.

Auch das Verhalten des starken Geschlechts ist oft selbstzerstörerisch. Junge Männer rauchen und trinken häufiger um die Wette, rasen unter Alkoholeinfluss öfter mit dem Auto in den Tod. Sie folgten dabei einem archaischen Programm, glauben Evolutionspsychologen: Denn im Laufe der Evolution hätten sich Gene durchgesetzt, die männliches Risiko- und Wettkampfverhalten fördern. Während Frauen mehr Energie in ihre Kinder investierten, bei der Auswahl der Männer wählerischer wären und ihren Körper besser pflegen, seien Männer häufig auf der Jagd nach immer neuen Möglichkeiten, ihre Gene zu verbreiten – selbst um den Preis der Selbstzerstörung.

Warum Frauen länger leben: Was sind weibliche Erfolgsfaktoren? Und: Was können Männer daraus lernen? Lesen Sie die vollständige Titelgeschichte der kommenden Ausgabe der ZEIT. Ab morgen am Kiosk.

Leser-Kommentare
  1. auch Professor Elmar Brähler als Leiter der selbstständigen Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig beschäftigt sich mit dieser Tatsache.

    http://www.ihre-vorsorge.de/Kampf-LebenserwartungII.html?nwsf=j

  2. aus der steinzeit der gleichstellung wird mir übel"Sie macht sich Sorgen ums Gewicht, er schaufelt gerne Steaks in sich
    hinein; sie geht regelmäßig zum Arzt, er kommt angeblich vor lauter
    Arbeit nicht dazu –viele solcher kleinen Unterschiede addieren sich"einfach mal wahllos in die klischeekiste gegriffen

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    • TyRell
    • 02.07.2008 um 11:36 Uhr

    Vorweg glaube ich nicht, dass es sich hier um Klischees handelt. Ich beobachte eben gerade dieses genannte Verhalten sehr oft. Wenn ich an Fußball denke, fallen mir zwangsläufig die übermäßig Alkohol trinkenden Menschen ein und auch die Risikofreudigkeit vieler Männer ist doch sehr zutreffend. Der Artikel schreibt nicht, dass es für alle gilt, sondern macht auf die Überdurchschnitt-
    lichkeiten aufmerksam. Vielen jungen Männern ist es wichtig, wie viel Alkohol sie vertragen können oder wer schon länger raucht. Mir stellt sich dabei die Frage, wie man so unrational sein kann. Diese Art der Selbstzerstörung gestaltet sich deshalb als Trugschluss, weil man glaubt, dass man seine Fortpflanzungschancen erhöhen kann, aber dies in unserer Gesellschaft völlig anders zu bewerten ist. Sollte überhaupt durch eine solche Methodik Eindruck auf das andere Geschlecht gemacht werden, so wird es doch nie zu der "Genverbreitung" kommen, wie sie angedacht war, da wir über viele Verhütungsmöglichkeiten verfügen.Was mich besonders ärgert ist die Tatsache, dass man auf solche Problematiken immer aufmerksam machen muss und dann gesetzlich vorschreibt, was zu tun sei. Darauf zielt der gesamte Inhalt des Artikels ab. Wir sind alles mündige Menschen, die selbst wissen was gut und was schlecht für sie ist. Aber ständig muss das den Massen vorgeschrieben werden und darunter fallen dann auch alle anderen nicht betroffenen.

    • TyRell
    • 02.07.2008 um 11:36 Uhr

    Vorweg glaube ich nicht, dass es sich hier um Klischees handelt. Ich beobachte eben gerade dieses genannte Verhalten sehr oft. Wenn ich an Fußball denke, fallen mir zwangsläufig die übermäßig Alkohol trinkenden Menschen ein und auch die Risikofreudigkeit vieler Männer ist doch sehr zutreffend. Der Artikel schreibt nicht, dass es für alle gilt, sondern macht auf die Überdurchschnitt-
    lichkeiten aufmerksam. Vielen jungen Männern ist es wichtig, wie viel Alkohol sie vertragen können oder wer schon länger raucht. Mir stellt sich dabei die Frage, wie man so unrational sein kann. Diese Art der Selbstzerstörung gestaltet sich deshalb als Trugschluss, weil man glaubt, dass man seine Fortpflanzungschancen erhöhen kann, aber dies in unserer Gesellschaft völlig anders zu bewerten ist. Sollte überhaupt durch eine solche Methodik Eindruck auf das andere Geschlecht gemacht werden, so wird es doch nie zu der "Genverbreitung" kommen, wie sie angedacht war, da wir über viele Verhütungsmöglichkeiten verfügen.Was mich besonders ärgert ist die Tatsache, dass man auf solche Problematiken immer aufmerksam machen muss und dann gesetzlich vorschreibt, was zu tun sei. Darauf zielt der gesamte Inhalt des Artikels ab. Wir sind alles mündige Menschen, die selbst wissen was gut und was schlecht für sie ist. Aber ständig muss das den Massen vorgeschrieben werden und darunter fallen dann auch alle anderen nicht betroffenen.

    • TyRell
    • 02.07.2008 um 11:36 Uhr

    Vorweg glaube ich nicht, dass es sich hier um Klischees handelt. Ich beobachte eben gerade dieses genannte Verhalten sehr oft. Wenn ich an Fußball denke, fallen mir zwangsläufig die übermäßig Alkohol trinkenden Menschen ein und auch die Risikofreudigkeit vieler Männer ist doch sehr zutreffend. Der Artikel schreibt nicht, dass es für alle gilt, sondern macht auf die Überdurchschnitt-
    lichkeiten aufmerksam. Vielen jungen Männern ist es wichtig, wie viel Alkohol sie vertragen können oder wer schon länger raucht. Mir stellt sich dabei die Frage, wie man so unrational sein kann. Diese Art der Selbstzerstörung gestaltet sich deshalb als Trugschluss, weil man glaubt, dass man seine Fortpflanzungschancen erhöhen kann, aber dies in unserer Gesellschaft völlig anders zu bewerten ist. Sollte überhaupt durch eine solche Methodik Eindruck auf das andere Geschlecht gemacht werden, so wird es doch nie zu der "Genverbreitung" kommen, wie sie angedacht war, da wir über viele Verhütungsmöglichkeiten verfügen.Was mich besonders ärgert ist die Tatsache, dass man auf solche Problematiken immer aufmerksam machen muss und dann gesetzlich vorschreibt, was zu tun sei. Darauf zielt der gesamte Inhalt des Artikels ab. Wir sind alles mündige Menschen, die selbst wissen was gut und was schlecht für sie ist. Aber ständig muss das den Massen vorgeschrieben werden und darunter fallen dann auch alle anderen nicht betroffenen.

    Antwort auf "bei solchen aussagen"
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    Vielleicht sehen sich viele als mündige Bürger, weil sie eine eigene Meinung haben aber das war es dann auch schon. Das wir selbst wirklich wissen was gut und was schlecht ist für uns, halte ich für eine Wunschvorstellung. Wenn dem wirklich so wäre, würde es keinen Krieg geben, keiner würde SUVs kaufen und und es würde unter Strafe gestellt, das man Kleinkinder vor den Fernseher setzt um nur ein paar willkürliche Beispiele zu nennen. Mir fallen noch unzählige weitere Gründe ein, warum das nicht so ist...Die wenigsten machen sich offensichtlich Gedanken darüber, was gut oder was schlecht für sie ist, weil es bequemer scheint, einfach nur zu konsumieren und sich dies unter anderem von der Werbung vorgaukeln zu lassen.

    Vielleicht sehen sich viele als mündige Bürger, weil sie eine eigene Meinung haben aber das war es dann auch schon. Das wir selbst wirklich wissen was gut und was schlecht ist für uns, halte ich für eine Wunschvorstellung. Wenn dem wirklich so wäre, würde es keinen Krieg geben, keiner würde SUVs kaufen und und es würde unter Strafe gestellt, das man Kleinkinder vor den Fernseher setzt um nur ein paar willkürliche Beispiele zu nennen. Mir fallen noch unzählige weitere Gründe ein, warum das nicht so ist...Die wenigsten machen sich offensichtlich Gedanken darüber, was gut oder was schlecht für sie ist, weil es bequemer scheint, einfach nur zu konsumieren und sich dies unter anderem von der Werbung vorgaukeln zu lassen.

  3. Sorry, ich glaube der Autor des Artikels und mit Ihm diverse Wissenschaftler und selbsternannte Gesundheitsexperten schiessen mal wieder über´s Ziel hinaus und versuchen das ganze auch noch mit einer guten Portion Männerfeindlichkeit zu würzen.
    Bestes Beispiel:  Mädchen würden über ihre Gefühle, über ihren Körper, über Gesundheit und Essen sprechen, was hingegen für Jungen ein Zeichen von Schwäche sein würde. Dann folgt die überraschende Frage: "Hat man jemals eine Gruppe von Männern gesehen, die sich darüber unterhalten, wie sie sich die Hoden abgetastet haben?"
    Wer weiß? Jedenfalls habe ich auch noch keine Gruppe von Frauen gesehen, die sich darüber unterhalten, wie sie sich die Brüste abtasten. Das sich Männer aber sehr wohl über Gesundheit und Essen unterhalten dürfte heute so selbstverständlich sein, das die gegenteilige Behauptung nur noch als Vorurteil bezeichnet werden kann.
    Und mein persönliches Fazit als Mann: Eher sterbe ich früher als statistisch geplant an so einem Schwachsinn als an unterlassenem Eierschaukeln.

  4. Es stimmt nicht, dass Frauen länger leben. Richtig ist vielmehr, dass Männer früher sterben. Die Ursachen dafür sind seit Uuuuuurzeiten bekannt und benannt:
     
    "Die Weiber und der Suff die reiben die Männer uff!"

  5. Nicht von ungefähr war früher das Kochen GrundBestandTeil der weiblichen Erziehung:==> Der Herr im Hause konnte bestellen, was er wollte, und es wurde gemacht.==> Damit gerieten die Männer nicht so leicht ins ernährungs- physiologische HinterTreffen wie in den vergangenen JahrZehnten, wo Madam entweder gar nicht kochte, oder aber das, was die Kinder bestellten oder ihr selbst am liebsten war - oder zwar kochen wollte, es aber nicht richtig gelernt hatte.Die LebensErwartung hängt direkt zusammen mit der Qualität der Ernährung, und wenn der Mann bei seiner physiologisch weitaus anspruchsvolleren Arbeit nur "Diät" vorgesetzt bekommt, macht er eben eher den Abgang.Damit wäre die andere Ursache auch schon angesprochen: Männer hatten in der Regel härtere Jobs, aus denen ==> normalerweise erst einmal verschiedene GelenkSchäden resultieren,==> woraufhin die BewegungsFähigkeit und der BewegungsDrang eingeschränkt sind,==> was dann zu BewegungsMangel- ZivilisationsKrankheiten führt, die ja die HauptTodesUrsache sind beim frühen MännerSterben

  6. ist kein Thema? Die Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle unter Männern im Vergleich zu Frauen? Die Ursachen für das frühere sterben von Männern sind politisch gewollt und also kein Forschungsgegenstand. Wir haben schließlich hierzulande noch nicht mal einen Männergesundheitsbericht. Ladies first, alles ist beim Alten.

  7. Auf Spielplätzen finde ich einen wichtigen Hinweis für die längere Lebenserwartungen der Frauen. Hier sehe ich spielende Kinder, Tanten und Mütter. Hier werden die Frauen wieder zu Kindern und spielen, lachen und die Krankheit der Ernsthaftigkeit kann sich in diesen Stunden, nicht im Körper manifestieren. Ernst wird es wenn der Mann von der Arbeit kommt, dann wird sie auch ernst, nur um mit ihrem Mann zusammen zu sein. Ernsthaftigkeit ist der Killer, der Männer krank macht und noch früher sterben lässt als Frauen.

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