Schule Blick über den Tellerrand

Das Projekt Open School will Schülern die globalisierte Welt nahebringen. Mal geht es um Straßenkinder, mal um Konsum. Diesmal ging es um Flüchtlinge, die nach Europa wollen

Schüler lauschen dem Kapitän der Cap Anamur im Rahmen der Open School

Schüler lauschen dem Kapitän der Cap Anamur im Rahmen der Open School

Weißer Vollbart, wettergegerbtes Gesicht: Der Kapitän im Raum ist schnell ausgemacht. Lässig steht Stefan Schmidt am Fenster. Zwei neunte Klassen eines Hamburger Gymnasiums haben es sich in den Stuhlreihen bequem gemacht und sollen erklären, was für sie eine Festung ist. „Man kommt schlecht rein“, sagt einer, „drinnen ist es sicher“, ein anderer. „Mittelalter“, ruft noch jemand. Schmidt freut sich, denn sein Thema sind die Außengrenzen der EU: Er will den Schülern von seiner letzten großen Fahrt als Kapitän erzählen: Schmidt war unterwegs mit dem Hilfsschiff Cap Anamur der gleichnamigen Hilfsorganisation. Vor vier Jahren war die Cap Anamur in die Schlagzeilen geraten, weil sie afrikanische Bootsflüchtlinge aufgenommen hatte. Nach drei Wochen erhielt das Schiff endlich die Erlaubnis, in einem italienischen Hafen einzulaufen. Kapitän Schmidt, der 1. Offizier und Organisator wurden wegen Beihilfe zur illegalen Einreise festgenommen.

Organisiert hat dieses Treffen die „Open School 21“, eine Nicht-Regierungs-Organisation, die mit einem vielseitigen Programm mit über 30 Angeboten Schulklassen in und um Hamburg globale Realitäten näher bringen will. Ein Stadtrundgang folgt beispielsweise den internationalen Spuren unseres alltäglichen Konsums, ein Workshop über Straßenkinder verdeutlicht, unter welchen Bedingungen andere Jugendliche leben. Auch die Flüchtlingsdramen an den EU-Außengrenzen gehören dazu. Menschen wie Stefan Schmidt sucht sich die Organisation ganz bewusst aus. Die Referenten sollen aus der Praxis kommen, erklärt Programmkoordinatorin Liz Kistner. Und noch etwas mache den Kapitän für die Schüler besonders greifbar: "Er war einfach ein ganz normaler Kapitän und wurde erst durch die Geschichte mit der Kap Anamur ein politisch denkender Mensch."

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Als keinem der Schüler die Cap Anamur ein Begriff ist, sagt Schmidt deshalb einfach: „Macht nichts“. Der Kapitän nimmt sie mit auf die Reise, die im Frühling 2004 in Lübeck begann und über Afrika nach Italien führte. Er erzählt von der gespendeten Ausstattung, von technischen Finessen des Schiffs, von der internationalen Crew und untermalt seine Geschichte mit Ausschnitten aus einem Film. Fast geht ihm sein Publikum zwischen technischen Details und komplizierten Hintergrundinfos zu Bürgerkriegen und Schifffahrtsrechten verloren. Doch dann zeigt der Film ein mit 37 Menschen vollbesetztes Schlauchboot, das in den Wellen schaukelt wie eine Nussschale. Über Strickleitern gelangen die Bootsflüchtlinge auf die Cap Anamur. Gerade wurde noch getuschelt, jetzt sind die Schüler still. Der Kapitän beschreibt, wie der angesteuerte Hafen ihnen die Einfahrt verbietet, erzählt von seiner Verhaftung und von dem Schicksal der Flüchtlinge, die umgehend abgeschoben wurden.

Schülern die Augen für globale Missstände und Ungerechtigkeiten öffnen: Der Ansatz der Open School macht Schule. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen und die Open School als offizielles Projekt der Dekade ausgezeichnet. Denn nachhaltiges Handeln muss man lernen, es erfordert ein Umdenken der Bevölkerung. Bildung ist der Schlüssel dazu. Auch für jeden Einzelnen ist der Blick über den eigenen Tellerrand von großer Wichtigkeit, „damit wir uns in unserer komplexen Welt zurechtfinden können, und in den Begegnungen – ob virtuell oder reell – bestehen können“, sagt Hannes Siege. Er ist Co-Autor des 2007 von der Kultusministerkonferenz (KMK) verabschiedeten „Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung“, der die Umsetzung der UN-Ziele an den Schulen in Deutschland erleichtern soll.

Im Vortragsraum der Open School verarbeiten derweil die Schüler den Einblick, den Schmidt ihnen ermöglicht hat. Einige wollen mehr über das Schicksal der Flüchtlinge wissen. Eine Diskussion um die Lösung des Problems bleibt jedoch aus. „Interessant“ sei es, sagt Katharina, dass Schmidt „hilft, ohne Geld dafür zu bekommen.“ Auch Jannik findet den Kapitän bewundernswert. Selbst so etwas zu machen, sei jedoch „nicht ganz mein Ding.“ Und Sergio, der von der Flüchtlingsproblematik schon einmal in Teneriffa erfahren hat – „da war der ganze Hafen voller Flüchtlinge“ – bleibt ebenfalls vage: „Irgendjemand muss sie ja retten.“ Die begleitende Lehrerin, Kerstin Wormuth, ist trotzdem davon überzeugt, dass das Treffen mit Schmidt Spuren hinterlassen wird: „Die Schüler haben die persönliche Betroffenheit des Kapitäns bemerkt. Das hat sie zutiefst berührt.“

Auf diesen Aha-Effekt ist das Konzept der Open School ausgelegt, sagt Liz Kistner. „Die Referenten mit ihren unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen sind das Herzstück der Open School“. Fast 50.000 Schülerinnen und Schüler haben seit 1996 an den Veranstaltungen der Open School teilgenommen. Und es dürften noch mehr werden, sollte der Lernbereich globale Entwicklung seinen festen Platz in den Hamburger Lehrplänen erhalten. Denn Experten wie Hannes Siege halten es für wesentlich, den Schulunterricht durch außerschulische Fachkräfte wie die Open School 21 zu ergänzen.

 
Leser-Kommentare
  1. Die in dem Artikel beschriebenen Themen sollten jedem deutschen Schüler nachegelegt werden. Globalisierung geht alle an, die Form der Globalisierung ist kein Naturgesetz. Wenn deutsche Schüler international "wettbewerbsfähig" sein wolle, dann müssen Themen wie Soziale Ungerechtigkeiten und Naturschutz einen sehr viel höheren Stellenwert bekommen...Deutschland kann dazu beitragen, dass die Globalisierung ein "menschliches Anlitz" erhält ... Soziale Projekte sollte vor wirtschaflichen Interessen stehen, Menschenrechte als Allgemeingut betrachtet werden.Diese Ansichten kann man meiner Meinung nach nicht genug Schülern auf den Weg geben und hoffen, dass etwas daraus wird.

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    • Zel
    • 02.07.2008 um 21:58 Uhr

    Es ist eines, Boote zu zeigen. Etwas anderes wäre es, wenn man dazu noch erklären würde, welche Auflagen man als Europäer "ohne Geld" erfüllen muss, um die Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung für die Heimatländer der Hobbyskipper zu bekommen. Oh Graus, da müsste man dann erkennen, andersrum passiert genau das Selbe. So sind diese modernen Abenteurer nachweislich nicht arm, die tausende Euro für den Sitzplatz in der Nusschale, dafür muss in der Heimat ne alte Frau länger stricken, als sie dort durchschnittlich lebt.Natürlich nimmt man Schiffbrüchige auf, das ist überhaupt keine Frage, sowas wird gemacht und gut. Das die Geretteten dann aber stante pede retour gehen ist weder unmenschlich, noch unfair. Schließlich wäre alles andere Erpressung. Und das kann nicht die Lösung sein.

    • Zel
    • 02.07.2008 um 21:58 Uhr

    Es ist eines, Boote zu zeigen. Etwas anderes wäre es, wenn man dazu noch erklären würde, welche Auflagen man als Europäer "ohne Geld" erfüllen muss, um die Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung für die Heimatländer der Hobbyskipper zu bekommen. Oh Graus, da müsste man dann erkennen, andersrum passiert genau das Selbe. So sind diese modernen Abenteurer nachweislich nicht arm, die tausende Euro für den Sitzplatz in der Nusschale, dafür muss in der Heimat ne alte Frau länger stricken, als sie dort durchschnittlich lebt.Natürlich nimmt man Schiffbrüchige auf, das ist überhaupt keine Frage, sowas wird gemacht und gut. Das die Geretteten dann aber stante pede retour gehen ist weder unmenschlich, noch unfair. Schließlich wäre alles andere Erpressung. Und das kann nicht die Lösung sein.

    • Zel
    • 02.07.2008 um 21:58 Uhr

    Es ist eines, Boote zu zeigen. Etwas anderes wäre es, wenn man dazu noch erklären würde, welche Auflagen man als Europäer "ohne Geld" erfüllen muss, um die Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung für die Heimatländer der Hobbyskipper zu bekommen. Oh Graus, da müsste man dann erkennen, andersrum passiert genau das Selbe. So sind diese modernen Abenteurer nachweislich nicht arm, die tausende Euro für den Sitzplatz in der Nusschale, dafür muss in der Heimat ne alte Frau länger stricken, als sie dort durchschnittlich lebt.Natürlich nimmt man Schiffbrüchige auf, das ist überhaupt keine Frage, sowas wird gemacht und gut. Das die Geretteten dann aber stante pede retour gehen ist weder unmenschlich, noch unfair. Schließlich wäre alles andere Erpressung. Und das kann nicht die Lösung sein.

    Antwort auf "Sollte Standard sein!"
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    Sicher haben Sie Recht, wenn Sie die PR-Aktion (denn das war es ja wohl vor allem) von Cap Anamur kritisieren.  Es sollte jedem klar sein, dass dieses Drama nicht dadurch gelöst werden kann, dass Flüchtlinge mit gecharterten Schiffen en masse nach Europa verfrachtet werden.Dennoch gibt die Unterrichtsstunde mit dem Kapitän ja auch die Gelegenheit, einige interessante Fragen zu stellen.  Zum Beispiel, warum die Flüchtlinge ihr Leben aufs Spiel setzen und tausende Euro für die Überfahrt mit einer Nussschale bezahlen.  Und warum sie nicht einfach mit dem Flugzeug fliegen, was ja allemal billiger wäre.  (Bei der Visavergabe sind arme Europäer und Afrikaner mitnichten gleichberechtigt.)Bei dieser Gelegenheit könnte man auch gleich über den Schuldenerlass für die dritte Welt, die europäische Kolonialpolitik der letzten Jahrhunderte und die vielen Flüchtlinge reden, die Europa im Laufe der Geschichte verlassen haben.Alles in allem finde ich die Idee, mit dieser Art Unterricht Fragen aufzuwerfen, statt auf alles einfache Antworten zu geben, sehr gelungen.MfG,Ihre Sonnenbrille

    Sicher haben Sie Recht, wenn Sie die PR-Aktion (denn das war es ja wohl vor allem) von Cap Anamur kritisieren.  Es sollte jedem klar sein, dass dieses Drama nicht dadurch gelöst werden kann, dass Flüchtlinge mit gecharterten Schiffen en masse nach Europa verfrachtet werden.Dennoch gibt die Unterrichtsstunde mit dem Kapitän ja auch die Gelegenheit, einige interessante Fragen zu stellen.  Zum Beispiel, warum die Flüchtlinge ihr Leben aufs Spiel setzen und tausende Euro für die Überfahrt mit einer Nussschale bezahlen.  Und warum sie nicht einfach mit dem Flugzeug fliegen, was ja allemal billiger wäre.  (Bei der Visavergabe sind arme Europäer und Afrikaner mitnichten gleichberechtigt.)Bei dieser Gelegenheit könnte man auch gleich über den Schuldenerlass für die dritte Welt, die europäische Kolonialpolitik der letzten Jahrhunderte und die vielen Flüchtlinge reden, die Europa im Laufe der Geschichte verlassen haben.Alles in allem finde ich die Idee, mit dieser Art Unterricht Fragen aufzuwerfen, statt auf alles einfache Antworten zu geben, sehr gelungen.MfG,Ihre Sonnenbrille

  2. Sicher haben Sie Recht, wenn Sie die PR-Aktion (denn das war es ja wohl vor allem) von Cap Anamur kritisieren.  Es sollte jedem klar sein, dass dieses Drama nicht dadurch gelöst werden kann, dass Flüchtlinge mit gecharterten Schiffen en masse nach Europa verfrachtet werden.Dennoch gibt die Unterrichtsstunde mit dem Kapitän ja auch die Gelegenheit, einige interessante Fragen zu stellen.  Zum Beispiel, warum die Flüchtlinge ihr Leben aufs Spiel setzen und tausende Euro für die Überfahrt mit einer Nussschale bezahlen.  Und warum sie nicht einfach mit dem Flugzeug fliegen, was ja allemal billiger wäre.  (Bei der Visavergabe sind arme Europäer und Afrikaner mitnichten gleichberechtigt.)Bei dieser Gelegenheit könnte man auch gleich über den Schuldenerlass für die dritte Welt, die europäische Kolonialpolitik der letzten Jahrhunderte und die vielen Flüchtlinge reden, die Europa im Laufe der Geschichte verlassen haben.Alles in allem finde ich die Idee, mit dieser Art Unterricht Fragen aufzuwerfen, statt auf alles einfache Antworten zu geben, sehr gelungen.MfG,Ihre Sonnenbrille

    Antwort auf "Sachlich falsch..."
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    • Zel
    • 03.07.2008 um 1:56 Uhr

    Zuersteinmal sind das keine Flüchtlinge, sondern Abenteurer, die glauben in Europa warte man auf Sie und das Geld läge auf der Straße. Wirkliche Flüchtlinge haben ganz andere Anlaufziele, nämlich die unmittelbar erreichbaren.Weiterhin kriegen sie vielleicht ein Urlaubsvisa, aber sicherlich keines mit Arbeits- und dauerhafter Niederlassungserlaubnis für Afrika, sofern sie kein stattliches Vermögen oder einen festen Arbeitsvertrag für Afrika haben. Und es ist durchaus keine Schikane des bösen weißen Mannes, dass er jemanden der kein Rückflugticket und/oder Bürgen bzw. Vermögenswerte aufweisen kann ins Land lässt. Macht Afrika genau so, es gibt fast kein Land, das das so nicht handhabt. Warum die ihr Leben aufs Spiel setzen? Weil sie in der Regel ziemlich blöd sind. Klingt hart, ist aber so. Auch einem Afrikaner darf man zumuten, dass er sich mal rudimentär über Europa und Seereisen allgemein informiert und dann erkennt, dass da irgendwas irgendwie wohl nicht klappen wird. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, sämtliche Afrikaner in Europa kommen per Nusschale? Nee, die wahren Flüchtlinge kommen auf viel unspektakuläreren Wegen, weit weniger risikobehaftet. Ihre Nusschalenskipper sind nicht den Flüchtlingen zuzurechnen, sondern den (halb-)kriminellen Glücksrittern und Taugenichtsen, die wie durch Vodoozauber alle ihre Pässe verlieren und unter geographischer Amnesie leiden und einfach nicht erinnern können, woher sie denn eigentlich kommen.Und Ihre Idee, heutige Asylpolitik bzw. Einbürgerungspolitik anhand historischer Begebenheiten zu gestalten ist auch Nonsens. Und wenn unsere Vorfahren die hundertmal konolianisiert haben, das machen wir schon lange nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Man muss das also am hier und jetzt orientieren. Und Europa hat mehr und mehr Probleme, den eigenen Bürgern ein Auskommen zu bieten. Das ist zwar mehr ein politisches Problem, aber so lange das der Status Quo ist, hat der Afrikaner ohne Sprachenkenntnisse und Ausbildung nach europäischem Standard hier eben kein Standing. Manchmal kann man noch so lange schwierige Fragen stellen, die Antworten bleiben trotzdem einfach. Schuldenerlass, da könnte man natürlich drüber nachdenken. Auf der anderen Seite würde das auch bedeuten, dass es zukünftig nicht mehr so schnell Kredite geben wird. Dann hätten aber die Charityclowns ein Problem, wenn sie feststellen, dass es garnicht so sehr die Schulden sind, sondern die Afrikaner ihre Probleme durchaus auch alleine am Leben erhalten. Durch Schuldenerlass wird sich nämlich an den Problemen vor Ort nichts ändern.Anders siehts bei den Agrarsubventionn für europäische Bauern aus inklusive Zöllen etc.. Aber das lässt sich eben nicht durchsetzen, wenn der europäische Bauer wie beim letzten Milchboykott gesehen die Bevölkerung hinter sich stehend weiß, wenn er sich weigert den realen Marktbedingungen ausgesetzt zu werden.

    • Zel
    • 03.07.2008 um 1:56 Uhr

    Zuersteinmal sind das keine Flüchtlinge, sondern Abenteurer, die glauben in Europa warte man auf Sie und das Geld läge auf der Straße. Wirkliche Flüchtlinge haben ganz andere Anlaufziele, nämlich die unmittelbar erreichbaren.Weiterhin kriegen sie vielleicht ein Urlaubsvisa, aber sicherlich keines mit Arbeits- und dauerhafter Niederlassungserlaubnis für Afrika, sofern sie kein stattliches Vermögen oder einen festen Arbeitsvertrag für Afrika haben. Und es ist durchaus keine Schikane des bösen weißen Mannes, dass er jemanden der kein Rückflugticket und/oder Bürgen bzw. Vermögenswerte aufweisen kann ins Land lässt. Macht Afrika genau so, es gibt fast kein Land, das das so nicht handhabt. Warum die ihr Leben aufs Spiel setzen? Weil sie in der Regel ziemlich blöd sind. Klingt hart, ist aber so. Auch einem Afrikaner darf man zumuten, dass er sich mal rudimentär über Europa und Seereisen allgemein informiert und dann erkennt, dass da irgendwas irgendwie wohl nicht klappen wird. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, sämtliche Afrikaner in Europa kommen per Nusschale? Nee, die wahren Flüchtlinge kommen auf viel unspektakuläreren Wegen, weit weniger risikobehaftet. Ihre Nusschalenskipper sind nicht den Flüchtlingen zuzurechnen, sondern den (halb-)kriminellen Glücksrittern und Taugenichtsen, die wie durch Vodoozauber alle ihre Pässe verlieren und unter geographischer Amnesie leiden und einfach nicht erinnern können, woher sie denn eigentlich kommen.Und Ihre Idee, heutige Asylpolitik bzw. Einbürgerungspolitik anhand historischer Begebenheiten zu gestalten ist auch Nonsens. Und wenn unsere Vorfahren die hundertmal konolianisiert haben, das machen wir schon lange nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Man muss das also am hier und jetzt orientieren. Und Europa hat mehr und mehr Probleme, den eigenen Bürgern ein Auskommen zu bieten. Das ist zwar mehr ein politisches Problem, aber so lange das der Status Quo ist, hat der Afrikaner ohne Sprachenkenntnisse und Ausbildung nach europäischem Standard hier eben kein Standing. Manchmal kann man noch so lange schwierige Fragen stellen, die Antworten bleiben trotzdem einfach. Schuldenerlass, da könnte man natürlich drüber nachdenken. Auf der anderen Seite würde das auch bedeuten, dass es zukünftig nicht mehr so schnell Kredite geben wird. Dann hätten aber die Charityclowns ein Problem, wenn sie feststellen, dass es garnicht so sehr die Schulden sind, sondern die Afrikaner ihre Probleme durchaus auch alleine am Leben erhalten. Durch Schuldenerlass wird sich nämlich an den Problemen vor Ort nichts ändern.Anders siehts bei den Agrarsubventionn für europäische Bauern aus inklusive Zöllen etc.. Aber das lässt sich eben nicht durchsetzen, wenn der europäische Bauer wie beim letzten Milchboykott gesehen die Bevölkerung hinter sich stehend weiß, wenn er sich weigert den realen Marktbedingungen ausgesetzt zu werden.

    • Zel
    • 03.07.2008 um 1:56 Uhr

    Zuersteinmal sind das keine Flüchtlinge, sondern Abenteurer, die glauben in Europa warte man auf Sie und das Geld läge auf der Straße. Wirkliche Flüchtlinge haben ganz andere Anlaufziele, nämlich die unmittelbar erreichbaren.Weiterhin kriegen sie vielleicht ein Urlaubsvisa, aber sicherlich keines mit Arbeits- und dauerhafter Niederlassungserlaubnis für Afrika, sofern sie kein stattliches Vermögen oder einen festen Arbeitsvertrag für Afrika haben. Und es ist durchaus keine Schikane des bösen weißen Mannes, dass er jemanden der kein Rückflugticket und/oder Bürgen bzw. Vermögenswerte aufweisen kann ins Land lässt. Macht Afrika genau so, es gibt fast kein Land, das das so nicht handhabt. Warum die ihr Leben aufs Spiel setzen? Weil sie in der Regel ziemlich blöd sind. Klingt hart, ist aber so. Auch einem Afrikaner darf man zumuten, dass er sich mal rudimentär über Europa und Seereisen allgemein informiert und dann erkennt, dass da irgendwas irgendwie wohl nicht klappen wird. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, sämtliche Afrikaner in Europa kommen per Nusschale? Nee, die wahren Flüchtlinge kommen auf viel unspektakuläreren Wegen, weit weniger risikobehaftet. Ihre Nusschalenskipper sind nicht den Flüchtlingen zuzurechnen, sondern den (halb-)kriminellen Glücksrittern und Taugenichtsen, die wie durch Vodoozauber alle ihre Pässe verlieren und unter geographischer Amnesie leiden und einfach nicht erinnern können, woher sie denn eigentlich kommen.Und Ihre Idee, heutige Asylpolitik bzw. Einbürgerungspolitik anhand historischer Begebenheiten zu gestalten ist auch Nonsens. Und wenn unsere Vorfahren die hundertmal konolianisiert haben, das machen wir schon lange nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Man muss das also am hier und jetzt orientieren. Und Europa hat mehr und mehr Probleme, den eigenen Bürgern ein Auskommen zu bieten. Das ist zwar mehr ein politisches Problem, aber so lange das der Status Quo ist, hat der Afrikaner ohne Sprachenkenntnisse und Ausbildung nach europäischem Standard hier eben kein Standing. Manchmal kann man noch so lange schwierige Fragen stellen, die Antworten bleiben trotzdem einfach. Schuldenerlass, da könnte man natürlich drüber nachdenken. Auf der anderen Seite würde das auch bedeuten, dass es zukünftig nicht mehr so schnell Kredite geben wird. Dann hätten aber die Charityclowns ein Problem, wenn sie feststellen, dass es garnicht so sehr die Schulden sind, sondern die Afrikaner ihre Probleme durchaus auch alleine am Leben erhalten. Durch Schuldenerlass wird sich nämlich an den Problemen vor Ort nichts ändern.Anders siehts bei den Agrarsubventionn für europäische Bauern aus inklusive Zöllen etc.. Aber das lässt sich eben nicht durchsetzen, wenn der europäische Bauer wie beim letzten Milchboykott gesehen die Bevölkerung hinter sich stehend weiß, wenn er sich weigert den realen Marktbedingungen ausgesetzt zu werden.

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    ...aber mit dem Abschnitt "Und Ihre Idee, heutige Asylpolitik bzw. Einbürgerungspolitik anhand
    historischer Begebenheiten zu gestalten ist auch Nonsens. Und wenn
    unsere Vorfahren die hundertmal kolonianisiert haben, das machen wir
    schon lange nicht mehr." bin ich nicht ganz einverstanden.Wir kolonialisieren zwar nicht mehr wie früher, d. h. wir fallen nicht mehr mit Armeen in deren Länder ein und morden und brandschatzen wie es uns gerade mal so einfällt, wir sind ausgereifter: Wir unterstützen dort jene, die das tun was wir wollen mit Waffen und Industriegütern, so daß sie ihre Bevölkerung weiter unterdrücken können.Der gemeinen Bevölkerung "helfen" wir dann mit ein paar Reissäcken, so dass jene der Bevölkerung, die gerade angefangen haben, etwas anzubauen und auf Käufer angewiesen wären, auf ihren Produkten sitzen bleiben, verelenden und dann auch in der Schlange um unsere ach so freundlich verschenkten Reissäcke in der Schlange stehen müssen.Kurzum, wir helfen Afrika zu tode, weil wir jeglichen Ansatz von Entwicklung in dem Kontinent schon im Ansatz ersticken.Dann schwappt die Flüchtlingswelle, die sich immer mehr aufschaukelt, irgendwann halt nach Europa. Unsere exportierte Verdummungshilfe trifft uns dann halt früher oder später.Die einzige Lösung, die ich sehe ist, Afrika nicht mehr als Kontinent der "primitiven Ureinwohner" anzusehen sondern endlich als gleichwertigen Partner, so wie China und Indien. Dazu muß sich zuallererst in unseren Köpfen etwas ändern.

    ...aber mit dem Abschnitt "Und Ihre Idee, heutige Asylpolitik bzw. Einbürgerungspolitik anhand
    historischer Begebenheiten zu gestalten ist auch Nonsens. Und wenn
    unsere Vorfahren die hundertmal kolonianisiert haben, das machen wir
    schon lange nicht mehr." bin ich nicht ganz einverstanden.Wir kolonialisieren zwar nicht mehr wie früher, d. h. wir fallen nicht mehr mit Armeen in deren Länder ein und morden und brandschatzen wie es uns gerade mal so einfällt, wir sind ausgereifter: Wir unterstützen dort jene, die das tun was wir wollen mit Waffen und Industriegütern, so daß sie ihre Bevölkerung weiter unterdrücken können.Der gemeinen Bevölkerung "helfen" wir dann mit ein paar Reissäcken, so dass jene der Bevölkerung, die gerade angefangen haben, etwas anzubauen und auf Käufer angewiesen wären, auf ihren Produkten sitzen bleiben, verelenden und dann auch in der Schlange um unsere ach so freundlich verschenkten Reissäcke in der Schlange stehen müssen.Kurzum, wir helfen Afrika zu tode, weil wir jeglichen Ansatz von Entwicklung in dem Kontinent schon im Ansatz ersticken.Dann schwappt die Flüchtlingswelle, die sich immer mehr aufschaukelt, irgendwann halt nach Europa. Unsere exportierte Verdummungshilfe trifft uns dann halt früher oder später.Die einzige Lösung, die ich sehe ist, Afrika nicht mehr als Kontinent der "primitiven Ureinwohner" anzusehen sondern endlich als gleichwertigen Partner, so wie China und Indien. Dazu muß sich zuallererst in unseren Köpfen etwas ändern.

  3. ...aber mit dem Abschnitt "Und Ihre Idee, heutige Asylpolitik bzw. Einbürgerungspolitik anhand
    historischer Begebenheiten zu gestalten ist auch Nonsens. Und wenn
    unsere Vorfahren die hundertmal kolonianisiert haben, das machen wir
    schon lange nicht mehr." bin ich nicht ganz einverstanden.Wir kolonialisieren zwar nicht mehr wie früher, d. h. wir fallen nicht mehr mit Armeen in deren Länder ein und morden und brandschatzen wie es uns gerade mal so einfällt, wir sind ausgereifter: Wir unterstützen dort jene, die das tun was wir wollen mit Waffen und Industriegütern, so daß sie ihre Bevölkerung weiter unterdrücken können.Der gemeinen Bevölkerung "helfen" wir dann mit ein paar Reissäcken, so dass jene der Bevölkerung, die gerade angefangen haben, etwas anzubauen und auf Käufer angewiesen wären, auf ihren Produkten sitzen bleiben, verelenden und dann auch in der Schlange um unsere ach so freundlich verschenkten Reissäcke in der Schlange stehen müssen.Kurzum, wir helfen Afrika zu tode, weil wir jeglichen Ansatz von Entwicklung in dem Kontinent schon im Ansatz ersticken.Dann schwappt die Flüchtlingswelle, die sich immer mehr aufschaukelt, irgendwann halt nach Europa. Unsere exportierte Verdummungshilfe trifft uns dann halt früher oder später.Die einzige Lösung, die ich sehe ist, Afrika nicht mehr als Kontinent der "primitiven Ureinwohner" anzusehen sondern endlich als gleichwertigen Partner, so wie China und Indien. Dazu muß sich zuallererst in unseren Köpfen etwas ändern.

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    • Zel
    • 03.07.2008 um 13:47 Uhr

    Ich bin durchaus damit einverstanden, dass man diesen Ländern keine Waffen liefert (ich wär sogar dafür, in Europa ein Herstellungsverbot für Waffen abseits des eigenen Militärbedarfs einzurichten). Aber das ist eigentlich nur ein symbolischer Akt, denn diese Länder sind in einer Phase, in der sie sich zur Not mit Steinen zerhauen und bei lebendigem Leib verbrennen. Das hat mit "dem Westen" ursächlich nix zu tun, diese Menschen würden sich vermutlich noch im luftleeren Raum zu erdrosseln versuchen.Aber es sind eben keine gleichwertigen Partner. Das ist ungefähr so, als würde man die Rütlischule mit Harvard gleichsetzen. So einfach ist es dann leider nicht. Klar, man muss auf lange Sicht was an den Zöllen und Handelsrichtlinien tun. Würde man das aber von heute auf morgen aufheben, dann würden die Big Player sie noch schneller aus dem Markt fegen, weil denen jegliches Know How fehlt und auch nicht binnen weniger Jahre flächendeckend einzuimpfen ist. Bliebe die totale Isolation, dass sich die Staaten von der Picke auf alles selbst beibringen. Wird auch nicht klappen, dafür ist die Lage zu instabil und wenn man sie lässt, wie sie gerne würden dann muss in zwei Jahren wieder ein Blauhelmmandat durchgewunken werden, weil da alles in den momentan noch geordneten Bürgerkriegsscharmützeln versinken würde.@isaidyIhnen fällt die Unlogik der eigenen Worte nicht auf, oder? Auf der einen Seite geisseln sie eine angeblich fortbestehende Kolonisation, anderseits wollen Sie die Probleme Afrikas genau damit lösen.Was ist denn bitte die von Ihnen als gerechtfertigt angesehene Massenwanderung ins gelobte Europa? Das ist genau das Gleiche, nur das sich hier der augenscheinlich schwächere Part zum kolonisieren aufmacht. Wenn es nun das Recht des Afrikaners ist, Afrika vom europäischen Wirken unangetastet zu belassen, dann hat auch Europa das Recht, keine Afrikaner aufzunehmen. That simple!Ich nehme Ihnen auch nicht ab, das es die Sorge ums Leibeswohl der Afrikaner ist, die Sie antreibt. Wenn Sie den Afrikaner als Mensch sehen könnten, und nicht nur als Buschtamagotchi für den edlen, selbstlosen weissen Massa, dann würden sie ihn auch nicht derart überhöhen, das die Menschen dort von Natur aus liebevoll und gutmütig sind und allein der westliche Einfluss das Land matern würde. Die Afrikaner sind genau so wie wir. Genau wie Ihnen der europäische Arme einfach nicht arm genug ist, um ihm Hilfe angedeihen zu lassen, so ist dem Afrikaner eben oft nicht daran gelegen, dem armen Afrika zu besserem zu verhelfen. Und ich sehe es durchaus als Glück der Geburt an, hier zu leben und nicht da (mit dürfen hat das aber nur etwas zu tun, wenn man religiös belastet ist). Ich schäme mich im Gegensatz zu Ihnen aber nicht dafür und betrachte Afrikaner nicht als "bedrohte Art", sondern als ganz normale Menschen. Wenn sich hier einer im Schlauchboot aufmacht, um irgendwo einzuwandern, dann nenne ich den ja auch einen Deppen. Ich habe nur etwas dagegen, wenn dieses unausgegorene Argument kommt, Afrika leidet am Westen mehr als an sich selbst.

    • Zel
    • 03.07.2008 um 13:47 Uhr

    Ich bin durchaus damit einverstanden, dass man diesen Ländern keine Waffen liefert (ich wär sogar dafür, in Europa ein Herstellungsverbot für Waffen abseits des eigenen Militärbedarfs einzurichten). Aber das ist eigentlich nur ein symbolischer Akt, denn diese Länder sind in einer Phase, in der sie sich zur Not mit Steinen zerhauen und bei lebendigem Leib verbrennen. Das hat mit "dem Westen" ursächlich nix zu tun, diese Menschen würden sich vermutlich noch im luftleeren Raum zu erdrosseln versuchen.Aber es sind eben keine gleichwertigen Partner. Das ist ungefähr so, als würde man die Rütlischule mit Harvard gleichsetzen. So einfach ist es dann leider nicht. Klar, man muss auf lange Sicht was an den Zöllen und Handelsrichtlinien tun. Würde man das aber von heute auf morgen aufheben, dann würden die Big Player sie noch schneller aus dem Markt fegen, weil denen jegliches Know How fehlt und auch nicht binnen weniger Jahre flächendeckend einzuimpfen ist. Bliebe die totale Isolation, dass sich die Staaten von der Picke auf alles selbst beibringen. Wird auch nicht klappen, dafür ist die Lage zu instabil und wenn man sie lässt, wie sie gerne würden dann muss in zwei Jahren wieder ein Blauhelmmandat durchgewunken werden, weil da alles in den momentan noch geordneten Bürgerkriegsscharmützeln versinken würde.@isaidyIhnen fällt die Unlogik der eigenen Worte nicht auf, oder? Auf der einen Seite geisseln sie eine angeblich fortbestehende Kolonisation, anderseits wollen Sie die Probleme Afrikas genau damit lösen.Was ist denn bitte die von Ihnen als gerechtfertigt angesehene Massenwanderung ins gelobte Europa? Das ist genau das Gleiche, nur das sich hier der augenscheinlich schwächere Part zum kolonisieren aufmacht. Wenn es nun das Recht des Afrikaners ist, Afrika vom europäischen Wirken unangetastet zu belassen, dann hat auch Europa das Recht, keine Afrikaner aufzunehmen. That simple!Ich nehme Ihnen auch nicht ab, das es die Sorge ums Leibeswohl der Afrikaner ist, die Sie antreibt. Wenn Sie den Afrikaner als Mensch sehen könnten, und nicht nur als Buschtamagotchi für den edlen, selbstlosen weissen Massa, dann würden sie ihn auch nicht derart überhöhen, das die Menschen dort von Natur aus liebevoll und gutmütig sind und allein der westliche Einfluss das Land matern würde. Die Afrikaner sind genau so wie wir. Genau wie Ihnen der europäische Arme einfach nicht arm genug ist, um ihm Hilfe angedeihen zu lassen, so ist dem Afrikaner eben oft nicht daran gelegen, dem armen Afrika zu besserem zu verhelfen. Und ich sehe es durchaus als Glück der Geburt an, hier zu leben und nicht da (mit dürfen hat das aber nur etwas zu tun, wenn man religiös belastet ist). Ich schäme mich im Gegensatz zu Ihnen aber nicht dafür und betrachte Afrikaner nicht als "bedrohte Art", sondern als ganz normale Menschen. Wenn sich hier einer im Schlauchboot aufmacht, um irgendwo einzuwandern, dann nenne ich den ja auch einen Deppen. Ich habe nur etwas dagegen, wenn dieses unausgegorene Argument kommt, Afrika leidet am Westen mehr als an sich selbst.

    • Isaidy
    • 03.07.2008 um 11:29 Uhr

    die durch ihre indifferenzierte Sichtweise, Pauschalisierungen und Vorurteile unbedingt ein Fördern und Auszeichnen dieser Offenen Schule notwendig machen, einfach um der Ignoranz und Selbstverliebtheit in die "eigene Leistung" vieler Bürger der "ersten Welt" Einhalt zu gebieten oder zumindest einen noch nicht verlorenen Teil von ihnen zum Nachdenken anzuregen. Natürlich kann Europa die Flüchtlinge aus Afrika auf den Nussschalen nicht alle aufnehmen, das kann keine Lösung sein. Andererseits ist es natürlich nicht die Blödheit und Dummheit der Schwarzafrikaner, die sie auf diese erbärmlichen Kähne führt. In dieser Aussage von @zel spiegelt sich mal wieder das arrogante Überheblichkeitsdenken der pivilegierten Bürger der "ersten Welt", die es als ihre individuelle Leistung ansehen, hier leben zu dürfen und nicht als das Glück der Geburt. Kaum ein Afrikaner, der nicht von wirtschaftlicher Not und darbenden Lebensumständen betroffen ist, macht sich auf einen derartig abenteuerlichen Weg und lässt seine Familie zurück ohne zu wissen, ob er sie jemals wiedersieht. Dass diese Menschen ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, ist für mich absolut nachvollziehbar und für nichts anderes will die Offene Schule sensibilisieren. Über das Schicksal dieser Menschen möchte sie aufklären und dass nicht alles, was, was auf diesem Globus passiert, gerecht, fair und gottgegeben ist. Und natürlich hat @sonnenbrille recht: der Kolonialismus findet immer noch statt, wenngleich er jetzt über die Waren- und Handelsströme, durch Strafzölle und Einfuhrregeln, durch Überschussversendung unserer Produkte in die "Dritte Welt", die dort die Märkte zerstören, geregelt wird. Ohne Afrika mit seinen dispotischen und zum Teil unfähigen Herrschern in Schutz nehmen zu wollen, aber ein wirkliches Interesse an der Erholung des Kontinents hat im Grunde keiner und deswegen kommen dessen Einwohner hierher oder versuchen es verzweifelt. Wir - verehrter @zel - würden es im Übrigen ganz genau so machen, seien Sie sicher. Vielleicht würden Sie sich rühmen zu den "intelligenten" Asylbewerbern zu gehören, die ihr Besuchervisum für den Asylantrag nutzen, ohne eine Nussschale zu riskieren, aber versuchen würden Sie es, wenn Sie  in ihrem Land keine Hoffnung auf Besserung sehen und ihre Familie ernähren müssen. Und genau für dieses Hinaussehen über den eigenen Tellerrand sind Schulungen unserer Bevölkerung wie im Artikel geschildert unerlässlich  und ungemein wichtig.

    • Zel
    • 03.07.2008 um 13:47 Uhr

    Ich bin durchaus damit einverstanden, dass man diesen Ländern keine Waffen liefert (ich wär sogar dafür, in Europa ein Herstellungsverbot für Waffen abseits des eigenen Militärbedarfs einzurichten). Aber das ist eigentlich nur ein symbolischer Akt, denn diese Länder sind in einer Phase, in der sie sich zur Not mit Steinen zerhauen und bei lebendigem Leib verbrennen. Das hat mit "dem Westen" ursächlich nix zu tun, diese Menschen würden sich vermutlich noch im luftleeren Raum zu erdrosseln versuchen.Aber es sind eben keine gleichwertigen Partner. Das ist ungefähr so, als würde man die Rütlischule mit Harvard gleichsetzen. So einfach ist es dann leider nicht. Klar, man muss auf lange Sicht was an den Zöllen und Handelsrichtlinien tun. Würde man das aber von heute auf morgen aufheben, dann würden die Big Player sie noch schneller aus dem Markt fegen, weil denen jegliches Know How fehlt und auch nicht binnen weniger Jahre flächendeckend einzuimpfen ist. Bliebe die totale Isolation, dass sich die Staaten von der Picke auf alles selbst beibringen. Wird auch nicht klappen, dafür ist die Lage zu instabil und wenn man sie lässt, wie sie gerne würden dann muss in zwei Jahren wieder ein Blauhelmmandat durchgewunken werden, weil da alles in den momentan noch geordneten Bürgerkriegsscharmützeln versinken würde.@isaidyIhnen fällt die Unlogik der eigenen Worte nicht auf, oder? Auf der einen Seite geisseln sie eine angeblich fortbestehende Kolonisation, anderseits wollen Sie die Probleme Afrikas genau damit lösen.Was ist denn bitte die von Ihnen als gerechtfertigt angesehene Massenwanderung ins gelobte Europa? Das ist genau das Gleiche, nur das sich hier der augenscheinlich schwächere Part zum kolonisieren aufmacht. Wenn es nun das Recht des Afrikaners ist, Afrika vom europäischen Wirken unangetastet zu belassen, dann hat auch Europa das Recht, keine Afrikaner aufzunehmen. That simple!Ich nehme Ihnen auch nicht ab, das es die Sorge ums Leibeswohl der Afrikaner ist, die Sie antreibt. Wenn Sie den Afrikaner als Mensch sehen könnten, und nicht nur als Buschtamagotchi für den edlen, selbstlosen weissen Massa, dann würden sie ihn auch nicht derart überhöhen, das die Menschen dort von Natur aus liebevoll und gutmütig sind und allein der westliche Einfluss das Land matern würde. Die Afrikaner sind genau so wie wir. Genau wie Ihnen der europäische Arme einfach nicht arm genug ist, um ihm Hilfe angedeihen zu lassen, so ist dem Afrikaner eben oft nicht daran gelegen, dem armen Afrika zu besserem zu verhelfen. Und ich sehe es durchaus als Glück der Geburt an, hier zu leben und nicht da (mit dürfen hat das aber nur etwas zu tun, wenn man religiös belastet ist). Ich schäme mich im Gegensatz zu Ihnen aber nicht dafür und betrachte Afrikaner nicht als "bedrohte Art", sondern als ganz normale Menschen. Wenn sich hier einer im Schlauchboot aufmacht, um irgendwo einzuwandern, dann nenne ich den ja auch einen Deppen. Ich habe nur etwas dagegen, wenn dieses unausgegorene Argument kommt, Afrika leidet am Westen mehr als an sich selbst.

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    Danke, Zel ! Ihre beiden Kommentare bringen alle kulturellen und politischen Widersprüchlichkeiten, ja Unmöglichkeiten, der Einwanderungsbefürworter auf den Punkt. Auch Ihre Lösungsansätze sind weitsichtig und realistisch nicht zu widerlegen.Ich möchte im Hinblick auf den Artikel noch hinzufügen, daß leider die emotions-politische Linke in deutschen Lehranstalten federführend ist. Sie "vergreifen" sich an Neuntklässlern, also pubertierenden Jugendlichen, und versuchen über deren Emotionen, v.a. Mitleid, eine politische Sicht des Afrikaproblems in ihrem Sinne zu erzeugen.Gerecht, soll heißen : neutral, der Wirklichkeit entsprechend, wäre es, den Schülern die kulturelle und politische Realität Afrikas zu zeigen, und sie dann zu fragen : Wie und wo kann man diesen Menschen am besten helfen ? Sollen diese Menschen nach Europa kommen ?

    Danke, Zel ! Ihre beiden Kommentare bringen alle kulturellen und politischen Widersprüchlichkeiten, ja Unmöglichkeiten, der Einwanderungsbefürworter auf den Punkt. Auch Ihre Lösungsansätze sind weitsichtig und realistisch nicht zu widerlegen.Ich möchte im Hinblick auf den Artikel noch hinzufügen, daß leider die emotions-politische Linke in deutschen Lehranstalten federführend ist. Sie "vergreifen" sich an Neuntklässlern, also pubertierenden Jugendlichen, und versuchen über deren Emotionen, v.a. Mitleid, eine politische Sicht des Afrikaproblems in ihrem Sinne zu erzeugen.Gerecht, soll heißen : neutral, der Wirklichkeit entsprechend, wäre es, den Schülern die kulturelle und politische Realität Afrikas zu zeigen, und sie dann zu fragen : Wie und wo kann man diesen Menschen am besten helfen ? Sollen diese Menschen nach Europa kommen ?

  4. Danke, Zel ! Ihre beiden Kommentare bringen alle kulturellen und politischen Widersprüchlichkeiten, ja Unmöglichkeiten, der Einwanderungsbefürworter auf den Punkt. Auch Ihre Lösungsansätze sind weitsichtig und realistisch nicht zu widerlegen.Ich möchte im Hinblick auf den Artikel noch hinzufügen, daß leider die emotions-politische Linke in deutschen Lehranstalten federführend ist. Sie "vergreifen" sich an Neuntklässlern, also pubertierenden Jugendlichen, und versuchen über deren Emotionen, v.a. Mitleid, eine politische Sicht des Afrikaproblems in ihrem Sinne zu erzeugen.Gerecht, soll heißen : neutral, der Wirklichkeit entsprechend, wäre es, den Schülern die kulturelle und politische Realität Afrikas zu zeigen, und sie dann zu fragen : Wie und wo kann man diesen Menschen am besten helfen ? Sollen diese Menschen nach Europa kommen ?

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    ganz meine meinung !    

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