Gesellschaft Auch Schiller liebte den RauschSeite 2/2
Amendt: Der „Trip Guide“ versucht, Verbindung aufzunehmen, wenn der LSD-Konsument abdriftet. Dabei setzt er seine Stimme ein – gelassen und ruhig im Ton. Er steigt ein auf die Horrorfantasien seines Schützlings und führt ihn vorsichtig zurück in die Realität. Er zeigt ihm, dass der Teppich ein Teppich ist und nicht der klaffende Schlund eines offenen Aufzugsschachts, von dem ein magischer Sog ausgeht. Er versucht zu entschärfen, indem er einen Orts-, Licht- oder Musikwechsel vorschlägt. Als Sicherheitsbeauftragter schleust er seinen Schützling an allem vorbei, was den Horror verschärfen könnte.
ZEIT ONLINE: Sie sprechen an einer Stelle von Synästhesien als typischen Bestandteil der Trip-Wahrnehmungen. Lässt das LSD nicht auch als hervorragenden Katalysator für die literarische Produktion erscheinen? Sie führen Bernward Vespers Buch Die Reise als Beispiel an.
Amendt: Das sehe ich wie Sie. Allerdings setzt die Katalysatoren-Wirkung erst nach Abklingen des Trips ein. Diese Spielfelder des Möglichkeitssinns erschließen sich und werden erst produktiv in der Erinnerung an den Trip.
ZEIT ONLINE: Schiller brauchte verfaulte Äpfel in der Schublade, Balzac 100 Tassen Kaffee und William S. Burroughs Opium. Sie zitieren den Politologen Francis Fukuyama, der sich gegen die steigende Pharmakologisierung im Alltag wendet und darin ein Ende der Kreativität sieht. Ist es nicht gleichgültig, wie einer zum Ziel kommt?
Amendt: Bei diesen Beispielen würde ich nicht von einer „Pharmakologisierung des Alltags“ sprechen. Das waren kreative Menschen, die bewusst zu Drogen als Kreativitätsverstärker greifen. Es ist ein Unterschied, ob ein kreativer Mensch, der ein künstlerisches oder wissenschaftliches Ziel verfolgt, Drogen zur Hilfe nimmt oder ob ein Mensch eine Substanz nimmt, die von Sozialingenieuren der Pharmaindustrie entwickelt wurde, um die Realität zu verleugnen beziehungsweise zu verdrängen. Wenn das massenhaft geschieht, habe ich damit durchaus Probleme. Der Einsatz von Pharmadrogen öffnet der Manipulation Tür und Tor. Seit Ritalin wissen wir, dass derartige Substanzen nicht nur dazu dienen, das Lebensgefühl eines Menschen zu beeinflussen. Sie dienen auch dazu, sein Sozialverhalten zu steuern.
ZEIT ONLINE: Fürchten Sie, dass Ihr Buch indiziert wird?
Amendt: Nein. Obwohl ich mit Zensur und Zensurversuchen über reichlich Erfahrung verfüge, habe ich daran nicht für eine Sekunde gedacht.
Die Fragen stellte Frank Schäfer.
LSD als Medikament? Lesen Sie hier Teil den ersten Teil des Interviews
- Datum 08.07.2008 - 14:44 Uhr
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Ein interessantes Interview. Herr Amendt erwaehnt die Wichtigkeit eines erfahrenen, nuechternen trip guides fuer eine erfolgreiche Reise. Es sollte hier der Vollstaendigkeit noch erwaehnt werden, dass es sich bei den sogenannten Horrortrips selten um den Abgrund zur Hoelle im Badezimmer handelt.LSD oeffnet Pforten zum eigenen Unterbewusstsein, und Aengste, die sich waehrend eines Horrortrips manifestieren, sind meist solche, die der User auch nuechtern bewusst oder unbewusst mit sich herumtraegt. Einsamkeit, Versagenssaengste, Zweifel am Sinn der eigenen Existenz klingen weniger spektakulaer, sind aber genauso furchteinfloessend wie der Abgrund im Teppich.Aus diesem Grunde ist es zur Risikominimierung wichtig, niemals in Zeiten zu trippen, in denen man ungluecklich ist oder sich besonders instabil fuehlt.
kann ich ihnen zustimmen JanHoho weil selbst Erfahrener aus dieser Zeit,was für damals galt hat auch heute seine Berechtigung der Umgang damit machts und ich bereue es nicht diese Erfahrung gemacht zu haben,der psychisch Labile ist mit jeder Droge...und was gehört da nicht alles dazu,ein leichtes Opfer seiner Sucht, auch Cannabis Konsumenten hat man die schrecklichsten Dinge nachgesagt,über den Volksschädling Nr 1 Alkohol muss nicht diskutiert werden,warum nicht LSD oder Cannabis als zusätzliche therapeutische Massnahme wie sagt man..der Mensch lebt nicht vom Brot allein
Was hier fehlt ist,
dass LSD _kostenlos_ verteilt wurde, von HerstellerFirmen, gesponsert
von den RockeFeller- BeeinFlusserKreisen; Effekt: ==> die Massen wurden unkritisch, konzentrierten sich auf die Orgien usw., ==> Drogen wurden dann kriminalisiert, und schon war Flower-Power, Peace, Aktivismus usw. weitgehend kriminell==>
weil die Leute, die weitgehend identisch waren mit dem "linken-" oder
"VietnamGegnerPack" einfach von der Polizei eigefangen werden konnten,
unter dem DrogenVorwand.
Das Modell/Verfahren kannte man schon aus der OpiumKriegsZeit der
Englischen Krone in China, wo ganz China wehrlos und dem Rausch
verfallen war und so keinen WiderStand gegen die koloniale Ausbeutung
leisten konnte.
So hat man eine ganze Generation entschärft (die was verändern/
verbessern wollte), und es konnte in den _vorgesehenen_ Bahnen
gesellschaftlich weitergehen ohne grosse weitere Störungen.
Auch heute wieder passt es zu den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen (die hoffnungslos sind), dass die Mehrheit der kritikfähigen wirksam davon abgelenkt werden soll.
Hat man in den 70er/80ern je gehört, dass Haschisch Psychosen auslösen könne? Natürlich nicht. Das stärkste damals gehandelte Harz kam aus einer Stadt, die zuzeiten nur die Hippies kannten: Masar-i-Scharif. Und es war zum einen höchst selten zu bekommen, zum zweiten, Labortests zufolge, nur halb so stark wie das derzeit überall gehandelte, gentechnisch manipulierte Holland-Gras. Die Tomaten mögen undelikat sein, aber wenn der Holländer im Treibhaus Drogen züchtet, wird's gemeingefährlich.Es ist so, als würde man den Biertrinkern im Ruhrgebiet ab morgen nur noch Schnaps verkaufen - und zwar schon 12jährigen. Läuft gut mit der Illegalisierung. Ein Geschäft für alle. Ausser man ist Komsument. Aber fragen Sie Seehofer: Das ist nirgends anders...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Apropos DrogenGeschäft für alle: Der CIA hat sich wieder mal beim KokainDealen erwischen lassen: Als ein CIA-Fluzeug abstürzte, fanden sich darin 4 Tonnen ...http://www.youtube.com/wa...
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