Befreite Farc-Geisel Lösegeld für Ingrid Betancourt?
Kolumbien und Frankreich dementieren, die Politikerin aus der Gewalt der Farc-Rebellen freigekauft zu haben. Betancourt ist inzwischen in Paris, wo sie medizinisch untersucht werden soll
Zwei Tage nach ihrer Befreiung aus der Hand kolumbianischer Rebellen ist die franko-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt in Paris eingetroffen. Betancourt bedankte sich für die Unterstützung Frankreichs während ihrer mehr als sechsjährigen Geiselhaft im kolumbianischen Dschungel. Ein Bericht, die spektakuläre Befreiungsaktion sei nur ein Schauspiel gewesen und es sei Lösegeld gezahlt worden, wurde von den Regierungen Frankreichs und Kolumbiens dementiert.
«Ich verdanke Euch alles, ich verdanke Euch mein Leben», sagte Betancourt bei einem Empfang im Élyséepalast. Sie appellierte an den französischen Staatschef Nicolas Sarkozy, sich für die verbleibenden Geiseln einzusetzen. «Ich habe so viel aus Schmerz und Erniedrigung geweint. Heute weine ich aus Freude», sagte sie.
«Ganz Frankreich ist froh, dass Sie da sind», sagte Sarkozy, der Betancourt zusammen mit seiner Frau Carla am Flughafen in Empfang genommen hatte. Er bekräftigte, dass Frankreich bereit sei, Farc-Rebellen aufzunehmen, die ihre Waffen abgeben wollten. Betancourt will einige Tage in Frankreich bleiben und wird in der kommenden Woche auch von Papst Benedikt XVI. empfangen.
Der Schweizer Radiosender RSR berichtete, Betancourt und die mit ihr freigekommenen 14 anderen Geiseln seien für etwa 20 Millionen Dollar (12,6 Millionen Euro) freigekauft worden. Unter Berufung auf einen ungenannten Informanten, der seit Jahren zuverlässig sei, berichtete der Sender, die spektakuläre Befreiungsaktion habe so nicht stattgefunden. Es habe sich vielmehr um eine «Maskerade» gehandelt. Hinter dem Freikauf steckten die USA. Bei den drei frei gekommenen Amerikanern habe es sich um FBI-Agenten gehandelt.
Das französische Außenministerium erklärte, Frankreich habe kein Lösegeld gezahlt habe. Paris sei über die Militäraktion nicht informiert gewesen. Die französische Regierung habe in den vergangenen Monaten aber engen Kontakt mit der kolumbianischen Regierung gehalten und die verschiedenen Möglichkeiten einer Befreiung erörtert.
Als mögliches Motiv für eine Täuschung der Öffentlichkeit nannte der Schweizer Sender, dass der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe mit einem Erfolg von innenpolitischen Problemen ablenken wollte. Zudem habe er seine Politik der Unnachgiebigkeit gegenüber den Rebellen nicht durch einen Freikauf infrage stellen wollen.
Vor dem Élysée-Palast in Paris versammelten sich am Freitag zahlreiche Unterstützer Betancourts. An diesem Samstag soll die Ex-Geisel in einem französischen Militärkrankenhaus von Spezialisten untersucht werden. Vor wenigen Wochen hatte es geheißen, Betancourt sei sterbenskrank. Kurz nach ihrer Befreiung wirkte sie abgemagert, aber überraschend stabil.
Betancourt ist in Frankreich aufgewachsen und war in erster Ehe mit einem Franzosen verheiratet, dem Vater ihrer beiden Kinder. Nach der Scheidung ging sie zurück nach Kolumbien und begann dort eine politische Karriere. Sie wurde als Präsidentschaftskandidatin während des Wahlkampfs von linken FARC-Rebellen entführt.
- Datum 04.07.2008 - 19:29 Uhr
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Die Zustände sind nicht klar. Es wird sich mehereres weiterhin klären müssen. Eigentlich habe ich mehr Fragen als zuvor.
Auf der einen Seite wird behauptet, dass Betancourt "befreit" wurde. Von den Kolumbianern? Von den Amerikanern, die behaupten, de "Befreiung" hätte 20, in einer anderen Meldung (La Jornada, Mexiko) 30 Millionen gekostet?
In einer weitern Meldung (e-mail) wird gesagt, die Befreung wäre schon vor des Einbruchs Kolumbiens in Ecuador bereit.
Die Befreiung, wie Betancourt selbst in Die Zeit und andere e-Meldungen sagen, ist nicht militärisch bewerkstelligt worden.
Hat Uribe Interesse, falls Betancourts Freigabe bezahlt wurde, dass die FARC Millionen Dollar bekommen, ohne dass er mehr als das entgegenbekommt? Was bekam er dann?
Sind die FARC-Leute jetzt langsam müde soviele Geiseln zu haben, und wollen sie sie loswerden? Oder müssen sie sich zurückziehen?
Warum stellt sich Castro (Cuba) ausgerechnet jetzt gegen das Fangen von Geiseln, wo dei FARC dies schon seit Jarzehnten durchführen?
Etwas bewegt sich, nicht nur in Kolumbien, sondern in Südamerika, und dies wird sich wahrscheinlich bald zeigen.
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