Internat Ein Zuhause für Schulschwänzer

Politiker diskutieren über Führerschein- oder Kindergeldentzug für Schulverweigerer. In Berlin-Neukölln plant man ein Internat, in dem Jugendliche wieder Spaß am Lernen haben sollen

Wie fängt man Jugendliche auf, die familiäre Probleme haben, durch aggressives Verhalten auffallen und nicht mehr in der Lage sind, den Abschluss an einer öffentlichen Schule zu machen? Alte Fragen, auf die das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk EJF-Lazarus eine neue Antwort gefunden hat. Die Gesellschaft ist Initiator des Internats, das in den nächsten Monaten in Berlin-Neukölln seine Türen öffnen wird. Bis zu 40 Jugendliche könnten dann auf dem Gelände des ehemaligen Kinderheims „Haus Buckow“ leben und zur Schule gehen. Den Bezirk für das Projekt hätte EJF-Lazarus ganz gezielt ausgesucht, sagt der Jugendreferent der Gesellschaft Michael Piekara. Wie nötig viele Jugendliche hier die Hilfe haben, bestätigt auch Wolfgang Lüdtke, Schulleiter der Neuköllner Kepler-Oberschule: „Viele Kinder hier in der Gegend werden in Sachen Bildung von ihren Eltern alleine gelassen. Sie sind kaum sozialisiert und haben wenig Selbstvertrauen. Das macht die Schule für sie zur Qual.“

Eine steigende Zahl an Kindern und Jugendlichen, besonders aus Migrantenfamilien, schwänzen daher lieber die Schule. Eltern, Jugendämter und Schulverwaltungen sind dagegen meist machtlos, sprechen lediglich Verwarnungen aus oder schicken die „Problemkinder“ einfach auf andere Schulen. Innerhalb von zehn Tagen im Juli hat das Schulamt von Neukölln 449 so genannte „Schulversäumnisanzeigen“ erhalten. Die verschickt die Schule, wenn ein Kind länger als 10 Tage nicht dort war.

„Unser Konzept ist es, die Jugendlichen ganzheitlich zu betreuen, also auch in der Freizeit. Wir wollen sie nicht unter Druck setzen, sondern ihnen wieder Freude am Lernen und soziales Verhalten vermitteln“, sagt Michael Piekara. Am besten funktioniere das in einer Gemeinschaft.

Eingeengt sollen sich die Jugendlichen im Internat nicht fühlen. Das Gelände kann jederzeit verlassen werden, Besuch ist ebenfalls willkommen. „Das wird sogar gefördert“, erklärt der Jugendreferent. „Die Schüler müssen ja leben lernen. Doch primär geht es darum, ihnen in einem geschützten Umfeld ein Zuhause zu bieten. Das haben nämlich viele nicht.“ Um eine bessere Beziehung der Jugendlichen zu ihren Familien zu fördern, finden regelmäßige Gespräche mit den Eltern statt und bei Bedarf kommen Familientherapeuten zum Einsatz.

Wer in das Internat in Neukölln einzieht, das werden Schulverwaltungen, Jugendamt, die Jugendlichen selbst und ihre Eltern in einigen Wochen gemeinsam entscheiden.

„Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man den Schülern klarmacht, wie schlimm sie dran sind, wenn sie keinen Abschluss haben“, sagt Peter*. Er geht in die zehnte Klasse und kennt die Probleme mit dem Schwänzen von seinem kleinen Bruder. „Wenn man im Unterricht nicht mitkommt und das Gefühl hat, dass die Lehrer einen deswegen niedermachen, hat man einfach keine Lust mehr, in die Schule zu gehen. Im Internat müssten die Lehrer sich auf jeden Fall mehr um die Schüler kümmern. Aber man darf auf keinen Fall das Gefühl haben, ständig kontrolliert zu werden.“ Auch Claudia* glaubt, dass das Internat für viele eine Rettung sein könnte. Sie geht in die elfte Klasse und eine ihrer Mitschülerinnen muss wegen zu häufigen Schwänzens das Schuljahr wiederholen. „Ich finde es besonders wichtig, dass die Chemie zwischen den Jugendlichen stimmt“, sagt sie. „Darauf müssen die Betreuer achten. Wenn man gehänselt würde, wäre das schlimm für das Zusammenleben.“

Auch den Internatsorganisatoren ist das Vertrauen zwischen Betreuern, Lehrern und Schülern besonders wichtig. „Es muss uns gelingen, das Projekt so zu gestalten, dass die Jugendlichen Spaß haben und gute Beziehungen zu allen Mitwirkenden aufbauen können“, erklärt Michael Piekara. „Ich glaube, darin liegt der Schlüssel für den Erfolg des Projekts.“ Wenn der eintritt, wird sich das Bildungs- und Betreuungskonzept automatisch weiterverbreiten, glaubt der Jugendreferent. Er hält wenig von Ideen, wie den Eltern von notorischen Schulschwänzern das Kindergeld zu kürzen, so wie es kürzlich von einigen SPD-Politikern vorgeschlagen wurde. „Durch solche Strafen wird sich die Distanz zwischen vielen Kindern und ihren Eltern nur weiter vergrößern,“ glaubt er.   

Wolfgang Lüdtke könnte sich höchstens vorstellen, dass ein Teil des Betrags in die Schulen fließen könnte, zum Beispiel für mehr Personal und eine gezieltere Betreuung von Kindern mit Lernproblemen. „Das ist wirklich ein sehr heikles Thema“, findet der Schulleiter, „aber generell kann man sagen, dass es wichtiger ist, sich den Jugendlichen zuzuwenden, als sie oder jemand anderen abzumahnen und sie damit noch weiter in die Enge zu treiben.“

* Namen von der Redaktion geändert

 
Leser-Kommentare
  1. "Wie fängt man Jugendliche auf, die familiäre Probleme haben, durch aggressives Verhalten auffallen und nicht mehr in der Lage sind [nicht wollen?], den Abschluss an einer öffentlichen Schule zu machen?"Zuerst muß man mal festhalten, daß Schulschwänzer zum aller größten Teil längst straffällig geworden sind. Das es sich hier nur um "reine" Schulschwänzer handelt ist doch völlig realitätsfern. Diese Schulschwänzer sind bis zum 14ten Lebensjahr teilweise schon bis zu sechzig Mal und mehr von der Polizei bei kriminellen Delikten aufgegriffen worden. Das sind pubertäre Berufverbrecher, und eben keine "armen" Kinder, oder Schüler mehr.Deshalb wird dieses Internat nur zu einem führen, zu jugendlichen Berufverbrechern denen liberale Idioten noch Kaffee und Kuchen reichen!Die Antwort auf Schulschwänzer und Jugendkriminalität findet sich in jedem guten Geschichtsbuch! Aber sie wird den "liberalen Demokraten" trotz ihrer Sachlichkeit nicht gefallen. Unter den Nationalsozialisten war es die Hitler-Jugend, und unter der SED das rote Gegenstück, die FDJ (mit einem Schuß Komsomolzentum). In beiden Systemen war die Jugend zwar einem diktatorischen System angepaßt, aber Jugendkriminalität war unter beiden Systemen fast ein Fremdwort. Warum?Es gab natürlich kriminelle Jugendliche, aber besomders unter dem Nationalsozialismus war ihre Zahl im Promillebereich angesiedelt. Und dazu gehörte auch Schulschwänzertum, was letztlich nur eine Vorstufe von erst Jugengkriminalität, und dann Berufsverbrechertum ist.Bevor jetzt wieder ein entrüsteter Betroffner anrückt, wenn man die Auswüchse des Nationalsozialismus wegstreichen würde, käme eine vernünftige Jugendpolitik heraus, welche die Jugendkriminalität um 98% senken könnte. (Die restlichen 2% sind die Unbelehrbaren die man wegschließen muß!)Aber wir sind ja in der rechtsstaatlichen BRD! Da geht so was nicht. Das wäre ja nicht verfassungsgemäß, und damit ja auch nicht rechtsstaatlich, und so weiter. Also werden wir mit Schulschwänzern, mit Jugendgewalt, mit bronxartigen Zuständen auf den Schulhöfen, mit weiterer Verrohung der Sitten leben müssen, so lange, bis dieses verlotterte Demokratensystem durch ein besseres, durch ein wirklichkeitsnäheres ersetzt wird.

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    • ttob
    • 04.07.2008 um 22:42 Uhr

    ... Namen alle Ehre machen, lieber Schinderhannes?Reaktionär, primitiv und polemisch, nicht mehr. Oder was ist von solchen Äußerungen zu halten:"Zuerst muß man mal festhalten, daß Schulschwänzer zum aller größten Teil längst straffällig geworden sind. Das es sich hier nur um "reine" Schulschwänzer handelt ist doch völlig realitätsfern."Ah so? Das kannst du auch irgendwie belegen? Oder wie kommst du darauf, deine Schätzungen seien irgendwie realistisch? In der B*LD gelesen?Ich kenne persönlich einen Schulschwänzer, sehr verschlossen und schüchtern, hat irgendwann einfach mal beschlossen nicht mehr zur Schule zu wollen und seine Mutter (eine recht einfühlsame fürsorgliche Akademikerin) damit in die Verzweiflung gestürzt. Spätestens seit der Zeit, weiß ich, dass man mit Vorurteilen und Stereotypen nicht sehr weit kommt. Mit einer Bestrafung der Eltern schon gar nicht."Unter den Nationalsozialisten war es die Hitler-Jugend, und unter der SED das rote Gegenstück, die FDJ (mit einem Schuß Komsomolzentum). In beiden Systemen war die Jugend zwar einem diktatorischen System angepaßt, aber Jugendkriminalität war unter beiden Systemen fast ein Fremdwort. Warum?"Ja warum? Beantworten tust du deine Frage ja nicht so richtig. Ich wills dir aber gerne sagen, in autoritären Diktaturen gibt es keine: Verbrecher, Vergewaltiger, kriminelle Jugendliche, Homosexuelle, Sozialfälle etc. ganz einfach weil sie tabuisiert sind. In der DDR gab es nämlich sehr wohl Internate für "schwer erziehbare Jugendliche", nur genannt wurden sie nicht so. Geführt wurden sie wie Gefangenenlager, hart und willkürlich. Ob die Jugendlichen jemals befähigt wurden ein normales Leben zu führen weiß ich nicht, vermutlich wurden sie eher traumatisiert und sitzen jetzt irgendwo im Erwachsenenknast. Tolle Erziehungsleistung, sicher ganz in deinem Sinne?"Also werden wir mit Schulschwänzern, mit Jugendgewalt, mit bronxartigen Zuständen auf den Schulhöfen, mit weiterer Verrohung der Sitten leben müssen, so lange, bis dieses verlotterte Demokratensystem durch ein besseres, durch ein wirklichkeitsnäheres ersetzt wird."Du meinst ein System mit starkem Führer? Eines in dem beschränkte Hardliner, ähm, wie du, Regie führen? Nein Danke! Das jetzige System mag einiges versäumt haben und auch einige Nachteile mit sich bringen, aber es ist immer noch hundertmal besser als jede Form von Diktatur und Willkür, wie du sie dir zu wünschen scheinst.Dass eine (allerdings ideologiefreie) umfangreich organisierte Jugendarbeit uU Sinn machen würde, würde ich evtl. bejahen, mehr aber auch nicht.

    ja heute schon mal auf der Bild-Titelseite. Es gehr also vor r r r r r r r ran.... Tja, da Frau Merkel leider nicht plant, in Rußland einzumaschieren [...], kommt die heutige Jugend nicht in den Genuß von spannenden Geländespielen, Sangesfreude und Struktur d´Amour, sondern verlottert weiter allein mit suff, gameskonsole und klingeltönen. [Gekürzt. Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen und Beleidigungen./ Die Redaktion; ew] 

    • cs
    • 05.07.2008 um 9:05 Uhr

    Und so einen faschistischen Propagandawahnsinn gibt es selbst hier? 

    Der erste Absatz trifft den Nagel auf den Kopf : hier ist die Rede von Jugendlichen aus Neukölln. Wieviele von denen sind wohl nur etwas zu introvertiert oder brauchen etwas mehr individuelle Unterstützung ? Warum werden wohl die Namen v.d.Red. geändert ? Hier geht es um Fatma, Ali und Mohammed, sowie Stefan und Nicole, die gerne wie Fatma und Ali wären !Natürlich sind diese Jugendlichen von ihren Eltern nicht erzogen worden. Allerdings wissen diese 12-16jährigen genau, was Gesetze sind und wozu sie dienen - und mißachten und brechen diese Gesetze bewußt, täglich.Die Gründe, warum es solche Kinder gibt, sind manigfaltig. Es steht aber außer Frage, daß die Verantwortlichen letztendlich deren Eltern sind.Eine Ursachenbekämpfung ist im besten Fall langwierig, falls nicht unmöglich, durch bestehende Gesetze und Tree-Hugger-Assoziationen. Die Gefahr für unbescholtene Bürger direkt und indirekt ist aber immanent.Daher muß eine Symptombekämpfung in Form der "harten Hand" her, als Zero-Toleranz. Wenn Gesetzgeber, Lehranstalten, Polizei und positive Bürger hart durchgreifen und bestrafen, ist schnell Ruhe im Stall. Und erst dann können wir uns erfolgreich gemeinsam um Prävention und Ursachenbekämpfung kümmern.Das bekäme die BRD auch ohne politischen Radikalismus hin.

    • ttob
    • 04.07.2008 um 22:42 Uhr

    ... Namen alle Ehre machen, lieber Schinderhannes?Reaktionär, primitiv und polemisch, nicht mehr. Oder was ist von solchen Äußerungen zu halten:"Zuerst muß man mal festhalten, daß Schulschwänzer zum aller größten Teil längst straffällig geworden sind. Das es sich hier nur um "reine" Schulschwänzer handelt ist doch völlig realitätsfern."Ah so? Das kannst du auch irgendwie belegen? Oder wie kommst du darauf, deine Schätzungen seien irgendwie realistisch? In der B*LD gelesen?Ich kenne persönlich einen Schulschwänzer, sehr verschlossen und schüchtern, hat irgendwann einfach mal beschlossen nicht mehr zur Schule zu wollen und seine Mutter (eine recht einfühlsame fürsorgliche Akademikerin) damit in die Verzweiflung gestürzt. Spätestens seit der Zeit, weiß ich, dass man mit Vorurteilen und Stereotypen nicht sehr weit kommt. Mit einer Bestrafung der Eltern schon gar nicht."Unter den Nationalsozialisten war es die Hitler-Jugend, und unter der SED das rote Gegenstück, die FDJ (mit einem Schuß Komsomolzentum). In beiden Systemen war die Jugend zwar einem diktatorischen System angepaßt, aber Jugendkriminalität war unter beiden Systemen fast ein Fremdwort. Warum?"Ja warum? Beantworten tust du deine Frage ja nicht so richtig. Ich wills dir aber gerne sagen, in autoritären Diktaturen gibt es keine: Verbrecher, Vergewaltiger, kriminelle Jugendliche, Homosexuelle, Sozialfälle etc. ganz einfach weil sie tabuisiert sind. In der DDR gab es nämlich sehr wohl Internate für "schwer erziehbare Jugendliche", nur genannt wurden sie nicht so. Geführt wurden sie wie Gefangenenlager, hart und willkürlich. Ob die Jugendlichen jemals befähigt wurden ein normales Leben zu führen weiß ich nicht, vermutlich wurden sie eher traumatisiert und sitzen jetzt irgendwo im Erwachsenenknast. Tolle Erziehungsleistung, sicher ganz in deinem Sinne?"Also werden wir mit Schulschwänzern, mit Jugendgewalt, mit bronxartigen Zuständen auf den Schulhöfen, mit weiterer Verrohung der Sitten leben müssen, so lange, bis dieses verlotterte Demokratensystem durch ein besseres, durch ein wirklichkeitsnäheres ersetzt wird."Du meinst ein System mit starkem Führer? Eines in dem beschränkte Hardliner, ähm, wie du, Regie führen? Nein Danke! Das jetzige System mag einiges versäumt haben und auch einige Nachteile mit sich bringen, aber es ist immer noch hundertmal besser als jede Form von Diktatur und Willkür, wie du sie dir zu wünschen scheinst.Dass eine (allerdings ideologiefreie) umfangreich organisierte Jugendarbeit uU Sinn machen würde, würde ich evtl. bejahen, mehr aber auch nicht.

    ja heute schon mal auf der Bild-Titelseite. Es gehr also vor r r r r r r r ran.... Tja, da Frau Merkel leider nicht plant, in Rußland einzumaschieren [...], kommt die heutige Jugend nicht in den Genuß von spannenden Geländespielen, Sangesfreude und Struktur d´Amour, sondern verlottert weiter allein mit suff, gameskonsole und klingeltönen. [Gekürzt. Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen und Beleidigungen./ Die Redaktion; ew] 

    • cs
    • 05.07.2008 um 9:05 Uhr

    Und so einen faschistischen Propagandawahnsinn gibt es selbst hier? 

    Der erste Absatz trifft den Nagel auf den Kopf : hier ist die Rede von Jugendlichen aus Neukölln. Wieviele von denen sind wohl nur etwas zu introvertiert oder brauchen etwas mehr individuelle Unterstützung ? Warum werden wohl die Namen v.d.Red. geändert ? Hier geht es um Fatma, Ali und Mohammed, sowie Stefan und Nicole, die gerne wie Fatma und Ali wären !Natürlich sind diese Jugendlichen von ihren Eltern nicht erzogen worden. Allerdings wissen diese 12-16jährigen genau, was Gesetze sind und wozu sie dienen - und mißachten und brechen diese Gesetze bewußt, täglich.Die Gründe, warum es solche Kinder gibt, sind manigfaltig. Es steht aber außer Frage, daß die Verantwortlichen letztendlich deren Eltern sind.Eine Ursachenbekämpfung ist im besten Fall langwierig, falls nicht unmöglich, durch bestehende Gesetze und Tree-Hugger-Assoziationen. Die Gefahr für unbescholtene Bürger direkt und indirekt ist aber immanent.Daher muß eine Symptombekämpfung in Form der "harten Hand" her, als Zero-Toleranz. Wenn Gesetzgeber, Lehranstalten, Polizei und positive Bürger hart durchgreifen und bestrafen, ist schnell Ruhe im Stall. Und erst dann können wir uns erfolgreich gemeinsam um Prävention und Ursachenbekämpfung kümmern.Das bekäme die BRD auch ohne politischen Radikalismus hin.

    • ttob
    • 04.07.2008 um 22:42 Uhr

    ... Namen alle Ehre machen, lieber Schinderhannes?Reaktionär, primitiv und polemisch, nicht mehr. Oder was ist von solchen Äußerungen zu halten:"Zuerst muß man mal festhalten, daß Schulschwänzer zum aller größten Teil längst straffällig geworden sind. Das es sich hier nur um "reine" Schulschwänzer handelt ist doch völlig realitätsfern."Ah so? Das kannst du auch irgendwie belegen? Oder wie kommst du darauf, deine Schätzungen seien irgendwie realistisch? In der B*LD gelesen?Ich kenne persönlich einen Schulschwänzer, sehr verschlossen und schüchtern, hat irgendwann einfach mal beschlossen nicht mehr zur Schule zu wollen und seine Mutter (eine recht einfühlsame fürsorgliche Akademikerin) damit in die Verzweiflung gestürzt. Spätestens seit der Zeit, weiß ich, dass man mit Vorurteilen und Stereotypen nicht sehr weit kommt. Mit einer Bestrafung der Eltern schon gar nicht."Unter den Nationalsozialisten war es die Hitler-Jugend, und unter der SED das rote Gegenstück, die FDJ (mit einem Schuß Komsomolzentum). In beiden Systemen war die Jugend zwar einem diktatorischen System angepaßt, aber Jugendkriminalität war unter beiden Systemen fast ein Fremdwort. Warum?"Ja warum? Beantworten tust du deine Frage ja nicht so richtig. Ich wills dir aber gerne sagen, in autoritären Diktaturen gibt es keine: Verbrecher, Vergewaltiger, kriminelle Jugendliche, Homosexuelle, Sozialfälle etc. ganz einfach weil sie tabuisiert sind. In der DDR gab es nämlich sehr wohl Internate für "schwer erziehbare Jugendliche", nur genannt wurden sie nicht so. Geführt wurden sie wie Gefangenenlager, hart und willkürlich. Ob die Jugendlichen jemals befähigt wurden ein normales Leben zu führen weiß ich nicht, vermutlich wurden sie eher traumatisiert und sitzen jetzt irgendwo im Erwachsenenknast. Tolle Erziehungsleistung, sicher ganz in deinem Sinne?"Also werden wir mit Schulschwänzern, mit Jugendgewalt, mit bronxartigen Zuständen auf den Schulhöfen, mit weiterer Verrohung der Sitten leben müssen, so lange, bis dieses verlotterte Demokratensystem durch ein besseres, durch ein wirklichkeitsnäheres ersetzt wird."Du meinst ein System mit starkem Führer? Eines in dem beschränkte Hardliner, ähm, wie du, Regie führen? Nein Danke! Das jetzige System mag einiges versäumt haben und auch einige Nachteile mit sich bringen, aber es ist immer noch hundertmal besser als jede Form von Diktatur und Willkür, wie du sie dir zu wünschen scheinst.Dass eine (allerdings ideologiefreie) umfangreich organisierte Jugendarbeit uU Sinn machen würde, würde ich evtl. bejahen, mehr aber auch nicht.

  2. @SchinderhannesXWo nehmen Sie denn diese Binsenweisheit her? "Zuerst muß man mal festhalten, daß Schulschwänzer zum aller größten Teil längst straffällig geworden sind. Das es sich hier nur um "reine" Schulschwänzer handelt ist doch völlig realitätsfern. Diese Schulschwänzer sind bis zum 14ten Lebensjahr teilweise schon bis zu sechzig Mal und mehr von der Polizei bei kriminellen Delikten aufgegriffen worden. Das sind pubertäre Berufverbrecher, und eben keine "armen" Kinder, oder Schüler mehr."Ich weiß nicht was Sie beruflich machen oder welchen IQ Sie haben, aber von Kindern und Jugendlichen haben Sie keine Ahnung! Kinder und Jugendliche, die nicht mehr zur Schule gehen, haben sicher vielfache Probleme, aber sie sind nicht zwangsläufig kriminell. Ich arbeite mit Schulschwänzern und von denen sind die wenigsten bisher straffällig geworden und von denen werden auch die wenigsten Berufsverbrecher. Sie haben in aller Regel Probleme im psychosozialen Bereich, haben kein Selbstwertgefühl, wurden bisher oft als Looser abgestempelt und behandelt, sind frustriert darüber, an Regelschulen mit ihren Problemen abgeschoben zu werden, nicht gesehen und nicht gehört zu werden. Sie erfuhren bisher keine Anerkennung oder Wertschätzung, sie kennen ihre Stärken nicht, aber sie sind keine Verbrecher. Allerdings, wenn es ein Verbrechen ist, auf sich aufmerksam zu machen (nichts anderes ist Schulschwänzen!), weil etwas in meinem Leben schief läuft, auf sich aufmerksam zu machen, weil es mir nicht gut geht mit meiner Schulsituation oder auch mit einem ganz anderen Umstand in meinem Leben (ja auch andere Dinge können Schulschwänzerei auslösen), dann sind sie wohl doch Verbrecher. Es ist ein viel größeres Verbrechen, dass wir die "Erwachsenen", die wir mit Kindern und Jugendlichen leben und arbeiten oftmals erst zu spät erkennen, wie groß die Not dieser Kinder und Jugendlichen ist.

  3. ja heute schon mal auf der Bild-Titelseite. Es gehr also vor r r r r r r r ran.... Tja, da Frau Merkel leider nicht plant, in Rußland einzumaschieren [...], kommt die heutige Jugend nicht in den Genuß von spannenden Geländespielen, Sangesfreude und Struktur d´Amour, sondern verlottert weiter allein mit suff, gameskonsole und klingeltönen. [Gekürzt. Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen und Beleidigungen./ Die Redaktion; ew] 

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    was Sie weiter so geschrieben und gekürzt bekommen haben ... aber Pauschalisieren und Beleidigen Sie (privat, wenn's sein muß) ruhig weiter. Ich würde es lesen wollen! Nebenbei, die so unhinterfragt unkriminelle Hitlerjugend ist in Rußland einmarschiert, die FDJ hat den Zusammenbruch ihres Staates mit wildem Hin- und Hergewähle hingenommen.Theo Rem

    was Sie weiter so geschrieben und gekürzt bekommen haben ... aber Pauschalisieren und Beleidigen Sie (privat, wenn's sein muß) ruhig weiter. Ich würde es lesen wollen! Nebenbei, die so unhinterfragt unkriminelle Hitlerjugend ist in Rußland einmarschiert, die FDJ hat den Zusammenbruch ihres Staates mit wildem Hin- und Hergewähle hingenommen.Theo Rem

  4. was Sie weiter so geschrieben und gekürzt bekommen haben ... aber Pauschalisieren und Beleidigen Sie (privat, wenn's sein muß) ruhig weiter. Ich würde es lesen wollen! Nebenbei, die so unhinterfragt unkriminelle Hitlerjugend ist in Rußland einmarschiert, die FDJ hat den Zusammenbruch ihres Staates mit wildem Hin- und Hergewähle hingenommen.Theo Rem

    Antwort auf "Hitler war"
    • cs
    • 05.07.2008 um 9:05 Uhr

    Und so einen faschistischen Propagandawahnsinn gibt es selbst hier? 

    • Anonym
    • 05.07.2008 um 15:32 Uhr

    dass Leute zu einem Thema sprechen mit dem sie sich nicht wirklich befasst haben, aber naja man sagt halt seine Meinung..Ich war ein solcher "Problemschüler", nicht Gewalttätig aber in mich gekehrt und dergleichen. Wegen diverser familiärer Probleme. Nichts hat geholfen, vor allem ich WOLLTE mir auch nicht helfen lassen. Lehrer etc. waren verdammt bemüht. Dann wurde ich auf ein Internat geschickt, und sogar ein "Katholisches". Feste Regeln, fester Alltag, "Rituale" wie Mahlzeiten am Tisch mit Gleichaltrigen anstatt irgendwas aus dem Kühlschrank vor dem Fernseher futtern.. all das hat mir auf die richtige Bahn zurückgeholfen (und nein ich musste nicht Beten, habs auch nie getan). Und bevor ein Althippie nun sagt "Ja klar, das du Roboten gehen kannst und noch zu einem produktiven Mitglied der Gesellschaft wirst *spöttisch grins*" - nein, auf die richtige Bahn bezüglich meiner selbst. Diplomphysiker werd ich trotzdem nicht mehr. Ich hatte aber wieder einen Sinn im Leben gesehen, war nicht mehr Depressiv, nicht mehr in mich gekehrt, entspannter.. ein anderer Mensch eben. War freilich ein harter Weg bis dahin und im Nachhinein tuts mir auch leid welche Mühen ich manchem gemacht hab. Ich weiß aber heute (erst im nachhinein natürlich, damals hab ichs GEHASST dort zu sein) es hat mir gut getan und es ist eine Schande dass es von diesen Einrichtungen nicht mehr gibt - und vor allem das total Ahnungslose ein unqualifizierten Schmarn dazu ablassen bloß weils nicht in ihr Weltbild passt aber eigentlich gar keine Ahnung haben WAS sie da eigentlich verurteilen. Und nein Danke, ich will weder irgendwelche "Antworten" haben noch irgendwelche "Sternle"-Bewertungen. Weils mir Wurscht ist, ich gebe hier einen KOMMENTAR ab und führe keine Debatte über meine Erfahrungen. Vielleicht schafft es mancher Streithahn einfach mal zu akzeptieren dass er nicht alles weiß und lässt sich von meinem Erfahrungsbericht beeindrucken. Hoffen darf man ja..

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    Hallo ElCamino,
    ich weiß es ist Ihnen wurscht, was Leser zu Ihrem Beirtag schreiben, aber ich wollte Ihnen trotzdem sagen, dass ich es schön finde, dass sich jemand zu dem Thema äußert, den es selbst mal betroffen hat. Ich stehe da ja auf der anderen Seite. Ich hoffe, ich schaffe es irgendwann, dass einer meiner Jugendlichen irgendwann mal den für ihn richtigen Weg findet, so wie Sie Ihren scheinbar gefunden haben.
    Gruß MisterBLJ

    Hallo ElCamino,
    ich weiß es ist Ihnen wurscht, was Leser zu Ihrem Beirtag schreiben, aber ich wollte Ihnen trotzdem sagen, dass ich es schön finde, dass sich jemand zu dem Thema äußert, den es selbst mal betroffen hat. Ich stehe da ja auf der anderen Seite. Ich hoffe, ich schaffe es irgendwann, dass einer meiner Jugendlichen irgendwann mal den für ihn richtigen Weg findet, so wie Sie Ihren scheinbar gefunden haben.
    Gruß MisterBLJ

  5. Es ist eben ein Unterschied zwischen einem katholischen Internat und einen liberalen Saustall. Die Katholiken haben Ihnen den rechten Weg gewiesen durch Strukturierung des Alltages und einem gewissen Leistungszwang - also Maßnahmen, die der linke Furor hasst wie der Teufel das Weihwasser.

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