Afghanistan

Awacs-Maschinen an den Hindukusch?

Der deutsche Militäreinsatz in Afghanistan wird möglicherweise erweitert. Die Nato will angeblich Aufklärungsflugzeuge mit deutschen Offizieren an Bord dorthin schicken. Das Bundesverteidigungsministerium hüllt sich in Schweigen

Es liege noch keine Anfrage der Nato für einen Einsatz von Awacs-Maschinen in Afghanistan vor, teilte Ministeriumssprecher Thomas Raabe mit. Daher könne er auch noch keine näheren Angaben machen. Der Sprecher verwies auf den langen Meinungsbildungsprozess innerhalb des Bündnisses. Die Entscheidung trifft der Nato-Rat. Er wolle auch nicht über einen solchen möglichen Einsatz spekulieren, solange die Fakten noch nicht auf dem Tisch lägen, sagte Raabe.

Aus Verteidigungskreisen in Berlin war am Donnerstag verlautet, auf Arbeitsebene werde derzeit erörtert, Awacs-Flüge in den sogenannten Fähigkeitskatalog der von der Nato geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf aufzunehmen. Damit würde das deutsche Militär-Engagement in Afghanistan ausgeweitet. Denn die Awacs-Besatzungen bestehen zu 40 Prozent aus deutschen Offizieren.

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Deren Einsatz müsste vom Bundestag genehmigt werden. Dies hatte das Bundesverfassungsgericht erst vor zwei Monaten in einem Grundsatzurteil festgelegt.

Die Nato verfügt mit den eigenen Awacs-Flugzeugen über ein Aufklärungs- und Frühwarnsystem («Airborne Warning And Control System»). Die Maschinen können Flugzeuge oder andere Objekte über Hunderte von Kilometern orten und identifizieren. Sie können den Luftverkehr koordinieren sowie verbündete Kampfflugzeuge im Einsatz leiten. Das bedeutet: Awacs-Besatzungen könnten für Luftangriffe der Isaf oder der US-geführten Anti-Terror-Operation OEF Ziele zuweisen.

Der Bundestag wird spätestens im Oktober über das deutsche ISAF-Mandat abstimmen. Dabei geht es auch um die von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) beantragte Aufstockung des Bundeswehrkontingents um 1000 auf 4500 Soldaten. Aus der Bundeswehr verlautete, die Erhöhung um 1000 Mann würde auch dann ausreichen, wenn deutsche Awacs-Besatzungen hinzukämen.

Allerdings würde die von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan eingeplante Reserve damit kleiner. Momentan sollen drei bis vier Awacs-Maschinen mit Besatzungen von jeweils etwa 20 Mitgliedern im Gespräch sein. Die Aachener Zeitung hatte in der vorigen Woche berichtet, die sogenannten fliegenden Kommandozentralen stünden auf der Wunschliste der Nato-Einsatzkräfte im Kampf gegen die Taliban ganz oben. Nato-Offizielle in Brüssel hätten die Pläne bestätigt.

Den Informationen zufolge soll sich der für die Isaf-Mission zuständige Nato-Kommandeur, der deutsche Vier-Sterne-General Egon Ramms, mit dem Thema in einem Brief an den Oberkommandierenden des Nato-Hauptquartiers Europa (Shape), US-General Bantz Craddock, gewandt haben. Derzeit leisten die USA bei Bedarf Awacs-Aufklärungsflüge über Afghanistan.

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Leser-Kommentare

  1. wie erst vor wenigen Tagen wieder -http://www.freace.de/artikel/200807/090708a.html- dann dürfen deutsche AWACS natürlich nicht fehlen.Im Gegensatz zu den Amis hat Deutschland jedoch das 1. Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen unterschrieben wonach Angriffe auf Zivilisten verboten sind. Auch die Väter des Grundgesetzes werden im Grab rotieren angesichts des erneuten Völkermordens eines deutschen Regimes._______________________________________________________
    Die Interessen der ZEIT:
    http://de.wikipedia.org/w...
    Was derzeit wirklich passiert:
    http://www.pelastop.de/20...

    • 11.07.2008 um 17:48 Uhr
    • Rahab

    denn auch die mütter des grundgesetzes rotieren in ihren gräbern. waren zwar nur vier - aber waren. - welche schlußfolgerug sonst noch daraus zu ziehen sei, weiß ich noch nicht. vielleicht die, dass es nur wenige mütter braucht, um was gutes in die welt zu setzen, aber jede menge väter? bevor wir also die awcs an den hindukusch schicken, sollten wir vielleicht die dortigen mütter fragen, wie die das so sehen. könnte doch sein, die haben ganz andere präferenzen!

    • 11.07.2008 um 17:51 Uhr
    • Rahab

    ach du kriegst die motten: auf arbeits-ebene wird zur zeit erörtert...! was ist denn daran bitte-schön arbeit?

    • 11.07.2008 um 18:11 Uhr
    • WIHE


    Wo wofür sollen die denn dort gut sein? Wahrscheinlich sollen sie den Luftraum im Iran ausspähen und einen israelischen Angriff auf den Iran unterstützen. Einen anderen Sinn kann ich nicht erkennen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Genau Die Besatzungstruppen haben die absolute Lufthoheit in Afghanistan .Um ein Ziel zu erreichen benötigen die Kampfflugzeuge keine Awacs .Hingegen könnten die Awacs einen Großteil des Luftraums des benachbarten Iran"mit"überwachen

    • 11.07.2008 um 18:22 Uhr
    • QUOTE
    5. Zitat:

    "Die Maschinen können Flugzeuge oder andere Objekte über Hunderte von
    Kilometern orten und identifizieren. Sie können den Luftverkehr
    koordinieren sowie verbündete Kampfflugzeuge im Einsatz leiten. Das
    bedeutet: Awacs-Besatzungen könnten für Luftangriffe der Isaf oder der
    US-geführten Anti-Terror-Operation OEF Ziele zuweisen."
    Und was dann passiert, liest man hier: "Britain’s Ministry of Defence admitted to the London Times
    the use of the controversial thermobaric weapon, Hellfire AGM-114N.
    When fired from Apache attack helicopters or predator droneenn aircraft,
    the missile sucks the air out of the Taliban’s chest, shreds his
    internal organs and crushes his body. He cannot take shelter, as the
    blast creates a human-crushing vacuum with a second explosion. He
    instantly disintegrates.
    "
    Das löst das Problem mit den nervigen Zivilisten - wenn vom Ziel nur blutiger Matsch übrigbleibt, kann man Frauen, Kinder, Hirten und Schafe unbedenklich für Taliban und somit legitime Ziele erklären. Bravo."Clearly, the crunch time is coming in Afghanistan. Added to the
    crises there — ranging from corruption and misgovernance to the drug
    problem — and growing alienation of the people due to the increasingly
    barbarous military tactic adopted by the coalition forces
    ....But the problem is also over the U.S.’s war strategy. To quote Mr.
    Kabulov, “There is no mistake made by the Soviet Union that was not
    repeated [by the U.S.] … Underestimation of the Afghan nation, the
    belief that we have superiority over the Afghans and that they are
    inferior and that they cannot be trusted to run the affairs … A lack of
    knowledge of the social and ethnic structure of this country; a lack of
    sufficient understanding of traditions and religion.
    ” As he put it,
    NATO soldiers and officers “communicate with them [Afghans] from the
    barrels of guns in their bullet-proof Humvees.” Mr. Kabulov admitted
    that he couldn’t help having some satisfaction that those who once
    backed the mujahideen were now suffering in the same way the Soviet
    troops suffered."

  2. ... und das zu Recht, denn sie wurde nicht für neo-koloniale Interessen der USA ins Leben gerufen (sagte man uns damals), sondern zur Verteidigung "westlicher, freiheitlicher Interessen", nach dem Motto: Vigilia Pretium Libertatis (Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit).Heute werden von der NATO nur noch andere Menschen in fernen Ländern von ihrem Leben befreit -- ein Kriegsverbrechen ohne Mandat des Sicherheitsrats der UN.Das ISAF Mandat der UN begrenzt die Mission eindeutig auf den Aufbau Afghanistans und den Selbstschutz der Truppen, die an diesem Aufbau per ISAF beteiligt sind. Militäroperationen wie Raketenangriffe aus der Luft sind im Rahmen der ISAF VERBOTEN und im Rahmen von OEF ohnehin Terrorakte eines Staates (USA) gegen die Bevölkerung eines anderen Staaten und somit ein Kriegsverbrechen (aber immer nur die Sieger ... Nürnberger Charta, vielleicht? ...richten den Unterlegenen, die Amis werden sich selbst nicht richten wollen).Deutschland MUSS sich endlich davon abgrenzen und verhindern, mit in diese Spirale der sich ausweitenden Kriegsverbrechen hinein gezogen zu werden. Wir haben in Afghanistan nichts zu suchen, basta. Die Afghanen haben niemanden angegriffen -- die USA behaupten ja, es seien angeblich am 11.09.2001 Saudis und Ägypter gewesen (nicht etwa der CIA und das Pentagon?). Also was hat die NATO ohnehin dort zu suchen? Wie können wir auch nur annehmen, dass wir die Amerikaner per NATO in Afghanistan verteidigen?Es muss endlich Schluss sein mit dieser unsäglichen, horrenden Gewalt verübt im Namen dieser Amerikaner, wir werden hier zu Mittätern und stehen innerhalb von 60 Jahren wieder vor einem Tribunal der Geschichte.Heute wurde wieder eine afghanische Hochzeitsgesellschaft durch eine US-Rakete ausgelöscht, 47 Tote, darunter 39 Frauen und Kinder inklusive der Braut; der Artikel spricht für sich:http://www.guardian.co.uk/world/2008/jul/11/afghanistan.usa?gusrc=rss&feed=networkfrontWir brauchen einen Politiker mit Mut, Weitsicht und Moral, nicht diesen ahnungslosen Winzer, der Koch in Hessen vor der politischen Pleite gerettet hatte und damit seine einzige Qualifikation für den Job als BMVg vorweist.

  3. Wurde ja auch langsam Zeit, dass die Krauts mal etwas auf die Beine stellen. Immer nur das Versteckspielen im Hinterland war doch mehr als peinlich.

    • 12.07.2008 um 9:49 Uhr
    • Rahab

    der minister (unerheblich, dass er aus hessen kommt!) weiß nicht, was die arbeitsebenen in seinem ministerium arbeiten?

    redaktion: gibt es eine möglichkeit, die beiden awacs-stränge zusammenzuführen?

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  • Datum 15.7.2008 - 13:40 Uhr
  • Quelle ZEIT online
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